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Liveticker

Austausch von Mariupol-Kämpfern gegen Putin-Freund denkbar ++ mehrere Zivilisten getötet

Die neuesten Entwicklungen im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Überblick.
20.05.2022, 13:2021.05.2022, 21:49
  • Die russische Armee konzentriert ihre Angriffe auf den Osten und Süden der Ukraine, mit bislang bescheidenen Erfolgen.
  • Das Stahlwerk von Mariupol wird derzeit evakuiert. 264 Soldaten, darunter 53 Schwerverletzte, wurden bereits abtransportiert. An der Evakuierung der verbliebenen Kämpfer werde derzeit gearbeitet, heisst es auf Seiten der Ukraine.
  • Die Waffenlieferungen der westlichen Staaten in die Ukraine halten an.
  • Innerhalb der Ukraine sind 8 Millionen Menschen auf der Flucht. 5,9 Millionen Menschen aus der Ukraine sind nach UNO-Angaben ins Ausland geflüchtet.
  • In der Schweiz wurden bislang rund 48'000 geflüchtete Menschen aus der Ukraine registriert.
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22:06
Laut Separatisten 78 Frauen unter Kriegsgefangenen aus Asow-Stahlwerk
Unter den im Stahlwerk Azovstal in der Hafenstadt Mariupol in der Südostukraine gefangen genommenen Kämpfern sind laut den prorussischen Separatisten auch 78 Frauen. Der Chef der Donezker Separatisten, Denis Puschilin, sagte am Samstagabend der russischen Staatsagentur Tass zufolge, es seien zudem Ausländer in russische Gefangenschaft gekommen. Eine Zahl nannte er zunächst nicht.

Am Freitagabend hatte das russische Verteidigungsministerium die komplette Einnahme des über Wochen belagerten Stahlwerks am Asowschen Meer mitgeteilt. Nach Angaben aus Moskau kamen insgesamt 2439 ukrainische Soldaten seit dem 16. Mai in russische Gefangenschaft.

«Sie hatten genug Nahrung und Wasser, sie hatten auch genug Waffen», sagte Puschilin. «Das Problem war der Mangel an Medikamenten.» Nach Angaben des Separatistenführers sind sechs ukrainische Kämpfer in dem Stahlwerk ums Leben gekommen, «als sie versuchten, Munitionsdepots vor ihrer Gefangennahme in die Luft zu sprengen». (sda/dpa)
21:49
Erneut mehrere Zivilisten in der Ukraine getötet
Die Ukraine hat Russland für den Tod von sieben Zivilisten in dem von Regierungstruppen kontrollierten Teil der Region Donezk im Osten des Landes verantwortlich gemacht. Das schrieb der Gouverneur des Gebiets, Pawlo Kirilenko, am Samstag im Nachrichtenkanal Telegram. Allein im Ort Lyman seien drei Menschen getötet worden. Der Gouverneur äusserte sich zunächst nicht zu den genauen Umständen. Zudem seien insgesamt sieben Menschen verletzt worden. Diese Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen. «Jeder Kriegsverbrecher wird bestraft», sagte Kirilenko.

In dem von Russland besetzten Gebiet Cherson in der Südukraine hat die dortige Verwaltung wiederum die Ukraine beschuldigt, am Samstag drei Zivilisten in dem Ort Biloserka getötet und zehn verletzt zu haben. Auch das liess sich nicht überprüfen. Die Verwaltung teilte bei Telegram nicht mit, was genau vorgefallen war. (sda/dpa)
19:54
Russischer Politiker: Austausch von Mariupol-Kämpfern gegen Putin-Freund im Gespräch
Aussagen des prominenten russischen Aussenpolitikers Leonid Sluzki zufolge ist ein möglicher Austausch der in Mariupol gefangen genommenen ukrainischen Kämpfer gegen den prorussischen Politiker Viktor Medwedtschuk im Gespräch. «Wir werden die Möglichkeit eines Austauschs von Medwedtschuk gegen die Asow-Kämpfer prüfen», sagte Sluzki am Samstag der Agentur Interfax zufolge.
epa09194798 Viktor Medvedchuk, the Ukrainian politician and a leader of the Opposition Platform-For Life party, answers questions of journalists after his visit to the Prosecutor General office in Kiev, Ukraine, 12 May 2021. Iryna Venediktova, Ukrainian Prosecutor General,  has signed suspicion notices issued in the names of the two Ukrainian lawmakers, Viktor Medvedchuk, and his ally Taras Kozak, charging them with high treason and attempted plunder of national resources in the Ukrainian peninsula of Crimea, Venediktova said at 11 May 2021 during her joint briefing with Ivan Bakanov, the Head of the Security Service of Ukraine (SBU) in Kiev.  EPA/SERGEY DOLZHENKO
Bild: keystone
Bei einem erfolgreichen russischen Blitzkrieg wäre Medwedtschuk wohl als Präsident installiert worden.

In den vergangenen Tagen haben sich in Mariupol mehr als 2400 ukrainische Soldaten ergeben. Sie hatten sich zuvor wochenlang in den Bunkeranlagen des Asow-Stahlwerks verschanzt und die Hafenstadt gegen die russischen Besatzer verteidigt.

Der Politiker und Oligarch Medwedtschuk wiederum, der Mitte April festgenommen wurde, gilt als engster Verbündeter von Kremlchef Wladimir Putin in der Ukraine. Ihm werden in Kiew Hochverrat und Unterschlagung vorgeworfen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schlug bereits vor Wochen vor, ihn gegen ukrainische Gefangene auszutauschen.

Nach der Eroberung Mariupols sprachen sich in Russland jedoch auch mehrere Politiker gegen einen Gefangenenaustausch aus und forderten, die Mariupoler Kämpfer vor Gericht zu stellen.
Ukrainian tycoon Viktor Medvedchuk, left, speaks to Russian President Vladimir Putin during a meeting at the Novo-Ogaryovo residence outside Moscow, Russia, Tuesday, Oct. 6, 2020. Medvedchuk, who heads the Opposition Platform for Life party and has close ties with Putin, was placed under house arrest on Thursday, May 13, 2021 by a Ukrainian court on treason charges that he denied(Sputnik, Kremlin Pool Photo via AP)
Bild: keystone
Medwedtschuk und Putin bei einem Treffen im Oktober 2020. (sda/dpa)
16:48
Selenskyj: Haben der russischen Armee das Rückgrat gebrochen
Ungeachtet der Niederlage in der Hafenstadt Mariupol hat die ukrainische Armee nach Überzeugung von Präsident Wolodymyr Selenskyj Russlands Streitkräften grossen Schaden zugefügt. Die Ukraine habe der russischen Armee «das Rückgrat gebrochen», sagte Selenskyj in einem am Samstag ausgestrahlten Fernsehinterview. «Sie werden die nächsten Jahre nicht mehr auf die Beine kommen», sagte der 44-Jährige. Kurz zuvor hatten sich die letzten mehr als 2400 ukrainischen Verteidiger der Hafenstadt im Südosten des Landes ergeben und in russische Gefangenschaft begeben.

Kiew werde sich alles zurückholen, betonte Selenskyj. Eine Rückkehr zu den Frontlinien von vor dem 24. Februar - der Tag, an dem Russlands Angriffskrieg begann - werde bereits als Sieg gelten. «Das wird bedeuten, dass sie uns nicht erobert und wir unser Land verteidigt haben», sagte der Staatschef. Der Weg dorthin werde jedoch sehr schwierig. Am Ende stehe dann die Diplomatie. (sda/dpa)
13:45
Russische Grenzregion Kursk wirft Ukraine erneuten Beschuss vor
Die russische Grenzregion Kursk wirft der Ukraine mittlerweile täglichen Beschuss vor. Am Samstag sei das Gebiet Gluschkowo angegriffen worden, schrieb Gouverneur Roman Starowoit im Nachrichtendienst Telegram. Zu möglichen Opfern äusserte er sich zunächst nicht. Schon in den vergangenen Tagen hatte Starowoit die Ukrainer für Zerstörungen in grenznahen Ortschaften verantwortlich gemacht.

Am Donnerstag soll im Dorf Tjotkino ein Mensch gestorben sein. Die Ukraine äussert sich zu den Vorwürfen nicht. Russland, das den Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar selbst begonnen hatte, beklagt seit Wochen immer wieder ukrainische Angriffe auf sein eigenes Staatsgebiet. (sda/dpa)
13:36
Biden setzt Milliarden-Hilfspaket für Ukraine in Kraft
US-Präsident Joe Biden hat das Milliarden-Hilfspaket der USA für die Ukraine in Kraft gesetzt. Biden unterzeichnete das entsprechende Gesetz am Samstag in Seoul bei seiner ersten Asien-Reise seit Amtsübernahme. Zuvor hatte der Kongress das Paket mit einem Volumen von fast 40 Milliarden Dollar (38 Milliarden Euro) mit grosser Mehrheit beschlossen. Biden hatte den Kongress ursprünglich um 33 Milliarden Dollar gebeten. Das Parlament stockte die Summe dann noch auf.

Aus dem Paket entfällt rund die Hälfte der Gesamtsumme auf den Verteidigungsbereich. Davon sind sechs Milliarden Dollar für direkte militärische Hilfe für die Ukraine vorgesehen. Mit weiteren Milliardenbeträgen sollen unter anderem US-Lagerbestände wieder mit militärischer Ausrüstung aufgefüllt werden, die an die Ukraine geschickt wurde. Andere Mittel sind unter anderem vorgesehen für humanitäre Hilfe für Flüchtlinge aus der Ukraine oder für Menschen weltweit, die infolge des russischen Angriffskriegs Hunger leiden.

Die US-Regierung hatte zuvor schon mehrere grosse Pakete zur Unterstützung der Ukraine auf den Weg gebracht. Am vergangenen Donnerstag hatte die Regierung - aus dem bisherigen Geldtopf - weitere militärische Hilfen in Höhe von 100 Millionen US-Dollar (rund 94 Millionen Euro) für die Ukraine. Bis zu dem jüngsten Paket sagten die USA der ehemaligen Sowjetrepublik seit Kriegsbeginn Ende Februar allein Waffen und Munition im Wert von rund 3,9 Milliarden US-Dollar (rund 3,7 Milliarden Euro) zu oder lieferten auch schon. (sda/dpa)
epa09958190 US President Joe Biden delivers brief remarks in the Rose Garden of the White House in Washington , DC, USA, 19 May 2022. Swedish Prime Minister Andersson and Finnish President Niinisto are visiting at the White House following the countries' applications for NATO membership as a result of Russia's invasion of Ukraine.  EPA/OLIVER CONTRERAS / POOL
Bild: keystone
12:52
Ukraine registriert zahlreiche russische Angriffe
Der ukrainische Generalstab hat eine Vielzahl von russischen Angriffen im Land registriert und auf die Gefahr von Luftschlägen aus dem benachbarten Land Belarus hingewiesen. Der Schwerpunkt der Kämpfe liegt laut dem Lagebericht vom Samstag weiter im Osten der Ukraine. Dort seien elf Angriffe vom Feind abgewehrt und unter anderem acht Panzer zerstört worden. Auch der Artilleriebeschuss ukrainischer Stellungen gehe weiter, hiess es. Bedroht sieht sich die Ukraine auch weiter von Russlands Verbündetem Belarus, der aber offiziell kein Kriegsteilnehmer ist.

Zudem seien Schiffe der russischen Kriegsflotte im Schwarzen und im Asowschen Meer für Kampfhandlungen und Aufklärung unterwegs, teilte der Stab in Kiew mit. Das Militär beklagte, die russischen Besatzer gingen ausserdem am Boden mit Terror gegen die ukrainische Zivilbevölkerung vor. So verhinderten sie etwa, dass aus dem von ihnen besetzten Gebiet Cherson die Menschen auf das von der Ukraine kontrollierte Territorium fliehen könnten. Auch die Öffnung von humanitären Korridoren werde blockiert, so dass keine Lebensmittel und Medikamente in das Gebiet gebracht werden könnten. Ältere Menschen, Kranke und Kinder seien dort gefangen, hiess es.

Russlands Verteidigungsministerium teilte unterdessen mit, ukrainische Ziele von Schiffen im Schwarzen Meer aus mit Raketen beschossen zu haben. So seien in der Region Schytomyr aus Europa und den USA gelieferte Waffen mit Marschflugkörpern des Typs Kalibr zerstört worden, hiess es aus Moskau. Zudem sei ein Militär-Trainingslager unweit der Hafenstadt Odessa mit Raketen und Artillerie angegriffen worden. (sda/dpa)
10:47
Bericht: Mitglieder der Royals beherbergen ukrainische Flüchtlinge
Die königliche Familie verstärkt laut einem britischen Zeitungsbericht ihre Hilfe für Flüchtlinge aus der Ukraine. Mitglieder der Royal Family hätten Ukrainer bei sich aufgenommen, berichtete die Zeitung «Daily Express» am Samstag.

Um wen es sich handelt, schrieb das Blatt nicht. Die Royals würden «hinter den Kulissen an einer Reihe von Projekten arbeiten und wollten ihren Beitrag privat halten». Ein Palastsprecher sagte dem «Express»: «Wir unterstützen auf verschiedene Weise, werden aber nicht weiter kommentieren.»

Etwa 150 000 Menschen in Grossbritannien haben angeboten, Flüchtlinge aus der Ukraine bei sich aufzunehmen. Bisher sind etwa 53 800 Ukrainerinnen und Ukrainer im Land angekommen. Immer wieder gibt es Kritik, das schwierige britische Visa-System verzögere oder verhindere eine Einreise.

Es wäre nicht das erste Mal, dass der Palast Flüchtlinge aufnimmt. Während des Zweiten Weltkriegs fanden dort die niederländische Königin Wilhemina sowie der norwegische König Haakon VII. und sein Sohn Prinz Olav Zuflucht, die vor den Nazis geflüchtet waren.

Königin Elizabeth II., Thronfolger Prinz Charles und Queen-Enkel Prinz William haben der Ukraine im Krieg gegen Russland wiederholt ihre Unterstützung zugesichert und Geld an Hilfsorganisationen gespendet. Erst vor kurzem trafen Charles und seine Ehefrau Herzogin Camilla bei ihrem Besuch in Kanada sich mit Mitgliedern der ukrainischen Gemeinde. Die Queen zeigte sich in den ukrainischen Nationalfarben Blau und Gelb. Sie liess in ihrer Residenz Schloss Windsor zudem Blumenarrangements in diesen Farben aufstellen. (sda/dpa)
10:34
Frau protestiert auf rotem Teppich gegen Vergewaltigungen in Ukraine
Auf dem roten Teppich des Filmfestivals von Cannes hat eine Frau nahezu nackt gegen sexuelle Gewalt an ukrainischen Opfern protestiert. Auf ihren Oberkörper waren die Farben der ukrainischen Flagge und der Schriftzug «Stop Raping Us» («Hört auf, uns zu vergewaltigen») gemalt, ausserdem trug sie eine mit roter Farbe verschmierte Unterhose.

Die Frau stürmte während einer Premiere bei den Filmfestspielen am Freitagabend zwischen die anderen Gäste und schrie mehrmals «Stop Raping Us». Die ukrainische Aktivistinnen-Gruppe Femen reklamierte den Protest für sich, wie auf ihrer Instagram-Seite zu sehen war.

Hintergrund sind Vorwürfe der Vergewaltigung von ukrainischen Zivilistinnen durch die russische Armee. Jüngst hatten etwa die ukrainische Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa sowie die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) solche Vorwürfe erhoben. (sda/dpa)
epa09961624 A half-naked protester (L) wearing body paint in the Ukrainiane national colors and writing reading 'Stop raping us' appears on the red carpet for the screening of 'Three Thousand Years of Longing' during the 75th annual Cannes Film Festival, in Cannes, France, 20 May 2022. The movie is presented out of competition at the festival which runs from 17 to 28 May.  EPA/CLEMENS BILAN
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10:33
Italien erarbeitet Plan für Friedensprozess im Ukraine-Krieg
Italien hat nach den Worten seines Aussenministers einen Plan für eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg entwickelt. «Es braucht jetzt eine diplomatische Gegenoffensive», sagte Luigi Di Maio im Interview der Zeitung «La Stampa» (Samstag). Derzeit versuchten nur einzelne Staaten zu vermitteln, kritisierte der 35-Jährige. Nun wolle man alle relevanten internationalen Organisationen dazu bringen, mitzuarbeiten. Ein erstes Ziel sei, lokale Kampfpausen zu erreichen, danach solle ein Waffenstillstand, die Arbeit an der Neutralität und am Ende ein Friedensabkommen folgen.

Der Plan sei von Diplomaten und der italienischen Regierung entwickelt und den Unterhändlern der sieben wichtigsten Industrienationen (G7) vorgelegt worden, sagte Di Maio. Er habe ausserdem mit UN-Generalsekretär António Guterres gesprochen. Die UN, EU und OSZE sollten als Hauptarbeitsgruppe andere Länder, wie die Türkei und Indien miteinbeziehen.

Di Maio äusserte sich aber etwas pessimistisch zur aktuellen Verhandlungslage mit Russland: «Ich will nicht wie ein Schwarzmaler wirken, aber ich sehe keine Verhandlung an keinem Tisch», sagte er. «Einzelne Aktionen werden Wladimir Putin nicht dazu überreden, zu verhandeln.»

Ein weiteres Problem sah der Politiker der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung beim Thema Getreidelieferungen aus der Ukraine, die ein wichtiges Exportland dafür ist. «Alle Studien zeigen, dass es nur einen einzigen Weg gibt, um den Getreide- und Weizenmangel zu überstehen: einen geschützten Korridor schaffen, um den Getreidetransport über das Meer von der ukrainischen Küste zuzulassen», erklärte Di Maio. Über den Landweg sei das zu schwierig. «Russland wird, wenn es den Meereszugang weiter blockiert, für neue Kriege verantwortlich sein», meinte er. (sda/dpa)
10:23
EU-Justizkommissar: Kriegsverbrechen werden nicht ungestraft bleiben
EU-Justizkommissar Didier Reynders hat eine strafrechtliche Verfolgung von Kriegsverbrechen in der Ukraine zugesichert. «Ich möchte, dass die Botschaft klar ankommt: Es wird Zeit brauchen, es wird ein langer Prozess, aber die Gräueltaten, die in der Ukraine begangen wurden, werden nicht ungestraft bleiben», sagte Reynders im Interview der italienischen Zeitung «La Stampa» (Samstag). Die Untersuchungen zu Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und eventuell zu einem Genozid hätten bereits begonnen. Derzeit gäbe es etwa 10 000 Akten und Ermittlungen dazu. Mehr als 600 Verdächtige seien bislang identifiziert worden.

Die Ermittlungen laufen am Tatort in der Ukraine, aber auch in verschiedenen europäischen Ländern, wo Beweise und Zeugenaussagen von Geflüchteten gesammelt werden, wie Reynders weiter erklärte. Elf EU-Staaten ermittelten derzeit zu in der Ukraine begangenen Kriegsverbrechen. Neben Zeugenaussagen lägen eine enorme Menge an Fotos, Videos, Audiodateien und Satellitenaufnahmen vor. Der belgische Politiker betonte, wie wichtig es sei, dass die Beweise korrekt gesammelt und verifiziert würden. «Das ist entscheidend: Wenn man falsche Angaben oder Fake News mit aufnehmen würde, wäre das ein Desaster.» (sda/dpa)
epa09957083 European Commissioner for Justice Didier Reynders addresses a plenary session of the European Parliament in Brussels, Belgium, 19 May 2022. The session's agenda includes debates over the fight against impunity for war crimes in Ukraine, and European solidarity and energy security in the face of Russia's invasion of Ukraine, amid recent gas supply cuts to Poland and Bulgaria.  EPA/OLIVIER HOSLET
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10:17
Britische Aussenministerin Truss fordert Nato-Waffen für Moldau
Die britische Aussenministerin Liz Truss hat die Nato zu einer Aufrüstung des ukrainischen Nachbarlands Moldau aufgefordert. «Ich würde mir wünschen, dass Moldau nach Nato-Standards ausgestattet ist», sagte Truss der Zeitung «Telegraph» (Samstag). «Das ist eine Debatte, die wir mit unseren Verbündeten führen.» Der russische Präsident Wladimir Putin wolle ein Grossrussland schaffen, sagte Truss. «Nur weil seine Versuche, Kiew einzunehmen, nicht erfolgreich waren, bedeutet es nicht, dass er seine Pläne aufgegeben hat.»

Truss betonte, die Ukraine müsse dauerhaft fähig sein, sich zu verteidigen. «Das trifft auch auf andere verwundbare Staaten wie Moldau zu», sagte sie. «Da die Bedrohung wiederum von Russland ausgeht, müssen wir auch sicherstellen, dass (diese Staaten) nach Nato-Standards ausgerüstet sind.» Ein Mitarbeiter der Ministerin sagte dem «Telegraph», gemeint sei, dass Nato-Mitglieder moderne Waffen lieferten, um die alten noch aus Sowjetzeiten stammenden Bestände zu ersetzen, sowie Ausbildung ermöglichten.

«Wir arbeiten derzeit an einer gemeinsamen Kommission mit der Ukraine und Polen zur Aufrüstung der ukrainischen Verteidigung auf Nato-Standard», sagte Truss. «Wir werden also ausloten, wie der Stand ist, was die Ukrainer brauchen. Die Frage ist dann, wie hält man das über die Zeit aufrecht?»

Die Ex-Sowjetrepublik Moldau gilt als ärmstes Land Europas. Die prowestliche Führung hatte kurz nach Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft gestellt. In der seit Jahrzehnten abtrünnigen Konfliktregion Transnistrien, die an die Ukraine grenzt, kam es zuletzt immer wieder zu Gewalt. In dem Gebiet sind etwa 1500 russische Soldaten stationiert. (sda/dpa)
10:17
Nach Mariupol-Eroberung: Ukraine befürchtet russischen Vormarsch
Die Ukraine befürchtet einen weiteren Vormarsch russischer Truppen, nachdem diese die Hafenstadt Mariupol und das Asow-Stahlwerk vollständig eingenommen haben. Der ukrainische Militärgouverneur des Gebietes Luhansk, Serhij Hajdaj, meldete am Samstag massive Gefechte im Donbass. So steht etwa die ostukrainische Stadt Sjewjerodonezk seit Tagen unter Beschuss, es gibt Tote und Verletzte. «Die Russen löschen Sjewjerodonezk wie Mariupol aus. In den Vororten der Stadt laufen Kämpfe», teilte Hajdaj im Nachrichtenkanal Telegram mit.

Der Gouverneur beklagte Bombardements aus der Luft in der Region, Russland wolle das Gebiet in Schutt und Asche legen. Zugleich wies er Aussagen von Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu, kurz vor der kompletten Einnahme der Region Luhansk zu stehen, als «Unsinn» zurück. Schoigu habe keinen Überblick mehr über die Lage seiner eigenen Streitkräfte.

Das russische Verteidigungsministerium hatte am Freitag mitgeteilt, dass die letzten ukrainischen Kämpfer in dem Asow-Stahlwerk in Mariupol sich ergeben hätten - mehr als 2000 insgesamt. Damit sei die Stadt komplett unter russischer Kontrolle, hiess es. Der ukrainische Generalstab in Kiew teilte mit, der Feind habe mit der Minenräumung des Gebiets um den Hafen begonnen, um ihn wieder funktionstüchtig zu machen.

Nach Darstellung des Generalstabs geht es den russischen Streitkräften weiter darum, die komplette Kontrolle über die Gebiete Luhansk und Donezk zu erlangen, um einen Landkorridor auf die von Russland 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim abzusichern. Die Einnahme Mariupols gilt dabei aus russischer Sicht als wichtiger Teilerfolg.

Die ukrainischen Behörden meldeten auch neue russische Angriffe in der ostukrainischen Stadt Charkiw. Im Kiewer Bezirk der Millionenstadt sei am Freitagabend der Markt beschossen worden. Dabei brannten mehrere Händlerpavillons ab. Die dazu veröffentlichten Fotos von den schweren Zerstörungen waren zunächst nicht überprüfbar. (sda/dpa)
FILE - This satellite image provided by Maxar Technologies shows closer view of damaged Azovstal metallurgical factory buildings in Mariupol, Ukraine Tuesday, March 22, 2022. Russia claimed to have captured Mariupol on Friday in what would be its biggest victory yet in its war with Ukraine, after a nearly three-month siege that reduced much of the strategic port city to a smoking ruin. (Satellite image ©2022 Maxar Technologies via AP, File)
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23:46
Selenskyj will Fonds für Entschädigung nach russischen Angriffen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einen Fonds ins Gespräch gebracht für Entschädigungszahlungen an Länder, die etwa unter russischen Angriffen leiden. Gemeinsam mit anderen Partnerländern müsse ein Mechanismus entwickelt werden, «damit jeder, der unter Russlands Handeln gelitten hat, eine Entschädigung für alle Verluste erhalten kann», sagte das Staatsoberhaupt in einer in der Nacht zum Samstag veröffentlichten Videoansprache. Das könne in einem «multilateralen Abkommen» geregelt werden.

Selenskyj schlug vor, russisches Kapital und Eigentum im Ausland einzufrieren oder zu beschlagnahmen und diesem neuen Fonds zuzuführen. «Das wäre gerecht», meinte Selenskyj. Russland würde so das «wahre Gewicht jeder Rakete, jeder Bombe, jedes Projektils zu spüren bekommen, das es auf uns abgefeuert hat».

Die Kriegsschäden in der Ukraine gehen Schätzungen zufolge schon jetzt in die Hunderte Milliarden Euro. Russland hatte Ende Februar seinen Angriff auf das Nachbarland Ukraine begonnen. (sda/dpa)
22:50
Selenskyj: Russland greift Kulturzentrum in Losowa mit Rakete an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland für einen Raketenangriff auf ein Kulturzentrum im Osten des Landes mit acht Verletzten verantwortlich gemacht. Bei dem Beschuss in der Stadt Losowa im Gebiet Charkiw sei auch ein elf Jahre altes Kind verletzt worden, schrieb das Staatsoberhaupt am Freitagabend im Nachrichtenkanal Telegram.
President of Ukraine Volodymyr Zelenskyy appears via remote during the opening ceremony of the 75th international film festival, Cannes, southern France, Tuesday, May 17, 2022. (Photo by Vianney Le Caer/Invision/AP)
Volodymyr Zelenskyy
Bild: keystone
«Die Besatzer haben Kultur, Bildung und Menschlichkeit als ihre Feinde identifiziert», meinte Selenskyj. Solche Angriffe seien eine «absolute Dummheit» und «Boshaftigkeit». Selenskyj veröffentlichte auf seinem Account ein Video, das einen Raketeneinschlag zeigte. Danach war eine riesige Rauchwolke zu sehen. (sda/dpa)
22:28
Russland: Chodorkowski und Kasparow sind nun «ausländische Agenten»
Russland hat den Kremlkritiker Michail Chodorkowski und den früheren Schach-Weltmeister Garri Kasparow (im Bild) als «ausländische Agenten» eingestuft. Sie seien auf die entsprechende Liste des Justizministeriums in Moskau gesetzt worden, meldete die Staatsagentur Tass am Freitagabend. Beide seien an politischen Aktivitäten beteiligt und dabei von der Ukraine und den USA finanziert worden, teilte das Ministerium zur Begründung mit.
Zuerich, CHE, 22.08.2009: Sechs Schach-Weltmeister aus Russland und der Ukraine spielen in Zuerich Simultan-Schach. Der russische Schach-Weltmeister Garri Kasparow (1963) aus Baku/Aserbeidschan beim Simultan-Schach gegen 25 Herausforderer mitten im Hauptbahnhof Zuerich. Kasparow gilt als staerkster Spieler der Schachgeschichte und ist als russischer Oppositionsaktivist taetig. Er gruendete unter anderem schon 1990 die „Demokratische Partei“ und 2006 das oppositionelle Buendnis „Das andere Russland“. [ (c) Juerg Vollmer / maiak – The Newsroom of Eastern Europe, Postfach 5093, 8045 Zuerich, fon: +41 44 586 11 43, info@maiak.info ; You are free to copy, distribute and transmit the foto free of charge with attribute by the author and maiak.info. ; ArchivNr.: IMG_3490 ; ]
Bild: maiak.info – The Newsroom of Eas
Viele Nichtregierungsorganisationen und Medien sind in Russland als «ausländischer Agent» eingestuft, was sie als Stigmatisierung kritisieren. Kasparow hatte zuletzt den russischen Staatschef Wladimir Putin persönlich für den Krieg gegen die Ukraine kritisiert. Die russischen Behörden waren wiederholt gegen die Organisationen des im Ausland lebenden früheren Oligarchen Chodorkowski vorgegangen. (sda/dpa)
22:11
Ukraine-Kontaktgruppe mit über 40 Staaten berät am Montag
US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat für den kommenden Montag eine Schalte der neuen internationalen Ukraine-Kontaktgruppe anberaumt. Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, kündigte am Freitag ein, das Treffen werde diesmal per Video abgehalten. Mit dabei seien mehr als 40 Länder.
epa09958699 US Secretary of Defense Lloyd Austin waits to met  Spanish Defence Minister Margarita Robles and participate in an enhanced honor cordon at the Pentagon in Arlington, Virginia, USA, 19 May 2022.  EPA/WILL OLIVER
Bild: keystone
Austin hatte Ende April internationale Partner aus rund 40 Staaten zu einem Treffen auf dem US-Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein eingeladen, um über Hilfe für die Ukraine zu beraten. Dort hatte er in Aussicht gestellt, die Kontaktgruppe solle künftig monatlich beraten. Kirby sagte, mehrere Län
21:10
Moskau: Azovstal und Mariupol komplett unter russischer Kontrolle
In der ukrainischen Hafenstadt Mariupol haben sich nach russischen Angaben nun alle Kämpfer in dem belagerten Stahlwerk Azovstal ergeben. Die Industriezone und die Stadt seien damit vollständig unter russischer Kontrolle, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Freitagabend mit. Es seien insgesamt 2439 ukrainische Soldaten seit dem 16. Mai in russische Gefangenschaft gekommen. Das Werk war das letzte Stück der strategisch wichtigen Stadt im Südosten der Ukraine, das noch nicht komplett unter russische Kontrolle gewesen war.
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Verteidigungsminister Sergej Schoigu habe Präsident Wladimir Putin über die «vollständige Befreiung des Werks und der Stadt Mariupol» berichtet. Am Freitag kam nach Angaben des Ministeriums die letzte Gruppe von 531 Kämpfern in Gefangenschaft, hiess es in der Mitteilung der Behörde. Die Industriezone war seit dem 21. April von russischen Truppen blockiert gewesen. Der Kommandeur des Asow-Regiments sei in einem speziellen gepanzerten Fahrzeug abtransportiert worden.

Zuvor hatten die verbliebenen ukrainischen Verteidiger des Stahlwerks am Asowschen Meer erstmals erklärt, dass sie laut einem Befehl ihrer Armeeführung die Verteidigung der Stadt einstellen sollen. Dies sagte der Kommandeur des umstrittenen Nationalgarderegiments «Asow», Denys Prokopenko, in einer Videobotschaft. Damit sollten Leben und Gesundheit der Soldaten der Garnison geschützt werden. (sda/dpa)
20:40
OSZE schickt Menschrechtsbeobachter in die Ukraine
Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) intensiviert ihre Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen im Zuge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Beobachter wurden in das Land entsandt, um Zeugen und Überlebende zu befragen, wie das OSZE-Büro für Demokratie und Menschenrechte (ODIHR) in Warschau am Freitag mitteilte. Zuvor hatte die Organisation Interviews mit Menschen in Nachbarländern geführt, die vor der russischen Invasion aus der Ukraine geflohen sind.
An unexploded projectile lies on a side street in the town of Vilkhivka, on the outskirts of Kharkiv, in eastern Ukraine, Friday, May 20, 2022.. (AP Photo/Bernat Armangue)
Bild: keystone
Für die OSZE stehen die Zivilbevölkerung und Kriegsgefangene im Fokus. Angriffe auf Zivilisten, Tötungen, Verschleppungen und Folter seien die dringlichsten Themen, hiess es aus Warschau. Bis zur Erstellung eines Berichtes werde es wohl Monate dauern.

Auch der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat im Zuge seiner Ermittlungen zu möglichen Kriegsverbrechen ein 42-köpfiges Team in die Ukraine geschickt. Zudem führen UN-Menschenrechtsexperten Untersuchungen im Land durch. (sda/dpa)
17:22
Ukraineflüchtlinge: Aargauer Regierung beantragt Millionenkredite
Der Aargauer Regierungsrat rechnet mit Zusatzkosten in Millionenhöhe für die Unterbringung für die aus dem Krieg in der Ukraine geflüchteten Menschen. Auch für den Schulunterricht entstehen Mehrkosten. Der Regierungsrat stellt sich darauf ein, dass Ende Jahr bis zu 22'600 geflüchtete Menschen im Kanton leben werden.

In diesem Jahr entstehen für die Unterbringung, Unterstützung und Betreuung der Schutzsuchenden Kosten von 45,3 Millionen Franken, wie der Regierungsrat am Freitag mitteilte. Ein Nachtragskredit von 1,9 Millionen wird auch für die Sicherheitsdienstleistungen bei den kantonalen Unterkünften notwendig.

Für das kommende Jahr rechnet der Regierungsrat mit Zusatzkosten von 125,4 Millionen Franken aus. Dabei sind auch 66 befristete Projektstellen eingerechnet. (sda)
17:09
Rund 6600 Ukraine-Flüchtlinge aktuell im Kanton Bern
Im Kanton Bern leben derzeit rund 6600 Geflüchtete aus der Ukraine. Die Mehrheit von ihnen ist privat untergebracht. Der Zustrom hat etwas nachgelassen. Der kantonale Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektor Pierre Alain Schnegg geht von 10'000 bis 20'000 Geflüchteten bis Ende Jahr aus.
Container des Administrationsgebauedes stehen auf der Baustelle fuer die temporaeren Unterkuenfte Viererfeld (TUV) fuer Ukrainische Fluechtlinge, am Donnerstag, 12. Mai 2022 auf dem Viererfeld in Bern. Der Kanton Bern errichtet auf dem Berner Viererfeld ein Containerdorf fuer bis zu 1000 Ukrainische Fluechtlinge. Gegen Ende Juni sollen erste Bewohner in die Unterkuenfte einziehen. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
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Bau von temporären Unterkünften in Bern. (keystone)

Bislang sprach Schnegg jeweils von rund 30'000 Geflüchteten bis Ende Jahr. «Ohne die grosse Unterstützung der Gastfamilien wäre es nicht gelungen, die Geflüchteten so gut unterzubringen», betonte der Regierungsrat am Freitag vor den Medien. Auch wenn einige Gastfamilien bis jetzt noch keine Geflüchteten aus der Ukraine aufnehmen konnten, sei es wichtig, die Angebote weiterhin zur Verfügung zu haben. Die Lageentwicklung bleibe unvorhersehbar, ergänzte Schnegg.

Rund 200 Personen aus der Ukraine haben bisher eine Arbeitsbewilligung erhalten. Etwa die Hälfte von ihnen hat eine Anstellung im Gastrobereich, 35 Personen arbeiten als Lehrkräfte in Willkommensklassen, 27 in der Landwirtschaft und 25 in der IT-Branche, wie Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann ausführte. (sda)
16:38
Putin zeichnet mutmasslichen Kriegsverbrecher in Ukraine posthum aus
Der russische Präsident Wladimir Putin hat den 2016 getöteten Separatistenführer und mutmasslichen Kriegsverbrecher Arsen Pawlow mit dem Tapferkeitsorden ausgezeichnet.
Russian President Vladimir Putin addresses a meeting of the leaders of the Collective Security Treaty Organization (CSTO) at the Kremlin in Moscow, Russia, Monday, May 16, 2022. (Alexander Nemenov/Pool Photo via AP)
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Ein Erlass über die posthume Verleihung wurde am Freitag in Russlands offizieller Gesetz-Datenbank veröffentlicht. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte dem bei einem Sprengstoffanschlag getöteten Pawlow vorgeworfen, während des Konflikts in der Ostukraine unter dem Namen «Motorola» mindestens einen ukrainischen Kriegsgefangenen getötet zu haben.

Der Russe selbst gab vor Journalisten damit an, mindestens 15 gefangene ukrainische Soldaten erschossen zu haben. Der Mann ging Medien zufolge im April 2014 in die ostukrainische Region Donbass, um einer Strafverfolgung wegen Autodiebstahls und Trunkenheit am Steuer in Russland zu entgehen. Dort galt er als einer der gefährlichsten und blutigsten Milizenführer bei den prorussischen Aufständen. (sda/dpa)
15:48
Ukraine erhält im Juli erste Gepard-Panzer aus Deutschland
Die Ukraine erhält im Juli die ersten 15 Flugabwehrkanonenpanzer Gepard aus Beständen der deutschen Industrie.

Das ist das Ergebnis eines Gesprächs der deutschen Verteidigungsministerin Christine Lambrecht mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Olexij Resnikow am Freitag, wie die Nachrichtenagentur DPA in Berlin erfuhr. Zu dem Paket gehört demnach auch Ausbildungsunterstützung durch die Bundeswehr, die Bereitstellung von knapp 60'000 Schuss Munition sowie eine Lieferung von weiteren 15 Panzern noch im Sommer.

«Ich habe heute mit meinem ukrainischen Kollegen Resnikow gesprochen, und er hat ausdrücklich nochmals bestätigt, dass die Ukraine die schnellstmögliche Lieferung von Gepard-Flugabwehrpanzern einschliesslich der vorhandenen 59'000 Schuss Munition aus Deutschland wünscht», sagte Lambrecht nach der Videoschalte mit Resnikow. Dieser habe die Leistungsfähigkeit des Systems besonders hervorgehoben.
German Defense Minister Christine Lambrecht arrives for the weekly cabinet meeting of the German government at the chancellery in Berlin, Germany, Wednesday, May 11, 2022. (AP Photo/Markus Schreiber)
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«Ich begrüsse diese klare Entscheidung ausdrücklich. Der Gepard ist eine wirkungsvolle Waffe, die auch eine erhebliche Abschreckungswirkung hat - etwa zum Schutz kritischer Infrastruktur», sagte Lambrecht. «Gemeinsam arbeiten wir nun daran, dass die ersten 15 Geparden ab Mitte Juli mit fertig ausgebildeten Besatzungen einsatzbereit sind.»

Deutschland wird der Ukraine auch sieben Panzerhaubitzen 2000 liefern. Die Ausbildung ukrainischer Soldaten auf dem Waffensystem läuft bereits. Resnikow schrieb am Freitag auf Twitter, es habe ein sehr produktives Gespräch mit Lambrecht gegeben. Es sei der Beginn eines wichtigen neuen Projektes besprochen worden. (sda/dpa)
15:18
Asow-Kommandeur räumt öffentlich Kapitulation in Mariupol ein
Die verbliebenen ukrainischen Verteidiger des von russischen Truppen eingeschlossenen Stahlwerks in der Hafenstadt Mariupol haben erstmals öffentlich ihre Kapitulation eingestanden.

«Die Armeeführung hat den Befehl gegeben, die Verteidigung der Stadt einzustellen
», sagte der Kommandeur des umstrittenen Nationalgarderegiments «Asow», Denys Prokopenko, in einer am Freitag veröffentlichten Videobotschaft. Damit sollten Leben und Gesundheit der Soldaten der Garnison geschützt werden.
In this photo taken from a video released by the Russian Defense Ministry on Thursday, May 19, 2022, Ukrainian servicemen in a penal colony in Olyonivka, territory under the government of the Donetsk People's Republic's control, eastern Ukraine, after leaving the besieged Azovstal steel plant in Mariupol. (Russian Defense Ministry Press Service via AP)
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Am Montag hatten sich bereits die ersten 264 Soldaten ergeben, darunter über 50 Schwerverletzte. Nach russischen Angaben sind insgesamt bereits über 1900 Soldaten in Gefangenschaft gekommen. Die Kommandeure sollen sich aber noch weiter in den Bunkern des Werksgeländes aufhalten. Insgesamt wurde in Moskau zuletzt von rund 2500 ukrainischen Kämpfern ausgegangen. Die Regierung in Kiew hingegen hatte deren Zahl nur mit 1000 angegeben.

Bis zuletzt sprach die ukrainische Führung auch von einer «Rettungsoperation» statt einer Kapitulation und stellte einen baldigen Gefangenenaustausch mit Russland in Aussicht.
Die Asow-Kämpfer hatten immer wieder um Hilfe von den ukrainischen Streitkräften gebeten.

Russland führt seit knapp drei Monaten einen Angriffskrieg gegen den ukrainischen Nachbarn. Mariupol wurde bereits Anfang März von russischen Truppen komplett eingeschlossen und in den schweren Kämpfen weitgehend zerstört. Von ursprünglich rund 440 000 Einwohnern sind nach Einschätzung der ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Ljudmyla Denissowa etwa 170 000 in der Stadt geblieben. (sda/dpa)
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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg

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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg
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«Überlassen die Leichen den Hunden» – BBC-Reportage zeigt prekäre Situation in Charkiw

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ETH-Militärforscher: «Wir wissen, dass die russischen Truppen schwere Verluste erleiden»
Ukrainische Soldaten machen Gebietsgewinne und befreien Städte. Das einst Undenkbare scheint möglich: Ein Sieg des viel kleineren Landes. Ein Militäranalyst der ETH Zürich schätzt die Lage ein. Russland sei noch nicht geschlagen, warnt er.

Mit Mariupol hat die Ukraine diese Woche zwar eine wichtige Stadt an die Russen verloren, aber dies erst nach einem Kampf, der viel länger dauerte als erwartet. Weitere Erfolge der Russen rücken in weite Ferne. Den Kampf um Charkiw – nach Kiew die zweitgrösste Stadt – haben sie aufgegeben, die Ukrainer gewinnen Gebiete zurück. Bilder von ukrainischen Soldaten an der russischen Grenze gingen um die Welt. Schafft das Land, dessen Niederlage anfänglich nur eine Frage der Zeit war, nach der Befreiung der Gegend um Kiew nun die Wende vollends?

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