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Englische Politikerin erzählt von ihrer Vergewaltigung – was mich daran irre wütend macht

Eine schottische Abgeordnete berichtet dem britischen Unterhaus am 8. Dezember, wie sie als 14-Jährige missbraucht wurde. Natürlich ist es nicht der ehrliche, erschütternde Vortrag von Michelle Thomson, der mich hässig macht, sondern wie man(n) damit umgeht. 

09.12.16, 18:40 10.12.16, 10:34


«Als ich 14 war, wurde ich vergewaltigt», beginnt Michelle Thomson ihren Leidensbericht. Ihr Fall ist typisch für den Missbrauch Minderjähriger: Der Täter war ein Bekannter, der sie am frühen Abend nach einer Veranstaltung nach Hause bringen wollte. «Wir gingen einen anderen Weg, als normal gewesen wäre, aber ich habe mir nichts dabei gedacht.»

Michelle Thomson bei ihrer Rede im britischen Unterhaus. screenshot: sky news

Als der Bekannte ihr sagte, er wolle ihr in einem Unterholz etwas zeigen, habe sie gestutzt. «Das muss ich zugeben. Es ging eine Alarmglocke an. Aber ich kannte ihn doch», schildert die Schottin. «Und ehrlich gesagt wusste ich damals auch nicht, was Vergewaltigung ist. Über sowas wurde nicht geredet.»

Wie betäubt

Die eigentliche Tat geschah «gnädigerweise schnell», sagt Thomson knapp. «Das erste, woran ich mich erinnere, ist ein Gefühl der Überraschung, dann der Angst und dann des Schreckens, als ich erkannte, dass ich einfach nicht entkommen konnte. Denn er war natürlich stärker als ich.»

Ihre Sinne seien wie betäubt gewesen und auch heute, 37 Jahre später, habe sie kaum Erinnerungen an das, was passierte. Das Unterbewusstsein entschiede, ob man in so einem Moment fliehe, kämpfe oder erstarre. «Und ich erstarrte, ich muss ehrlich sein. Anschliessend ging ich allein nach Hause. Ich weinte, mir war kalt und ich zitterte – wegen des Schocks.»

Verdrängung, Scham und Selbstvorwürfe

Thomson erzählte weder ihren Eltern, noch Freunden oder der Polizei, was passiert war. Das Opfer verdrängte, und das Mädchen hoffte gar, dass sie schwanger sei, damit die Tat doch noch herauskommt. «Ich habe mich geschämt», sagt sie mit Blick auf die folgenden Selbstvorwürfe: 

Stark: Die Schottin macht ihr sehr persönliches Schicksal öffentlich. screenshot: sky news

«Ich hätte es wissen müssen! Warum bin ich mit ihm mitgegangen? Warum habe ich die Gefahr nicht erkannt? Ich habe es verdient, weil ich zu sehr dies und das war.»

Michelle Thomsons innere Monologe nach der Vergewaltigung.

Der Gewaltakt zog einen Schlussstrich unter ihre Kindheit. «Jetzt verstehe ich, dass es in einer wenn auch nur kurzen Zeit der Hypersexualität darum ging, diesem Vorfall einen Sinn und dem intimsten aller Akte einen neuen Rahmen zu geben. Meine Freunde von damals müssen die Veränderung in mir bemerkt haben», fährt Thomson frank und frei fort. Dann habe sie sich zurückgezogen.

«Wie muss es für Frauen sein, die sowas jeden Tag ertragen müssen?»

Als sie zwölf Jahre später heiratete, habe sie es als ihre Pflicht empfunden, ihrem Mann davon zu erzählen. Sie konnte es nicht tun, ohne dabei in Tränen auszubrechen. «Erst in meinen Mitvierzigern habe ich mir Hilfe gesucht», erklärt die Politikerin und fasst zusammen: Die Folgen der Vergewaltigung für ihr Selbstvertrauen und ihr Selbstwertgefühl waren «fundamental und fatal».

«Eine Vergewaltigung geschieht wegen des Vergewaltigers, nicht wegen des Opfers.»

Thomson zu jenen, die den Opfern Mitschuld geben.

Die 51-Jährige sagt, dass es ihr ja noch gut gehe: Sie sei seit 25 Jahren glücklich verheiratet. «Aber wenn das der Effekt [einer Vergewaltigung] ist, wie muss es für diese Frauen sein, die sowas jeden Tag ertragen müssen?» Denn Gewalt gegen Frauen ist an diesem 8. Dezember Thema im Unterhaus, und Thomsons starker Schlusssatz mit Blick auf aggressive Männer lautet: 

«Ich habe keine Angst. Ich bin kein Opfer. Ich bin eine Überlebende!»

Thomsons Rede im Video. Video: YouTube/Sky News

Es ist eine grosse Rede der Politikerin, und sie nötigt einem Respekt ab. Es gibt Momente, in denen ihre Stimme zu kippen droht, doch die Abgeordnete für Edinburgh kontrolliert ihre Emotionen: Sie will kein Mitleid, es geht ihr um die Sache.

Was mich daran aufregt? Sicher das, worüber sie spricht, aber natürlich nicht, dass sie das ausspricht! Eher wo sie es sagt, vor welcher Kulisse.

Sieh selbst, wie viele Abgeordnete gekommen sind, um nach dem «UN International Day for the Elimination of Violence against Women» am 8. Dezember das Thema Gewalt gegen Frauen zu diskutieren:

screenshot: sky news

Hier beginnt Thomson gerade ihre Rede und kündigt einen sehr persönlichen Beitrag an.

Das ist doch verlogen! So wie der «Telegraph» oder Spiegel Online, die schlagzeilenträchtig titeln, Thomson habe das Unterhaus zu Tränen gerührt. Die Emotionalisierung ist sowas von unnötig, denn der Inhalt ist emotional genug.

Und diese Überschriften zeigen, dass etwas nicht verstanden worden ist. Überlebende brauchen keine Tränen!

screenshot: telegraph

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68
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68Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • CASSIO 11.12.2016 08:05
    Highlight Arschloch, Wixer und Hurensohn? Nun, dass in heutigen Zeiten das Wort Hurensohn noch als Schimpfwort verwendet wird, ist eigentlich auch traurig. Frauen, die sich prostituieren, werden so herabgesetzt. Weshalb? Ich sehe nichts Verwerfliches an diesem Beruf. Generell gebe ich Dir aber Recht mit dem Artikel. Such einfach andere Schimpfwörter.
    3 2 Melden
  • lilie 10.12.2016 10:03
    Highlight Eine starke, mutige Frau. Sie hat sich getraut, den Mund aufzumachen - vermutlich sehr wohl im Bewusstsein, dass sie nicht nur auf Verständnis stossen würde.

    Und siehe da, die meisten Abgeordneten wollen es gar nicht hören. Das ist beschämend.

    Aber vielleicht auch ein wenig Glück im Unglück: Denn durch diesen Umstand ist die öffentliche Entrüstung umso grösser. Es wird darüber berichtet, es wird darüber debattiert.

    Für die Sache erhoffe ich mir, dass dadurch umso mehr Menschen zur Erkenntnis gelangen: Das ist kein Thema, bei dem man weghören sollte.
    70 0 Melden
  • Saraina 10.12.2016 09:55
    Highlight Wäre die Frau von einem Einwanderer oder einem Muslim vergewaltigt worden, wären die Bänke voll geblieben, während die Abgeordneten sich notiert hätten wie sie den Fall am besten politisch verwerten könnten.
    71 20 Melden
    • Philipp Dahm 12.12.2016 10:38
      Highlight Leider richtig.
      2 0 Melden
  • Gigi,Gigi 10.12.2016 09:27
    Highlight Was man vielleicht auch noch erwähnen sollte, es sitzen 45 Frauen im schottischen Parlament. Respektive sitzen offenar nur ganz vereinzelt während der Rede von Thomson im Saal. Wo sind denn die alle hin? Kaffeetrinken?!
    (Ein Bild sagt zwar mehr als tausende Worte, aber eventuell die falschen?)
    35 3 Melden
  • Der müde Joe 10.12.2016 07:23
    Highlight Es ist einfach enttäuschend und tragisch. Da sieht man wieviel Mut zur Wahrheit diese Politiker haben. Und liebe Leser, dass ist in vielen anderen Fälle genau so. Solange es nicht um Wirtschaft und Kohle $£€ geht, interessiert sich doch keine Sau dafür! Und genau diese (Entschuldigung) Bastarde führen Länder, Wirtschaft und Firmen. Und wir wundern uns, warum unsere Gesellschaft ausbrennt! Wisst ihr warum? Weil sich die wenigsten dieser Politiker und Arbeitgeber für DICH interessieren.
    60 6 Melden
  • pamayer 10.12.2016 00:54
    Highlight Ja ja, Vergewaltigung interessiert Männer nicht.



    Ausser, es trifft den eigenen Sohn.
    Oder die eigene Tochter. Aber die hätt sich eben anders verhalten sollen.
    15 61 Melden
    • pamayer 11.12.2016 12:10
      Highlight Warum so viele Blitzer??
      1 0 Melden
    • Philipp Dahm 12.12.2016 10:40
      Highlight Triffst es auf den Punkt. Null Solidarität bei den Männern, erst wenn es die eigene weibliche Verwandtschaft treffen würde, würden ihnen die Augen aufgehen. Wer blitzt, hat pamayers Aussage falsch verstanden denks.
      1 0 Melden
  • Maett 09.12.2016 23:42
    Highlight Ich versteh die Intention des Artikels nicht.

    Menschen (und in unseren Breitengraden eindeutig mehrheitlich Frauen) werden seit Jahrtausenden vergewaltigt und missbraucht.

    Es tut mir für Frau Thomson leid, dass ihr dieses Schicksal widerfahren ist, aber ihr Fall ist nicht wichtiger als jeder andere und für politische Debatten irrelevant, da sie schlussendlich nichts sagt, was nicht bereits bekannt ist.

    Das Strafrecht dazu ist ausgearbeitet, was soll man (als Politiker) also noch mehr machen?

    Zumal Männer kaum in der Lage sind, zu verstehen, was eine Vergewaltigung für eine Frau bedeutet.
    27 119 Melden
    • Schlumpfinchen 10.12.2016 09:41
      Highlight Ich versuche es dir zu erklären Maett:
      1. Das Frauen schon seit tausenden von Jahren vergewaltigt werden ist kein Grund nicht zu versuchen etwas daran zu ändern.
      2. Wieso geschieht es dann immer wieder? Wieso haben die Mädchen noch nicht den Mut, ihre Misshandlung anzusprechen? Wir müssen solange auf diesem Thema rumreiten, bis sich unsere Kinder und Enkel trauen, es zu melden, damit sie sofort Hilfe erhalten können.
      3. Ist es nicht genau das was Politiker eigentlich tun sollten? Gesetze ausarbeiten oder ändern?
      4. Unglaublich wie sehr man Ausreden finden kann um einfach wieder nichts zu tun.
      47 8 Melden
    • Fabio74 10.12.2016 16:51
      Highlight Deine Empathie kommt an ein tiefgefrorenes Mammut ran.
      19 7 Melden
    • Philipp Dahm 12.12.2016 10:42
      Highlight Es geht zuallererst um fehlende Solidarität unter (männlichen) Politikern beim Thema Gewalt gegen Frauen - und nebenbei um Opportunismus beim Agenda Setting.
      2 0 Melden
  • Schlumpfinchen 09.12.2016 21:55
    Highlight Das Schlimmste an dieser Geschichte ist doch, dass sie über Jahre schwieg, weil sie sich schämte, weil man darüber ja nicht spricht, schon gar nicht wenn es ein Verwandter oder Bekannter war (wie sehr häufig). Ich will echt nicht wissen, wie viele Fälle einfach verschwiegen werden.
    152 2 Melden
    • pamayer 10.12.2016 00:52
      Highlight Sehr viele!!
      24 3 Melden
    • CASSIO 11.12.2016 08:08
      Highlight Die meisten!!!
      4 0 Melden
    • Philipp Dahm 12.12.2016 10:43
      Highlight Jep. Und dann sagt sie solidarisch: Hey, wenn es bei mir schon so krass war, überlegt mal, wie es Frauen geht, denen sowas mehrfach passiert.
      1 0 Melden
  • flugsteig 09.12.2016 21:39
    Highlight Der Artikel war gut bis zu diesem Moment: "Die Abgeordneten Arschloch, Wixer und Hurensohn (Namen frei erfunden, die Herren heissen womöglich anders) verlassen gerade den Saal. Vielleicht um ein Zvieri zu holen oder einen Tee zu trinken."
    Das war nicht nötig, nicht professionell und schadet der Diskussion.
    148 120 Melden
    • JasCar 09.12.2016 23:20
      Highlight Aber es war emotional und echt! Was mir Heute an vielen Orten fehlt, finde ich in Artikeln auf watson. Danke dafür!
      58 30 Melden
    • Hasjisjn 09.12.2016 23:37
      Highlight Da beginnt doch der Artikel erst. Und Recht hat er auch: mit wem wollen Sie diskutieren? Ist ja niemand mehr da... für mich ein Symbolbild der Gesellschaft nicht nur des britischen Unterhauses.
      55 16 Melden
    • Dageka 10.12.2016 03:33
      Highlight Manchmal muss man einfach ehrlich sein, wie man über diese "Volksvertreter" denkt...
      50 12 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Einfache Meinung 09.12.2016 21:13
    Highlight Sind wir Menschen oder Tiere?! Haben Vergewaltiger ein Herz?!
    14 8 Melden
    • Maett 09.12.2016 23:36
      Highlight @Einfache Meinung: da gibt's kein oder. Menschen sind Tiere. Jede andere Behauptung ist idealistisch, weil sie biologischen Fakten widerspricht.

      Dazu füge ich an, dass wir zwar das Tier sind, das seine Grosshirnrinde am intensivsten nutzt, allerdings nicht das einzige.
      27 9 Melden
    • pamayer 10.12.2016 00:56
      Highlight Vergewaltiger haben's in der Regel via aktiven Vorbildern am eigenen Leib erfahren.
      14 16 Melden
    • CASSIO 11.12.2016 08:12
      Highlight Ich verstehe die Blitze bei pamayer nicht. Die Aussage ist korrekt, sie ist weder wertend, noch entschuldigend, sondern Fakt. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. Wenn man diese Traumata früh erkennt und somit auch behandeln kann, können Opfer vermieden werden. Und jedes einzelne Opfer, welches vermieden werden kann, ist ein Gewinn.
      3 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • wiisi 09.12.2016 21:10
    Highlight Immerhin hat sie es bis in die Medien geschafft. Danke!
    25 51 Melden
    • wiisi 10.12.2016 18:49
      Highlight Das war auch kein Sarkasmus! Ich finde es gut, dass der Journalist dass hier in den Medien bringt und sie von mehr Leuten gehört wird als da bei dieser Rede. Danke an watson, dass sie diesen Artikel bringen und andere Betroffene vielleicht auch dadurch nicht schweigen müssen, oder sich schämen.
      Ein Sarkasmus wurde wohl hineininterpretiert. Ich meint das aber ernsthaft, so wie ich es geschrieben habe.
      11 0 Melden
  • Kurt Bucher 09.12.2016 21:01
    Highlight Ich hoffe ich darf bei meinem nächsten Kommentar auch Arschloch, Wixer und Hurensohn schreiben... Ohne das es von euch Zensiert wird.
    67 46 Melden
    • Lukas Blatter 09.12.2016 21:18
      Highlight @Kurt Bucher: Wir machen hier jetzt mal eine Ausnahme (wegen thematischem Zusammenhang mit dem Artikel). Grundsätzlich wollen wir keine Beschimpungen unter der Gürtellinie aus watson. Ein Kommentar, der eine einzelne Person oder einen User mit solchen Begriffen direkt angreift, schalten wir daher auch in Zukunft nicht frei.
      126 44 Melden
    • Mia_san_mia 09.12.2016 22:09
      Highlight Da sollte man aber keine Ausnahme machen. Man kann den Artikel auch normal schreiben. Dem Autor ist doch das ganze auch Egal, er will einfach mit diesem Artikel auffallen und tut so als würde ihn das ganze so krass berühren...
      76 66 Melden
    • Roaming212 09.12.2016 22:30
      Highlight @Lukas Blatter
      Auch hier sollte keine Ausnahme gemacht werden. Auch wenn die Aussagen zutreffen, sind Beleidigungen in einem Artikel eines ausgebildeten Journalisten völlig unprofessionell. Das ist sogar noch tiefer als Blick-Niveau!
      86 28 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • statistikus 09.12.2016 20:45
    Highlight Von 650 MP sind 191 weiblich. Von den 191 Frauen sind ca. 14 weibliche MP auf dem Foto ersichtlich. Das sind weniger als 8% aller w. MP. Das Thema hat Frauen zwar deutlich mehr interessiert als Männer (6 von 459), aber wirklich interessiert scheinen die weiblichen MP auch nicht gewesen zu sein.
    139 7 Melden
    • Amadeus 10.12.2016 00:09
      Highlight @Statistikus
      Grundsätzlich ist es einfach schade, dass das Thema nicht mehr MP's interessiert. Aber noch zu ihrer Berechnung: w MP's 13/191 = 6.8%, m MP's 10/459 = 2.18%. Also hats relativ betrachtet doch dreimal soviele Frauen wie Männer interessiert.
      @Philipp Dahm
      Wenn man die ganze Rede schaut, sieht man, dass ein paar der Abgeordnetetn später wieder an ihre Plätze zurückgekehrt sind.
      15 8 Melden
    • Philipp Dahm 12.12.2016 10:53
      Highlight Danke für die genauen Zahlen, ich hatte ja bloss spekuliert. Nails it!
      0 0 Melden
  • Menel 09.12.2016 20:39
    Highlight Es gibt viele Wege Menschen zum Schweigen zu bringen. Nicht hinhören ist einer...
    121 10 Melden
    • Spooky 10.12.2016 18:13
      Highlight @Menel
      So ist es. Ich füge hinzu: Wenn man einen Menschen zum Schweigen bringen will, dann muss man ihn isolieren. Die Mafia und der Vatikan sind darin die absoluten Meister.

      Zum Glück haben in diesem Fall die Medien zugeschaut.
      5 1 Melden
  • Schlumpfinchen 09.12.2016 20:38
    Highlight Jetzt mal ernsthaft, eine Frau bringt den Mut auf ihre Geschichte öffentlich zu machen und ihr kritisiert Clickbait und so. Das Thema finde ich wichtig genug, dass man auch mal auf den Inhalt des Artikels sprechen könnte.
    71 12 Melden
    • Mia_san_mia 09.12.2016 22:12
      Highlight Er wäre wichtig, aber dann muss es der Autor auch ernst nehmen...
      22 20 Melden
    • Macke 09.12.2016 23:25
      Highlight @ Mia_san_mia: Weisst du was mich hässig macht? Eine Frau erzählt was Wichtiges und du so "der Autor aber... mimimi". Deine Kritik mag gerechtfertigt sein, aber ich finde den Inhalt des Artikels um einiges wichtiger als formale Rosinenpickerei.
      22 16 Melden
    • pamayer 10.12.2016 01:08
      Highlight Schlumpfinchen, jetzt mal ernsthaft:
      Wenn feministische Aktivistinnen die 'rape culture' anprangern, werden sie sofort als weltfremd und männerfeindlich verschrien.
      Vergewaltigung ist im mehrere 1000 Jahre bestehenden Patriarchat die Tagesordnung.
      Seit ein paar wenigen Jahren steht sie hierzulande unter Strafe. Aber das patriarchale Muster nimmt sich, was Mann braucht. Und wenn's der eigene Sohn ist, um ihm klar zu machen, wo der Bartli den Most herholt.
      So war's, und so schnell ändert sich das wohl nicht.
      Die Leidtragenden sind zu viele. Vergewaltiger viel zu viele an wichtigen Ämtern...
      11 12 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • ubu 09.12.2016 20:20
    Highlight (muss nicht publiziert werden).

    da ist ein üüüüüübler das/dass-fehler im vorletzten satz.
    21 5 Melden
    • Lukas Blatter 09.12.2016 21:13
      Highlight @ubu: Üble Sache, Maloney! Das habe ich natürlich sofort korrigiert. Dass das klar ist mit den Pronomen und Konjunktionen! ✌️
      37 10 Melden
  • fcsg 09.12.2016 20:19
    Highlight Ich weiss einfach nicht, was es zu diesem Thema zu diskutieren gibt, ausser das Gewalt gegen Frauen falsch ist. Genauso wie sie gegen Männer falsch ist. Als männlicher Politiker kann man da wohl nur ins Fettnäpfchen treten, egal was man sagt. Da würde ich auch rauslaufen, was soll das Anhören der Rede denn bringen? Die Rede wird ja jetzt in den Medien verbreitet, also kann man sie auch da nachlesen.
    28 145 Melden
    • Schlumpfinchen 09.12.2016 21:42
      Highlight Sagt dir whataboutism etwas?
      Es zeugt von Respekt einer Rednerin im Parlament anzuhören. In den Medien kommt es, damit die Wähler wissen wen sie zukünftig wiederwählen sollen und was im Parlament so abläuft, aber sicher nicht, damit andere Parlamentarier einen Kaffee trinken gehen können und sie nachher ansehen können. Find ich einfach nur unfair dem Redner oder der Rednerin gegenüber.
      49 11 Melden
    • fcsg 10.12.2016 01:54
      Highlight Was glauben Sie denn, wie gut sind die Parlamente (praktisch egal wo) besetzt während solchen Debatten ohne Abstimmung? In der CH ist meist etwa die Hälfte der Parlamentarier anwesend und wiederum 50% davon lesen Zeitung oder machen sonst irgendetwas. Das wird in GB nicht anders sein. Ein Parlament ist keine Selbsthilfegruppe, sondern knallharte Meinungsmachung und die findet in der Realität nicht beim Zuhören der Reden statt, sondern auf den Gängen, beim Mittagessen oder beim Kaffee.
      12 3 Melden
  • Donald 09.12.2016 19:21
    Highlight Gerade das mittlerweile Clickbait-Titel-Portal Nummer eins kritisiert andere für solche Titel...
    81 42 Melden
  • Thinktank 09.12.2016 19:15
    Highlight Gratuliere für den Mut, als linker Journalist das Thema aufzugreifen, das ihr sonst wie das Weihwasser scheucht. Da es um eine 14-Jährige geht, kann man das Thema Pädophilie elegant umschiffen und wenn es um einen bösen Bekannten geht, ist man im gut bürgerlichen Milieu und muss das naheliegende Minenfeld Ethnie nicht betreten. Ich habe noch nie gesehen, dass sich eine linke Partei, neben SVP, für das Thema engagiert. Im Gegenteil, machte die SP doch bei der letzten Pädophileninitiative einen Gegenvorschlag. Vergewaltung im Familienumfeld ist allgegewärtig und gehört drakonisch bestraft.
    41 143 Melden
    • Donald 09.12.2016 19:46
      Highlight Ich glaube der Bekannte ist eher ein gleichaltriger "Freund". Hat vermutlich also wenig mit Familie oder Pädophilie zu tun.
      8 38 Melden
    • Wilhelm Dingo 09.12.2016 19:51
      Highlight Ist die SVP link und seit wann engagieren sich diese Herren für das Thema? Ist mir neu...
      65 15 Melden
    • Datsyuk * 09.12.2016 20:03
      Highlight Skuriller Kommentar. Ich sehe jedenfalls keine Zusammenhänge zwischen den von dir genannten Punkten.
      57 8 Melden
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