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Kapitän der «Costa Concordia» muss ins Gefängnis

«Costa-Concordia»-Kapitän Francesco Schettino muss wegen der Havarie des Kreuzfahrtschiffes ins Gefängnis. Das höchste Gericht Italiens bestätigte am Freitag im Berufungsprozess das Urteil, das 16 Jahre Haft vorsieht.

Captain of the capsized Costa Concordia Francesco Schettino attends a meeting in Rome July 10, 2014. The wreck of the Costa Concordia cruise liner is set to be refloated next week, to be towed away from the Italian island of Giglio where it ran aground and capsized two and a half years ago, the group organising the removal said last week. Schettino is on trial accused of manslaughter, causing a shipwreck and abandoning ship. Thirty-two people died in the catastrophe. REUTERS/Remo Casilli  (ITALY - Tags: DISASTER MARITIME CRIME LAW)

War Kapitän der «Costa-Concordia»: Francesco Schettino. Bild: X02874

Die Richter des Obersten Gerichts lehnten die Forderung der Staatsanwaltschaft von Florenz ab, die 27 Jahre Haft für Schettino gefordert hatte.

Schettino stellte sich nach dem Urteilsspruch des höchsten Gerichts der Justiz. Er sei bereits in dem römischen Gefängnis Rebibbia, sagte sein Anwalt Saverio Senese am Freitagabend zu Reportern in Rom.



«Ich glaube an die Justiz», habe Schettino gesagt, nachdem er erfahren hatte, dass das Kassationsgericht im Berufungsprozess das Urteil gegen den 56-Jährigen wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung und die Haftstrafe von 16 Jahren bestätigt hatte.

Auch wenn die Verurteilung endgültig ist – Senese sagte, man wolle die Urteilsbegründung abwarten und nicht ausschliessen, vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen.

Schettino war am Freitag nicht vor Gericht erschienen. Er wartete an einem geheimen Ort auf die Urteilsverkündung. Er habe seine Wohnung im süditalienischen Meta di Sorrento verlassen, weil er Journalisten vermeiden wolle.

Felsen gerammt – 32 Tote

Der Luxusliner «Costa Concordia» mit mehr als 4200 Passagieren hatte im Januar 2012 vor der Mittelmeer-Insel Giglio einen Felsen gerammt und war gekentert. Bei der Katastrophe starben 32 Menschen. Der Kapitän hatte das Schiff zu nahe an die Insel gesteuert und einen Felsen gerammt.

Im Februar 2015 war Schettino wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Schettino hatte nach dem Unglück in einem Rettungsboot die «Costa Concordia» verlassen, obwohl noch Menschen an Bord waren.

Nachdem Staatsanwaltschaft und Verteidigung Berufung eingelegt hatten, kam der Fall im Mai 2016 vor das Berufungsgericht in Florenz. Die Richter bestätigten das Urteil. Doch Schettino – der stets seine Unschuld beteuert hatte – zog in eine weitere Instanz – und auch die Staatsanwaltschaft legte erneut Berufung ein. So musste sich das höchste Gericht in Rom mit dem Fall befassen.

«Endlich abschliessen»

Die Rechtsanwälte der Familien der Todesopfer begrüssten das Urteil des obersten Gerichts. Es sei an der Zeit, dass Schettino für sein Verhalten in der Unglücksnacht bezahle, sagten sie.

«Die Opfer wollen endlich abschliessen», hatte ein Opferanwalt in Rom am Freitag gesagt. «Diesen Fall wird niemand vergessen.» Der Name Schettino sei in den Köpfen der Menschen untrennbar mit den Bildern des Untergangs des Schiffes verknüpft. Noch immer laufen Zivil- und Schadensersatzprozesse. (sda/dpa/apa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • pamayer 13.05.2017 09:29
    Highlight Highlight Angeberkapitän.
  • Siebenstein 12.05.2017 22:26
    Highlight Highlight Hmm... wahrscheinlich fange ich mir jetzt einen Haufen Blitze ein aber ich habe das Gefühl, dass dieses Urteil, politisch motiviert, unnötig überhöht ausgefallen ist.
    Brutale Vergewaltiger und Mörder die aus eiskaltem Kalkül handelten erhalten hin und wieder ähnliche Strafen, ob das vergleichbar ist?
    • BoJack 13.05.2017 12:26
      Highlight Highlight 32 tote Passagiere... Ja ist vergleichbar finde ich
    • manhunt 13.05.2017 17:35
      Highlight Highlight könnte sein. das seine dümmlichen aktion jedoch 32 menschen mit dem leben bezahlten und er sich, obwohl schutzbefohlener seiner passagiere, einfach vom schiff absetzte, hatte bestimmt grossen einfluss auf das strafmass. es wäre an ihm gewesen, die rettungsaktion zu leiten und sich zu vergewissern, sein möglichstes getan zu haben, seine passagiere zu retten. das ist die aufgabe eines kapitäns.

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