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El Salvadors neuer Präsident Bukele ist jung, konservativ und hat viele Probleme zu lösen



epa07342003 Nayib Bukele (C), GANA (National Alliance) party leader and presidential candidate, delivers a speech during a election night event at the National Theatre Square in San Salvador, El Salvador, early 04 February 2019. Bukele won the presidential election after achieving more than 53 percent of votes to put an end to the two-party system.  EPA/RODRIGO SURA

Bild: EPA/EFE

El Salvador steht vor einem Neuanfang: Der 37-jährige Nayib Bukele hat die Präsidentschaftswahl vom Sonntag in der ersten Wahlrunde gewonnen. Der ehemalige Bürgermeister der Hauptstadt San Salvador, der Bandenkriminalität und Korruption bekämpfen will, bekam ersten Ergebnissen zufolge mehr als 53 Prozent der Stimmen.

Bukele, der für die kleine konservative Partei Grosse Allianz der Nationalen Einheit (GANA) ins Rennen gegangen war, lag nach Auszählung von fast 88 Prozent der Stimmen bei 53.8 Prozent, wie die Wahlbehörde mitteilte. Damit sei sein Vorsprung «unumkehrbar».

Die beiden Rivalen Bukeles – Carlos Calleja von der weit rechts stehenden Republikanischen nationalistischen Allianz (Arena) und Hugo Martínez von der linksgerichteten Nationalen Befreiungsfront Farabundo Marti (FMLN) des scheidenden Präsidenten Sánchez Cerén – räumten ihre Niederlagen ein.

Der Supermarktmagnat Calleja kam nach Angaben der Wahlbehörde auf 31.6 Prozent, Ex-Aussenminister Martínez lag mit 13.8 Prozent abgeschlagen auf Platz drei. Bukele, der früher selbst der FMLN angehörte, muss damit nicht in die Stichwahl.

Neue Ära eingeläutet

Presidential candidate Nayib Bukele, of the Grand Alliance for National Unity, center, his wife Gabriela, right, and the Vice-president candidate Felix Ulloa wave supporters in San Salvador, El Salvador, Sunday, Feb. 3, 2019. Bukele, a youthful former mayor of the capital, easily won El Salvador's presidency, getting more votes than his three rivals combined to usher out the two parties that dominated politics for a quarter century in the crime-plagued Central America nation. (AP Photo/Salvador Melendez)

Bild: AP/AP

Sein Sieg läutet eine neue Ära in dem von Gewalt, Korruption und Armut geprägten zentralamerikanischen Land ein, das seit dem Ende des Bürgerkriegs 1992 abwechselnd von Arena und FMLN regiert wurde.

Bukele, dessen Vater palästinensischer Herkunft ist, trat in Jeans und Lederjacke vor seine feiernden Anhänger. Sein Wahlsieg sei «ein Sieg für das Volk von El Salvador», rief er den tausenden Menschen auf dem Morazán-Platz in San Salvador zu, die seinen Namen skandierten und salvadorianische Flaggen schwenkten.

epa07341783 Candidate of the GANA ('Gran Alianza por la Unidad Nacional' or Great Alliance for National Unity in english) party for the Presidency of El Salvador Nayib Bukele takes a selfie during a press conference in San Salvador, El Salvador, 03 February 2019. According to media reports, Bukele leads with 53 percent of the votes in the presidential elections, with more than 70 percent of the total votes counted.  EPA/ESTEBAN BIBA

Bild: EPA/EFE

«Wir haben heute in der erste Runde gewonnen und Geschichte geschrieben», sagte der wohlhabende Geschäftsmann, der bei der Wahl als Favorit ins Rennen gegangen war. Bukele hat versprochen, mehr in Bildung zu investieren und die Korruption zu bekämpfen.

Gewalt und Wirtschaftskrise

Vor allem aber muss er gegen die weitverbreitete Gewalt in El Salvador vorgehen: Die Mordrate liegt bei 51 pro 100'000 Einwohnern und damit weit über dem weltweiten Durchschnitt. Im vergangenen Jahr wurden 3340 Morde registriert. Mächtige Strassengangs sollen 70'000 Mitglieder haben, von denen 17'000 hinter Gittern sind.

Die Menschen in El Salvador haben zudem mit einer Wirtschaftskrise zu kämpfen. Zwar wuchs die Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent – die grösste Steigerung seit fünf Jahren.

Doch etwa 30 Prozent der 6.6 Millionen Salvadorianer leben unter der Armutsgrenze. Der monatliche Mindestlohn von umgerechnet rund 300 Franken reicht gerade einmal, um Nahrungsmittel zu kaufen. Tausende Menschen verlassen alljährlich das Land, viele mit dem Ziel USA.

Um seine Wahlversprechen umzusetzen, wird Bukele ein Bündnis mit der rechtsgerichteten Opposition schliessen müssen, die im Parlament die Mehrheit hat. Parlamentswahlen stehen erst 2021 an. (aeg/sda/afp)

«Humanitärer Notstand» – Flüchtlingslager in Mexiko

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Video: srf

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