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Das deutsche Rettungsschiff Alan Kurdi auf dem Mittelmeer. (Archivbild)

Die Alan Kurdi der deutschen NGO «Sea-Eye». Bild: EPA SEA-EYE

Ein weiteres Rettungsschiff nimmt Kurs auf Italien – Streit mit Deutschland eskaliert

Der Streit um die «Sea Watch 3» ist noch nicht ganz ausgestanden, schon kreuzen weitere Rettungsschiffe vor der italienischen Küste – darunter ein deutsches. Italiens rechtsextremer Innenminister schreibt einen wütenden Brief.

Jonas Mueller-Töwe / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Die Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete ist frei – und wieder nehmen Rettungsschiffe Kurs auf Italien. Das Segelschiff «Alex» übergab am Donnerstag 54 aus Seenot gerettete Menschen der maltesischen Küstenwache – doch das italienische Lampedusa durfte es nicht anlaufen. Malta erklärte sich bereit, die Hilfsbedürftigen aufzunehmen, sollte Italien im Gegenzug die gleiche Anzahl Flüchtende aus Malta übernehmen. Die italienische Regierung stimmte zu.

«Alan Kurdi» wird nicht Libyen anlaufen

Doch das deutsche Rettungsschiff «Alan Kurdi» hat ebenfalls 65 Menschen an Bord – wohin wird es Kurs nehmen? Jedenfalls nicht zurück nach Libyen. «Wir werden keine Geretteten zurück in libysche Foltergefängnisse bringen», schrieb die Hilfsorganisation Sea-Eye im Kurznachrichtendienst Twitter. Sie widersetzt sich damit einer entsprechenden Anordnung der sogenannten libyschen Küstenwache. Die Crew kontaktierte die Rettungsleitstelle in Deutschland, das Auswärtige Amt soll vermitteln.

Italiens Innenminister Matteo Salvini braust auf. Bereits der «Alex» verweigerte er die Einfahrt – um wenige Stunden später dem Deal mit Malta zuzustimmen. Nun fürchtet er, dass auch die deutsche «Alan Kurdi» bald vor Italiens kreuzen wird. Deswegen schreibt er einen wütenden Brief an Deutschlands Innenminister Horst Seehofer .

Zeichen stehen auf Konflikt

«Italien (...) beabsichtigt nicht, weiterhin der einzige 'Hotspot von Europa' zu sein.» Das Schiff könne nicht nach Italien fahren – auch nicht im Fall einer späteren Weiterverteilung der Geretteten. Eine Verschlechterung der Situation an Bord werde ausschliesslich auf Deutschland als Flaggenstaat, auf den Kapitän und die Crew der «Alan Kurdi» zurückfallen, warnte Salvini.

Doch die Zeichen stehen auf Konflikt. Die Bundesregierung ist zwar generell bereit, Schutzsuchende aufzunehmen – jedoch unter der Voraussetzung, dass auch andere Staaten einwilligen. Ziel sei es, «eine schnelle Lösung zu finden», erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Zunächst müsse ein sicherer Hafen gefunden. Welcher soll es sein, wenn nicht Lampedusa?

Rackete macht Seehofer Vorwürfe

Noch am Donnerstag hatte Sea-Watch-Kapitänin Rackete im Interview mit dem Nachrichtenmagazin «Spiegel» schwere Vorwürfe gegen Seehofer erhoben. Deutsche Kommunen hätten zwar angeboten, Migranten von der «Sea-Watch 3» aufzunehmen. «Es scheiterte dann aber auch an Bundesinnenminister Horst Seehofer, der keine Lust hatte, die Angebote der Städte anzunehmen», sagte Rackete, die nach Tagen der Verhandlungen schliesslich ohne Erlaubnis Lampedusa angelaufen hatte.

Italienische Behörden hatten die deutsche Seenotretterin dafür festgesetzt – ein Gericht liess weite Teile der Vorwürfe später allerdings fallen. Rackete habe keine Straftat begangen, sondern nur ihre Pflicht als Kapitänin erfüllt. Nun steht nur noch der Vorwurf der «Beihilfe zur illegalen Migration» im Raum. Sea Watch erwartet allerdings keine Anklage – im Gegenteil kündigte die Organisation eine Klage gegen Salvini wegen Verleumdung an.

CSU-Entwicklungsminister Gerd Müller forderte die EU-Staaten zum Handeln auf. «Wir brauchen einen Vorstoss mit den Mittelmeerländern und den aufnahmebereiten Mitgliedstaaten der EU.» Man habe viel zu lange gewartet und dürfe Italien, Griechenland, Spanien und Frankreich nicht alleinelassen. «Sea-Watch gestern ist Sea-Watch morgen», sagte Müller. «Wir fangen dann beim nächsten Schiff wieder mit derselben Diskussion an.»

Sea Watch 3 und Carola Rackete

Kapitänin der Sea-Watch 3 verhaftet

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105Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bruno Meier (1) 06.07.2019 17:22
    Highlight Highlight Einige NATO Staaten haben ja bereits halb Nordafrika und den Nahen Osten in Brand und Elend geschossen. Regierungen und Systeme gestürzt, Machthaber umgebracht neue Warlords toleriert und das totale Chaos hinterlassen. Wäre vielleicht angebracht, wenn diese Vollidioten nun auch dafür gerade stehen würden, so vor allem Frankreich und die USA.
  • Fairness 06.07.2019 15:09
    Highlight Highlight Schiffe jeweils bei vorzeitiger Ankündigung, falls Anlegeverbot missachten, konfiszieren und verkaufen (Verwendung des Ertrags für bereits gelandete Flüchtlinge) oder versenken.
  • Tanuki 06.07.2019 12:59
    Highlight Highlight Alle die hier sagen wir können nicht alle aufnehmen: wir müssen gar nichts. Jeder kann wieder zurück gesendet werden sofern er oder sie nicht gefährdet ist. Wir sind jedoch verpflichtet, Menschen die kurz vor dem Ertrinken sind zu retten. Und nein, man kann sie nicht zurück nach Libyen bringen so lange dort unmenschliche Zustände herrschen.
  • Kanischti 06.07.2019 12:35
    Highlight Highlight An alle Salvini Basher: Habt ihr euch auch schon gefragt, warum diesen Job die NGO's erledigen? Schliesslich hätte das offizielle Europa genügend Schiffe um vor der Küste Libiens zu dümpeln und ALLE Flüchtlinge aufzunehmen und zu verteilen. Nur gibt es da kein einziges solches Schiff! Warum? Weil sich diese Staaten dazu geeinigt haben, die Mittelmeerrouten mit dem Fehlen solcher Schiffe, unattraktiv zu machen.
    Nun schippern die NGO diese Menschen, die sonst niemand haben will, eben nach Italien. Salvini muss nun den Kopf für eine verlogene heuchlerische Politik ganz Europas herhalten.
    • Elephant Soup slow cooker recipes 06.07.2019 17:23
      Highlight Highlight Wir haben ja alles richtig gemacht, indem wir uns ausgesucht haben in Europa zur Welt zu kommen. Wir sind Menschen die man haben will, nicht so wie diese Flüchtlinge die niemand haben will, gell? Super toll ein Teil der Festung Europas zu sein. Ich kotze kalt.
  • RicoH 06.07.2019 11:35
    Highlight Highlight An all die Migrations Gegner hier:

    760'200 Schweizer Bürger (EDA, Stand 2018) sind in andere Länder migriert. Mit anderen Worten lebt mehr als 11%(!) der Schweizer Bevölkerung im Ausland.

    Also ist es für uns ok., wenn Schweizer Bürger migrieren. Wenn es hingegen andere tun, dann ist es nicht ok.

    Merkt ihr denn eigentlich nicht, wie scheinheilig die ganze Migrations-Diskussion geführt wird?
    • Fairness 06.07.2019 13:00
      Highlight Highlight Das ist aber nicht vergleichbar, kommen doch 99,9% von denen für sich selber auf und sind ordentlich eingereist.
    • Kanischti 06.07.2019 13:06
      Highlight Highlight Warum soll es nicht ok sein, wenn ein Land selbst bestimmt, wen es einreisen lässt? Falls ein Schweizer in einem Land nicht willkommen sein sollte, hat er das zu akzeptiern. Es gibt keinen automatischen Anspruch auf Bleiberecht. Dasselbe gilt auch umgekehrt.
    • Fairness 06.07.2019 16:49
      Highlight Highlight Lässt du in deine Wohnung auch jeden rein? Wohl kaum. Und darum müssen das auch die Länder nicht tun. Es sei denn, es sind echte Flüchtlinge.
    Weitere Antworten anzeigen
  • neoliberaler Raubtierkapitalist 06.07.2019 10:59
    Highlight Highlight Gibt es eigentlich in der EU eine Möglichkeit zur normalen Migration à la Green Card?
    Die Meisten auf diesen Booten sind einfach normale Migranten.
  • Patho 06.07.2019 10:48
    Highlight Highlight Ich kann Italien absolut verstehen! Laut Schengen/Dublin MÜSSEN sie so ziemlich alle Flüchtlinge aufnehmen, denn wie wollen die direkt nach z.B. Deutschland ohne vorher in einem anderen EU-Land gewesen zu sein? Eine Verteilschlüssel müsste her, aber wie will man einen solchen Entscheid in einer Organisation, wie der EU durchbringen, wenn sich nur ein Land dagegen entscheiden muss um das Vorhaben zu verhindern, während gleichzeitig höchst fragwürdige Regierungen einfach sp toleriert werden?
    Machopolitik auf den Schulten der Wehrlosen...
  • felixJongleur 06.07.2019 10:30
    Highlight Highlight Mit Einbezug aller Grossmächte Schutzzonen in Libyen einrichten für die Flüchtlinge. Fluchtursachen in den Herkunftsländern aktiv angehen und die dortigen Warlords und Herrscherclans unter Druck setzen.
  • dorfne 06.07.2019 10:25
    Highlight Highlight Für diese libyschen Folter-Lager gibt es nur eine Lösung: sie werden evakuiert und dem Erdboden gleichgemacht. Die EU und die UNHCR schicken gleichzeitig Versorgungs- und Transportschiffe mit Beibooten im Taktfahrplan vor die Küsten Libyens. Die bringen die Leute dann direkt nach Europa: Italien, Spanien Malta, usw.. Die Migranten werden nicht registriert, sondern direkt nach Norden geleitet, nach Deutschland, Schweiz, Norwegen, Schweden, England usw.. Denn Niederlassungsfreiheit ist ein Menschenrecht und Teilhabe an sozialen Errungenschaften ein Werk der Solidarität.
    • NumeIch 06.07.2019 11:00
      Highlight Highlight Top Kommentar und von mir gibt es ein Herz! Würde gerne 100 dafür geben.
    • LouisvanGaal 06.07.2019 11:16
      Highlight Highlight Wo genau steht schon wieder, dass Niederlassungsfreiheit ein Menschenrecht ist? Ich vergess das leider immer wieder und habe keine Lust, jeweils stundenlang zu suchen, um dann doch entnervt aufgeben zu müssen.
    • dorfne 06.07.2019 12:46
      Highlight Highlight @Numelch. Muss Sie enttäuschen. Wie Sie an den Blitzen sehen, wollen die Meisten genau das nicht. Das wollt ich wissen, sorry. Danke an die Blitzer.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hans007 06.07.2019 09:58
    Highlight Highlight Die westeuropäischen Länder brauchen endlich eine vernünftige und massvolle Migrationspolitik, die auch auf die berechtigten Ängste der eigenen Bevölkerung Rücksicht nimmt. Wenn das so weitergeht mit der unkontrollierten und masslosen Migration, werden immer mehr Wähler in die Fänge der rechtsextremen Parteien mit ihren extremen Lösungen getrieben, obwohl sie mit Rechtsextremismus eigentlich nichts zu tun haben wollen.

    Kein Land kann ein anderes Land zwingen, Migranten aufzunehmen. Das muss auch innerhalb der EU so sein. Das ganze EU Geschrei ist überflüssig. Jedes Land soll selber handeln.
    • Elephant Soup slow cooker recipes 06.07.2019 11:10
      Highlight Highlight eine vernünftige und massvolle Politik für Exporte von Kriegsmaterialien wäre auch bereits ein Anfang. Dann braucht man auch nicht von massloser Migration zu sprechen.
    • Mooncat 06.07.2019 11:22
      Highlight Highlight Was für ‚masslose‘ Migration? Die Zahl der Ersteinreisen ist in der Schweiz so tief wie lange nicht mehr. Erst Fakten lernen, bitte, bevor den Lügen der SVP und Co blind vertraut wird.
    • dorfne 06.07.2019 13:02
      Highlight Highlight In allen Talkshows und andern Medien wird immer nur über die Rettung geredet und darüber wo genau die Migrationskritiker im Neonazilager verortet werden dürfen/müssen. Nie wird konkret über die Fluchtursachen geredet. Wer plündert wie die Bodenschätze in Afrika und vergiftet dabei die Umwelt? Wer fischt in Afrika die Küstengewässer leer? Was macht der IWF, die Weltbank? Wer profitiert wirklich von Entwicklungshilfegeldern? Familienplanung? Findet nicht statt. Oder dann nur vereinzelt und isoliert von den Migrationsdiskussionen.
  • Blitzesammler 06.07.2019 09:43
    Highlight Highlight Die Deutsche Politik könnte ja diesbezüglich auch mal Druck auf die Länder machen, die sich der Verteilung verwehren. Wie auf uns, wenn ihr das nicht macht, gibts das Andere auch nicht von uns. Genau diese Länder wollen, dass ihre Landsleute überall arbeiten und leben können aber ja niemand soll zu ihnen kommen, der kein Geld mitbringt! Es lebe die Personenfreizügigkeit. Die EU ist ja eine sooo soziale Gemeinschaft.
    • stadtzuercher 06.07.2019 11:22
      Highlight Highlight Blitzesammler, die Wir-schaffen-das-Willkommenskultur ist nicht mal in Deutschland selbst mehrheitsfähig. Wie soll und will da Deutschland Druck auf andere Länder machen?
    • Elephant Soup slow cooker recipes 06.07.2019 12:11
      Highlight Highlight Und dann gibt's östliche Länder in der EU, die gerne Teil der finanziellen Gemeinschaft sind, aber keinerlei Bereitschaft zeigen, Verantwortung für Europa zu übernehmen. Auch nicht gerade die Essenz von "sozialer Gemeinschaft", meiner Meinung nach.
    • Blitzesammler 07.07.2019 09:14
      Highlight Highlight @Stadtzuercher: Danke für deine Antwort. ja, du hasst natürlich Recht... Ich meinte die EU (was in meinen Ohren oft klingt als wäre Deutschland die EU)
      @Elefant...: Genau das sollte mein Text eigentlich beinhalten😎
  • das Geflüster 06.07.2019 09:38
    Highlight Highlight
    Halb Afrika möchte nach Europa kommen. Dies ist zwar verständlich, aber wir dürfen dies NICHT zulassen.
    Hunderte Millionen Afrikaner würde zum UNTERGANG Europas führen.

    Die anderen Kontinente haben sich schon lange geschützt.

    In einer Mischung aus Schuldgefühle und Dekadenz glauben wir hier, die Welt verändern zu können.

    Dies geht aber nicht.

    Wir müssen der Flüchtlingsbewegung entschieden entgegenzutreten und STOP sagen.
    Sonst weihen wir diesen Kontinent dem Untergang.

    Nicht nur Flüchtlinge, auch Europäer haben ein Recht auf ihre Zukunft.
    • Randy Orton 06.07.2019 10:17
      Highlight Highlight Dann sollte Europa beginnen entsprechend zu handeln. Wir können dort nicht Konflikte schüren, Kriege führen, mit Diktatoren Geschäfte machen und Waffen hinexportieren, nur um dann die Augen vor den Konsequenzen zu verschliessen.
    • ingmarbergman 06.07.2019 10:32
      Highlight Highlight „Halb Afrika möchte nach Europa kommen“ Was für ein Unsinn.

      Du müsstest wirklich mal ein wenig in deine Bildung investieren.

      Andere Kontinente sollen sich besser geschützt haben. Du hast ja gar keine Ahnung, wie viele Menschen weltweit auf der Flucht sind und wie nur ein kleiner Teil davon diejenigen sind, die übers Mittelmeer flüchten.

      Und noch etwas: Europa wird nicht untergehen, wenn es Migration gibt. Migration ist eine Naturkonstante in der Menschheitsgeschichte. Ohne Migration gäbe es gar keine Menschheit. Europa wird sich verändern und das ist gut so.
    • Tanuki 06.07.2019 10:36
      Highlight Highlight Und bis wir eine Lösung gefunden haben lassen wir Männer, Frauen und Kinder ersaufen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • RicoH 06.07.2019 09:30
    Highlight Highlight Aus der Komfortzone Schweiz aus, ist es ein Leichtes, eine negative Haltung zu Flüchtlingen einzunehmen. Wir haben das grosse Glück, dass wir hier leben dürfen, das Elend ist weit weg und geht uns nichts an – so der Grundtenor vieler Kommentarschreiber hier.

    Doch, solange die Schweiz und die EU am Elend dieser Menschen mitverantwortlich sind, wie z.B. mit der Lieferung von Kriegsmaterial an diverse Staaten inklusive den USA, dürfen wir die Augen vor dem Elend nicht verschliessen.
    Es ist somit zwingend nötig, dass Europa endlich einen Konsens findet, wie diesen Menschen geholfen werden kann.
    • Frausowieso 06.07.2019 10:50
      Highlight Highlight Waffenlieferungen in Krisengebiete haben keinen grossen Rückhalt in der Bevölkerung.
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 06.07.2019 11:10
      Highlight Highlight Ganz einfach: Botschaftsasyl mit Quoten. Man nimmt dann aber nur noch die auf, denen Tod und Folter droht. Für unqualifizierte Migranten kann man eine Green Card einführen und qualifizierte kann man migrieren lassen nach Bedarf. Es ist aber keine Lösung zu hoffen, dass es möglichst wenige nach Europa schaffen, aber sobald sie da sind, bekommen sie alles vom Sozialstaat. Wir können aber nicht alle aufnehmen, solange wir unseren ausgebauten Sozialstaat haben, denn dies würde uns zu viel kosten.

      PS: Unsere Waffen sind sicher nicht der Grund der Emigration. Migranten wollen unser Wohlstandsniveau
    • Frausowieso 06.07.2019 11:54
      Highlight Highlight Natürlich wollen sie unser Wohlstandsniveau. Würde ich auch, wenn ich sie wäre und du bestimmt sicher ebenso. Mit Wohlstand ist nicht nur der finanzielle Wohlstand gemeint, sondern auch Sicherheit, Bildung, Zugang zur Medizin, Infrastruktur und Ruhe. Jeder Mensch wünscht sich das. Jedes Lebewesen versucht dahin zu ziehen,wo es möglichst gute Lebensbedingungen vorfindet. Das kann man niemandem verübeln
    Weitere Antworten anzeigen
  • Smeyers 06.07.2019 09:29
    Highlight Highlight Das ist die UBER Version des Menschhandels. Dank Sea Watch und Co geht das nun zum Glück schneller und sicherer und wird durch die Deutschen garantiert. Dabei tun sie der Gesellschaft in Europa wie auch in Afrika einen Bärendienst. In Europa bekommen sie keine Arbeit weil sie nicht die entsprechende Ausbildung haben und die Landessprache nicht sprechen, zudem kommt noch mangelnder Wille zur kulturellen Anpassung. Gleichzeitig fehlen diese Menschen um ihr Land aufzubauen und positiv zu verändern. Frustration auf allen Seiten garantiert. Nur die selbstlosen Retter sind glücklich.
    • nickname2000 06.07.2019 10:53
      Highlight Highlight Sicherlich weniger frustrierend als auf dem Meer zu sterben. Politik hin oder her. Wir können die Menschen nicht absichtlich dem Tod überlassen.
    • Smeyers 06.07.2019 14:20
      Highlight Highlight Was heisst hier absichtlich? Sie wählen bewusst diesen Weg, weil Sie wissen das Sie als Wirtschaftsflüchtlinge auf der Botschaft kein Visum bekommen.
  • Kanischti 06.07.2019 09:29
    Highlight Highlight Da für die deutsche Regierung Racketes Tat offenbar als gute Tat eingestuft wird: Warum senden sie nicht eigene "offizielle" Schiffe an Libyens Küste und nehmen diese Flüchtlinge dann in Deutschland auf? Da sind noch viele andere, die dahin wollen.
    Sie verteidigen Racketes Einsatz, haben ihr aber nicht Hand geboten, als sie Deutschland um Hilfe bat.
    Diese Frage kann auf alle anderen Länder in Europa angewendet werden.
    Aber sicher, zuerst Frau Rackete schützen und dann auf Salvini reinhauen, ist eben einfacher als konsequentes Handeln.
    • dorfne 06.07.2019 22:04
      Highlight Highlight Danke. Einer der besten Kommentare. Diese Rackete-Verehrung vertuscht das eigene Versagen. Und der Türkei-Deal (Flüchtlinge zurückhalten) passt auch nicht zum Rackete-Bejubeln.
  • Ökonometriker 06.07.2019 09:14
    Highlight Highlight Warum fordert man von Libyen nicht einmal das Einhalten von Menschenrechten ein? Die Menschen leiden unter den korrupten Tyrannen in Nordafrika. Wenn diese sich nicht benehmen wollen, muss Europa ihnen eben mal Grenzen aufzeigen. Notfalls auch militärisch.
    • ingmarbergman 06.07.2019 10:35
      Highlight Highlight Du meinst, sie mit Drohung von Gewalt dazu zwingen? Das hat Italien schon ein paar mal versucht. Unter Mussolini (da gings nicht so um Menschenrechte, aber um europäische Werte, die man Libyen aufzwingen wollte).
      Und 2011 haben italienische Kampfflugzeuge Einsätze gegen Gaddafi geflogen.

      Meintest du das?
    • nicbel 06.07.2019 10:45
      Highlight Highlight So wie mit Gaddafi? Ja, das hat dazumal sehr gut geklappt...
    • RicoH 06.07.2019 10:50
      Highlight Highlight Ja genau, welchen "Segen" militärische Lösungen mit sich bringen, wissen wir doch schon (Vietnam, Afghanistan, Libyen, etc...). Krieg ist nie eine Lösung. Punkt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Töfflifahrer 06.07.2019 09:05
    Highlight Highlight Es scheint so als hätten sich die Mittelmeerstaaten bei dem Asylteil des Schengenvertrags über den Tisch ziehen lassen. Denn die sind es ja, welche die meisten Erstregistrierungen vornehmen müssen. Dass alle anderen EU Staaten sich nun zurückhalten, um eine gemeinsame Lösung zu finden, spricht wohl auch für sich selbst. Trotz der hehren Ziele der EU und des Schengenraums, heisst es nun mehrheitlich, jeder für sich selbst.
    Es zeigt sich immer mehr, die EU ist ein, eher diktatorischer, Wirtschaftsraum und für Osteuropa ein Subventionstopf. Mehr ist da nicht!
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 06.07.2019 11:13
      Highlight Highlight Du meinst das Dublin-Abkommen.
    • LouisvanGaal 06.07.2019 11:20
      Highlight Highlight Der "Asylteil des Schengenvertrages" ist dann wohl der Dublin-Vertrag
  • Lumpirr01 06.07.2019 09:01
    Highlight Highlight Der Zwist um christliche Nächstenliebe oder im Gegensatz dazu eine organisierte Schlepperei geht ohne Änderung weiter.
    2 Seelen in der Brust machen die Suche nach einer sauberen Lösung dieses enormen Problems auch nicht einfacher.
    Als Mitglied eines Vereins für Entwicklungshilfe in Westafrika mit jährlichen Besuchen vor Ort mache ich die Erfahrung, dass die allermeisten Leute nach Europa möchten.
    Die Entwicklungshilfe für Afrika verliert allerdings seinen Sinn & Zweck, wenn die bestens ausgebildeten jungen Leute flüchten. Sie wären doch diejenigen, welche ihr Land weiterbringen könnten.....
    • ingmarbergman 06.07.2019 10:36
      Highlight Highlight Wie heisst dein Verein? an welchen Orten warst du?
    • Lumpirr01 06.07.2019 22:23
      Highlight Highlight @ingmarbergman:
      siehe:

      http://www.dbfg.de/

      Unser Haupteinsatzgebiet sind der Süden von Niger & Burkina Faso (im ganzen Land).
      Unsere Projekte sind vorallem:

      --- Die Finanzierung von Schulhäusern in abgelegenen Gegenden

      --- Die Sanierung von offenen Trinkwasserbrunnen mittels Betondeckel und Volanta Pumpe

      --- Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung durch den Bau von Dispons

      Leider ist momentan ist die Sicherheitslage wegen dem Terror durch Dschihadisten miserabel. Der Fortschritt der Projekte kann deshalb zur Zeit vor Ort durch uns nicht besichtigt werden.
  • weissauchnicht 06.07.2019 08:52
    Highlight Highlight Wenn Salvini clever wäre, würde er versuchen Lampedusa territorial abgeben und sein Problem ist gelöst. Aber er will es ja lieber medial bewirtschaften.
    • Neuromancer 06.07.2019 09:45
      Highlight Highlight Äusserst clevere Idee, momol.
      Incoming Friedensnobelpreis per B-Post!
    • Kubod 06.07.2019 10:08
      Highlight Highlight Du sagst also, wenn eine Masse an Menschen in ein Gebiet strömt, sollten die Alteingessessenen das Land auf- und es den Massen übergeben.
      Gebietsübergabe?
      Hey. Du beschreibst gut die Auswirkungen einer Völkerwanderung.
  • Nüübächler 06.07.2019 08:44
    Highlight Highlight Die meisten Flüchtlinge werden vor der Küste Libyens aufgenommen, der nächste Hafen wäre demnach ein libyscher Hafen. Nur, dorthin will ja kein Flüchtling, das Ziel ist Europa.
    Dass die Migrationswelle ein riesiges Geschäft für Schlepperbanden ist, weiss man. Wenn nun eine Zeitlang alle Schiffbrüchige nach Libyen zurückgeschafft werden, wird die gefährliche Mittelmeerroute zum Erliegen kommen, wo kein Weg ist, gibt es keine Flüchtlinge.
    • fleischer 06.07.2019 10:16
      Highlight Highlight Nur schaffen es die Schiffbrüchigen nicht zurück, sondern ertrinken. Sowas in Kauf nehmen, nur damit du weniger Flüchtlinge sehen musst, ist äusserst traurig.
    • RicoH 06.07.2019 11:04
      Highlight Highlight Die ewige Leier von "Schlepperbanden" geht mir so langsam auf den Keks.

      Es gibt keine Flüchtlinge wegen den Schlepperbanden!

      Eine Flüchtlingswelle entsteht aus einer Notsituation im eigenen Land. Diese Notlage nutzen Schlepperbanden aus. Das ist moralisch verwerflich, hat aber schlussendlich mit der Ursache nichts gemein.
    • RicoH 06.07.2019 11:08
      Highlight Highlight "Wo kein Weg ist, gibt es keine Flüchtlinge".

      Dass diese These grundfalsch ist, siehst du an den vielen ertrunkenen Menschen im Mittelmeer.

      Wenn du dich in solch einer Notsituation befinden würdest, würde auch für dich eher die These stimmen "Wo ein Wille, ist auch ein Weg". Ist doch so, die Hoffnung stirbt zuletzt.
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  • raues Endoplasmatisches Retikulum 06.07.2019 08:33
    Highlight Highlight Und weil immer fallbasiert entschieden wird, ist das ganze abhängig von der Tageslaune der verantwortlichen Politiker und sie können persönlich unter Druck gesetzt werden, weil sie zu wenig oder zu viele aufnehmen wollen...
    Das Kommunen Flüchtlinge aufnehmen wollen, ist gut und schön, solche Fragen liegen halt einfach nicht auf ihrer Stufe, rechtlich und weil die Kosten dann trotzdem grossteils vom Bund übernommen werden müssen.
    Interessant ist doch auch, dass D seinen Entscheid, ob es Flüchtlinge aufnimmt, wiederum von der Mitarbeit anderer Länder abhängig macht. Wieso?
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 06.07.2019 08:32
    Highlight Highlight Ein grundsätzliches Problem ist doch, dass die gesamte Migrationsthematik zum europäischen Basar verkommen ist. Anstelle eines geregelten Prozesses gibt private Vereine, die Menschen aus dem Wasser fischen und diese nach Europa bringen. Dort will sie niemand aufnehmen, also beginnt das Geschachere. Der Osten bietet 0, alle anderen Länder teilen sich die Last ein bisschen auf, wobei jeder natürlich darauf achtete, nicht zu viel Verantwortung übernehmen zu müssen.
  • rodolofo 06.07.2019 08:23
    Highlight Highlight DIESES Deutschland gefällt mir!
    Bereits mit der "Willkommenskultur" zeigte wenigstens ein Teil der "Wirtschaftswunder-Nation" par excellence auch sehr viel Herz!
    Und jetzt bieten die lustigen und quietschfidelen Deutschen dem "Ober-Wutbürger von Nord-Italien", Salvini, mit beherzten Seenot-Rettungsaktionen Paroli.
    SO kann Deutschland etwas von seiner enormen moralischen Schuldenlast, das es seit dem 2.Weltkrieg mit sich herumschleppt, abtragen und nach den Geldbeuteln auch die Herzen erobern!
    Am Ende sind die Deutschen noch die besseren Italiener und feiern das Leben, wie es fällt, hahaa!
    • Bowell 06.07.2019 10:33
      Highlight Highlight Come on, man muss auch vergeben können. Die "moralische Schuldenlast aus dem zweiten Weltkrieg" ist genau das was rationale Entscheidungen verunmöglicht. Wie lange sollen sich die Deutschen denn deiner Meinung nach noch für ihre Vergangenheit schämen? Es leben ja bald kaum noch Leute, die das Nazi-Regime erlebt haben und noch weniger die damals führende Funktionen hatten. Die Geschichte darf sich nicht wiederholen und die Opfer sollen nicht vergessen sein, aber man muss auch wieder selbstbewusst nach Vorne blicken können.
    • EhrenBratan. Hääää! 06.07.2019 11:19
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • Kanischti 06.07.2019 13:21
      Highlight Highlight @rodolofo. Ich bin hin und her gerissen. Weiss nicht, ob Ihr Kommentar sarkastisch gemeint ist. Ich weiss aber, dass es Menschen gibt, die wirklich so denken. Nur falls Sie auch zu ihnen gehören: Auch von meiner Seite gute Besserung!
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  • ChiliForever 06.07.2019 08:16
    Highlight Highlight Ich kann die Italiener ja irgendwie verstehen. Und die knallharte Verweigerung der Osteuropäer, auch nur einem einzigen Geflüchteten Unterkunft zu bieten, macht es nicht besser.

    Auch wird im Falle der Seenotrettung im Mittelmeer ebenso wie beim Völkerrecht mal wieder internationales Recht bis zum Maximum gebogen, um uns Europäer Pflichten aufzubürden, hier halt die Hilfe für Schiffbrüchige oder vielleicht auch "Schiffbrüchige".

    Das zeigt auch mal wieder, das internationales Recht nur noch bedingt in diesem Zeiten funktioniert...
    • FrancoL 06.07.2019 08:25
      Highlight Highlight Was heisst nur noch bedingt funktioniert? Man will es einfach nicht Durchsetzen, das ist das Problem des "Rechts" im allgemeinen.
      Jede Rechtsgrundlage ist nur soviel wert wie deren Umsetzung.
      Man sollte sich hüten, das Recht zu geisseln, weil dessen Durchsetzung nicht angegangen wird, das führt schnell einmal zu Rechts freien Räumen und das ist alles andere als wünschenswert.
    • demian 06.07.2019 08:57
      Highlight Highlight Flüchtlinge sind in Osteuropa nicht willkommen, aber die EU Gelder nehmen sie dann gerne.
    • Hans007 06.07.2019 16:51
      Highlight Highlight Die Osteuropäer sollen knallhart selber entscheiden, ob sie Migranten aufnehmen wollen oder nicht. Ja, wir Schweizer tun das auch, und das ist gut so.
  • FrancoL 06.07.2019 07:44
    Highlight Highlight "Das Schiff könne nicht nach Italien fahren – auch nicht im Fall einer späteren Weiterverteilung der Geretteten"

    Das ist der Krux an der Sache, Salvini will auch bei einer Weiterverteilung nicht Hand bieten, damit macht er die Weiterverteilung zur Farce und giesst Oel ins Feuer einer möglichen Lösung mit Staaten, die bereit wären ein gewisses Kontingent zu übernehmen.

    Deutschland sollte natürlich intern auch einmal "aufräumen" und wenn schon Kommunen da sind die Flüchtende übernehmen würden, sollte er dies auch prüfen. Er sollte eh durch einen dynamischeren Innenminister ersetzt werden.
    • WID 06.07.2019 07:57
      Highlight Highlight @FrancoL: das Problem ist, dass ganz Europa die Migranten nicht will. Salvini weiss das und zum Schluss bleiben die Leute in Italien hängen. Geh doch mal nach Neapel und schau Dir die Situation an.
    • rodolofo 06.07.2019 08:26
      Highlight Highlight Ja genau!
      Aber die SPD muss wohl wieder gewohnheitsmässig als "Prügelknabe" herhalten für Blockaden der GroKo, welche vor allem von der CSU und diesem unsäglichen Horst Seehofer verschuldet wurden!
    • rodolofo 06.07.2019 15:02
      Highlight Highlight @ WID
      Wie furchtbar ist es denn heute in Neapel?
      Du willst doch nicht etwa behaupten, dass sich die Neapolitaner nicht mehr an die Verkehrsregeln halten, oder?!
      Das käme mir dann tatsächlich schon ziemlich afrikanisch vor...
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