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Sätze, die man zweimal lesen muss: Berlusconi warnt vor Diktatur in Italien

epa07072430 President of Italian centre-right party Forza Italia (FI) Silvio Berlusconi attends the convention IdeeItalia in Milan, Italy, 05 October 2018.  EPA/MATTEO BAZZI

Spürt ein «Klima mangelnder Freiheit» – Polit-Dinosaurier und Forza-Italia-Chef Silvio Berlusconi. Bild: EPA/ANSA



In Italiens Mitte-Rechts-Lager hängt der Haussegen schief. Ex-Premier Silvio Berlusconi, Chef der oppositionellen Forza Italia, hat den Vorsitzenden der Lega, Matteo Salvini, zum Bruch der Regierung mit der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung aufgerufen. Salvini bezeichnete Belusconis Aussagen als «Blödsinn».

«Ich bin ein Mensch, der vor drei Generationen zur Welt gekommen ist – Internet ist nicht meine Welt.»

Italien drohe eine Diktatur, warnte Berlusconi nach Medienangaben. «Ich spüre ein Klima mangelnder Freiheit, wir befinden uns in einer nicht liberalen Demokratie, einer Vorstufe der Diktatur», warnte Berlusconi vor Anhängern seiner Forza Italia in Rom. Nachdem er 1994 Italien vor einem Sieg der Linkskräfte gerettet habe, sei er immer noch politisch aktiv, um Italiens Demokratie zu fördern, sagte der 82-jährige Mailänder.

Berlusconi muss ins Altersheim

Berlusconi erklärte, er sei vom Wahlergebnis seiner Partei bei den Parlamentswahlen im März schwer enttäuscht gewesen. Er habe mit 24 Prozent der Stimmen gerechnet, dabei kam die Forza Italia auf lediglich 14 Prozent. Er habe die Relevanz der politischen Kommunikation per Internet unterschätzt, gab der TV-Unternehmer zu. «Ich bin ein Mensch, der vor drei Generationen zur Welt gekommen ist – Internet ist nicht meine Welt», sagte Berlusconi.

Berlusconi rief die jungen Anhänger seiner Partei auf, das Internet für den Wahlkampf zugunsten der Forza Italia in Hinblick auf die EU-Wahlen im kommenden Mai zu nutzen.

Lega-Chef und Innenminister Salvini kritisierte Berlusconis Worte. In Italien bestehe keine Gefahr einer Diktatur. Er bezeichnete Berlusconis Aussagen als «Blödsinn», die aus dem Mund von «Brüsseler Bürokraten» oder «frustrierten Linkspolitikern» kommen könnten.

Auch Italiens Ex-Premier Paolo Gentiloni warnte vor der Gefahr des Populismus für die italienische Demokratie. «Berlusconi hat mit seiner Sorge für Italien recht», sagte Gentiloni bei einem TV-Interview am Sonntagabend. (wst/sda/apa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • salamandre 12.11.2018 12:15
    Highlight Highlight Wenn es dir selber nicht gelang kannst du wenigstens noch davor warnen.
  • FrancoL 12.11.2018 11:44
    Highlight Highlight Wenn mal Silvio Berlusconi keinen Blödsinn rauslässt dann sollte man die zur Kenntnis nehmen und nicht mit dem Zweihänder abtun und schon gar nicht mit der üblichen Argumentation die Brüssel und die Linken betrifft.

    Salivini sollte sich langsam bemühen Argumente zu liefern und nicht nur von anderen zu labern.

    Ja es ist Besorgnis erregend was zur Zeit in Rom vor geht und vor allem ist Besorgnis erregend wie Salvini die Agenda bestimmt und sich in den Vordergrund stellt.
    • ThomasHiller 12.11.2018 13:25
      Highlight Highlight Ja, grundsätzlich stimmt das. Nur, was soll ich von der Kritik eines Mannes halten, der mit Aussagen wie "Mussolini hat viel Gutes geleistet" daherkommt?
      Ist da Kritik und Vorsicht nicht per se angebracht?
    • FrancoL 12.11.2018 13:40
      Highlight Highlight @Thomas; Ich traue einem Gauner durchaus zu die Mechanismen des Machtmissbrauch bestens zu kennen oder zu erkennen.

      Zudem die Leute um Salvini glorifizieren heute noch die Mussolini Aera.
      Besorgnis erregend ist doch die Tatsache, dass heute der Starke Mann in Italien wieder zur Mode wird, dass sonst besonnenen Bürger sich plötzlich in diese Ecke drängen. Jetzt plötzlich leuchten bei Gräbern von Faschisten wieder die Lichtlein, man getraut sich offen den Faschismus zu glorifizieren und nach der starken Hand zu rufen. Italien hatte und hat heute noch eine Affinität zur starken Machtperson.

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