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Aargauer war hochrangiger «IS»-Kommandant: Er soll Anschlag in Deutschland befohlen haben



Die deutschen Sicherheitsbehörden haben nach Medienberichten in einer mehr als einjährigen Operation einen Anschlagsplan der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Deutschland durchkreuzt.

Auftraggeber hinter den Anschlagsplänen soll ein Schweizer gewesen sein. Der mittlerweile wahrscheinlich getötete Thomas C. galt als höchstrangiger deutschsprachiger Kommandant der Terrormiliz. Monatelang versuchten deutsche und amerikanische Geheimdienste, seine Identität aufzudecken.

Thomas C. war unter dem Kampfnamen Abu Mussab al-Almani bekannt. Der Nachname «al-Almani» (der Deutsche) deutete zuerst auf einen deutschen Staatsbürger hin. Dabei wuchs er im Aargau auf, später wohnte er unter anderem in Frankreich, Deutschland und Zürich, wo seine Eltern Firmen im Bereich Beratung und Finanzen gründeten.

Gemäss Tagesanzeiger sei er 2013 nach Syrien gereist und schnell aufgestiegen. Schlussendlich war er Leiter für externe Operationen – also Terroranschläge ausserhalb Syriens – und befahl unter anderem einen Anschlag in Deutschland.

Nach Berichten sei er im Jahr 2017 im Gefecht schwer verwundet worden. Die Mutter des damals 32-Jährigen erhielt einen Anruf aus Syrien mit der Bitte, Geld für die Behandlung zu überweisen. Daraufhin meldete sie es dem Schweizer Generalkonsulat in Frankfurt.

Geplanter Anschlag in Deutschland

An der Recherche über die Anschlagspläne in Deutschland beteiligt waren die Nachrichtensender NDR, WDR sowie die Zeitungen «Süddeutsche Zeitung» und die «Zeit».
Sie berichten:

2016 hätten insgesamt drei Teams von Attentätern nach Deutschland reisen sollen, um die Tat vorzubereiten und durchzuführen. Ziel sei möglicherweise ein Musikfestival gewesen, berichteten am Mittwoch die Medien.

Die Bundesanwaltschaft habe die Terrorplanungen bestätigt, meldete der NDR. «Für uns war die Faktenlage in diesem Fall sehr konkret und auch belastbar», wird Generalbundesanwalt Peter Frank zitiert.

Eine zentrale Rolle in der Planung habe ein deutsches Ehepaar spielen sollen, das im Herbst 2015 nach Syrien ausgereist sei und sich dem IS angeschlossen habe. Die Frau, eine Konvertitin, habe von der syrischen Stadt Rakka aus Frauen in Norddeutschland gesucht, die bereit gewesen seien, potenzielle Attentäter zu heiraten und ihnen so einen Weg nach Deutschland zu ebnen. Eine der kontaktierten Frauen habe aber für den Verfassungsschutz gearbeitet.

Die Planungen seien durch die Ermittlungen und den Zerfall des IS durchkreuzt worden. Die «Zeit» berichtete, das Ehepaar habe sich im Oktober 2017 den kurdischen Behörden gestellt. Die beiden sässen seitdem in kurdischen Gefängnissen in Nordsyrien in Haft. Dort konnten NDR, WDR und SZ den aus Hildesheim stammenden Ehemann interviewen. Er mache geltend, versucht zu haben, «aus der Sache wieder 'rauszukommen», als er vom eigentlichen Anschlagsplan erfahren habe. (jaw/sar/sda/dpa)

Jürgen Todenhöfer: Das ist kein islamischer Staat

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