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epa07131197 A car is hit by a fallen tree in Terme di Caracalla, Rome, Italy, 30 October 2018. The number of fatalities during the days of extreme weather in Italy rose to 10 on Tuesday. In many cities schools are closed again as they were the day before.  EPA/ANGELO CARCONI

In Italien stürzten durch die Unwetter Hunderte Bäume um und Flüsse liefen über.  Bild: EPA/ANSA

Unwetter in Italien dauern weiter an +++ Zahl der Toten steigt auf über 30

Seit einer Woche kämpft Italien mit Sturm, Starkregen und Gewittern. Bis Sonntag kamen über 30 Menschen ums Leben. In Sizilien starben allein am Wochenende zwölf Menschen.



Neun Leichen wurden aus einem überfluteten Landhaus in Casteldaccia nahe Palermo geborgen, wie die Feuerwehr am Sonntag mitteilte. Zwei Familien seien zum Abendessen versammelt gewesen, als das Haus von einem über die Ufer getretenen Bach überschwemmt wurde.

Unter den Opfern seien ein dreijähriger Bub und ein 15-Jähriger, berichteten italienische Medien. Lediglich zwei Personen konnten sich retten, eine von ihnen flüchtete auf einen Bau. Der Bürgermeister der Gemeinde sprach von einer «riesigen Tragödie».

Ein 44-jähriger Tankstellenbetreiber kam der Agentur Agi zufolge am Samstagabend in der Gemeinde Vicari ums Leben, als er einem Mitarbeiter mit seinem Jeep zu Hilfe eilte. Ein 20 Jahre alter Beifahrer wurde weiterhin vermisst.

Unwetter in Italien:

In der sizilianischen Provinz Agrigent starben ausserdem zwei Menschen, deren Auto von einem Hochwasser führenden Bach mitgerissen worden war. In der Kleinstadt Corleone wird ein Arzt vermisst, der auf dem Weg zum Spital in Corleone war und wegen des Unwetters sein Auto unterwegs stehen lassen musste.

Conte besucht Betroffene

epa07140746 A handout photo made available by the Chigi Palace (Palazzo Chigi) Press Office shows Italian Premier Giuseppe Conte (C) being welcomed by Palermo Mayor Leoluca Orlando (C-L) upon his arrival in Palermo, Sicily Island, southern Italy, 04 November 2018. At least 10 people, including nine members of two families, have died as a result of floods as heavy rains and bad weather affected the area near Palermo. According to reports, divers retrieved on 04 November, the bodies of nine people - belonging to members of two families, who gathered at the house to spend the evening together - including father, mother, three children (aged one, three and 15) and grand-parents, who were killed by flood water and mud after the river Milicia overflowed a few hundred meters ahead.  EPA/CHIGI PALACE PRESS OFFICE HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Conte bei seiner Ankunft in Palermo. Bild: EPA/CHIGI PALACE PRESS OFFICE

Der italienische Premier Giuseppe Conte besuchte am Sonntag die von den Unwettern betroffene Region auf Sizilien. Er berief für die kommende Woche eine Ministerratsitzung ein, um finanzielle Mittel für die Behebung der Unwetterschäden bereitzustellen.

Diese Aufnahmen zeigen das Ausmass der Zerstörung nach den Unwettern in Italien.

Besonders schwierig ist nach wie vor die Situation im Grossraum Belluno in den Dolomiten. Tausende Haushalte müssen weiterhin ohne Strom und Wasser auskommen.

Leitungsmasten stürzten bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 Kilometern pro Stunde um. 100 Kilometer Strassen sowie Häuser und Autos wurden durch Wasser und Schlammmassen zerstört. Der Sturm riss Schneisen in die Wälder – 100'000 Hektar Wald von Udine bis zum Trentiner Fleimstal wurden vernichtet.

Soldaten wurden zur Überprüfung der wichtigsten Verkehrswege in der Region entsandt. Bereits Anfang der Woche hatte heftiger Regen auf Sizilien Überschwemmungen ausgelöst. Viele Strassen waren unpassierbar, Schulen blieben geschlossen.

«Apokalyptische Situation»

Der Chef des Zivilschutzes, Angelo Borrelli, sprach am Samstag in Belluno von einer «apokalyptischen» Situation. Paola Favero, Försterin in Cansiglio nahe Belluno, sagte: «Wir werden bis zu fünf Jahre benötigen, um die Schäden in den Wäldern zu beheben». Vier Millionen Bäume müssten ersetzt werden. Wegen der zerstörten Wälder wachse die Gefahr weiterer Erdrutsche und Lawinen.

Der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, versprach eine rasche Aufarbeitung der Schäden in den Wäldern. Die Gegend bange um die bevorstehende Skisaison.

«Die Unwetter haben den Raum von Agordo zerstört, der unser Canyon ist», so Zaia, der mit Innenminister Matteo Salvini am Sonntag die von den Unwettern betroffenen Gebiete in Belluno besuchte. Zaia bezifferte die Schäden in der Region Venetien auf eine Milliarde Euro.

Die Schlechtwetterfront dürfte auch in den kommenden Tagen anhalten. Mit einer Entschärfung der Lage wird erst Mitte nächster Woche gerechnet. (viw/sda/apa/dpa/reuters)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Paddiesli 04.11.2018 18:24
    Highlight Highlight Angesichts der Tatsache, dass sowohl Bürger als auch Politik so gut, wie nichts gegen die Klimaerwärmung tun, ausser
    a) es kostet nichts
    b) man verdient damit Geld
    habe ich mittlerweile Null Mitleid mit Schäden und Opfer, die Klimakatastrophen zu Grunde liegen.
    • Pjotr 05.11.2018 00:51
      Highlight Highlight Ich teile deine Meinung bzgl. Mitleid nicht. Ich finde es nicht fair, dass insbesondere jene Menschen den verheerenden Folgen des Klimawandels zum Opfer fallen, welche selbst nichts dafür können. Global gesehen ist es aber wohl so. Zuerst leidet jene unglückliche Bevölkerung, welche die Ressourcen nicht hat, sich gegen die Folgen des Klimawandels abzusichern. Das sind in der Regel jedoch Menschen mit geringem okologischem Fussabdruck. Gleichzeitig lebt eine glückliche Minderheit in Saus und Braus. Diese hat jedoch viele Ressourcen, um mit den ungemütlichen Folgen klarzukommen.
  • Roman Loosli 04.11.2018 07:38
    Highlight Highlight Bin gespannt ob Salvini das Pariser Kimaabkommen kündet...

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Die Hitzewelle hat sich in den Norden verabschiedet und treibt dort die Eisschmelze voran. Auch von der Antarktis gibt es keine guten Neuigkeiten.

Die Rekorde purzelten diese Woche gleich reihenweise. 42,6 Grad in Deutschland, 40,8 Grad in Belgien und 40,7 Grad in Holland. Noch nie war es in diesen Ländern heisser als in den vergangenen Tagen. Auch die Schweiz ächzte unter der Hitzewelle. In der Nordwestschweiz stieg das Quecksilber teilweise auf über 37 Grad.

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