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An anti-government protester covers her face with a Venezuelan flag, and uses toothpaste around her eyes to help lessen the effect of tear gas, during clashes with security forces after a rally demanding the resignation of President Nicolas Maduro in Caracas, Venezuela, Wednesday, Jan. 23, 2019. The head of Venezuela's opposition-run congress declared himself interim president at the rally, until new elections can be called. (AP Photo/Fernando Llano)

Eine Demonstrantin hat sich Zahnpaste ins Gesicht geschmiert – das soll die Wirkung von Tränengas abschwächen.  Bild: AP/AP

Neuer Präsident? Das Militär sagt No – 6 Dinge, die du zum Chaos in Venezuela wissen musst



Was ist passiert?

Parlamentschef Juan Guaidó hat sich gestern zum Übergangspräsidenten des südamerikanischen Landes erklärt und Präsident Maduro damit offen herausgefordert.

Die Opposition – wie auch viele Staaten und internationale Organisationen – anerkennen Maduro nicht als rechtmässigen Präsidenten, weil seine Wiederwahl keinen demokratischen Regeln entsprach. 

Guaidó warf Maduro am Mittwoch vor Tausenden jubelnden Anhängern den Fehdehandschuh hin. «Vor dem allmächtigen Gott gelobe ich, die Kompetenzen der Exekutive als Interims-Präsident von Venezuela zu übernehmen», sagte der 35-jährige Abgeordnete bei einer Kundgebung in der Hauptstadt Caracas. «Lasst uns alle schwören, dass wir nicht ruhen, bis wir die Freiheit erlangt haben.»

Die US-Regierung unterstützt Guaidó und fordert Maduro zur friedlichen Machtübergabe auf – andernfalls drohen Konsequenzen. Präsident Donald Trump forderte andere Regierungen im Westen dazu auf, Guaidó ebenfalls als Übergangspräsidenten anzuerkennen.

Wie reagiert Maduro?

Maduro brach daraufhin die diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten ab. Diplomatisches Personal müsse innerhalb von 72 Stunden das Land verlassen, sagte Maduro. «Die imperialistische US-Regierung will eine Marionettenregierung in Venezuela einsetzen», fügte er hinzu.

Maduro schwor seine Anhänger auf die Verteidigung seiner sozialistischen Regierung ein. «Hier ergibt sich niemand», sagte der Staatschef. Venezuela habe das Recht, sich selbst souverän zu regieren.

Die regierenden Sozialisten riefen zur Verteidigung Maduros auf. «Der Präsident ist Nicolás Maduro», sagte der Vizepräsident der sozialistischen Partei PSUV, Diosdado Cabello, bei einer Kundgebung. «Wer Präsident sein will, soll zum (Präsidentenpalast) Miraflores kommen. Dort wird das Volk sein und Nicolás Maduro verteidigen.»

Massenproteste fordern 13 Tote

Am Mittwoch gingen in ganz Venezuela Zehntausende Menschen gegen die sozialistische Regierung auf die Strassen.

Die Demonstranten zeigten Transparente mit der Aufschrift «Wir sind frei» und skandierten «Sie wird stürzen, sie wird stürzen, diese Regierung wird stürzen».

Die Polizei feuerte Tränengasgranaten und Gummigeschosse in die Menge. Vermummte Demonstranten schleuderten Steine auf die Sicherheitskräfte. Nach Medienberichten wurden mehrere Demonstranten festgenommen.

Bei den Unruhen sind binnen zwei Tagen 13 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten Menschen seien durch Schusswaffen getötet worden.

Militär unterstütz Maduro ...

Das Militär hat sich hinter Präsident Nicolás Maduro gestellt. «Die Soldaten des Vaterlandes akzeptieren keinen Präsidenten, der von dunklen Mächten eingesetzt wird, oder sich abseits des Rechts selbst einsetzt.»

Dies schrieb Verteidigungsminister Vladimir Padrino am Mittwoch auf Twitter. «Die Streitkräfte verteidigen unsere Verfassung und sind der Garant unserer nationalen Souveränität.»

Die Streitkräfte sind ein wichtiger Machtfaktor in Venezuela. Generäle sitzen an den wichtigen Schaltstellen, kontrollieren das Erdölgeschäft, den Import von Lebensmitteln, Banken und Bergbaufirmen. Guaidó rief die Soldaten zuletzt immer wieder dazu auf, sich auf die Seite der Opposition zu stellen.

So vergessen sie den Krisenalltag in Venezuela:

abspielen

Video: srf

... aber ist dem wirklich so?

Auf Twitter sind Aufnahmen aufgetaucht, die zeigen könnten, dass das Militär nicht geschlossen hinter Maduro steht. Auf mindestens einem Video ist zu sehen, wie das Militär eine Strassenblockade aufgibt und sich zurückzieht – offenbar wollte man eine Konfrontation vermeiden. 

Ein weiteres Video zeigt, dass sich die Polizei sogar der Demonstration anschliesst.

Welche Position beziehen andere Länder?

Nach den USA anerkannten auch Brasilien, Kolumbien und Paraguay Guadió als legitimen Übergangs-Staatschef an. Die Führung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) stellte sich ebenfalls hinter Guaidó. Mexikos Regierung hielt dagegen an Maduro fest.

Unterdessen setzt EU-Ratspräsident Donald Tusk nach eigenen Worten auf eine einheitliche Position der EU-Mitgliedstaaten zur «Unterstützung der demokratischen Kräfte» in Venezuela.

Anders als der umstrittene sozialistische Staatschef Nicolás Maduro hätten das venezolanische Parlament und dessen Präsident Guaidó «ein demokratisches Mandat» der Bürger, schrieb Tusk am Mittwochabend im Kurzbotschaftendienst Twitter. 

Die amerikanische Botschaft in Venezuela hat indes eine Warnung veröffentlicht. US-Bürger sowie Mitarbeiter der Vertretung sollen Demonstrationen meiden und sich auf dem Laufenden halten.

(sda/dpa/afp/vom)

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Heftige Proteste gegen die Regierung in Venezuela

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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • DerewigeSchweizer 24.01.2019 16:29
    Highlight Highlight Z.B.
    "90% Arbeitslosigkeit",
    ,wovon man ab und zu liest in den Kommentaren, ist total falsch; Lügenpropaganda halt.
    Siehe: Venezuela Arbeitslosenquote 2008 - 2018.
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/321184/umfrage/arbeitslosenquote-in-venezuela/

    Die Behauptung "die Menschen in Venezuela haben genug von Maduro", trifft insofern zu, als dass die Maduro-Gegner die Maduro-Befürworter als Menschen 2. Klasse betrachten.
    Ansonsten steht sehr wohl eine Mehrheit der Venezolaner hinter Maduro. Aus diesem Grund nämlich hat die "Opposition" die Wahlen boykottiert...
  • PaLve! 24.01.2019 15:01
    Highlight Highlight Auch wenn Maduro so böse sein soll.
    Wieso haben die Gringos das Recht, sich in fremde Angelegenheiten einzumischen?
    Wer entscheidet welche Systeme böse und welche gut sind?
    Wer sagt dass ausgerechnet der Westen Hüter der Welt sein soll?
    Fragen über Fragen...
  • Paul_Partisan 24.01.2019 10:56
    Highlight Highlight Ohne Maduro in Schutz nehmen zu wollen. Aber: die Berichterstattung in den westlichen Medien ist schon sehr einseitig. So wird beispielsweise nie über den Grund der Parlamentsauflösung geschrieben und es wird auch nichts über die Pro-Maduro-Kundgebungen berichtet. Ausserdem sollten wir uns im klaren sein, wer die Interessen der Opposition teilt und diese Unterstützt. Auch darüber wird nicht informiert. Trotzdem ist klar, Neuwahlen sind unausweichlich und die Macht des Militärs unsäglich. Da lob ich mir - bei aller Kritik - unser Milizsystem...
    • westwing 24.01.2019 14:07
      Highlight Highlight Keine Ahnung wer Deine Aussage blitzt... wahrscheinlich hören sie schon auf zu lesen bei "Ohne Maduro in Schutz..."
  • rousli 24.01.2019 10:06
    Highlight Highlight Dass Trump sofort den übergangs Präsidenten akzeptiert klingt für mich garnicht gut.. ich befürchte wenn Guaido an die Macht kommt könnte alles noch viel schlimmer werden
    • westwing 24.01.2019 14:16
      Highlight Highlight Dass die Amis dahinter stecken stört mich auch am Meisten.
      Dass eine Gruppe speichelleckender Günstlinge mit der nächsten Derartigen ausgetauscht werden könnte ebenfalls.
      Aber eben: "könnte". Wenn niemand was macht bluten weiter diejenigen, die nicht der aktuell herrschenden Partei angehören. Hat sich bei uns doch auch niemand mit den SED Mitgliedern solidarisiert als die Mauer fiel...?
  • PaLve! 24.01.2019 09:04
    Highlight Highlight Das kam ja bis jetzt immer gut wenn die Yankees Regierungen in Südamerika stürzen wollten...
    Argentinien, Chile, Panama usw.
    • Fabio74 24.01.2019 12:55
      Highlight Highlight @reconquista Das Nicht-Einmischen in innere Angelenheiten bzw das Installieren eines genehmen Regimes zweck Ausbeutung. Siehe Geschichte
    • PaLve! 24.01.2019 14:59
      Highlight Highlight In jedem anderen Land würde man negativ über einen Trumpfreundlichen Kandidaten berichten. Im bösen sozialistischen Venezuela -was duuuumerweise riessige Ölreserven hat, ist so ein Kandidat natürlich erwünscht.
  • DerewigeSchweizer 24.01.2019 08:42
    Highlight Highlight "DARUM GEHT ES"

    Die Regierungsform Venezuelas ist seit 1999 eine Präsidialdemokratie mit starken direktdemokratischen Elementen und einer komplizierten Gewaltenteilung zwischen den fünf Gewalten Legislative, Exekutive, Judikative, Bürgergewalt und Wahlgewalt.

    Die neue Verfassung Venezuelas verbietet die Privatisierung der Erdölindustrie und der sozialen Sicherungssysteme, verfügt die kostenlose Volksbildung und Maßnahmen zur Reaktivierung ungenutzten Großgrundbesitzes, respektiert darüber hinaus aber das Privateigentum, auch das Privateigentum an Produktionsmitteln.

    ... Wer ist dagegen?
    • Fabio74 24.01.2019 09:53
      Highlight Highlight Und in diesem Land ist ein korruptes Regime an der Macht, dass siesen Staat ruiniert
    • Hierundjetzt 24.01.2019 10:19
      Highlight Highlight - 90% Arbeitslosigkeit (CH 2%)
      - Inflation von 1 Mio % (CH 0.5%)
      - 80% Unterernährung (CH 0%)
      - Zusammenbruch der kompletten Wirtschaft (CH 1,1% Wachstum)
      ABER unser SchweizAbschaffen sieht immer noch alles in Gold und referenziert sich auf Papiere ohne Wert. Klar, als Westeuropäer kann man schon vom warmen Sofa aus grossartige Reden schwingen, es betrifft einem ja selber nicht.

      PS: Das Venezolanische Öl hat extrem viel Schwefel und muss extra raffiniert werden. Da kommt sogar Fracking aus den USA günstiger. Nur so.
    • Limpleg 24.01.2019 10:28
      Highlight Highlight Doch doch, Privateigentum wird sehr respektiert... Mal nachgefragt warum denn viele tausende Enteignungen stattfanden? Oder warum in den Llanos seit den Enteignungen der Grossfarmer praktisch keine Rinderzucht mehr gemacht wird und deshalb Fleisch importiert werden muss?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Don Alejandro 24.01.2019 08:41
    Highlight Highlight Politisch ähnliches Szenario wie in Syrien vor Kriegsbeginn. Jetzt könnte man lernen, und unter strenger internationaler Beobachtung Neuwahlen erzwingen und abhalten.
  • Bruno S.1988 24.01.2019 08:34
    Highlight Highlight Trump hat mit der sofortigen Anerkennung mehr Schaden als sonst was angerichtet. Nun gillt Guaidó als der durch Amerika gesteuerte Präsident.

    Solche RegimeChanges, die durch Amerika verursacht wurden, haben in Südamerika einen seeeehr faden Beigeschmack...
  • WID 24.01.2019 08:24
    Highlight Highlight Wie ist Maduro an die Macht gekommen?
  • Roman Loosli 24.01.2019 08:15
    Highlight Highlight Sie sollen einfach kuba in Ruhe lassen..
  • Laienprediger 24.01.2019 07:21
    Highlight Highlight Cojones hat dieser Guaidó auf jeden Fall.
  • ojama 24.01.2019 07:16
    Highlight Highlight Falsch. Krass wie hier im Westen Missinformation zu gunsten von Grossbanken und -firmen gemacht wird. Wenn Sie sich einmal richtig informieren wollen, schauen Sie diese Doku:
    Play Icon

    Das alte Parlament hat alles blockiert und die Lösung von Venezuelas Problemen verunmöglicht. Darauf hat Maduro einen Artikel aus der Verfassung benutzt, um eine neue Regierung zu wählen. Die Opposition hat auch diese Boykottiert, um es so aussehen zu lassen, als hätte er sich selbst wählen lassen. Verzwickt!
    • Fabio74 24.01.2019 09:56
      Highlight Highlight So simpel? Ein Regime das auf seine Bürger schiesst hat sich disqualifiziert
    • DerewigeSchweizer 24.01.2019 10:41
      Highlight Highlight 14 Blitze gegen die Wahrheit.
    • Bruno S.1988 24.01.2019 11:27
      Highlight Highlight Ja, ich finde auch dass eine Regierung die das eigene Volk angreift, sich selber disqualifiziert hat.
      Benutzer Bild
    Weitere Antworten anzeigen
  • iismaa 24.01.2019 07:14
    Highlight Highlight Venezuela hat die größten Erdölreserven. Just saying...
  • Limpleg 24.01.2019 06:25
    Highlight Highlight Hoffen wir dass viele Soldaten die Seiten wechseln, den das Militär ist das Zünglein sn der Waage für einen Machtwechsel...
    • Julian Roechelt 24.01.2019 07:31
      Highlight Highlight Wieso sollen "wir" das hoffen?
      Damit dieser Rechtspopulist vom Schlage eines Trumps installiert werden kann?
    • Limpleg 24.01.2019 10:26
      Highlight Highlight Wenn die Bevölkerung dann wieder Essen und Medikamente hat? Ja dann ist es mir egal ob ein neuer Linkspopulist wie Chavez oder ein Rechtspopulist...

      Jeder der Familie in Venezuela hat, kennt die alltägliche Situation dort (und versucht zu helfen wie auch immer)!
    • PaLve! 24.01.2019 15:03
      Highlight Highlight Yeah! Regime-Change!
      Make America Great Again!
      Coca Cola!
  • Pana 24.01.2019 02:33
    Highlight Highlight "Die Streitkräfte verteidigen unsere Verfassung"

    Das tun sie eben nicht, solange sie Maduro verteidigen. Durch die Einsetzung seines eigenen Parlamentes hat er die Verfassung umgangen, und sich illegal an der Macht gehalten.

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