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Michel Jarraud, WMO Secretary-General, speaks during a press conference about the WMO provisional statement on the status of the global climate in 2015, and release of five-year report on the climate from 2011-2015, at the European headquarters of the United Nations, in Geneva, Switzerland, on Wednesday, November 25, 2015. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

So wenig fehlt nun doch wieder nicht, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Bild: KEYSTONE

Wir müssen uns zusammenreissen: UNO-Klimakonferenz hebt den Mahnfinger



Mit deutlichen Aufrufen zu einem entschlosseneren Kampf gegen die Erderwärmung ist am Sonntag im polnischen Kattowitz die 24. Uno-Klimakonferenz (COP) eröffnet worden.

Vertreter von knapp 200 Staaten begannen mit den Verhandlungen über konkrete Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens aus dem Jahr 2015. Bis zum 14. Dezember soll dazu ein so genanntes Regelbuch ausgearbeitet werden.

Uno-Klimasekretärin Patricia Espinosa mahnte zur Eile im Kampf gegen die Erderwärmung. «Die Auswirkungen des Klimawandels sind so gross wie nie zuvor», sagte sie in Kattowitz. «Dieses Jahr ist wohl eines der vier wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.» Dies mache deutlich, «dass wir viel mehr tun müssen». Die Klimakonferenz müsse dies ermöglichen.

Auch die Präsidenten früherer Uno-Klimagipfel riefen die Delegierten zu massiven Anstrengungen auf. In einer gemeinsamen Erklärung drängten sie angesichts dramatischer Warnungen von Klimaforschern und extremer Wetterereignisse weltweit zu «entscheidenden Massnahmen», um der «akuten Bedrohung» etwas entgegenzusetzen. Die Folgen des Klimawandels seien kaum mehr zu übersehen. «Wir fordern tiefgreifende Veränderungen unserer Wirtschaften und Gesellschaften», hiess es.

Pariser Klimaziele im Blick

Die Uno-Klimakonferenz soll dazu beitragen, die Pariser Klimaziele doch noch zu erreichen. In dem Abkommen hatte die internationale Gemeinschaft Ende 2015 vereinbart, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber auf 1.5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Offiziell geht es bei den Verhandlungen in Kattowitz aber nicht darum, die nationalen Klimaschutzziele verbindlich anzuheben. Vielmehr soll in einem Regelbuch festgelegt werden, welche Massstäbe bei den nationalen Klimaschutzzusagen gelten sollen und wie diese offengelegt und überprüft werden.

Die Klimakonferenz birgt reichlich Zündstoff, nicht nur wegen des angekündigten Austritts der USA aus dem Pariser Abkommen. In Kattowitz wird voraussichtlich auch wieder hart ums Geld gerungen. Die Entwicklungsländer fordern von den Industrieländern mehr Unterstützung beim Klimaschutz und im Umgang mit den Folgen des Klimawandels.

«Wenn wir jetzt nicht handeln, dann riskieren wir, dass es kein Zurück mehr gibt», sagte der Chefunterhändler der Allianz Kleiner Inselstaaten, Amjad Abdulla. Er warnte vor «katastrophalen Folgen» für die Menschheit.

epa07203812 People carry placards as they take part in a demontration on Climate Change, in Brussels, Belgium, 02 December 2018. The demonstration takes place ahead of United Nations Climate Change Conference (COP24), in Katowice, Poland, from 03 December to 14 December.  EPA/OLIVIER HOSLET

Die zahlreichen Demonstranten ... Bild: EPA/EPA

epa07203532 Thousands of people take part in a demontration on Climate Change, in Brussels,  Belgium, 02 December 2018. The demonstration takes place ahead of United Nations Climate Change Conference (COP24), in Katowice, Poland, from 03 December to 14 December.  EPA/OLIVIER HOSLET

... fanden ebenfalls deutliche Worte. Bild: EPA/EPA

Erreichbarkeit fraglich

Mehrere wissenschaftliche Berichte hatten zuletzt infrage gestellt, dass die Ziele des Pariser Abkommens überhaupt noch zu erreichen sind. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) warnte vor einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um drei bis fünf Grad, sollten keine Gegenmassnahmen ergriffen werden.

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Video: srf/SDA SRF

Das Uno-Umweltprogramm (Unep) erklärte, die internationale Gemeinschaft müsse zur Erreichung der Paris-Ziele ihre Anstrengungen mindestens verdreifachen. Der Weltklimarat IPCC forderte «schnelle, weitreichende und beispiellose Änderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen».

Demonstrationen in Belgien und Deutschland

In Brüssel gingen am Sonntag 65'000 Menschen für mehr Klimaschutz auf die Strasse. In Berlin und Köln hatten bereits am Samstag zehntausende Menschen für mehr Klimaschutz und einen Ausstieg aus der Kohle demonstriert. Umweltschützer werfen der Bundesregierung vor, sich von der deutschen Vorreiterrolle beim Klimaschutz verabschiedet zu haben.

Am G20-Gipfel in Buenos Aires hatten sich mit Ausnahme der USA alle Staaten zu gemeinsamen Anstrengungen beim Klimaschutz und dem Pariser Abkommen bekannt. In der Anschlusserklärung bekräftigten die Unterzeichner des Klimaabkommens, dass die Vereinbarung «unumkehrbar» sei. US-Präsident Donald Trump bekräftigte hingegen den Entschluss seiner Regierung, sich aus dem Pariser Abkommen zurückzuziehen. (sda/afp/bal)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jerry Cad 03.12.2018 00:26
    Highlight Highlight Ok, ich geb auf. 2015 entscheiden Staaten, irgendetwas gegen einee zu hohe Klimaerwärmung zu tun, und kurz vof 2019, nach fast vier Jahren, trifft man sich mal um Massnahmen auszuarbeiten.
  • Clife 03.12.2018 00:12
    Highlight Highlight Es wird Zeit, den Finger aus dem Arsch zu ziehen und endlich zu handeln. Wie kann man so egoistisch sein und denken, dass man es jetzt gut hat, wenn andererseits die Zukunft (vielleicht gar in 30-40 Jahren) eine echte Katastrophe erwartet werden kann. Diese „Die nächste Generation kann das Problem dann lösen“-Politik ist echt ein graus...als erstes muss eindeutig schluss mit dem ganzen Petrol sein!
  • Troyen 02.12.2018 23:42
    Highlight Highlight Jetzt oder nie mehr. Einen kaputten Planeten kann man sich nicht mit dem angehäuften Geld schön kaufen. Wir dürfen uns nicht mehr die Augen zuhalten und uns alles heil singen.
    Wir müssen aufstehen und für die Zukunft der Menschheit kämpfen! Denn jetzt können wir noch handeln, aber morgen ist es zu spät.
  • chr_bopp 02.12.2018 23:17
    Highlight Highlight Entweder zynisch oder nicht: Aber dieser Artikel (oder sein Titel) sind ziemlich crazy 🙄
  • E7#9 02.12.2018 22:51
    Highlight Highlight Mahnfinger, Weltuntergangsprophezeiungen und bereits Forderungen nach weitreichenden gesellschaftlichen Veränderungen etc. mit der abstrusen Idee das Klima zu beeinflussen. Mir sieht das eher nach einem weiteren Schritt Richtung Bilderberg-Weltregierung aus (UNO-Kontrollen, Sanktionen), mit dem Absicht aggressiv die eigene Position zu stärken. Klimapolitik beeinflusst die Weltwirtschaft, nicht das Klima. Wenn nur all diese Milliarden in echten Umweltschutz (Meere, Wälder und ja, auch Luft) investiert würde. Doch dieser verleiht niemandem grosse Macht, globale Energiepolitik hingegen schon.
    • swisskiss 02.12.2018 23:50
      Highlight Highlight E7#9: Was ist "echter Umweltschutz"? Mal die "echten "Massnahmen studieren, die in der Hochphase der Versauerung des Regens ergriffen wurden, um das Waldsterben zu minimieren.

      Die Macht der "globalen Energiepolitik" lässt sich am Umgang mit den Lieferanten dieser Energie wie Saudi Arabien oder Russland studieren. Da ist jede Bestrebung sich von diesen Quellen unabhängig zu machen, auch ohne Umweltgedanken positiv.
      "Klima beeinflusst nicht die Weltwirtschaft" Wer die Schäden durch Naturereignisse nicht begreift, sollte vielleicht bei der Münchner Rück
      oder Swiss Re eine Weiterbildung machen.

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