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Aids-Experten warnen vor «Krise historischen Ausmasses»



Experten haben vor einer internationalen Aids-Konferenz in Amsterdam vor einer dramatischen weltweiten Ausweitung der Immunschwächekrankheit gewarnt. Eine alarmierende Zunahme der Zahl von Neuinfektionen in besonders betroffenen Ländern könnten zu einer «Krise historischen Ausmasses» führen.

Dies sagte der US-Aids-Experte und Diplomat Mark Dybul am Sonntag vor dem Beginn der grossen internationalen Fachkonferenz mit 15'000 Teilnehmern.

Dr. Mark Dybul, executive director of the Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria, accompanied by Ambassador at Large and Coordinator of the U.S. Government Activities to Combat HIV/AIDS, Dr. Deborah L. Birx, testifies on Capitol Hill in Washington, Wednesday, May 6, 2015, before the Senate State, Foreign Operations, and Related Programs subcommittee in support of U.S. funding for global HIV/AIDS treatment.  (AP Photo/Brett Carlsen)

US-Aids-Experte und Diplomat Mark Dybul. Bild: AP/FR170822 AP

Dybul forderte gleichzeitig mehr Geld für die Bekämpfung der Krankheit. Die Welt sei gegenwärtig «vermutlich so gefährdet wie nie zuvor, die Kontrolle über die Epidemie» zu verlieren, sagte er. Das liege an der demografischen Entwicklung und dem Umstand, dass Staaten dem Kampf gegen HIV und Aids heute nicht mehr so viel Aufmerksamkeit schenkten wie früher – oder dies in bestimmten Fällen niemals getan hätten.

Auch andere Experten warnten am Sonntag in Amsterdam vor einer dramatischen Unterfinanzierung der weltweiten Anstrengungen zur Eindämmung von Aids. Spenden und staatliche finanzielle Hilfen gingen zurück.

Nach Angaben des Direktors des Anti-Aids-Programms der UNO (UNAIDS), Michel Sidibe, fehlen bereits sieben Milliarden Euro an Hilfsgeldern. «Wenn wir jetzt nicht zahlen, werden wir später mehr und mehr ausgeben müssen», warnte er.

Fakten zu Aids

Prävention wichtig

Den Fachleuten zufolge trägt auch eine wachsende Konzentration auf lebensrettende sogenannte antiretrovirale Medikamente zur Behandlung von Aids-Kranken dazu bei, dass die Basiskampagnen zur Eindämmung der Krankheit zunehmend unterfinanziert seien. Die Mittel etwa für Kondomverteilungsaktionen seien stark zurückgegangen, hiess es. Der Zugang zu Medikamenten ohne gleichzeitige Präventionsmassnahmen werde Aids nicht besiegen.

Auf der Konferenz in der niederländischen Stadt wollen Experten über den Kampf gegen die Immunschwächekrankheit beraten, an der weltweit schon 35 Millionen Menschen starben. Besonders in ärmeren Ländern mit stark wachsenden jungen Bevölkerungen wütet sie schwer. Zu der fünftägigen Veranstaltung haben sich neben zahlreichen Fachleuten auch etliche Prominente wie Prinz Harry und der britische Pop-Star Elton John angekündigt. (sda/afp)

Immer mehr Geschlechtskrankheiten sind auf dem Vormarsch

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Video: srf/SDA SRF

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Paternoster 23.07.2018 19:46
    Highlight Highlight Also wegen immer gleich Fokus auf Kirche.. Da würde ich als Mensch mich kennenlernen, zbsp. dass ich tatsächlich mal fremd gegangen bin oder gehe, liebe aber meinen Partner. Da käme nun der Priester neben mich, sagt, geh nicht fremd. Ich sage, mal schauen, was soll passieren.
    Der Priester meint, als Katholik sollst Du Deinem Partner treu sein. Aber es sei Dir überlassen, informiere Dich über mögliche Konsequenzen.
    Es ist nicht an der Kirche! Es sind nicht die Gläubigen
  • Paddiesli 23.07.2018 15:01
    Highlight Highlight AIDS ist heute gut behandelbar, bis zur Unnachweisbarkeit im Blut. Die Pharmariesen müssten nur ihre Medis in den ärmsten Ländern günstig zur Verfügung stellen. Und man müsste Kondome verteilen, so als Pro Bono.
    In den USA sitzt eine grössere Krise historischen Ausmasses.
    • sheshe 24.07.2018 10:43
      Highlight Highlight Im südlichen Afrika (Moz, Swazi, Malawi, Tansania, etc.) gibts schon an dem Grenzübergang Schüsseln voll mit Kondomen. In den Minibussen werden teilweise ganze Kisten verteilt. Alles gratis. Überall hängen Plakate, welche auf HIV hinweisen. Trotzdem hast du in Swazi eine Aids-Rate von über 30% (!!).
    • Fabio74 24.07.2018 19:02
      Highlight Highlight das ist aber nur ein Punkt. Ziel muss sein, Ansteckungen zu verhindern und nicht Infektionen zu behandeln.
      Und dort fängt das Problem an.
    • Paddiesli 24.07.2018 21:41
      Highlight Highlight @Fabio74
      Natürlich ist das nur 1 Punkt. Aber auch dein korrekter Punkt ist, was es ist: 1 Punkt
      Erst alle Punkte zusammen ergeben ein Bild, einverstanden?
      Der Anfang des Problems fängt nochmals an einem ganz anderen Punkt an.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Schmirinskis 23.07.2018 12:51
    Highlight Highlight Ich vergesse niemals, wie ich am Totenbett meines Vaters die folgenden Worte hören musste: "Wehe irgendjemand erzählt jemanden, dass mein Sohn an Aids stirbt, eine Schande für die Familie ist das."

    Totschweigen ist in unserer Gesellschaft genau so ein Problem wie Kondomverteufelung!

    Der Tot meines Vaters ist nun fast sieben Jahre her, ich bin immer offen damit umgegangen, noch NIE hat ihn jemand anderes als seine Mutter verurteilt. Die Menschen sind interessiert und haben viele Fragen. Wir Angehörige sind ein wichtiger Teil der Prävention!
  • "Das Universum" formerly known as lilie 23.07.2018 12:04
    Highlight Highlight Ich habe leider genau das gehört.

    AIDS kann jetzt behandelt werden, da wird nicht mehr so aufgepasst. Dass es zudem auch noch andere Geschlechtskrankheiten gibt, wird grosszügig übersehen.

    Und anscheinend gilt es unter gewissen Schwulen als "Liebesbeweis", sich vom HIV positiven Partner anstecken zu lassen.

    Ich weiss gar nicht, was ich zu sowas sagen soll. 🙈
    • Waedliman 23.07.2018 14:31
      Highlight Highlight Also, Tripper & Co. kann man eher in die Abteilung "vergleichsweise harmlos" einordnen. Das mit dem "Liebesbeweis" ist Unsinn, keine Ahnung, woher Sie das haben.
    • "Das Universum" formerly known as lilie 23.07.2018 15:55
      Highlight Highlight @Waedliman: Hepatitis B ist dafür 10x so ansteckend wie Aids und wenn sie chronisch wird gersdeso schwerwiegend.

      Das mit dem "Liebesbeweis" hat mir mein bester Freund erzählt. Sein Bruder starb deswegen.
    • Fabio74 24.07.2018 19:04
      Highlight Highlight @lilie Sorry aber wer sich für einen Partner "pozzen" lässt wie dem sagt, der hat nicht ganz alle Tassen im Schrank. Ich habe von solchen Idioten gehört aber, dort brauchts Psychiater meiner Meinung nach.
      Sexuell aktive MEnschen sollten Hepatitis A+B geimpft sein.
      Und wer regelmässig Sex mit anderen hat, soll sich regelmässig auf HIV. Syphillis und Tripper testen lassen
  • Roman Stanger 23.07.2018 11:09
    Highlight Highlight Die Verbreitung von AIDS im südlicheren Afrika liegt im wesentlichen am Hochrisikoverhalten von Teilen der Bevölkerung, die sehr viele Sexualpartner haben (womit sie ohnehin nicht der kirchlichen Lehre folgen) und es aus reinen Vergnügungsgründen ablehnen, Kondome zu benutzen. Dass die AIDS-Epidemie daher kommt, "dass der Papst Kondome verbietet", ist im Westen zur Binsenweisheit geworden, aber in dieser Form im Grunde ein platter Stammtisch-Mythos.

    https://www.futurity.org/aids-in-africa-does-religion-get-a-bad-rap/
    • Fabio74 23.07.2018 11:16
      Highlight Highlight Und? Der Papst und all jene die Kondome verdammen, sind mitverantwortlich
    • mogad 23.07.2018 11:49
      Highlight Highlight Promiskuität ist auf der ganzen Welt verbreitet. Sicher könnte eine Freigabe von Kondomen durch die Kirche das Problem Aids allein nicht lösen, aber es wäre immerhin ein Beitrag, ein Tabubruch der aufhorchen liesse. Nonnen die in Afrika Kondome verteilen und über künstliche Verhütung sprechen werden exkommuniziert und aus der Gemeinschaft geworfen!
    • ujay 23.07.2018 14:26
      Highlight Highlight @Stanger.....in Afrika vielleicht, aber nicht in Südamerika. Das ist alles Andere als ein Stammtisch Mythos. Wer das behauptet, muss schon ignorant sein.
  • Waedliman 23.07.2018 10:11
    Highlight Highlight Während die westliche Welt HIV durch gute Medis in den Griff bekommen hat, geht in Afrika, Teilen Asiens und Russland die Lampe aus. Das hat Gründe, die vielfältig sind. Zum einen hat es etwas mit der Sexualmoral bzw. mangelhafter Aufklärung und nicht offenem Umgang mit dem Thema zu tun. Dann kommen die Preise für Medikamente, die viel zu hoch sind. Und zu guter Letzt vielleicht auch mangelhaftes Wissen über die Risiken.
  • Madmessie 23.07.2018 09:28
    Highlight Highlight Wer zu blöd ist ein Kondom zu benutzen ist selber schuld.
  • mogad 23.07.2018 08:34
    Highlight Highlight Eine breit angelegte Kampagne für den Gebrauch von Kondomen wäre billiger, würde das Elend eindämmen und gleich noch zur Geburtenreduktion beitragen. Das Verbot der Kirche ist in Anbetracht von Krankheiten und Bevölkerungsexplosion absolut verantwortungslos. Wer viel betet, sollte auch in sich hineinhorchen. Vielleicht hat Gott mehr mitzuteilen, als das was in der Bibel steht. Zum Wohl der Menschen.
    • DomKi 23.07.2018 09:36
      Highlight Highlight ... sollte in sich hineinhorchen und Konsequenzen ziehen und nur mit seiner Frau oder ihrem Mann sich ins Bett legen. Und das steht so in der Bibel, und zudem gibt's nichts hinzuzufügen.
    • mogad 23.07.2018 11:52
      Highlight Highlight @DomKi. Bin ganz Ihrer Meinung. Aber eher überzeugt man die Leute ev. vom Kondom, als von der monogamen Lebensweise.
    • DomKi 23.07.2018 17:19
      Highlight Highlight @Graustufe Rot: ja, aber ich bin mal ganz ehrlich: als ich noch nicht nach biblischen Werten lebte (bis vor 10 Jahren), glauben Sie mir, ich kannte Kondome, aber "im Eifer des Gefechtes"... Gottlob bekam ich keine STD verpasst. Und dann reissen (auch mir passiert) oder verrutschen Kondome...
  • Eine_win_ig 23.07.2018 06:46
    Highlight Highlight Es gibt da so eine weltweite, sehr einfluasreiche Organisation. Gemäss ihr ist der Gebrauch von Kondomen eine Sünde. Nehmt die mal in die Pflicht!
    • Wilhelm Dingo 23.07.2018 08:42
      Highlight Highlight @Eine_win_ig: Alle strickt ausgelegten Religionen müssen in die Pflicht genommen werden. All diese Religionen sind eine Plage, weil sie die Menschen Krankheiten aussetzen und die Überbevölkerung fördern.
    • mogad 23.07.2018 08:44
      Highlight Highlight Die kath. Kirche hat in Afrika einen viel grösseren Einfluss als hier im Westen. Es würde sicher viel bringen, wenn der Papst in Anbetracht des vielen Leids am TV oder auf Facebook zum Gebrauch von Kondomen aufrufen würde. Ich find es sehr heuchlerisch, Kinderschänder, Holocoustleugner, und Korruption innerhalb des Kardinalskollegiums zu decken und vertuschen, dann aber am Kondomverbot festzuhalten, weil es angebl. Eine Sünde ist.
    • Knäckebrot 23.07.2018 10:12
      Highlight Highlight Ich mag die katholische Kirche zwar auch nicht, aber dies ist eine Aussage, die der eine dem anderen Nachplappert.
      Die meisten, die sich mit dem HIV infizierten, haben dies also wirklich nicht, weil sie dachten, dass sie kein Kondom benutzen durften.

      Als ich in Afrika lebte, sah ich all die AIDS Kampagnen und die Leute wussten davon. Aber im Moment des Verlangens wurde es einfach mit "es wird mich schon nicht treffen" verharmlost. Die meisten gingen einfach Verantwortungslos damit um.
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Wie der Schweizer Arzt Ruedi Lüthy in Simbabwe tausende Menschen vor dem Aids-Tod rettete

Ruedi Lüthy war einer der Pioniere der Aids-Medizin in der Schweiz. Seit 2003 lebt er hauptsächlich in Harare, wo er eine Aids-Klinik aufgebaut hat. Im Interview mit watson spricht er über seine erste Begegnung mit der Krankheit, seinen Umgang mit afrikanischem Aberglauben und die Entwicklung in Simbabwe seit dem Sturz von Diktator Mugabe. 

Anfang der 80er-Jahre war Ruedi Lüthy (77) einer der ersten Ärzte in der Schweiz, der sich mit Aids auseinandersetzte. Als Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten am Universitätsspital Zürich musste er zunächst zusehen, wie seine HIV-positiven Patienten wegstarben, ohne dass er etwas dagegen tun konnte. In der zweiten Hälfte der 90er-Jahre war er mit dabei, als in der Schweiz grosse Fortschritte bei der Behandlung von HIV-positiven Menschen erzielt wurden.

2003 gründete Lüthy die Swiss …

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