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Soll ihre jüdische Familiengeschichte erfunden haben: Bloggerin Marie Sophie Hingst bild: screenshot/Twitter

Fall Relotius in der Bloggerszene? Historikerin soll ihre jüdische Familie erfunden haben



Die Geschichte erinnert an den Fall Claas Relotius: Vergangenen Dezember wurde bekannt, dass der deutsche Journalist zahlreiche seiner zum Teil preisgekrönten Reportagen ganz oder teils erfunden hatte.

Nun will der «Spiegel», der Relotius im Dezember überführte, von einer weiteren Betrügerin wissen. Die preisgekrönte Historikerin und Bloggerin Marie Sophie Hingst soll ihre jüdische Familiengeschichte erfunden haben.

Die in Irland lebende Autorin soll in ihrem Blog als auch dem Archiv der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem gegenüber falsche Angaben über ihre Abstammung gemacht haben.

Gemäss der Spiegel-Recherche hat Hingst gar keine nähere jüdische Verwandtschaft, obwohl sie das immer wieder berichtete. Tatsächlich stamme Hingst laut dem Nachrichtenmagazin aus einer evangelischen Familie. Ihr Grossvater, der gemäss der Bloggerin im Vernichtungslager in Auschwitz gewesen sein soll, sei keineswegs jüdisch sondern ein evangelischer Pfarrer gewesen sein.

Hingst äusserte sich vorerst über ihren Anwalt zu den Anschuldigungen. Sie liess verlauten, dass die Texte auf ihrem Blog «Read on my dear, read on», der aktuell nicht mehr erreichbar ist, «ein erhebliches Mass an künstlerischer Freiheit für sich in Anspruch» nähmen. Es handle sich dabei um Literatur und nicht um Journalismus, hiess es weiter in der Stellungnahme. (ohe)

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Baccaralette 03.06.2019 08:26
    Highlight Highlight ...ach..das gibts doch immer wieder Leute, die sich diese künstlerische Freiheit rausnehmen..

    Erinnert ihr euch noch an Rachel Dolezal alias Nkechi Amare Diallo?

    https://www.nytimes.com/2018/05/25/us/rachel-dolezal-welfare-fraud.html
  • Basti Spiesser 03.06.2019 08:11
    Highlight Highlight Immer mehr, immer öfters.
  • chnobli1896 03.06.2019 07:43
    Highlight Highlight Künstlerische Freiheit, so geil. Bei einem solch emotionalen Thema den Familienstammbaum neu erfinden, Chapeau!
  • Fumia Canenero 03.06.2019 07:37
    Highlight Highlight Oder ein neuer Fall Wilkomirski?
    https://de.wikipedia.org/wiki/Binjamin_Wilkomirski
  • The Count 03.06.2019 07:30
    Highlight Highlight Armes Menschlein...
  • swisskiss 03.06.2019 06:28
    Highlight Highlight "dass die Texte ein erhebliches Mass an künstlerischer Freiheit für sich in Anspruch nähmen."

    Ahh, alles klar. Wenn "alternative Fakten" mit "kreativer Freiheit" vorgetragen werden, nennt man das nicht mehr Lügen, sondern Trumps Twitteraccount.

    Und bei all dem verniedlichenden Neusprech, bleibt die Wahrheit als Kollateralschaden auf der Strecke.
  • Ökonometriker 03.06.2019 05:44
    Highlight Highlight Willkommen im postfaktischen Zeitalter. Der Unterschied zwischen Fakten und Fiktion, Blog und Bericht, Journalismus und Propaganda verschwindet immer mehr. Das lässt sich ja in den Medien weltweit beobachten. Umso wichtiger ist es, dass man als Leser kritisch die Berichte hinterfragt. Deswegen schätze ich die Kommentarspalte hier bei Watson auch so sehr. Sie zwingt die Authoren ein bisschen, bei den Fakten zu bleiben, zeigt neue Perspektiven und fördert kritisches Denken.
    • Nick Name 03.06.2019 08:26
      Highlight Highlight Für dieses Mal kann ich Ihnen tatsächlich von ganzem Herzen zustimmen. :-)
    • The Destiny // Team Telegram 03.06.2019 08:35
      Highlight Highlight Schön wärs, dann veröffentlicht man halt mal schnell einen Artikel vom Spiegel oder der Zeit, die sehen das nicht so eng.
    • P. Silie 03.06.2019 08:58
      Highlight Highlight Es geht auch oftmals um das einfache Vertauschen von Fakten und Meinungen. Eine Diskussion wird somit oftmals verunmöglicht, da die eigene Meinung die Faktenlage ad absurdum führen kann.
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