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Israel's Prime Minister Benjamin Netanyahu attends the weekly cabinet meeting at his office in Jerusalem August 2, 2015. REUTERS/Gali Tibbon/Pool

Irans Premier Netanjahu hat die Juden aufgerufen, sich gegen das Atomabkommen auszusprechen. Bild: POOL/REUTERS

«Setzen Sie sich gegen dieses gefährliche Abkommen ein» –Netanjahu appelliert an US-Juden

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Juden in den USA aufgerufen, sich gegen das internationale Atomabkommen mit dem Iran auszusprechen. Die Vereinbarung führt seiner Ansicht nach zu einem «atomaren Wettrüsten in der Region».



Durch die von US-Präsident Barack Obama unterstützte Übereinkunft steige das Risiko eines Krieges im Nahen Osten, erklärte Netanjahu in einem am Dienstag im Internet veröffentlichten Video. «Ich bin nicht gegen diese Vereinbarung, weil ich einen Krieg will. Ich bin gegen diese Vereinbarung, weil ich einen Krieg verhindern will. Und diese Vereinbarung führt zum Krieg», sagte er. «Setzen Sie sich gegen dieses gefährliche Abkommen ein.»

Zugleich versicherte er, dass in der Angelegenheit sein persönliches Verhältnis zu US-Präsident Barack Obama keine Rolle spiele. Es gehe «nicht um mich und es geht nicht um Präsident Obama, es geht um den Deal». Dieser würde für den Iran «den Weg bereiten», eine Atombombe zu erlangen.

epa04872222 US President Barack Obama delivers remarks during the first-ever White House 'Demo Day', in the East Room of the White House, in Washington DC, USA, 04 August 2015. The White House 'Demo Day' celebrates the role of entrepreneurs and innovators and their contributions to the economy. Obama listened to demonstrations from entrepreneurs showing exhibits of their work on the State Floor of the White House.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Obama im Weissen Haus Bild: MICHAEL REYNOLDS/EPA/KEYSTONE

Fünf Millionen Juden in den USA

Umfragen zufolge sind die etwa fünf Millionen amerikanischen Juden gespalten, was das Atomabkommen angeht. Sollte sich unter ihnen eine Mehrheit zur Ablehnung der Vereinbarung herausbilden, könnte das die Abgeordneten in Washington unter Druck setzen.

Die Mitte Juli geschlossene Vereinbarung belastet die Beziehungen zwischen den Verbündeten USA und Israel. Netanjahu folgte zum Ärger der demokratischen Regierung im März einer Einladung republikanischer Abgeordneter in die US-Hauptstadt und kritisierte im Kapitol das Abkommen.

Ablehnung unwahrscheinlich

Der von den Republikanern beherrschte Kongress hat bis Mitte September Zeit, die Vereinbarung abzulehnen. Am Dienstag kündigte der Vorsitzende des Aussenausschusses im Repräsentantenhaus, Ed Royce, eine entsprechende Gesetzesvorlage an. «Die Vereinbarung macht einem Terrorstaat zu schnell zu viele Zugeständnisse», erklärte er.

Drei jüdische Abgeordnete der Kammer – alles Demokraten – kritisierten ebenfalls das Abkommen. Allerdings dürften dessen Gegner nicht genug Stimmen zusammenbekommen, um ein Veto von Obama zu brechen.

Das Atomabkommen soll sicherstellen, dass die islamische Republik nicht an Kernwaffen gelangt. Im Gegenzug ist die Aufhebung von Sanktionen geplant. Israel hat einen Militärschlag gegen die iranischen Atomanlagen nicht ausgeschlossen. (sda/reu/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • flyingdutch18 05.08.2015 12:52
    Highlight Highlight "Diese Vereinbarung führt zum Krieg", sagt Netanyahu, der vor einem Jahr den Gaza-Krieg geführt hat. Dieser Krieg ist einer der widerlichsten Kriege der Gegenwart und ein Kriegsverbrechen, weil so viele unschuldige Palästinenser, vor allem Kinder und Frauen, im dichtestbesiedelten Gebiet der Welt getötet worden sind. Netanyahus Äusserung kann nicht anders interpretiert werden, als dass er sich vorbehält, den Iran anzugreifen.
    7 5 Melden
  • zombie1969 05.08.2015 08:56
    Highlight Highlight Israel zuhören!
    Die israelische Regierung kennt wie keine andere die Situation im Nahen Osten. Man sollte auf sie hören. Es nicht tun wäre fahrlässig. Insbesondere in Europa behaupten viele Nahostexperten zu sein. Sie haben im Vergleich zu den Israelis keine Ahnung. Israel ist die einzige Demokratie in dieser Region und hat eine musterhafte unabhängige Justiz. Die politische Richtung der heutigen Regierung, die man nicht unbedingt teilen muss, ändert nichts daran.
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  • Asmodeus 05.08.2015 08:50
    Highlight Highlight Israel möchte halt die einzige Atommacht im nahen Osten bleiben.

    Bei Netanjahu bleibt nur zu hoffen, dass er irgendwann an seinen eigenen Worten, oder sonstwas, erstickt. Aber der nächste Säbelrassler wartet nur darauf Israel tiefer in den Ruin zu treiben.
    18 2 Melden

«Trump wird die Macht teilen müssen – und dann sterben»

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Sie haben die Wahl von Donald Trump vorausgesagt. Wie ist Ihnen das gelungen? Schon 2014 wusste ich, dass Hillary Clinton keine Chance haben wird. Ich sah im Sommer dieses Jahres einen Mann als kommenden Präsidenten. Als Trump von den Republikanern zum Präsidentschaftskandidat erkoren wurde, war mir klar, dass er auch gewählt werden wird. Ich habe das damals schon in verschiedenen TV-Interviews ausgeführt.

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