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Japan gedenkt der Opfer des Atombombenabwurfs auf Nagasaki



Mit einem neuerlichen Appell zur weltweiten Abschaffung der Atomwaffen ist in der japanischen Stadt Nagasaki der Opfer des Atombombenabwurfs vor 74 Jahren gedacht worden.

Nagasakis Bürgermeister Tomihisa Taue rief am Freitag bei einer Gedenkzeremonie die rechtskonservative Regierung seines Landes auf, dem Uno-Atomwaffenverbotsvertrag von 2017 beizutreten.

epa07763273 Taeko Yamauchi offers a prayer for her sister and other victims of the atomic bombing in front of the cenotaph at Ground Zero at Nagasaki Peace Park in Nagasaki, southwestern Japan, 09 August 2019. Nagasaki marks the 74th anniversary of the 1945 atomic bomb on 09 August 2019.  EPA/JIJI EDITORIAL USE ONLY/  NO ARCHIVES

Trauer am Ground Zero in Nagasaki. Bild: EPA

Dies hatte drei Tage zuvor schon sein Kollege in Hiroshima gefordert; die Stadt war ebenfalls Opfer einer US-Atombombe geworden. Doch Japans rechtskonservativer Ministerpräsident Shinzo Abe ging in seiner Rede am Gedenktag auf den Vertrag wieder nicht ein. Japan, das sich vom Atomwaffen- und Raketenprogramm Nordkoreas bedroht fühlt, steht unter dem atomaren Schutzschild seines heutigen Sicherheitspartners USA.

Um 11.02 Uhr (Ortszeit), dem Zeitpunkt, als am 9. August 1945 die von einem US-Bomber abgeworfene Atombombe «Fat Man» über der Stadt explodierte, legten die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung eine Schweigeminute ein. Allein in Nagasaki wurden damals etwa 70'000 Menschen durch direkte Einwirkung getötet, 75'000 weitere verletzt.

Drei Tage zuvor hatten die USA bereits Hiroshima durch eine Atombombe mit geringerer Sprengkraft verwüstet. Unter dem Eindruck der Zerstörungen kapitulierte das Kaiserreich Japan am 15. August 1945. Hiroshima und Nagasaki wurden als die ersten von einer Atombombe verwüsteten Städte weltweit als Symbol für den Frieden bekannt. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • DemonCore 09.08.2019 12:48
    Highlight Highlight Die zivilen Opfer in Nagasaki und Hiroshima sind sehr zu bedauern. Auch schön wäre wenn Japan den Opfern in Korea, China, Indonesien, Burma, auf den Philippinen, dem heutigen Vietnam, Thailand und auf den pazifischen Inseln gedenken würde.

    Alleine in Nanking wurden innerhalb weniger Tage hundertausende Frauen, Kinder, Männer jeglichen Alters unterschiedslos und auf blutigste Art buchstäblich abgeschlachtet. Hunderttausende Frauen aus dem gesamten Herrschaftsbereich des Kaiserreichs Japan wurden jahrelang als Zwangsprostituierte versklavt.
    • redeye70 09.08.2019 19:34
      Highlight Highlight Deine Aussage zu Nanking überrascht mich ein wenig. Nicht mal die Nazis schafften es mit konventionellen Waffen mehrere Hunderttausend Menschen in wenigen Tagen abzuschlachten. Einzig der Einsatz von chemischen Kampfstoffen oder eben Atomwaffen hätten das Potenzial dazu. Hast du eine seriöse Quelle zu deiner Aussage?

      Was ich damit nicht sagen möchte ist, dass die Japaner keine Kriegsverbrechen begingen und enorme Massaker anrichteten. Es ist sehr irritierend, dass das pazifistische Japan bis heute noch keine richtige Entschuldigung herausbrachte dafür.
  • Feanor 09.08.2019 07:39
    Highlight Highlight Falsch, Japan wollte schon vor den Atombomben kapitulieren.
    • DemonCore 09.08.2019 12:44
      Highlight Highlight Nein, das stimmt nicht. Es gab Teile des Kabinetts und des dipl. Korps das eine Kapitulation vorschlug, konnte sich aber gegen die militärische Führung und Anhänger des Kaisertums nicht durchsetzen. Sogar nach dem Abwurf war der Entscheid zur Kapitulation nur nach Intervention des Kaisers selbst (und der Garantie des Fortbestehens des Kaisertums) möglich. Eine Offiziersverschwörung wollte noch am Tag der Kabinettsentscheidung einen Umsturz zwecks Fortführung des Krieges durchführen. Es starben in dieser Nacht noch ein gutes Dutzend Leute in und um den Palast.
  • Hans0815 09.08.2019 07:37
    Highlight Highlight "Unter dem Eindruck der Zerstörungen kapitulierte das Kaiserreich Japan am 15. August 1945."
    Das ist höchst umstritten bei Historikern, zum einen hatte ein flächenbombardement teils die grössere zerstörerische Wirkung als die A-bomben zum anderen und wahrscheinlich größerem grund für die Kapitulation vor den Amis wahr wohl die kriegsärklärung der Sowjets am 8. August 45.

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