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epa05934006 French presidential election candidate for the 'En Marche!' political movement and Former French Minister Emmanuel Macron during a political campaign rally at Chatellerault, France, 28 April 2017. Emmanuel Macron and far-right Front National (FN) party candidate Marine Le-Pen arrived in the lead positions on the first round of the presidential elections. France will hold the second round on 07 May 2017.  EPA/CAROLINE BLUMBERG

Bild: CAROLINE BLUMBERG/EPA/KEYSTONE

Präsident Macron ist nicht zu beneiden – doch seine «Geheimwaffe» heisst Le Pen

Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron steht vor einer Herkulesaufgabe. Er muss seinem Land und der Europäischen Union neuen Schwung verleihen. Seine Aussichten sind nicht schlecht, denn er hat einen starken Trumpf.

Frankreich ist ein seltsames Land. Man bewundert seine Kultur und Kreativität, die Eleganz seiner Sprache und seiner Menschen. Und man nervt sich über den Eigensinn, ja die Sturheit der Gallier. Der grösste Politiker der Grande Nation im 20. Jahrhundert drückte es so aus: «Wie kann man ein Land regieren, in dem es 246 verschiedene Käsesorten gibt?»

Also sprach Charles de Gaulle in einem Interview mit dem Magazin «Newsweek». Selbst der verehrte General, Organisator des Widerstands im Zweiten Weltkrieg und erster Präsident der fünften Republik, verzweifelte manchmal an seinen Landsleuten. Als sie ihm 1969 bei einer Abstimmung über ein eher zweitrangiges Thema die Gefolgschaft verweigerten, trat er kurzerhand zurück.

epa05813865 French President Francois Hollande (C-R) tastes cheese as he visits the Agriculture Fair in Paris, France, 25 February 2017.  EPA/Michel Euler / POOL

Käseland Frankreich: Der abtretende Präsident François Hollande beim Degustieren. Bild: EPA/AP POOL

Nun hatte de Gaulle natürlich nicht recht: Es gibt in Frankreich weit mehr als 1000 Käsesorten. Die Kulinarik ist ein weiterer Trumpf dieses Landes, auch wenn die Zeiten vorbei sind, in denen man selbst in unscheinbaren Restaurants auf dem Land ein tolles Menü auf den Tisch gezaubert erhielt. In mancher Hinsicht ist Frankreichs Grandeur heute nur noch wehmütige Erinnerung.

Es sagt einiges aus über den Zustand des Landes, dass im ersten Wahlgang mehr als 40 Prozent für Kandidaten stimmten, die das Blaue vom Himmel herunter versprachen.



Den Französinnen und Franzosen ist dies mehr als bewusst. Sie beklagen den Stillstand, das Malaise ihrer Nation, die wirtschaftlich vor sich hin dümpelt. Eine Morosité liegt über dem Land, eine Verdrossenheit mit der Elite. Sie hat sich in der Präsidentschaftswahl entladen. Die Stichwahl erreichten zwei Bewerber, die ausserhalb der klassischen Parteistrukturen antraten.

Gewonnen hat am Ende der Favorit: Emmanuel Macron wird in den Elysée-Palast einziehen. Eine Überraschung war dies am Ende nicht mehr, trotz des Sabotageangriffs in letzer Minute. Sein Sieg war sogar deutlicher als erwartet. Spätestens seit dem gehässigen Fernsehduell gegen Marine Le Pen stand er so gut wie fest. Macron hielt den Attacken und Beleidigungen stand, die seine Rivalin mit ihrem heuchlerischen Christoph-Mörgeli-Grinsen vortrug.

Man fragt sich immer noch, was die Chefin des Front National damit beabsichtigte. Marine Le Pen bemühte in keinster Weise, Wählerinnen und Wähler aus der politischen Mitte zu gewinnen, die sie für einen Erfolg benötigte. Sie gebärdete sich wie Donald Trump. Aber Frankreich ist nicht die USA. Ein Staatsoberhaupt muss präsidial wirken, nicht auf Krawall gebürstet sein.

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Le Pen und Macron schenkten sich nichts. Video: streamable

Emmanuel Macron erfüllt die Anforderungen, trotz seiner erst 39 Jahre, und obwohl er zuvor nie für ein gewähltes Amt kandidiert hatte.

Die Zeit in Frankreich war reif für eine neue Revolution, getreu dem Bonmot, wonach die Franzosen lieber Revolutionen haben als Reformen.

Natürlich profitierte er von der Schwäche seiner Gegner. Der Konservative François Fillon wäre ohne seinen schamlosen Nepotismus vermutlich Präsident geworden. Benoît Hamon, der Kandidat der Sozialisten, war ein hoffnungsloser Fall. Die Ideen von Jean-Luc Mélenchon bewegten sich zwischen Utopie und Unsinn. Das Programm von Marine Le Pen war absurd bis gefährlich.

Es sagt einiges aus über den Zustand des Landes, dass im ersten Wahlgang mehr als 40 Prozent für Kandidaten stimmten, die das Blaue vom Himmel herunter versprachen. Oder das Land noch näher an den Abgrund geführt hätten, wenn nicht darüber hinaus. Eine Nation, die sich in ihre Grenzen verkriecht, wie es der Front National propagiert, kann niemals gross sein.

Darin zeigt sich der Frust über Jahre des politischen Stillstands. Es begann schon in der zweiten Amtszeit von Jacques Chirac ab 2002. Dessen Nachfolger Nicolas Sarkozy hatte eine grosse Klappe, wagte sich aber nicht an einschneidende Reformen. Und François Hollande war ein Zauderer, der den Konflikt mit den Staatsgläubigen in seiner Sozialistischen Partei scheute.

Die Zeit in Frankreich war reif für eine neue Revolution, getreu dem Bonmot, wonach die Franzosen lieber Revolutionen haben als Reformen.

Independent centrist presidential candidate Emmanuel Macron addresses the media during a press conference held in Paris, Thursday, March 2, 2017. The letters E.M. are both the initials of his name and political party :

Wird Macron mit seiner Partei ein Mehrheit im Parlament erhalten? Bild: Christophe Ena/AP/KEYSTONE

Ohne Reformen aber findet die Republik nicht aus dem Malaise. Ist Emmanuel Macron der Richtige dafür? In seinem Programm bleibt vieles unscharf. Ebenso unklar ist, ob er mit seiner Partei «En Marche» bei der Parlamentswahl im Juni eine tragfähige Mehrheit für seine Politik erhalten wird, allenfalls in einer Koalition mit den rechten Republikanern.

Le Pen ist sein «Totschlagargument», um Reformen durchzusetzen, im Inland und in Europa.

Viel scheint man dem neuen Präsidenten nicht zuzutrauen. An Unkenrufen bereits nach dem ersten Wahlgang fehlte es nicht, auch in den Schweizer Medien. Als schwacher Präsident wurde Macron apostrophiert, der fast nur scheitern könne. Die Schwarzmaler liegen falsch. Emmanuel Macron hat im Gegenteil eine grosse Chance. Er muss sie nur nutzen.

Diese Chance trägt den Namen Marine Le Pen. Scheitert Präsident Macron wie seine Vorgänger, wird ihr Durchmarsch in fünf Jahren kaum zu verhindern sein. Le Pen ist seine «Geheimwaffe», um Reformen durchzusetzen, im Inland und in Europa. Macron ist ein überzeugter Europäer, er hat jedoch klar gemacht, dass er die desaströse Austeritätspolitik in der Eurozone beenden will.

In Deutschland wird man das nicht gerne hören, doch mit dem «Beelzebub» Le Pen kann er Kanzlerin Angela Merkel die sparwütige «schwäbische Hausfrau» austreiben. Einen Fürsprecher hat er in Joschka Fischer, der gewohnt scharfsinnig in der «Süddeutschen Zeitung» gefordert hat, Berlin müsse nach der Bundestagswahl im Herbst «endlich über seinen Schatten springen».

Fischer erinnerte daran, dass im ersten Wahlgang fast die Hälfte der französischen Wähler europafeindlichen Kandidaten ihre Stimme gegeben hätten. «Allzu oft hält die EU solche Wahlergebnisse nicht mehr aus», folgerte der ehemalige grüne Aussenminister.

Former French Economy Minister and candidate for the next presidential election, Emmanuel Macron, left, takes his seat next to German Chancellor Angela Merkel during a meeting at the chancellery in Berlin, Thursday, March 16, 2017. (AP Photo/Markus Schreiber)

Emmanuel Macron bei seinem Treffen mit Angela Merkel Mitte März in Berlin. Bild: Markus Schreiber/AP/KEYSTONE

Man kann einwenden, dass die Le-Pen-Keule kein positives Narrartiv ist, um Frankreich auf Kurs zu bringen. Doch der Zustand der Republik ist nicht so schlecht, wie sie sich oft selber sieht. Frankreich verfügt über eine lebhafte Startup-Szene. Der einst fast totgesagte Autokonzern PSA Peugeot Citroën sorgte kürzlich mit der Übernahme der deutschen GM-Tochter Opel für Furore.

Präsident Emmanuel Macron ist nicht zu beneiden. Er hat als «Aussenseiter» den Elysée-Palast erobert und muss nun wie Sagenheld Herkules den Augiasstall ausmisten.

Natürlich ist es nicht leicht, die Banlieue und den industriell ausgepowerten Norden auf Vordermann zu bringen oder die grassierende Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen, insbesondere nach den Versäumnissen der letzten Jahrzehnte. Der «Economist» gibt Macron dennoch eine gute Perspektive: Obwohl sein Programm arm an Details sei, biete es «Reformen, Realismus und die Chance für ein dynamischeres Frankreich».

Präsident Emmanuel Macron ist nicht zu beneiden. Er hat als «Aussenseiter» den Elysée-Palast erobert und muss nun wie Herkules den Augiasstall ausmisten. Man hat ihn auch den «französischen Obama» genannt. Im Unterschied zum Amerikaner, der die völlig überrissenen Hoffnungen kaum erfüllen konnte, sind die Erwartungen in seinem Fall tief. Auch das ist eine Chance für Macron.

Versagt er jedoch, haben Frankreich und Europa ein grösseres Problem als die 246 Käsesorten von Charles de Gaulle.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Blitzmagnet 08.05.2017 10:32
    Highlight Highlight Eine Nation die sich in ihre Grenzen verzieht, wie es die SVP propagiert, kann niemals gross sein.
  • #10 08.05.2017 10:04
    Highlight Highlight Grundsätzlich spricht der Kommentar viele Punkte richtig an. Schade nur, dass er dann doch wieder in ein längst überholtes, simplifizierendes Frankreich-Bild zurückfällt.

    Nein, es geht nicht um Käsesorten und schon gar nicht um „La Grande Nation“. Hört doch bitte endlich auf mit diesem Terminus aus der Mottenkiste der Geschichte; ihn verwenden nur noch deutsche Journalisten, die sich wohl bei Fox News über Frankreich informieren.

  • thompson 08.05.2017 09:55
    Highlight Highlight nach frankreich reise ich nicht mehr... afghanistan ist sicherer
  • Gustav.s 08.05.2017 08:31
    Highlight Highlight Wow, dass sind ja mal krude Theorien.
    Ich habe da eine andere: sie wollte gar nicht gewinnen weil dann hätte sie liefern müssen. Könnte aber weder sie noch sonst jemand im Moment.
    Dann wäre sie in ein paar Jahren total weg gewesen.
    Mit 35 % gegen eine neu aufbauende Partei gehört sie jetzt zu den mächtigsten und kann trotzdem gegen oben treten.
  • Z&Z 08.05.2017 06:12
    Highlight Highlight Alles gut und recht, aber Macron hat nun eine Mordsaufgabe vor sich. Scheitert er, könnte es gut sein, dass in 5 Jahren ein stärkerer Rechtsrutsch stattfindet. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, die Erwartungen in ihn sind hoch. Wollen wir hoffen, dass er sie zumindest ansatzweise erfüllen kann. Aber ganz ehrlich, ich habe meine Zweifel, dass dies einem Investment-Banker gelingen wird (was nicht heisst, dass ich Le Pen mehr zutraue).
  • Therealmonti 08.05.2017 03:06
    Highlight Highlight Gescheiter Kommentar. Bravo. Das Tüpfli auf dem i für mich ist der Satz: "Macron hielt den Attacken und Beleidigungen stand, die seine Rivalin mit ihrem heuchlerischen Christoph-Mörgeli-Grinsen vortrug." Apropos: Schön, dass der in weitgehend in der Versenkung verschwunden ist.
  • FrancoL 08.05.2017 01:26
    Highlight Highlight Ich wünsche Macron Besonnenheit und Kraft um der Präsident einer grossen Mehrheit der Franzosen zu werden.
    Unter dem ersten Jubelbild steht:
    "Die Franzosen haben mit der Wahl von Emmanuel Macron zum neuen Präsidenten einen Rechtsruck und eine Existenzkrise der Europäischen Union abgewendet"

    Die Franzosen haben Le Pen verhindert aber gleichwohl für einen Rechtsruck gestimmt. Aus diesen Wahlen geht die Linke arg gebeutelt in die Zukunft. Ich wünsche ihr eine Erneuerung und Kraft sich wieder mehr um die kleinen Leute zu kümmern und Macron stehst an seine Versprechen zu erinnern.
  • Angelo C. 08.05.2017 01:07
    Highlight Highlight Die Analyse gefällt mir, das Wahlresultat für den Moment ebenso. Man wird sehen, was Macron bringt...

    Bei den Parlamentswahlen im Juni wird sich weisen, wie sich Macron (ohne Partei im Rücken) aus der Affäre zieht, denn er wird einige Konzessionen an andere politische Lager machen müssen. Gute Frage, wie weit diese gehen müssen, ohne ihm zu schaden.

    Vorerst aber ist er national und für die EU ein Hoffnungsträger, wenngleich er vom FN eng begleitet stets im Fokus von dessen Wählerschaft bleibt.

    Schafft er es nicht, die von Blunschi erwähnte Waffe Le Pen zu nutzen, wird sie für ihn suizidär.
    • FrancoL 08.05.2017 09:38
      Highlight Highlight Er wird bis im Juni kaum etwas für die unteren Schichten machen können, selbst wenn er es wirklich wollte. Der Zulauf zur FN ist in so kurzer Zeit nicht zu stoppen und sollten noch einige Terrorakte dazu kommen, dann wird der FN grossen Nutzen daraus ziehen.

      Wenn F auf die Beine kommen will dann muss eine Mitte-Mitte-Links-Koalition einen politischen "Waffenstillstand" für 1-2 Jahre eingehen, damit eine Reform eingeleitet werden kann. Wenn Links sich sofort auf Macron einschiesst dann wird es für den FN noch mehr Zulauf geben.

      In der EU muss Macron zeigen, dass er F wieder gut positioniert.
    • Angelo C. 08.05.2017 12:17
      Highlight Highlight Ganz richtig, ich teile diese Auffassung.

      Vorerst mal während der Herrschaft der 100 Tage sehen, was der linksliberale Paradiesvogel mit Rothschild-Vergangenheit auf die Beine stellt, vor Allem aber was er sich für Bündnispartner in den Parlamentswahlen vom Juni zu akquirieren vermag.

      Le Pen wird zwischenzeitlich ihrer Partei einen neuen Namen geben, diese gut positionieren, da und dort noch etwas "allgemeinverträglicher" gestaltend - und natürlich in den Startlöchern bereitstehen, um einerseits im Negativfall parat zu sein, und ab nun jeden Schritt Macrons kommentieren.

      Schauen wir mal...
  • seventhinkingsteps 08.05.2017 00:45
    Highlight Highlight Wenn man die Ideen von Mélenchon als utopisch und unsinnig bezeichnet, die Politiker, für die 40% der Leute im ersten Wahlgang stimmten, als Utopisten und als Personen denunziert (und deren Wähler), mit denen der Untergang Frankreichs besiegelt worden wäre, aber gleichzeitig den Sieg eines sozialliberalen Ex-Investmentbankers feiert, aber eben doch nicht so, weil man Joschka Fischer auch noch zustimmen will, aber darauf hofft, dass der drohende Hintergedanke an einen Aufstieg der Faschos ein super Druckmittel bei der EU ist, spätestens dann sollte man merken, dass man Teil des Problems ist...
    • Masche 08.05.2017 06:33
      Highlight Highlight Welches Problems?
  • praxis 07.05.2017 22:05
    Highlight Highlight Ich bin mit der Analyse ziemlich einverstanden, Herr Blunschi. Ich möchte aber folgendes ergänzen: Warten wir aber zuerst einmal ab, ob er nebst der Le-Pen-Keule, die er wohl schon auch so nutzen wird, wie Sie es schreiben, auch wider Erwarten eine parlamentarische Kraft aufbauen kann. Es sieht zur Zeit so aus, dass einige Sozialisten sich anschliessen könnten, es gibt die Mitte-Bewegung von Bayrou, dann jene Leute, die die Bewegung "En Marche!" selber aufbauen wird und es wird vielleicht auch aus der Rechten Zulauf geben.
  • MaskedGaijin 07.05.2017 21:58
    Highlight Highlight Interessant wird sein wie er die Ministerposten besetzt. Hat En Marche! genug Leute, oder vergibt er die Posten an Sozialisten und Konservative?
  • Luca Brasi 07.05.2017 21:28
    Highlight Highlight Ich glaube nicht daran, dass in Berlin unter einer Kanzlerin Merkel ein Politikwechsel in Sachen Austerität stattfinden wird, nur weil ein Le Pen-Schreckgespenst vorhanden ist. Einen Kurswechsel wird es unter Finanzminister Schäuble niemals geben.
    F hat eine lebendige Startup-Szene und das unter einem Sozialisten? Das sollte eigentlich den Wählern der Republikanern zu denken geben. :D
    Vielleicht wählen die Franzosen in 5 Jahren gar nicht Le Pen, sondern den "hoffnungslosen Fall" oder "den "Unsinn" schwafelnden Utopisten"(der in den 2. Wahlgang gekommen wäre, wenn die Linke einig aufträte).
    • Peter 07.05.2017 21:51
      Highlight Highlight Wer sagt, dass Schäuble nach der Bundestagswahl Finanzminister bleiben wird?
    • Luca Brasi 07.05.2017 22:03
      Highlight Highlight Wissen Sie da etwa mehr?
      Ich gehe davon aus, dass alles gleich bleibt nach dem Herbst (ausser ein paar SPD-Rochaden oder ein neuer Juniorpartner). Schäuble ist schliesslich der beliebteste CDU-Politiker und Frau Merkel schmeisst nur Leute aus dem Kabinett, wenn der Druck der Wähler dies verlangt. Bei Schäuble sehe ich den nicht.
    • Peter 07.05.2017 22:27
      Highlight Highlight Ich weiss, dass ich nicht weiss. Ausser dass Merkel eine knallharte Machtpolitikerin ist. Wenn ihr Schäuble lästig wird, gibt sie ihm den Laufpass. Sie kann sich das leisten, in vier Jahren wird sie kaum noch einmal antreten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Taggart 07.05.2017 21:18
    Highlight Highlight Alles ist möglich und manches ist zu hoffen. Ich glaube aber, Macron wird scheitern. So wie jeder, der es allen recht machen will. Frankreich wird zu einem zweiten Italien: stetige Politikerwechsel, aber im stetig gleichen Fahrwasser. Hoffentlich kommts anders.
    • thestruggleisreal 07.05.2017 23:02
      Highlight Highlight liberal heisst nicht allen recht machen.
    • Taggart 07.05.2017 23:09
      Highlight Highlight Aber Investmentbanker und einen auf links machen.
    • pamayer 07.05.2017 23:12
      Highlight Highlight hoffentlich kommts anders.
      das gilt!
  • poga 07.05.2017 21:05
    Highlight Highlight @Peter Blunschi ist die Le Pen Keule aus deiner Sicht tatsächlich eine Option für Macron oder mehr ein Hoffnungsschimmer? Meiner Meinung nach hast du natürlich recht. Aber diese Sicht auf die Art wie Macron regieren könnte tönt schon ziemlich abenteuerlich. Darum würde mich wunder nehmen woher du diesen Input geholt hast.(Oder war dies eine eigenen Idee?). Gratulation zu diesem Artikel.
    • Peter 07.05.2017 21:50
      Highlight Highlight Merci ;) Die Idee ist weitgehend von mir, sie entstand nicht zuletzt aus Ärger über die Schwarzmaler, die Macron keine Chance geben, Daniel Binswanger inbegriffen. Natürlich wird es nicht leicht, Die französische Kultur ist mehr an der Konfrontation als am Konsens orientiert. Genau darum ist die Le-Pen-Keule seine beste Chance, zumindest die halbwegs vernünftigen Kreise zu überzeugen. Ich mache mir aber keine Illusionen: In Europa dürfte sie besser funktionieren als an der Heimatfront.
    • poga 07.05.2017 21:58
      Highlight Highlight Es hätte schon eine sehr ironische Komponente an sich, wenn er Frau Le Pen als Druckmittel verwenden würde um Ihren politischen Einfluss zu unterbinden. Das wäre natürlich der Hammer. Normalerweise funktioniert Politik aber nicht auf diese Art und Weise......
    • Peter 07.05.2017 22:28
      Highlight Highlight Stimmt, aber aussergewöhnliche Zeiten verlangen aussergewöhnliche Massnahmen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • NWO Schwanzus Longus 07.05.2017 21:03
    Highlight Highlight Anscheinend wird gar nicht auf den Punkt eingegangen das er als Wirtschaftsminister eine Reform anstossen wollte die hunderttausende Franzosen dagegen auf die Strasse brachte. Ausserdem hat er sich in Floskeln versteckt vorallem wenn es darum geht den Terrorismus zu besiegen. Er steht für mehr Kriegsinterventionen und ergo mehr Flüchtlinge aufnehmen die gerade durch solche Kriege flüchten. Aber was ist ehrlicher Krieg zu führen und Flüchtlinge aufzunehmen aus eben diesen Ländern in denen man Krieg führt, oder rigoros sein bei der Aufnahme aber dafür jegliche Kriegsführung ablehnen?
  • Der Zahnarzt 07.05.2017 21:03
    Highlight Highlight Sehr gute Analyse.

    Um den Vormarsch der Rechtsnationalen (Polen, Ungarn, Frankreich, Italien, Schweiz etc.) zu stoppen, muss die EU endlich reformiert werden und zwar gegen die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands und der Benelux Länder.

    Der Brexit war ein Schuss vor den Bug.
    • Tsunami90 07.05.2017 22:38
      Highlight Highlight Der Brexit war ein treffer in die Zitadelle! Aber das Schiff sinkt noch nicht.

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Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

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