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Der israelische Präsident Benjamin Netanjahu will Flüchtlinge abschieben.  Bild: kaltura

Netanjahu will 40'000 afrikanische Flüchtlinge in Drittländer abschieben



Israel will rund 40'000 im Land verbleibende afrikanische Flüchtlinge in Drittländer abschieben. Dies kündigte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Sonntag bei einer Sitzung seiner Regierung in Jerusalem an.

Israel betrachtet die vor allem aus Eritrea und dem Sudan stammenden Flüchtlinge als illegale Einwanderer. Asylanträge werden nur in extrem seltenen Fällen gebilligt.

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR äusserte sich «zutiefst besorgt» über Israels Pläne und die Sicherheit der Abzuschiebenden. «Asylsuchende und Flüchtlinge aus Eritrea und dem Sudan müssen einer Abschiebung in afrikanische Länder zustimmen oder mit Haft in Israel rechnen», hiess es in einer Stellungnahme.

«Israel ist juristisch dazu verpflichtet, Flüchtlinge und andere Schutzsuchende zu beschützen», sagte Volker Türk, ein hochrangiger Vertreter des UNO-Flüchtlingshilfswerks.

Eine Mauer an der Grenze zu Ägypten

Netanjahu sprach von einer dreistufigen Politik in der Frage. Mit dem Bau einer Sperranlage an der Grenze zu Ägypten sei der Zustrom von Flüchtlingen praktisch auf null zurückgegangen. Rund 20'000 «Eindringlinge» aus Afrika seien bereits abgeschoben worden.

An employee of the Palestinian Authority stands guard on the Palestinian side of the Erez checkpoint between Israel and Gaza, at Beit Hanoun, Gaza Strip, Wednesday, Nov. 1, 2017. The Islamic militant Hamas group has handed over control of Gaza’s border crossings with Israel and Egypt to the internationally recognized Palestinian Authority. Wednesday’s handover was the first tangible step in implementing a reconciliation deal between and the rival Fatah party, which controls the Palestinian Authority.(AP Photo/Adel Hana)

Ein Grenzübergang zwischen Israel und Ägypten. Bild: AP/AP

Die dritte Phase der «intensivierten Abschiebung» sei dank einer internationalen Vereinbarung möglich. «Dies ermöglicht es uns, die verbleibenden 40'000 Eindringlinge ohne ihre Zustimmung abzuschieben», sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros.

Nach Medienberichten handelt es sich um eine Vereinbarung mit Ruanda und Uganda. Im Zuge des Abschiebungsplans will Israel innert weniger Monate das umstrittenen Internierungslager Cholot in der Negev-Wüste schliessen. Viele Flüchtlinge und Migranten leben auch in ärmlichen Vierteln im Süden Tel Avivs, es kommt immer wieder zu Spannungen mit israelischen Einwohnern. (leo/sda/dpa)

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • AdvocatusDiaboli 19.11.2017 22:56
    Highlight Highlight Klar, aus linker Perspektive sind gar alle Menschen Flüchtlinge, die sich selber so deklarieren. Die Frage ist nur, wieviele dieser 40'000 sind denn in der realität Flüchtlinge?
  • thompson 19.11.2017 19:29
    Highlight Highlight In Italien werden Afrikaner wie Sklaven gehaltet und ihr prangert Israel an... Israel macht viel für bedürftige einfach direkt vor Ort.
    Israel hat viele jüdische Flüchtlinge.
    Gerade aus Frankreich flüchten tausende ins gelobte Land wegen puurem Antisemitismus.
    Kümmert euch lieber um Burma, Jemen oder Kurdistan... Aber dort könnt ihr ja nicht Israel kritisieren, hä?!
  • Asmodeus 19.11.2017 18:13
    Highlight Highlight Zum Glück waren seine Landsleute nie auf der Flucht...

    oh...wartet
  • Roterriese #DefendEurope 19.11.2017 17:09
    Highlight Highlight «Israel ist juristisch dazu verpflichtet, Flüchtlinge und andere Schutzsuchende zu beschützen», ja ist es, aber die "Flüchtlinge" aus Eritra oder Sudan fallen zu 90% nicht unter die Genfer Flüchtlingskonvention.
    • Idberg 19.11.2017 19:40
      Highlight Highlight Israel führt nicht mal Asylverfahren durch, und dazu ist es sehr wohl verpflichtet. Ohne dieses Verfahren wissen sie auch nicht, ob die betroffenen Personen schutzbedürftig sind.
  • Zeyben 19.11.2017 16:48
    Highlight Highlight Das ist ja eine Grossabschiebung. Welches Land hat das sonst so gemacht?😉
    • Booker 20.11.2017 05:41
      Highlight Highlight Da gab es schon Länder, nannte man das da nicht Deportation ?
  • Saraina 19.11.2017 16:22
    Highlight Highlight Was haben denn die verschleierten Palästinenserinnen hinter Gittern mit diesem Bericht zu tun? Um uns zu zeigen, dass das gegenwärtige Israel nicht nur in Bezug auf afrikanische Flüchtlinge weder humanitäre Grundsätze noch internationales Recht achtet?
    • Karl Müller 19.11.2017 20:46
      Highlight Highlight Wenn man genauer hinschaut, sind die Gitter wohl eher das Geländer einer Stadiontribüne.

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