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Italian Coast Guard ship Bruno Gregoretti, carrying survivors of the boat that overturned off the coasts of Libya Saturday, arrives at Catania Harbor, Italy, Monday, April 20, 2015. A smuggler's boat crammed with hundreds of people overturned off Libya's coast as rescuers approached, causing what could be the Mediterranean's deadliest known migrant tragedy and intensifying pressure on the European Union Sunday to finally meet demands for decisive action. (AP Photo/Carmelo Imbesi )

Das italienische Küstenwachschiff «Bruno Gregoretti» beherbergt derzeit noch etliche Migranten. Bild: AP

Gerettete auf Schiff «Gregoretti» dürfen in Italien an Land



Die EU hat eine Lösung für 131 Flüchtlinge gefunden, die vor fast einer Woche vom Schiff «Gregoretti» gerettet wurden. Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte, Deutschland, Frankreich, Portugal, Luxemburg und Irland hätten sich bereit erklärt, Menschen aufzunehmen.

Italiens Innenminister Matteo Salvini kündigte daraufhin an, die Flüchtlinge an Land gehen zu lassen.

Die italienische Küstenwache hatte am Donnerstag vergangener Woche im Mittelmeer rund 140 Migranten und Flüchtlinge gerettet, die mit zwei Schlauchbooten in Libyen gestartet und in Seenot geraten waren. Salvini von der rechten Lega-Partei verweigerte der «Gregoretti» aber zunächst die Einfahrt in einen italienischen Hafen. Die italienischen Behörden holten lediglich einige Flüchtlinge aus medizinischen Gründen von dem Schiff.

Augusta auf Sizilien: Hier liegt das Küstenwachschiff

Augusta auf Sizilien: Hier liegt derzeit das Küstenwachschiff «Gregoretti». bild: google maps

In der Nacht zum Samstag durfte das Schiff dann doch im Hafen der sizilianischen Stadt Augusta anlegen. Salvini bekräftigte aber, die anderen Flüchtlinge erst von Bord gehen zu lassen, wenn sich die EU auf eine Umverteilung einige.

Nach der Ankündigung aus Brüssel versprach Salvini, die 116 noch auf der «Gregoretti» festsitzenden Menschen «in den kommenden Stunden» an Land gehen zu lassen. Die Genehmigung dafür habe er bereits erteilt, schrieb Salvini bei Facebook.

«lavoro fatto, missione compiuta!» – «Arbeit geleistet, Mission erfüllt!»

Kirche in Italien kümmert sich

Die Kommissionssprecherin äusserte sich nicht dazu, wie die Flüchtlinge auf die fünf EU-Länder verteilt werden sollen. Dem Vernehmen nach soll mehr als die Hälfte von ihnen in Italien bleiben, wo sich die Kirche um sie kümmern will.

In der EU schwelt seit langem ein Streit über die Verteilung von Migranten, die über das Mittelmeer nach Europa fliehen. Italien verweigert Schiffen mit Flüchtlingen inzwischen die Einfahrt in seine Häfen, solange nicht geklärt ist, welche anderen Staaten die Menschen aufnehmen. Die Schiffe liegen deshalb oft tage- oder wochenlang mit den erschöpften Migranten vor der Küste.

Nach einem Treffen in Paris am Montag vergangener Woche hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärt, dass 14 EU-Staaten der Umverteilung von Flüchtlingen auf Basis eines «solidarischen Mechanismus» zugestimmt hätten. Salvini, der an dem Pariser Treffen nicht teilgenommen hatte, reagierte erbost auf die Erklärung. «Italien nimmt keine Befehle entgegen», erklärte er. Macron hatte betont, die Migranten müssten weiterhin in Italien an Land gehen. (mim/sda/dpa/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Thadic 31.07.2019 16:31
    Highlight Highlight Da die Flüchtlinge ab dem Zeitpunkt wo sie das Schiff bestiegen haben, offiziell in Italien waren, ist ihre Festhaltung eine illegale Freiheitsberaubung. Salvini sollte vor das Gericht kommen für diese Tat.
    • Scott 31.07.2019 22:22
      Highlight Highlight Salvini sollte geehrt werden, da er trotz allem immer wieder Hand für eine Lösung bietet.
    • Thadic 01.08.2019 10:31
      Highlight Highlight Blitzer: wo bleiben eure Argumente! Salvini hat klar gegen das Gesetz verstossen, kann aber wegen der Immunität nicht belangt werden.
    • Thadic 01.08.2019 23:03
      Highlight Highlight @Cedric als Vicepremier gibt es andere Wege dafür zu sorgen dass Gesetze angepasst werden. Was Salvini macht, ist faschistische Polemik welche für niemanden eine Lösung bringt.
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