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Mafia-Seuche in Corleone zwingt italienische Regierung zum Handeln

Corleone in Sizilien? Bekannt aus dem weltberühmten Mafia-Epos «Der Pate». Seinem Ruf als Hochburg des organisierten Verbrechens wird der Ort nun einmal mehr gerecht. Aktueller Anlass: Mauscheleien im Gemeinderat.

11.08.16, 15:04


Corleone hat ein Mafia-Problem Bild: Luca Bruno/AP/KEYSTONE

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Italiens Regierung hat den Gemeinderat der Mafia-Hochburg Corleone aufgelöst - weil Kriminelle das Gremium unterwandert haben sollen. Bis zu Neuwahlen sollen Corleone sowie drei weitere Gemeinden in Kalabrien und bei Neapel unter die Kontrolle Roms gestellt werden, beschloss das Kabinett von Ministerpräsident Matteo Renzi. Unter Zwangsverwaltung gestellt wurden neben Corleone auf Sizilien auch Arzano im Kerngebiet der neapolitanischen Camorra sowie Bovalino und Tropea in Kalabrien, der Heimat der 'Ndrangheta.

Dass die Mafia in dem Ort Corleone immer noch mitmischt, brachten seit Juni laufende Ermittlungen des Innenministeriums zutage: Demnach hatte der Gemeinderat Verwandte von bekannten Mafiosi beschäftigt, zudem gab es Unregelmässigkeiten beim Betrieb einer kommunalen Molkerei. Hintergrund der neuen Untersuchung waren frühere Ermittlungen zu zweifelhaften Vergaben von Bauaufträgen der Vorgängerverwaltung.

Idyllisch: Corleone Bild: GREGORIO BORGIA/AP/KEYSTONE

Das Verfahren, Gemeindeverwaltungen unter Kontrolle der Regierung zu stellen, wurde in den vergangenen 25 Jahren schon bei über 200 Kommunen angewandt - jedoch noch nie in Corleone. Dabei steht die Kleinstadt wie kaum eine zweite für die Machenschaften der Mafia.

Verstorben: Bernardo Provenzano Bild: LUCA BRUNO/AP/KEYSTONE

Corleone ist Geburtsort der berüchtigten Mafia-Bosse Bernardo Provenzano und Salvatore «Toto» Riina, die aus äusserst brutalen Revierkämpfen mit ihren Rivalen in Palermo in den Achtzigerjahren als die unbestrittenen Chefs der Cosa Nostra hervorgingen. Beide wurden erst nach jahrelanger Flucht geschnappt und wegen mehrfachen Mordes zu mehrfach lebenslänglicher Haft verurteilt. Provenzano starb im vergangenen Monat im Alter von 83 Jahren im Gefängniskrankenhaus.

Weltberühmt wurde der Ort aber vor allem als Heimat von Vito Corleone, dem «Paten» im gleichnamigen Film von Francis Ford Coppola. «Der Pate» gilt als einer der besten Filme der Geschichte.

ulz/AFP

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    Alle Leser-Kommentare
  • Fumo 12.08.2016 08:33
    Highlight "zudem gab es Unregelmässigkeiten beim Betrieb einer kommunalen Molkerei"
    4 0 Melden
  • Spooky 12.08.2016 05:04
    Highlight "...zudem gab es Unregelmässigkeiten beim Betrieb einer kommunalen Molkerei."

    Diese Molkerei-Unregelmässigkeiten werden der Cosa Nostra zum Verhängnis werden.
    2 0 Melden
  • Luca Brasi 11.08.2016 15:20
    Highlight There is no mafia:
    16 0 Melden
    • Luca Brasi 12.08.2016 09:18
      Highlight Ich bin der Kämpfer gegen den Italo-Stereotyp.😆
      Ich glaube watson hat den Artikel vom spon nur übernommen um mich zu provozieren. 😉
      Aber wenn ich mal die Chance hab eine Szene von James Gandolfini zu bringen, dann nutze ich sie.
      Requiescat in pace. Amen.
      2 0 Melden

«Verfassungswidrige Forderung»: In Italien werden keine Roma gezählt 

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat der umstrittenen Forderung von Innenminister Matteo Salvini nach einer Zählung der Angehörigen der Roma-Minderheit eine Absage erteilt. «Niemand plant, eine Datei anzulegen oder einen Zensus auf Basis der ethnischen Zugehörigkeit durchzuführen», erklärte Conte am Dienstag.

Dies würde gegen die Verfassung verstossen, weil «es klar diskriminierend» wäre. Conte forderte zugleich ein Prüfung, ob Kinder von Roma-Familien Zugang zum Schulsystem haben.

Salvini …

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