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Alle schauen nach Florida, aber was «Irma» in Kuba angerichtet hat, ist verheerend

Alles schaut nach Florida, doch auch in Kuba hat Hurrikan «Irma» schwere Schäden angerichtet. Manche Touristen sind allerdings schon wieder in Feierlaune.



epa06197193 People observe the damage after the pass of the Irma hurricane in Havana, Cuba, on 10 September 2017. Severe storm surge flooding cut power and forced the evacuation of thousands of people in the aftermath of Hurricane Irma.  EPA/Ernesto Mastrascusa

Spur der Zerstörung in Kuba. Bild: EPA/EFE

Ein Artikel von

Spiegel Online

Abgedeckte Dächer, Stromausfälle und schwere Überschwemmungen: In dem Karibikstaat Kuba zeigt sich langsam das Ausmass der Zerstörung, die Hurrikan «Irma» hinterlassen hat. Der Wirbelsturm war am Samstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 Kilometer pro Stunde über die Insel gezogen.

Wellen erreichten eine Höhe von neun Metern oder mehr. Sturmfluten spülten laut dem staatlichen Wetterdienst 500 Meter landeinwärts. Mehr als eine Million Einwohner und Tausende Touristen waren nach Angaben der Behörden vorab in Sicherheit gebracht worden. Nun begutachten die Menschen die Schäden und räumen auf. Viele haben ihre Existenz verloren, andere sind schon wieder in Ferienlaune.

Der Wirbelsturm hat auf Kuba nach Angaben der Behörden 10 Menschenleben gekostet, und schwere Sachschäden verursacht. In der Hauptstadt Havanna wurden vor allem die ärmeren Viertel schlimm getroffen. Meterhohe Wellen schwappten über die berühmte Uferpromenade Malecon, schwemmten weit in die Stadt hinein und verwandelten etliche Strassen in Kanäle. Sie standen hüfthoch unter Wasser.

epa06197194 People observe the damage after the pass of the Irma hurricane in Havana, Cuba, on 10 September 2017. Severe storm surge flooding cut power and forced the evacuation of thousands of people in the aftermath of Hurricane Irma.  EPA/Ernesto Mastrascusa

Bild: EPA/EFE

In zahlreiche Häuser floss das Wasser und überschwemmte Wohnungen und Geschäfte. «Es war eine riesige Katastrophe. Mein Geschäft und mein Haus sind ruiniert», sagte Tischler Yarko Sanchez. Andere paddeln in Holzbooten über die überfluteten Strassen oder tauchen durchs Wasser, um noch Habseligkeiten zu finden.

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«Dies war der schlimmste Sturm, den ich je erlebt habe», sagte Parkwächter Hector Pulpito. «Metalldächer flogen durch die Luft, Bäume wackelten.»

«Kubanischer Rum - ja bitte!»

Auf den nördlichen Inseln vor Kuba wurde nach Angaben der Behörden der Flughafen Jardines del Rey zerstört. Ausserdem trugen zahlreiche Hotels in den Küstengebieten schwere Schäden davon. Es könnte Monate dauern, bis sich die für die Wirtschaft des Landes so wichtige Tourismusindustrie wieder erholt.

epa06197221 Security personnel of a hotel control the access to the Varadero beach in Cuba, 10 September 2017. Severe storm surge flooding cut power and forced the evacuation of thousands of people in the aftermath of Hurricane Irma.  EPA/Alejandro Ernesto

Touristen zwischen Trümmern Bild: EPA/EFE

In der vor allem bei Europäern und Kanadiern beliebten Ferienregion Varadero fühlten sich einige Touristen allerdings schon einen Tag nach dem Sturm wieder in Urlaubsstimmung: «Es herrscht Erleichterung», sagte die Britin Josephine Breslin, 49. «Man weiss, es ist vorbei, das Hotel steht noch, und alle Leute sind ok. Der Wind verschwindet, die Sonne kommt heraus. Business as usual, kubanischer Rum - ja, bitte!»

Hurrikan Irma hinterlässt eine Spur der Verwüstung

Zuvor hatten Urlaubsgäste zusammen mit dem Hotelpersonal aufgeräumt und am Swimmingpool wieder Sonnenliegen aufgestellt. Schon am Abend tönte Musik aus den Lautsprechern und es sollte eine Salsaparty geben - zum Ablenken und Entspannen. «Wir haben Musik angemacht, um den Leuten den Stress zu nehmen und damit sie sich besser fühlen», sagte der Salsa-Lehrer eines Hotels, Juan Carlos Varcas. «Irma» hatte Varadero mit etwas weniger Wucht getroffen als andere Teile des Landes.

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Der Sturm hatte den Inselstaat in der höchsten Kategorie Fünf getroffen - und nach Einschätzung von Experten damit auf seinem weiteren Kurs Richtung Florida an Heftigkeit verloren. Dennoch mussten auch hier Millionen Menschen ihre Häuser verlassen, um nicht in Lebensgefahr zu geraten. Mehr als 3.4 Millionen Haushalte waren ohne Strom.

epa06196596 People walk in the water at a zone of the breakwater of Havana, Cuba, 10 September 2017. Severe storm surge flooding cut power and forced the evacuation of thousands of people in the aftermath of Hurricane Irma.  EPA/Ernesto Mastrascusa

Bild: EPA/EFE

Karibische Inseln: Zu wenig Wasser, Essen und Medikamente

Insgesamt kam Kuba mit seinen rund elf Millionen Einwohnern deutlich glimpflicher davon als andere Karibikinseln. Hurrikan «Irma» hält die Region seit Tagen in Atem. Inoffiziellen Schätzungen zufolge kamen mehr als 20 Menschen ums Leben, darunter ein zweijähriger Junge, der weggespült wurde, als sein Haus überschwemmt wurde.

Schwere Schäden gab es unter anderem auf den Inseln Barbuda, der niederländisch-französischen Insel St. Martin, Saint-Bartélémy sowie den Jungferninseln. Einige Gebiete gelten als unbewohnbar. Bewohner klagen, dass Trinkwasser, Lebensmittel und Medikamente knapp werden und es zu Plünderungen kommt.

Auf der Insel St. Martin sind 70 Prozent der Krankenbetten im Hauptkrankenhaus des französischen Inselteils nicht mehr nutzbar. «Irma» hat ausserdem acht von elf Apotheken zerstört. Um den Menschen zu helfen, sind umfangreiche Hilfsmassnahmen angelaufen.

Ein Schiff sollte einen Fünf-Tonnen-Kran nach St. Martin bringen, um Container mit Hilfsmaterialien zu entladen. Für Dienstag wurde ein französisches Militärschiff erwartet mit Baumaterialien für provisorische Unterkünfte. Auch Frankreichs Regierungschef Emmanuel Macron wollte auf die Insel kommen.

fok/AP/dpa/Reuters

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Peter Ciccio 11.09.2017 16:56
    Highlight Highlight ¡hasta la victoria siempre!
  • BaMaLa7 11.09.2017 16:38
    Highlight Highlight Bild 17/21: es heisst ... de los Caballeros
    • Daria Wild 11.09.2017 17:41
      Highlight Highlight Ist korrigiert, vielen Dank für den Hinweis.
  • Hoppla! 11.09.2017 15:32
    Highlight Highlight "Insgesamt kam Kuba mit seinen rund elf Millionen Einwohnern deutlich glimpflicher davon als andere Karibikinseln."

    Die Überschrift sugeriert aber etwas anderes und stellt Kuba in den Mittelpunkt. Aber da ist Kuba wohl einfach wichtiger als andere Inseln der kleinen Antillen, wie Florida es auch als Kuba ist.
    • Red4 *Miss Vanjie* 11.09.2017 17:00
      Highlight Highlight Da kommt ein Ticker über den Hurricane dann motzt man das zu wenig über Kuba berichtet wird, dann wird über Kuba berichtet und dann motzt man darüber dass die anderen Inseln nicht im Mittelpunkt stehen. Es gibt sonst bei Google die such Funktion news
    • Bijouxly 11.09.2017 17:32
      Highlight Highlight Mein Gott, man kann nicht jede Insel einzel aufzählen im Titel. Was sagt wohl der Mehrheit der Leser etwas, Kuba oder Saint Martin? Eben. Jetzt lieferte die Redaktion einen Artikel über die betroffenen Gebiete und Inseln und auch das ist jetzt nicht recht. Man kann keine Reportage über jede einzelne Insel machen, das liest kein Mensch.
    • Red4 *Miss Vanjie* 11.09.2017 18:05
      Highlight Highlight @bijouxly wir yanniktschannen Grad ein wenig 😅 ( motzen über motzer)
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