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Protesters run for cover from teargas fired by Israeli troops near fence of the Gaza Strip border with Israel, during a protest east of Khan Younis, southern Gaza Strip, Friday, July 20, 2018. Israel targeted Hamas positions in Gaza, killing four Palestinians on Friday in a series of air strikes after gunmen shot at soldiers near the border, officials said. (AP Photo/Adel Hana)

Die Kämpfe sollen zur Ruhe kommen: Waffenruhe zwischen Israel und Hamas vereinbart. Bild: AP/AP

Erneute Waffenruhe zwischen Hamas und Israel vereinbart



Nach dem jüngsten Gewaltausbruch hat die radikale Palästinensergruppe Hamas nach eigenen Angaben mit Israel eine Wiederherstellung der Waffenruhe im Gaza-Streifen vereinbart. Die Einigung sei unter Vermittlung Ägyptens und der Uno erreicht worden.

Beide Seiten hätten sich auf eine «Rückkehr zum vorherigen Zustand der Ruhe» geeinigt, erklärte Hamas-Sprecher Fausi Barhum am frühen Samstagmorgen. Eine ähnliche Kampfpause war schon nach einer Eskalation vor einer Woche von Hamas-Seite erklärt worden, hatte aber keinen Bestand.

Eine israelische Armeesprecherin in Tel Aviv sagte, sie könne sich zu politischen Fragen nicht äussern. Gegenwärtig gebe es aber keine Angriffe mehr von israelischer Seite. Armeesprecher Jonathan Conricus teilte mit, seit Freitag seien 60 Ziele im Gazastreifen angegriffen und drei Hauptquartiere von Hamas-Bataillonen zerstört worden.

Fünf Tote bei Gefechten

Der Konflikt war am Freitag erneut gefährlich eskaliert. Militante Palästinenser verletzten an der Grenze einen israelischen Kampfsoldaten tödlich. Der Soldat ist der erste Israeli, der seit Beginn der Proteste im Gazastreifen Ende März getötet wurde.

Nach Medienberichten feuerten militante Palästinenser zudem erneut mehrere Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Gebiet. Augenzeugen berichteten auch über brennende Drachen, die als Brandherd über den Grenzzaun geschickt wurden. Die Einwohner entlang des Gazastreifens wurden aufgerufen, sich in der Nähe von Schutzräumen aufzuhalten.

Israelische Kampfjets und Panzer beschossen Ziele im gesamten Gebiet des Küstenstreifens. Im Süden seien mindestens vier Palästinenser getötet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Nach Angaben des militärischen Arms der Hamas waren drei der Getöteten Mitglieder der Organisation.

«Jetzt sofort!»

Der Uno-Nahostgesandte Nickolaj Mladenow, der sich gemeinsam mit Ägypten intensiv um eine Beruhigung der Lage bemüht hatte, schrieb in einem dramatischen Appell auf Twitter: «Alle in Gaza müssen einen Schritt zurück vom Abgrund gehen. Nicht nächste Woche. Nicht morgen. Jetzt sofort!» Jene, die «Palästinenser und Israelis dazu provozieren wollen, einen weiteren Krieg zu führen, dürfen keinen Erfolg haben», schrieb Mladenow.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beraumte eine Dringlichkeitssitzung in Tel Aviv mit der Militärführung über das weitere Vorgehen an. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hatte zuvor gesagt, die Hamas dränge Israel mit aller Macht zu einer «breiten und schmerzhaften Militäroffensive».

Ende von Blockade gefordert

Im Sommer 2014 hatten sich Israel und die Hamas 50 Tage lang Kämpfe geliefert. 2250 Palästinenser wurden getötet oder starben später an ihren Verletzungen, auf der israelischen Seite gab es 74 Tote.

An Israeli tank drives along the border with the  Gaza strip, on Israel-Gaza Border, Tuesday, May 29, 2018. Palestinian militants in the Gaza Strip fired at least 50 rockets and mortars into southern Israel on Tuesday, the largest barrage since the 2014 war between Israel and Hamas. Tensions have soared over the past two months as the Palestinians have held mass protests along the Gaza-Israel frontier. Israeli fire has killed more than 100 Palestinians and wounded thousands at the protests since March. (AP Photo/Ariel Schalit)

Ein israelischer Panzer an der Grenze zum Gazastreifen.  Bild: AP/AP

Seit Ende März wurden nun bei teilweise gewaltsamen Protesten nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza 147 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet und Tausende verletzt worden.

Die Palästinenser fordern ein Ende der vor mehr als zehn Jahren verhängten Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht in das israelische Staatsgebiet. Sie beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948. (leo/sda/dpa)

4500 Schuhe für die Toten im Gaza-Konflikt

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • swisskiss 22.07.2018 07:03
    Highlight Highlight Egal ob pro Israel- oder pro Pali Kommentar. Statisches Beharren auf eigenem Standpunkt, Schuldzuweisung an gegnerische Seite, Berufung auf moralisches Recht und Völkerrecht zur Rechtfertigung des Handelns.

    Und genauso stellt sich die Situation auch in der Region dar. Faktisch findet ein asymmetrischer Krieg statt. Und wie in jedem Krieg ist Propaganda ein Kriegsmittel auf beiden Seiten. Und wie in jedem Krieg wird die moralische Rechtfertigung für das Handeln für die eigene Seite eingefordert.

    Statt auf Recht zu pochen, mal überlegen, wie bei solchem Handeln je Frieden enstehen soll.
  • Saraina 21.07.2018 16:16
    Highlight Highlight Was ursprünglich als gewaltfreier Widerstand der Zivilbevölkerung begann, ist wie es scheint, endgültig von Hamas gekapert worden. Wie immer mit Hilfe und zum alleinigen Vorteil Israels.
    • Royeti 21.07.2018 17:27
      Highlight Highlight Von wegen von Hamas gekapert - der “Wiederstand” wurde von Beginn weg von der Hamas organisiert....
    • Rabbi Jussuf 21.07.2018 18:52
      Highlight Highlight Saraina
      Es gab nie einen "gewaltfreien Widerstand" in Gaza. Wogegen auch? Die Israelis waren abgezogen, die Palästinenser konnten selber schauen, was sie machen wollten...
    • Saraina 21.07.2018 19:55
      Highlight Highlight ...was sie machen wollten, nachdem ihnen das Wasser abgegraben wurde, und der Strom bis auf etwa 5 Stunden täglich abgestellt? Nachdem Handel unmöglich war, weil die Grenzübergänge beliebig geöffnet oder geschlossen wurden? Von Reisefreiheit gar nicht zu reden! Die Menschen in Gaze wählen Hamas aus Mangel an Alternativen und aus Verzweiflung. 45% Arbeitslosigkeit, Suizidtendenzen bei einem Grossteil der Jugendlichen sind das Ergebnis eines langsames Erwürgen der Menschen in Gaza.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ueli der Knecht 21.07.2018 12:01
    Highlight Highlight Israel hat sich vor ein paar Tagen definitiv von der Demokratie verabschiedet, und bekennt sich nun offen zur Apartheid. Das ist in der watson-Redaktion vermutlich übersehen worden (oder ich konnte keinen entsprechenden Artikel finden):
    https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-07/nationalstaatsgesetz-israel-benjamin-netanjahu-parlament-entscheidung

    Weil sich Zionisten ständig rausreden und betonen, dass in Israel 20% gleichberechtigte Araber leben. Diese Ausrede hat schon vorher nicht funktioniert. Nun funktioniert sie definitiv nicht mehr. Denn Israel bekennt sich jetzt offen zur Apartheid.
    • Rabbi Jussuf 21.07.2018 13:52
      Highlight Highlight Ueli
      Ausnahmsweise hast du mal recht mit dem katastrophalen Enscheid Israels. Aber Apartheid ist das trotzdem noch lange nicht.
      Das hat aber rein gar nichts mit dem Thema hier zu tun. Wie ich schon ein paar Mal gesagt habe, eine andere israelische Regierung würde ganz genau gleich auf die palästinensischen Provokationen reagieren - wenn nicht sogar härter.
    • Ueli der Knecht 21.07.2018 14:58
      Highlight Highlight Die UN Wirtschafts- und Sozialkommission für Westasien (UN-ESCWA) spricht im März 2017 unmissverständlich von Apartheid:

      "This report concludes that Israel has established an apartheid regime" (http://bit.ly/2JN56uA)

      Israels Politik, Methoden und Massnahmen schaffen ein System rassischer Diskriminierung, die den regionalen Frieden und die Sicherheit der Region bedrohen.

      "The report concludes that the weight of the evidence supports beyond a reasonable doubt the proposition that Israel is guilty of imposing an apartheid regime, which amounts to the commission of a crime against humanity."
    • Rabbi Jussuf 21.07.2018 15:51
      Highlight Highlight So ein Quatsch!
      Aber über die ethnischen Säuberungen in Ghaza sagt keiner was? Da gab es nämlich auch mal Juden.

      Wäre Israel jeder UN-Resolution nachgekommen, gäbe es schon lange kein Israel mehr.
      Als Israeli würde ich mich darum wirklich nicht mehr scheren.
      Sag doch den Palästinensern, sie sollen endlich mal den UN-Resolutionen nachkommen. Ich meine jene von 47 oder 48.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Royeti 21.07.2018 11:21
    Highlight Highlight Lustig Ansichten habt ihr da.
    Israel die Bösen....seid ja super informiert. Zur Info: Gaza hat eine fast ebenso lange Grenze zu Ägypten und die Grenzübergänge sind auch geschlossen.
    Wieso sind die geschlossen? Aus Nächstenliebe wohl kaum..

    Finde das Israel Bashing deplatziert. Gerade von aufgeschlossenen und gebildeten Schweizern ist das nicht erklärlich oder nachvollziehbar.
    • Ueli der Knecht 21.07.2018 13:47
      Highlight Highlight Royety: Hier die Landkarte des Gazastreifens für dich, damit du mal die angenblich "fast ebenso langen" Längen der Grenzen zu Ägypten und zu Israel überprüfst, bzw. deine Fakten künftig zuerst checkst, bevor du solchen Unsinn verzapfst.
      https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gaza_Strip_map2.svg

      Die wiederholten und zahlreichen flagranten Völkerrechtsverletzungen durch Israel siehst du offenbar nicht. Sie sind offensichtlich der Grund für das zunehmende Israel-Bashing, gerade von aufgeschlossenen und gebildeten Schweizern.
  • Pius C. Bünzli 21.07.2018 09:34
    Highlight Highlight Ein "Waffenstillstand" zwischen Palestinensischem Ghetto und Israelischer Besatzungsmacht. Heisst das die Israelis dürfen nicht mehr scharf auf Demonstranten schiessen? Oder dürfen die Palestinänser nicht mehr demobstrieren?
    • Flughund 21.07.2018 12:07
      Highlight Highlight Raketenangriffe und töten eines israelischen Soldaten ist also einfach demondtrieren ?
    • Cillit Bang 21.07.2018 13:30
      Highlight Highlight @flughund du sagst es, 1 toter israelischer Soldat = hunderte Tote Palästinenser. Die einen schiessen scharf, die anderen schmeissen Steine. Wer nicht einsieht, das Israel Apartheid betreibt, ist desilusioniert.
    • Royeti 21.07.2018 17:31
      Highlight Highlight Israel, Apartheid und Gaza in einem Satz zu erwähnen zeigt einfach einmal mehr, dass viele keine Ahnung haben...

      Info: Gaza gehört nicht zu Israel und Israel erhebt auch keinen Anspruch auf Gaza. Entsprechend kann Israel in Gaza auch keine Apartheid durchführen....
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. D. 21.07.2018 07:43
    Highlight Highlight Ich würde mich auch wehren, wenn ich zusammengepfercht wie Vieh auf einem viel zu kleinen Stück Land leben müsste.

    Desweitern lässt Israel keine wirtschaftliche Entwicklung des Gazastreifens zu.

    Und Israel baut illegal Siedlungen auf Land, das ihnen nicht gehört.
    • Rabbi Jussuf 21.07.2018 12:41
      Highlight Highlight N.Y.P.
      Wenn man keine Ahnung hat, dann hält man normalerweise das Maul.
      Wenn man den Artikel oben nicht versteht, dann sollte man das Maul halten.
    • Cillit Bang 21.07.2018 13:35
      Highlight Highlight @Rabbi Jussuf wer nicht einsieht, dass Israel Apartheid betreibt, auf Land baut das nicht ihnen gehört und Menschen die mit Steinen werfen tötet, der sollte sein Maul halten und aufhören den Zionisten ihre Füsse zu lecken. Lachhaft ihr Israel und Netanjahu lover.
    • N. Y. P. D. 21.07.2018 13:53
      Highlight Highlight Mein Kommentar bezieht sich nicht auf den Artikel.
    Weitere Antworten anzeigen

Ein Einzeltäter? Nein, der Mörder von Halle ist nicht allein

Es heisst, der Täter von Halle sei Einzeltäter. Das darf nicht verschleiern, dass er Narrative benutzte, die auch von Rechtspopulisten in Talkshows vorgetragen werden.

Es gehört zur Boshaftigkeit des Terrorismus, dass nicht alle Aufmerksamkeit seinen Opfern gewidmet sein kann. Dass es nicht nur um die geht, die gestorben sind, weil sie im falschen Moment erbärmlichen Menschen voller Hass begegneten. Oder um die Überlebenden, deren psychische Wunden vielleicht nie vernarben werden. Sondern, dass sich ein Teil des öffentlichen Interesses auch auf die Täter richtet, jemanden also wie Stephan B., der vermutlich genau das bezweckte, als er gestern in Halle …

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