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Stärke demonstrieren

IS-Propaganda: Video zeigt Ausbildung von Kindersoldaten

Die Miliz «Islamischer Staat» hat im syrischen Rakka angeblich ein Institut gegründet, in dem Kinder auf ihre Dschihadisten-Karriere vorbereitet werden. Ein Video zeigt den Nachwuchs in Tarnkluft.

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Quelle: youtube

Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Kinder tragen Uniformen in Tarnfarben. Auf ihren schwarzen Stirnbändern prangen in Weiss das muslimische Glaubensbekenntnis und das Logo des «Islamischen Staates» (IS). Wenn ihr vermummter Ausbilder einen Befehl gibt, folgen sie aufs Wort.

Zu sehen sind die Kinder in einem Propagandavideo des IS. Die Jungen seien Schüler des neu gegründeten Faruk-Instituts, behauptet die Extremistengruppe in dem am Sonntag veröffentlichten Clip. Auf dem Programm stehe vor allem Religionsunterricht, heisst es weiter.

IS-Botschaft: Die nächste Generation kommt

Die Gruppe folgt einer besonders radikalen Islam-Auslegung und hat diese in den von ihr kontrollierten Gebieten zur Staatsreligion erhoben. Das Institut steht demnach im syrischen Rakka, das der IS zur Hauptstadt des sogenannten Kalifats ausgerufen hat.

Mit dem Video will der IS Stärke signalisieren. Die Botschaft: In den von der Miliz kontrollierten Gebieten kann es die nächste Generation kaum erwarten, für die Dschihadisten zu kämpfen. In dem Clip sind rund 80 Kinder zu sehen.

Keine grosse Begeisterung bei den Eltern

Doch ganz so weit her scheint es mit der Begeisterung in Wahrheit nicht zu sein. Offenbar lehnen es die meisten Syrer in Rakka ab, ihre Kinder den Radikalen anzuvertrauen. «Viele Eltern machen sich grosse Sorgen, dass ihre Kinder der Gehirnwäsche unterzogen werden. Deshalb behalten sie sie hauptsächlich zu Hause», berichtete ein syrischer Aktivist aus Rakka vor wenigen Tagen der britischen Zeitung Guardian.

«Den ganzen Tag sind die Kinder umgeben von Kämpfern mit Kalaschnikows. Das ist wie im Film – sie sehen diese Dinge und irgendwann wollen sie zum Rekrutierungslager gehen», so der Mann weiter.

IS kontrolliert Schulen

Auch in den Schulen von Rakka hat der IS inzwischen das Sagen. Unterrichtet wird nur noch, was von den Dschihadisten abgesegnet wurde. Viele Eltern liessen ihre Kinder daher auch nicht mehr zum Schulunterricht lassen.

In der Stadt sollen derzeit mehr als 100'000 Menschen leben, davon zwei Drittel unter 35 Jahren. Ein syrischer Aktivist aus Rakka geht sogar davon aus, dass die Zahl der Einwohner bei bis zu 400'000 liegen könnte. In den ersten Jahren der Gewalt in Syrien waren viele Menschen dorthin gezogen, weil es im Vergleich zu anderen Teilen des Landes dort lange ruhiger war.

(ras)



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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kirschbluete 24.02.2015 15:36
    Highlight Highlight Das ist die IS-Variante der Hitlerjugend. Dass ich die Erste bin, die das im Kommentar hier ausdrückt, wundert mich.
    0 1 Melden
  • Mia_san_mia 24.02.2015 12:10
    Highlight Highlight Das wird immer schlimmer mit diesem IS...
    2 1 Melden
  • Dom^ 24.02.2015 11:55
    Highlight Highlight der letzte bildausschnitt des videos zeigt doch: nicht nach mekka wird gebetet (oder vielleicht auch schon), aber vor allem wird in richtung dreier waffen gehuldigt - die waffenmacht, nicht der islam ist das ziel.
    0 1 Melden
  • zombie1969 24.02.2015 09:16
    Highlight Highlight In der islamischen Welt hatten bis zur Verbrennung des Piloten viele kein Problem mit dem IS.
    Info:Kämpfer IS:Der Sprecher der CIA,sagte 2014,er gehe von 20.000 bis 31.500 Kämpfern aus.
    Ägypten: 443.500 Soldaten,
    Algerien: 127.000
    Marokko: 196.300
    Indonesien: 250.000
    Iran: 545.000
    Jordanien: 100.000
    Pakistan: 1 Mio.
    Saudi-Arabien: 200.000
    Türkei: 720.648
    Das sind Staaten, deren Streitkräfte über 75.000 Mann stark sind.Die muslimische Welt hat über 5,3 Mio. Soldaten.Was der IS im Namen des Islam so anstellt,zeugt davon, wie wenig den islamischen Staaten an der Beendigung dieses Spukes liegte.
    8 3 Melden
  • tom99 24.02.2015 09:08
    Highlight Highlight su tragisch wie es ist: solche schulem muessen zu militärischen zielen erklärt werden.. diese kinder sind verloren, sie werden nie nie nie zurückgeholt werden.. jeder der was anderes bahauptet unterstützt die unsaegliche Brutalität der sog Schlaefer. diese kinder werden direkt killer oder aber zuerst schlaefer und dann killer...
    8 5 Melden

Genua, drei Monate danach: So verzweifelt sind die Bewohner nach dem Brückenkollaps

Seit dem Einsturz der Morandi-Brücke hat sich in Genua nicht viel bewegt. Noch immer liegen überall Trümmer herum, Hunderte können nicht in ihre Häuser zurück. Die watson-Reporterin sprach mit den Menschen vor Ort über ihre Sorgen.

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Längst haben sich die internationalen Medien vom Schauplatz abgewandt, das Leben geht schliesslich weiter. Auch hier, irgendwie. Nur ist für die Bewohner von Rivarolo heute alles anders und nie wird es wieder so sein, wie vor …

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