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Der letzte US-Präsident auf Kuba war Alkoholgegner: Als Daiquiris serviert wurden, kam es zu absurden Szenen



US-Präsident Barack Obama besucht Kuba. Ein wahrhaft historischer Meilenstein in der Geschichte der beiden Länder, und das nicht nur wegen Jahrzehnten der Erzfeindschaft: Der letzte – und einzige Besuch eines amtierenden US-Präsidenten auf der Karibikinsel liegt 88 Jahre zurück. 1928 weilte Calvin Coolidge im Rahmen der Panamerikanischen Konferenz in Havanna. Seine Rede vom 16. Januar 1928 ist erhalten und kann hier nachgelesen werden.

Die Anreise war weniger komfortabel und vor allem weniger schnell als heute: Zunächst nahm Coolidge den Präsidenten-Zug bis nach Key West am südlichsten Zipfel Floridas. «Die 32-stündige Zugfahrt war schicklich und langweilig», erinnerte sich der mitgereiste Reporter Beverly Smith Jr. 1958 in einem Artikel mit dem Titel «To Cuba with Cal». Interviews gab es keine. In Key West stieg der Präsident auf das mit Kohle betriebene Kriegsschiff USS Texas um, das über Nacht in die 160 Kilometer entfernte kubanische Hauptstadt Havanne segelte.

Die Ankunft im Hafen von Havanna muss ein Spektakel gewesen sein: «Die Menschenmenge war riesig und begeistert», schrieb US-Reporter Smith. «Sie riefen, bis sie heiser waren, drängten an seinen Wagen und warfen dem Präsidenten Küsschen und Blumen zu.» Der sonst nüchterne (siehe unten) Coolidge war von diesem Ausbruch lateinamerikanischer Zuneigung offenbar sehr angetan. Er verneigte sich, lächelte und zog seinen Hut.

Die britische Wochenschau Pathé News war dabei (allerdings noch ohne Ton):

Der Reporter Smith hatte sich vorgenommen, beim Empfang auf dem Anwesen des kubanischen Präsidenten Gerardo Machado ein bestimmtes Detail genau zu beobachten: Schon damals war Kuba berühmt für seinen Rum – doch in den USA herrschte Prohibition. Produktion, Verkauf und Transport von Alkohol waren verboten. Wie würde Coolidge reagieren, wenn ihm ein Drink angeboten wird?

Bild

US-Präsident Coolidge (Zweiter von links) mit dem kubanischen Präsidenten Gerardo Machado auf dessen Anwesen in Havanna (19.01.1928).
bild. ap

Als sich ein Butler mit einem Tablett Daiquiris näherte, drehte sich Coolidge zur Seite, um ein Gemälde zu bewundern. Als er neben ihm stand, drehte er sich erneut, diesmal um gegenüber seinem kubanischen Amtskollegen Machado die Schönheit der tropischen Vegetation zu loben. Nachdem er sich einmal um die ganze Achse gedreht hatte, war der Butler verschwunden. «Das war ein Meisterstück eines Ausweichmanövers», schrieb Smith.

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