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epa07423409 Palestinian protesters run for cover after Israeli troops open fire during clashes after Friday protests near the border between Israel and Gaza Strip, east Gaza, 08 March 2019. Young, 18-years-old protester was shot dead by Israeli sniper and more than 50 others wounded during the clashes in eastern Gaza Strip. Palestinian protesters plan to call for the right of Palestinian refugees across the Middle East to return to homes they fled in the war surrounding the 1948 creation of Israel.  EPA/MOHAMMED SABER

Palästinenser suchen Schutz vor der israelischen Armee im Gaza-Streifen. Bild: EPA/EPA

Schwere Vorwürfe an Israel – Uno-Experten fordern Stopp von tödlicher Gewalt



Zwei Wochen vor dem Jahrestag der blutigen Palästinenserproteste am Grenzzaun zwischen Gaza und Israel verlangen Uno-Experten dringend neue Einsatzregeln für das israelische Militär. Die Erlaubnis tödlicher Schüsse gegen die Demonstranten sei in den meisten Fällen illegal, sagte Santiago Canton am Montag in Genf.

Er ist der Vorsitzende der Kommission, die die Gewalt an der Grenze seit Ende März vergangenen Jahres untersucht. Sie war vom Genfer Uno-Menschenrechtsrat eingesetzt worden.

Am 28. Februar hatte die Kommission bereits eine Kurzversion ihres Berichts vorgelegt, am Montag präsentierte sie dem Menschenrechtsrat den vollen Bericht. Wie schon vor zwei Wochen wirft sie Israel vor, womöglich Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Israel hatte den Bericht scharf kritisiert.

Jeder Einsatz tödlicher Gewalt werde von einem Kommandanten vor Ort genehmigt, und das nur, wenn die Zielperson eine grosse Gefahr bedeute, sagten Mitglieder einer israelischen Delegation in Genf. Sie war vergangene Woche eigens nach Genf gereist. Die Mitglieder wollten sich nicht mit Namen zitieren lassen.

epa07423926 Palestinian protesters throw stones with slingshots during the clashes after protests near the border between Israel and Gaza Strip, east Gaza, 08 March 2019. According to reports, an 18-year-old protester was shot dead by an Israeli sniper and more than 50 others were wounded during the clashes in the eastern Gaza Strip. Palestinian protesters call for the rights of Palestinian refugees across the Middle East to return to the homes they fled in the war surrounding the 1948 creation of Israel.  EPA/MOHAMMED SABER

Palästinenser schleudern Steine auf die israelischen Soldaten. Bild: EPA/EPA

Videos zeigten jeweils nur einen Ausschnitt. Eine Person, die dort offenbar unbeteiligt getroffen werde, habe womöglich vorher Sprengsätze geschleudert. Die Demonstranten träten als Zivilisten auf, seien aber oft Mitglieder militanter Kampfverbände.

Nach Angaben der Kommission wurden von Ende März bis Ende Dezember 189 Palästinenser getötet und mehr als 6000 angeschossen. Bei 122 hätten Gliedmassen amputiert werden müssen. Es sei ein Kriegsverbrechen, Zivilisten ins Visier zu nehmen, die nicht an Kampfhandlungen beteiligt seien, wenn sie keine unmittelbare Gefahr darstellten. (sda/dpa)

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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • dergraf 18.03.2019 23:32
    Highlight Highlight Dass heute Israel der Aggressor ist, wird hier von den israelfreundlichen Trollen ausgeblendet. Dass Israel tagtäglich massiv gegen Menschenrechte verstösst, interessiert nicht.
    Landraub, Vertreibung durch Israel sind der Grundstoff für die ständigen Kämpfe.
    Zerstören palästinensischer Infrastruktur durch Israel an der Tagesordnung. Israel ist nicht an Frieden interessiert.
    Ehemalige israelische Soldaten, "Breaking the Silence" zeigen und sagen was Sache ist. Das offizielle Israel hat keine Freude an der Wahrheit die die Ex-Soldaten oder die "Jüdischen Stimme" verbreiten!
    • Smeyers 19.03.2019 22:58
      Highlight Highlight Naja all die Organisationen die Du genannt hast werden von Amt usraelischen NGOs unterstützt bzw finanziert. Die Glaubwürdigkeit ist da ziemlich tief angesetzt oder gleich hoch wie wenn Saudi-Arabien den Vorsitz für die Frauenrechte in der UNO hat 😂
  • John Galt 18.03.2019 23:05
    Highlight Highlight Die Diskussion wer jetzt mehr unrecht begeht ist müssig, und greift zu kurz. Das Problem liegt tiefer, und es wird nicht angegangen. Eine klare Grenze für Israel, und ein palästinensischer Staat.
    Eine sehr unangenehme Frage an Israel wäre, wenn es seine Staatsgrenze definieren müsste; Israel ist nicht willens dazu, und schafft mit seiner Siedlungspolitik Fakten; Israel besetzt Gebiete die ihnen Völkerrechtlich nicht zustehen.
    • Smeyers 19.03.2019 23:01
      Highlight Highlight So wie die Türkei, Russland, etc. aber viel wichtiger ist: die Palästinser haben mit Jordanien seit 80 Jahren ihren eigenen Staat. Mach was aus deinem Leben!
  • murrayB 18.03.2019 20:13
    Highlight Highlight Das ist tragisch... Aber was auch tragisch ist, dass diejenigen eigentlich ja wissen, dass es am Grenzzaun übel werden kann und trotzdem gehen sie hin...

    Israel wird es nicht zulassen, dass nur ein Palästinenser die Grenze stürmen wird, das ist eigentlich allen klar... Wie weit muss man sein um es trotzdem zu probieren?

    Das sollte die UNO kritisieren - Israel wie auch die Hamas!
  • tzhkuda7 18.03.2019 17:22
    Highlight Highlight Israel hatte lange meine Sympathie. Vor allem was sich die Israelischen Juden die ersten (1948-2004) 56 Jahre seit ihrer Gründung alles durch die Nachbarn erdulden mussten. Aber was Israel sich seit den letzten 15 Jahren leistet, ist langsam echt beängstigend. Vertreibung von Paläs. aus Wohnungen, ganze Wohnblöcke werden enteignet und Leute auf die Strasse gestellt. Israel hat zudem Militärisch absolut die Vormachtsstellung neben der Türkei. Da können der Iran und SA selbst zusammen nicht dagegen halten.

    Angst muss Israel keine haben, dafür ist das Militär zu stark.

    Nein, es reicht langsam
    • P. Silie 18.03.2019 19:30
      Highlight Highlight Man versuchte Israel zuerst 4x militärisch auszulöschen.. alle Nachbarn zusammen... dann versuchte man es Wirtschaftlich - ging auch nicht. Jetzt versucht man es politisch und wir Friede-Freude-Eierkuchen-Traumtänzer glauben den 'Bschiss' noch und helfen mit indem wir Judenhassende Organisationen wie den BDS noch unterstützt.
    • Babalu 18.03.2019 23:14
      Highlight Highlight @ P. Silie: Nochmals: Israelkritik ist nicht gleich zu setzen mit Judenhass. Viele aufgeklärte Juden üben auch Israelkritik aus. Sie können nicht allen Ernstes erwarten, dass in einem aufgeklärten und neutralen Land, wie der Schweiz, Ihre dogmatischen Ansichten, welche nicht mal von vielen Isrealis geteilt werden, Anklang finden.
    • Smeyers 19.03.2019 23:07
      Highlight Highlight Babalu, ich glaube du übersiehst das die negative Berichterstattung von Israel feindlichen NGOs aus Europa beeinflusst wird. Die meisten Israeli haben genug vom Konflikt aber das heisst nicht, dass Sie bereit sind ohne Gegenleistung (echter Frieden) irgendwelche Kompromisse einzugehen die von intellektuellen in den sicheren Kaffeehäusern Europas ausgeheckt wurden.
  • reaper54 18.03.2019 17:18
    Highlight Highlight Jedes Land, an welches Israel grenzt, will Israel vernichten, dazu kommen noch ein paar Länder mehr.
    Die Palästinenser verüben immer und immer wieder Anschläge und versuchen illegal in israelisches Territorium zu gelangen. Zudem hält die Hamas als Terrororganisation sich 0 an Kriegsvereinbarungen (Beschuss von Israel ab Spitälern, Munitionsdepots in Spitälern, nicht gekennzeichnete Kämpfer etc.)
    Israel hat das Recht und die Pflicht, seine Grenze zu halten.
    • Babalu 18.03.2019 18:37
      Highlight Highlight Israelisches Territorium?
    • P. Silie 18.03.2019 20:39
      Highlight Highlight @ Babalu: Ja, Israelisches Territorium, solches mit welchem sie sich anfang 1948 zufrieden gaben... dann mit jedem Selbstverteidigungskrieg ab 1948 gewann man ein Stückchen mehr Land dazu statt sich einfach gemütlich vernichten zu lassen.. wie können die nur, diese Juden!!
    • murrayB 18.03.2019 22:25
      Highlight Highlight @Babalu: genau mit solchem Gedankengut, wird es nie Frieden geben... Dafür verantworten diese auch, dass es auch immer wieder Tote am Grenzzaun gibt...
  • Typ 18.03.2019 14:56
    Highlight Highlight Es ist äussertst effektiv Kämpfer in 'friedliche' Demonstrationen einzuschleusen, radikale Gruppen können nur profitieren: sie können Israelis angreifen und wenn zurückgeschossen wird, rennt man wieder zur UNO, wo dann der einzige demokratische Rechtsstaat des Nahen Ostens von einer Koalition aus Diktaturen wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilt wird.
    Deshalb schiesst man auch Raketen von Schulenhöfen und Spitaldächern und tut für fünf Minuten so, als würde man nicht täglich die Ermordung aller Juden weltweit fordern.
    Und wir fallen wieder und wieder auf dieselbe Masche rein.
    • P. Meier 18.03.2019 15:19
      Highlight Highlight Klarer Fall von Propaganda. Je nach Blickwinkel sind getötete Palästinenser immer Zivilpersonen oder Terroristen. Und wenn wir schon beim "einzigen demokratischen Rechtsstaat sind"; dieser Rechtsstaat besetzt Gebiet und verletzt mit seiner Siedlungspolitik und Sperrmassnahmen regelmässig internationales Recht. Dazu kommt auch noch, dass gerne mal Sippenstrafe ausgeführt wird.
    • phreko 18.03.2019 15:20
      Highlight Highlight Ein Rechtsstaat, der sich standhaft der internationalem Gerichtsbarkeit entzieht. Was für ein Vorbild!
    • tzhkuda7 18.03.2019 15:20
      Highlight Highlight Dieses Argument der einzigen Demokratie im nahen Osten kann ich als europäischer Christ nicht mehr hören und schon gar nicht die Keule ihr habt den Holocaust durchlebt.

      Die Demokratie gilt als zurzeit sehr korrupt was aber vor allem auf Netanjahu zurück geht. Selbst die Vereinigten Arabischen Emirate sind weniger korrupt klassiert im Weltranking als Israel. So wie Israels Regierung unf Militärriege sich zurzeit benimmt, muss es sich nicht wundern, wenn es sämtliche westliche Sympathie zunehmend verliert, was im Europa bereits der Fall ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • AndreaHadorn 18.03.2019 13:51
    Highlight Highlight Im UN Menschenrechtsrat ist Israel ständiges Traktandum 7. Etwas anderes als Verurteilungen sind nicht zu erwarten, da der Rat nach Verstössen suchen muss. Da aber Hamas kein ständiges Thema mit eigenem Traktandum ist, kommt es auch nicht zu Untersuchungen über Hamas. Auch nicht zu Untersuchungen über irgend ein anderes Land mit Diktatur. Ausgewogen ist anders. Mehr Infos auf twitter @UNWatch #EndItem7
    • Bündn0r 18.03.2019 16:26
      Highlight Highlight Leider hat er recht.
      Zur Erinnerung: Im Gremium sassen unter anderem auch die grössten Verachter der Menschenrechte wie China, Nigeria, Tunesien, Gadaffi Lybien und Saudiarabien.

      Der starke muslimische Anteil weigert sich seit der Gründung erfolgreich, Übertritte im Rahmen der Scharia zu ächten. Sie Argumentieren, dass die Scharia dem Menschenrecht nicht untersteht.
      Ebenfalls sorgen sie regelmässig für die Beschlüsse gegen Israel. Über 50% der Beschlüsse (61 seit 2006) gehen so auch gegen den feindlichen Judenstaat. Palestina wurde nie gerügt. Die vielen Anträge aus dem Westen kamen nie durch
    • Daniel Huber 18.03.2019 16:39
      Highlight Highlight @Astrogator: Gaza ein KZ, «das sogar einen Eichmann vor Neid erblassen» liesse? Schon mal Bilder aus dem Ghetto von Warschau gesehen? Schon mal gehört, was mit seinen Bewohnern geschehen ist? Google mal «Aktion Reinhardt».
      Dieser Vergleich ist nicht nur falsch, er ist infam.
    • P. Silie 18.03.2019 22:53
      Highlight Highlight @ Astrogator: Hier ein Bild eines Kleiderladens aus dem grössten und schlimmsten KZ der Welt. Es gibt auch Hotels die so heissen übrigens... Sie merken den Unterschied zu KZ's? Hotels, Kleiderläden... Ich gehe mal die Bilder zu Auschwitz durch, ich will unbedingt das Interieur des Hotels betrachten. Im Link noch ein Foto des Muftis von Jerusalem der Himmler bei einem Kurzbesuch im KZ einige gute Ratschläge gab... http://1.bp.blogspot.com/_4ZWv56AtKoA/TOmvXFChAeI/AAAAAAAAAE8/bJ5LnSE-8ys/s1600/mufti_himmler31.jpg
      Benutzer Bild
  • N. Y. P. 18.03.2019 13:24
    Highlight Highlight Schwere Vorwürfe an Israel – Uno-Experten fordern Stopp von tödlicher Gewalt

    Es interessiert Israel nicht, was Uno-Experten fordern.
    Es interessiert Israrl auch nicht, wieviele Dutzende UNO-Resolutionen noch zustande kommen.
    Auch interessiert es die Israelis nicht, was der Westen zum illegalen Siedlungsbau meint.

    Ich würde Sanktionen gegen Israel begrüssen.
    • P. Meier 18.03.2019 15:14
      Highlight Highlight Sanktionen dürften aber nicht funktionieren, da Israel unter Naturschutz der USA steht und die EU (sprich vor allem Deutschland) bei einer Sanktion sofort wieder mit der Vergangenheit an den Pranger gestellt wird. Die Unterdrückung und Verfolgung der Angehörigen der heutigen Hauptreligion Israels vor rund 80 Jahren sorgt dafür, dass man es sich kaum leisten kann härtere Massnahmen zu ergreifen ohne sofort massiven Vorwürfen ausgesetzt zu werden.
    • N. Y. P. 18.03.2019 15:47
      Highlight Highlight @P.Meier

      Wie recht du hast.

      Es ist tabu, Israel zu kritisieren.
      D würde sich lieber die Hände abhacken, im politischen Sinne, als nur mal einen Hauch Kritik an Israel zu üben.
    • P. Silie 18.03.2019 19:27
      Highlight Highlight ..und ich würde einen Austritt aus diesem Karnevalsverein genannt UNO begrüssen.. Es gibt über 250 UNO-Resolutionen gegen Israel, die einzige Demokratie in der Region die Menschenrechte wie Gleichberechtigung von Mann und Frau, Rechte für LGBTQi+, Religions- Presse- und Meinungsfreiheit lebt.... im Gegenzug gibt es 5!!! Resolutionen gegen den Iran 😂. Wer soll den Laden noch ernst nehmen können?!

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