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REFILE - CORRECTING STATE U.S. Democratic presidential candidate Hillary Clinton smiles as she listens to her introduction at a campaign event in Athens, Ohio, United States, May 3, 2016. REUTERS/Jim Young

Steht für den Status Quo statt für den Neuanfang: Hillary Clinton könnte gegen Donald Trump unter Druck geraten. Bild: JIM YOUNG/REUTERS

Kommentar

Aufgepasst, Mrs. Clinton – sonst hat es sich bald ausgelächelt. Denn die Amerikaner lieben Siegertypen wie Trump

Donald Trump steht als Präsidentschaftskandidat der Republikaner fest, jetzt könnte er sogar Hillary Clinton schlagen. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund.

Roland Nelles, Washington



Ein Artikel von

Spiegel Online

Mit politischen Prognosen ist das so eine Sache. Komischerweise tritt doch häufiger als gedacht genau das Szenario ein, das zuvor alle Bescheidwisser ausgeschlossen haben (der Autor dieser Zeilen inklusive). So ist es auch im Fall Donald Trump.

Als er im vergangenen Sommer seine Bewerbung für das Präsidentenamt ankündigte, lachte halb Amerika laut auf. Dem Selbstdarsteller wurden im Feld der damals 17 Bewerber kaum Chancen eingeräumt. Und nun das: Nach dem klaren Sieg bei der Vorwahl in Indiana und dem Rückzug von Ted Cruz ist «The Donald» faktisch der nächste Präsidentschaftskandidat der republikanischen Partei.

Republican presidential candidate Donald Trump speaks during a primary night news conference, Tuesday, May 3, 2016, in New York. (AP Photo/Mary Altaffer)

Verkündet den radikalen Neuanfang: Donald Trump.
Bild: Mary Altaffer/AP/KEYSTONE

Jetzt gibt es – Achtung! – wieder eine sichere Prognose vieler Experten: Trump wird bei der eigentlichen Präsidentschaftswahl im November gegen Hillary Clinton verlieren. Das mulmige Gefühl ist nur: Nach den Erfahrungen der letzten Monate könnte sich auch diese Vorhersage als falsch erweisen.

«The Donald» lädt zum Träumen ein

Zwar liegt Clinton aktuell in vielen Umfragen klar vor Trump, sie hat die Frauen, die Afroamerikaner und die Latinos auf ihrer Seite. Sie ist die erfahrenere, die vernünftigere Kandidatin. Doch Trump hat einen riesigen Vorteil: Während sie nach acht Jahren Barack Obama lediglich ein «Weiter so» verspricht, kann er frohgemut und unbefangen den radikalen Neuanfang verkünden.

Was wegen Trumps Pöbeleien gerne übersehen wird, ist sein eigentliches Erfolgsgeheimnis. Er inszeniert sich als Sieger, als Mann, der Wunder vollbringen kann. Er war erfolgreich als Immobilienunternehmer, als Showstar im Fernsehen. Nun erscheint sein klarer Triumph über Ted Cruz wie ein Beweis, dass er auch über politische Zauberkräfte verfügt.

So lädt er Amerika zum Träumen ein. Seine Botschaft, das Land wieder «grossartig» zu machen, ist verführerisch. Er zielt auf die Herzen der Bürger, nicht auf ihre Köpfe. Das macht ihn so unberechenbar – und auch so erfolgreich. Verstand wird ersetzt durch Gefühl, obwohl dies in der Politik bekanntlich immer der Moment ist, in dem es meist richtig gefährlich wird.

Alles wieder «great»

Trump, der begnadete Verkäufer, lockt die Amerikaner, auch demokratische Wähler, mit der Aussicht auf ein Leben im Paradies auf Erden. Die Wirtschaft, die Jobs, das Militär – alles soll mit ihm nach Jahren der Krise wieder wunderbar beziehungsweise «great» werden. In einem hochdynamischen Einwandererland wie den USA, dessen Bürger den Mut zum Neuanfang gleichsam in ihrer DNA tragen, kann seine Botschaft verfangen.

Hillary Clinton – ihr Leben in Bildern

Aufbruch, Wandel, Veränderung – diese drei Wörter bestimmen seit Jahrhunderten das Lebensgefühl der amerikanischen Gesellschaft. Und die Amerikaner lieben Sieger. Viele sagen sich deshalb: Warum sollen wir es nicht mit dem neuen Typ versuchen? Frei nach dem Motto: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

So könnte am Ende der nächste Präsident tatsächlich Donald Trump heissen. Klar, auch das ist nur wieder eine Prognose. Und: Hoffentlich ist sie falsch.

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 04.05.2016 23:18
    Highlight Highlight Die USA steht auf der Kippe.
    Entweder sie rutschen ab in die totale Verblödung, oder sie besinnen sich auf die Stärken des "american dream":
    Offen für Neues, Mut zum Risiko, "Scheitern" ist nicht schlimm, einfach wieder aufstehen und was Anderes versuchen!
    Trump ist etwas "Neues" (Mackertum von vorgestern)
    Trump ist ein Risiko
    Trump wird scheitern
    Ob die USA nach einer Regierung mit Trump wieder aufstehen könnte, würden wir dann ja sehen.
    Aber mir wäre lieber, die USA gingen dieses Mal ganz "unamerikanisch" mit Hillary Clinton auf Nummer sicher...
  • Kibar Feyzo 04.05.2016 17:26
    Highlight Highlight Murphy's Law...
  • Greta Schloch 04.05.2016 16:18
    Highlight Highlight In David Foster Wallace Zukunftsroman 'Infinite Jest' von 1996 ist der ehemalige Schlagersänger Johnny Gentle Präsident der O.N.A.N. (Organization of North American Nations)
    Parallelen sind vorhanden:
    http://thestake.org/2015/08/10/what-if-donald-trump-is-really-president-johnny-gentle/
    • DerTaran 04.05.2016 18:07
      Highlight Highlight Onan, wirklich, so wie der aus der Biebel?
  • Zeit_Genosse 04.05.2016 13:54
    Highlight Highlight am 3.3. schrieb ich:
    "Und wenn sich Trump, nachdem er seine Widersacher abgeschüttelt hat, anständig, konziliant und galant ggü. Clinton verhält, dann würde er gleich nochmals überraschen und die Demokratin auf dem falschen Fuss erwischen. Ok, das trauen wir Trump nicht zu und er wird seinen unterhaltsamen, harten, unfairen und bizarren Wahlkampf so weiter führen. Sein Ego ist derart gross, dass ein Verlieren ggü. Clinton unverschmerzlich sein würde. Das macht seine Mission glaubwürdiger als ihre."

    Der Trump führt einen gradlinigen und fassbaren Wahlkampf als Feldherr der USA.
    • René Obi 04.05.2016 15:37
      Highlight Highlight Trump traue ich vieles zu. Nur nicht, dass er ein guter Präsident würde.
  • Luca Brasi 04.05.2016 12:22
    Highlight Highlight Die Medien verschweigen ständig die Möglichkeit einer Kandidatur Michael Bloombergs!

    ;)
    • Leon1 04.05.2016 12:32
      Highlight Highlight Bloomberg hat dargelegt, er würde nicht kandidieren! (Und darüber hinaus noch ziemlich vernünftig erklärt weshalb.)

      http://www.bloomberg.com/politics/articles/2016-03-07/michael-bloomberg-says-he-won-t-run-for-president-in-2016
    • Luca Brasi 04.05.2016 13:14
      Highlight Highlight War eigentlich mehr spasseshalber gemeint, weil bei solchen Artikeln normalerweise immer jemand mit einem Kandidaten kommt, der angeblich nicht berücksichtigt wird. Aber danke für den Link. ;)
    • Madison Pierce 04.05.2016 14:05
      Highlight Highlight Es wäre eine sehr freudige Überraschung, wenn sich Bloomberg doch noch zu einer Kandidatur durchringen könnte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Amboss 04.05.2016 12:13
    Highlight Highlight Guten Analyse. Auch ich war immer der Meinung. Wird Trump Kandidat, so ist das ein Freilos für die Demokraten.

    Aber auch ich bin mir nicht mehr so sicher. Sehe aber noch einen anderen Grund: Hillary Clinton selbst.
    Sie ist einfach eine Kandidatin, die irgendwie nicht in die heutige Zeit passt. Eine Kandidatin der 90er, Nullerjahre.
    Seit Ewigkeiten dabei.
    Dieses ohnmächtige Gefühl: "Kann es denn nicht jemanden neues, frisches sein?" Dieses Gefühl haben vermutlich viele. Und das ist ihre Schwäche.

  • Madison Pierce 04.05.2016 12:11
    Highlight Highlight Wenn Sanders auch noch aufgibt, ist mir egal, wer Präsident wird. Hoffe dann auf einen besseren Ausgang in vier Jahren.
    • Griffin 04.05.2016 18:50
      Highlight Highlight Sanders wird nicht aufgeben, er hat mehrfach geäussert, dass er es bis zur convention durchziehen wird. Wohl auch in der Hoffnung, dass bis dahin klar ist, ob die FBI-Untersuchungen Clintons Wahl gefährden oder sie so inhaltslos sind, wie ihre Kampagne das behauptet. Sollte aber mehr dahinter sein, müssten die Superdelegierten eigentlich die (höchstwahrscheinlich) zweite Wahl der Demokratischen Partei unterstützen. In deren Umfeld soll gemäss Beobachtern im Hintergrund aber geprüft werden, ob die Kandidatur dann einem anderen Politiker, z. B. Biden gegeben werden soll.
  • Tiny Rick 04.05.2016 12:10
    Highlight Highlight Ihr Lachen erinnert mich an einen Geisteskranken Joker. Falls DC Comics mal einen weiblichen Joker brauchen, müssten sie Hillary casten
  • felixJongleur 04.05.2016 12:03
    Highlight Highlight Was ich jetzt wirklich strange finde: Ich habe die Wahlkämpfe von Obama recht intensiv verfolgt. Immer wieder von Kommentatoren und Experten hüben wie drüben betont, dass es in den USA unmöglich ist, ohne die Afro- und die Latinocommunity irgend etwas zu reissen. Das diese beide Gruppen bei den Republikanern evtl. marginal vertreten sind ist das eine, aber für die Präsidentschaftswahlen müsste das doch heissen, dass the Donald absolut NULL Chancen hat? Dem scheint nun nicht so. (Btw. ich gehe davon aus das es Donald machen wird, Hillary wird wohl über einen Skandal stolpern und wird unwählbar.
  • SVARTGARD 04.05.2016 11:51
    Highlight Highlight Sie wird das Rennen machen,nicht dieser Geisteskranke.
  • Asmodeus 04.05.2016 11:46
    Highlight Highlight Hier ein gutes Video wieso Trump so erfolgreich ist, aber schlussendlich nicht Präsident werden wird.

    Kurzgefasst. Man will jemanden wie Trump im Showbusiness. Er sorgt für Emotionen. Er pinkelt den Leuten ans Bein. Er bietet Unterhaltung.
    Deswegen versucht man sie so lange wie möglich im Rennen zu halten.

    Man gönnt ihnen aber nicht den endgültigen Sieg. Man will solche Typen auf der Zielgerade scheitern sehen.

    Das ist der Hauptgrund, wieso sich Clinton Hoffnungen auf die Präsidentschaft machen kann.
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