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epa06085736 Civil Protection at work during the fire-extinguishing operation at San Pietro in Guarano, near Cosenza, southern Italy, 13 July 2017, where a 69-year-old man was burned to death by a wildfire. He is the second victim of the day in Calabria. The man was killed while trying to put out the fire, sources said. He is believed to have been overcome by smoke before being engulfed by the flames.  EPA/FRANCESCO ARENA

Bild: EPA/ANSA

Wenn die Mafia mit dem Feuer spielt, brennt Sizilien



Touristen blicken angstvoll hinter sich. Im Wald hinter dem Ferienort lodern Flammen, dicker Rauch zieht über die Hügel. Die Menschen werden mit kleinen Booten aus dem sizilianischen Dorf San Vito Lo Capo gefahren.

Ähnliche Szenen gibt es in der süditalienischen Region Basilikata, wo an einem Strand Menschen zusammenlaufen und schwarze Rauchsäulen hinter ihnen aufgehen. «Habt keine Angst», hört man eine Strandbesucherin in einem Video rufen. Mehrere Campingplätze wurden evakuiert.

Auch am Vesuv qualmt es derweil weiter, als sei der Vulkan soeben ausgebrochen. «Die Brände setzen das Leben von Tausenden Einwohnern und Touristen aufs Spiel», erklärte der Umweltschutzverband WWF.

epa06081178 A general view over the city as smoke billows from fires around Mount Vesuvius volcano in Naples, Italy, 11 July 2017. Fires continue to rage after they broke out on 05 July around the active volcano.  EPA/CESARE ABBATE

Bild: EPA/ANSA

Es sind nur Momentaufnahmen von dem, was sich derzeit in Süditalien abspielt. Überall Brände, Flammen, Rauch. Seit Mitte Juni wurde fast soviel Waldfläche verbrannt wie im gesamten vergangenen Jahr nicht, hat die Umweltschutzorganisation Legambiente errechnet.

«Sizilien brennt»

Laut Zivilschutz sind die Anfragen nach Löschflugzeugen derzeit so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Damals im Jahr 2007 erlebte Italien in puncto Waldbrände sein «annus horribilis».

«Sizilien brennt, und wenn nicht rechtzeitig gehandelt wird, bleibt nur Asche», warnte jetzt der Generalsekretär des Konsumentenschutzverbandes Codacons, Francesco Tanasi. Ein Grossteil des Landes leidet an einer extremen Hitzewelle und Trockenheit, in manchen Gegenden hat es seit Monaten nicht mehr geregnet.

epa06082695 A view of smoke and flames from wildfires affecting an area around the Sicilian city of Messina, southern Italy, 11 July 2017 (issued 12 July 2017). Canadair aircraft from the Air Force, coordinated by the Civil Protection, responded to multiple forest fires that raged across Italy's southern Sicily Region.  EPA/FRANCESCO SAYA

Bild: EPA/ANSA

Aber: «Es ist nicht nur die Schuld des Klimas. Hinter den Bränden steckt vor allem die Hand der Öko-Mafia und der Pyromanen», heisst es in einem Bericht von Legambiente. Unter Öko-Mafia versteht man in Italien Organisationen, die Umweltverbrechen begehen. Dazu gehört auch die illegale Müllentsorgung.

«Sizilien brennt, und wenn nicht rechtzeitig gehandelt wird, bleibt nur Asche.»

Generalsekretär des Konsumentenschutzverbandes Codacons, Francesco Tanasi

«Italien brennt jeden Sommer. Es brennt wegen der kriminellen Energie des Menschen, mafiös oder nicht mafiös, um die eigenen schmutzigen Interessen zu verfolgen», schreibt Legambiente. Auch hinkten die Regionen, die nun besonders betroffen sind, bei der Umsetzung ihrer Notfallpläne hinterher.

Mafia verbrennt Müll

Bestes Beispiel sind die Feuer am Vesuv. Die Bilder von dem eigentlich ruhenden Vulkan erinnerten an einen Ausbruch. Der Rauch war sogar aus dem All zu sehen. Am Fusse des Vulkans klagen Anwohner über illegalen Abfall, der dort seit Jahren abgelegt werde und über möglicherweise giftigen Rauch durch die Feuer.

«Der Vesuv ist in den letzten Jahren eine riesengrosse Müllkippe geworden», sagte der Autor Roberto Saviano, der sich mit dem Mafia-Buch «Gomorrha» über die Machenschaften der Camorra weltweit einen Ruf gemacht hat. Die Feuer würden nicht nur gelegt, um Müll verschwinden zu lassen, sondern auch um Platz für neue Müllkippen zu schaffen.

Andernorts ginge es um Immobilienspekulation, so Saviano. Wenn ein Grundstück verbrannt sei, würde es per Gesetz für 15 Jahre blockiert – entweder zahle man also vorab mafiösen Clans Geld oder sie verbrennen das Grundstück, um eine Baugenehmigung zu verhindern. «Wie immer weiss die Politik darauf keine Antwort zu geben.» Das alles habe nichts mit psychisch kranken Brandstiftern zu tun.

A firefighter hoses down a fire near Naples, southern Italy, Tuesday, July 11, 2017. Firefighters are battling wildfires throughout southern Italy, including along the slopes of the volcano Mount Vesuvius near Naples. Wildfires have been raging for days, and Italy's civil protection agency on Tuesday said it was responding with helicopters to 18 blazes, including four in Campania, the region which includes Naples, and two each in Sicily and Basilicata. (Cesare Abbate/ANSA via AP)

Bild: AP/ANSA

Täter härter bestrafen

Zwar gibt es auch diese. Und Bauern, die Wald verbrennen, um Farmland zu schaffen. Oder Menschen, die einfach unachtsam bei sengender Hitze ihren privaten Müll verbrennen. Die Gründe sind vielfältig.

Wichtig sei, die Täter härter zu bestrafen, sagte der Chef des Zivilschutzes, Fabrizio Curcio. «Wer gefasst wird, muss so bestraft werden, dass es eine Mahnung für die ist, die weiter Feuer legen.» Bisher ist in dieser Hinsicht aber offenkundig noch nicht genug geschehen. (sda/dpa)

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Drei Personen in Italien wegen Foltervorwürfen an Flüchtlingen festgenommen

Elektroschocks, Erniedrigungen, Erpressung oder der Tod: Drei Personen sind wegen des Vorwurfs der Folter in libyschen Lagern in Italien festgenommen worden. Die Verdächtigen sollen Flüchtlinge in dem nordafrikanischen Land vergewaltigt, gequält oder umgebracht sowie ihre Familien erpresst haben, teilte die Polizei im sizilianischen Agrigent mit.

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