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Liveticker

Klitschko fordert Schweiz zu Massnahmen auf: «Die Gehirnwäsche findet auch hier statt»

Die neuesten Entwicklungen im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Überblick.
23.05.2022, 05:04
  • Die russische Armee konzentriert ihre Angriffe auf den Osten und Süden der Ukraine, mit bislang bescheidenen Erfolgen.
  • Die Ukraine meldete am Sonntag schwere Kämpfe um die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk im Luhansker Gebiet.
  • Die Waffenlieferungen der westlichen Staaten in die Ukraine halten an.
  • Innerhalb der Ukraine sind 8 Millionen Menschen auf der Flucht. 5,9 Millionen Menschen aus der Ukraine sind nach UNO-Angaben ins Ausland geflüchtet.
  • In der Schweiz wurden bislang rund 48'000 geflüchtete Menschen aus der Ukraine registriert.
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6:12
Anschlag auf Besatzungsbürgermeister von Enerhodar in Südukraine
Der von den russischen Besatzungstruppen eingesetzte Bürgermeister der Kleinstadt Enerhodar ist bei einem Sprengstoffanschlag am Sonntag schwer verletzt worden. «Der selbst ernannte Chef der »Volksadministration« von Enerhodar, Andrij Schewtschik, ist durch eine Explosion am Eingang des Wohnhauses verletzt worden, in dem seine Mutter lebt», teilte die ukrainische Militärverwaltung des Gebiets Saporischschja am späten Sonntagabend auf ihrem Telegram-Kanal mit. Es handle sich um einen gezielten Partisanenangriff gegen einen Kollaborateur, heisst es weiter.

Medienberichten zufolge liegt Schewtschik auf der Intensivstation. Auch seine Leibwächter seien bei dem Attentat verletzt worden. Laut der ukrainischen Militärverwaltung suchen die russischen Besatzungstruppen nun nach zwei jungen Männern in einem roten Audi. Zudem hätten sie die Checkpoints verstärkt. Das russische Ermittlungskomitee hat nach eigenen Angaben am Montag «wegen des Verbrechens ukrainischer Nationalisten» ein Strafverfahren eingeleitet.

In Enerhodar liegt das leistungsstärkste Atomkraftwerk Europas. Die Kleinstadt im Süden des Gebiets Saporischschja wurde bereits in den ersten Kriegstagen von russischen Truppen besetzt. Bei den Gefechten war kurzzeitig sogar ein Feuer auf dem Gelände des Atomkraftwerks ausgebrochen, das aber wieder gelöscht werden konnte. Die Gebietshauptstadt Saporischschja selbst ist immer noch unter ukrainischer Kontrolle. (sda/dpa)
4:37
Klitschko fordert von der Schweiz ein Verbot russischer TV-Sender
Der ukrainische Unternehmer und frühere Boxweltmeister Wladimir Klitschko hat die Schweiz zu einem Verbot russischer Staatsmedien aufgefordert. Dort laufe antiukrainische Propaganda. «Die Gehirnwäsche findet auch in der Schweiz statt», sagte er in einem Interview.

«Es ist ganz wichtig, dass die Schweiz nicht einfach passiv an der Seitenlinie steht», sagte der 46-jährige promovierte Sportwissenschaftler dem «Blick» (Montagausgabe) am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. «Wenn sie passiv danebensteht und beobachtet, hat sie auch Blut an ihren Händen.» Russland müsse wirtschaftlich und auf jede andere Art und Weise isoliert werden, sagte der jüngere Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko.

Die schlimmste Waffe im Krieg seien die Medien, sagte Klitschko weiter. «Wenn ich heute in der Schweiz den Fernseher einschalte und russische Sender schaue, höre ich, dass alle Ukrainer Nazis und Faschisten seien. Dass die Ukraine ein Fehler der Geschichte sei – und Russland diese Geschichte umschreiben werde. Das höre ich hier im Fernsehen!»

Im Gegensatz zur EU verbietet die Schweiz die Verbreitung von russischen Staatsmedien nicht. Die betroffenen Sender «RT» (früher «Russia Today») und «Sputnik» sind für den Bundesrat zwar «Werkzeuge der gezielten Desinformation durch die Russische Föderation», es sei aber wirksamer, unwahren und schädlichen Äusserungen mit Fakten zu begegnen, anstatt sie zu verbieten, teilte der Bundesrat Ende März mit. Wirtschaftsminister Guy Parmelin erklärte, ein Verbot könnte als Zensur ausgelegt werden.

Die zwei grossen Schweizer Telekom-Anbieter Swisscom und Sunrise UPC entschieden sich Anfang März, den russischen Staatssender «RT» per sofort und bis auf Weiteres nicht mehr auszustrahlen. (sda)
Former heavyweight boxing world champion Wladimir Klitschko, brother of Kyiv Mayor Vitali Klitschko leaves after a meeting a meeting with German Economy and Climate Minister Robert Habeck in Berlin, Germany, Thursday, March 31, 2022. (AP Photo/Markus Schreiber, Pool)
Bild: keystone
3:18
Johnson schreibt an ukrainische Kinder: Vorbild für Mut und Kraft
In einem offenen Brief hat der britische Premierminister Boris Johnson den Mut und die Kraft ukrainischer Kinder im Krieg gegen Russland gewürdigt. Sie sollten stolz auf ihr Land, ihre Eltern, Familien und Soldaten sein, vor allem aber auf sich selbst, schrieb Johnson. «Viele von Euch haben Dinge gesehen oder erlebt, die kein Kind erleben sollte. Dennoch lehren uns die ukrainischen Kinder jeden Tag, was es bedeutet, stark und würdevoll zu sein, den Kopf selbst in den härtesten Zeiten hochzuhalten», hiess es in dem Schreiben weiter, das Downing Street in der Nacht zum Montag veröffentlichte. Sie hätten weltweit Millionen Freunde.

«Als Euer Präsident (Wolodymyr Selenskyj) mich vergangenen Monat durch Kiew führte, hat mich die Abwesenheit von Kindern und Jugendlichen auf den Strassen und in den Parks sehr traurig gemacht», betonte Johnson. Viele hätten fliehen, Familie, Freunde und Spielzeuge zurücklassen müssen und in fremden Städten und Ländern Unterschlupf gefunden. «Ich kann mir nicht vorstellen, wie schwierig dieses Jahr für Euch gewesen sein muss.»

Johnson versicherte den ukrainischen Kindern die britische Unterstützung. «Wir lassen die ukrainische Flagge von unseren Häusern, Büros, Kirchen, Geschäften und Spielplätzen wehen», schrieb er. Junge Leute würden die Fahne in Klassenzimmern malen und blau-gelbe Armbänder als Zeichen der Unterstützung basteln.

Der Premier zeigte sich erneut überzeugt, dass die Ukraine den Krieg gewinnen werde. «Ich hoffe von ganzem Herzen, dass Ihr schon bald zurückkehren könnt in Eure Häuser, Schulen und Familien.» (sda/dpa)
2:09
Putin trifft Lukaschenko in Sotschi
Russlands Präsident Wladimir Putin will sich an diesem Montag in Sotschi mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko treffen. Dabei soll es um Fragen der weiteren Zusammenarbeit gehen, wie die Agentur Interfax in der Nacht zum Montag mitteilte. Zentrales Thema sei die Integrationszusammenarbeit der beiden Länder in einem Unionsstaat. Weiterhin könnten Industriekooperationen und eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Raketenwissenschaft Teil des Gesprächs sein wie auch der Umschlag belarussischer Waren in russischen Häfen sowie der Bau eines belarussischen Hafens in der Nähe von St. Petersburg.

Seit der umstrittenen Präsidentenwahl 2020, bei der sich Lukaschenko ohne Anerkennung des Westens zum Sieger erklärte, gerät Minsk zunehmend in Abhängigkeit von Moskau. Lukaschenko betont zwar, Belarus bleibe unabhängig. Doch ein lange Zeit nur auf dem Papier geführter Unionsstaat der beiden Länder nimmt zunehmend Konturen an. Internationale Politikbeobachter schätzen die Möglichkeit eines Anschlusses von Belarus an Russland als durchaus real ein. (sda/dpa)
epa09885768 Russian President Vladimir Putin (R) and Belarusian President Alexander Lukashenko (L) shake hands during a meeting in the engineering building of the technical complex of the Soyuz-2 space rocket complex at the Vostochny cosmodrome outside the city of Tsiolkovsky, some 180 km north of Blagoveschensk, in the far eastern Amur region, Russia, 12 April 2022. Belarusian President is on a working visit to Russia.  EPA/MIKHAIL KLIMENTYEV / KREMLIN POOL / SPUTNIK MANDATORY CREDIT
Bild: keystone
1:52
Selenskyj lobt Beziehungen zu Polen als historische Errungenschaft
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die guten Beziehungen zum Nachbarland Polen hervorgehoben. Sie stünden auf einer aufrichtigen Grundlage, «ohne Streitereien und altes Konflikterbe», sagte Selenskyj in einer Videobotschaft in der Nacht zu Montag. Dies sei eine historische Errungenschaft.

Polens Präsident Andrzej Duda hatte am Sonntag als erster ausländischer Staatschef seit Beginn des russischen Einmarsches eine Rede im ukrainischen Parlament gehalten. Er sprach dabei von der Absicht, ein polnisch-ukrainisches Freundschaftsabkommen zu schliessen.

Nach Angaben Selenskyjs will die Ukraine eine gemeinsame Zollkontrolle mit Polen einführen - das sei «der Beginn unserer Integration in den gemeinsamen Zollraum der Europäischen Union». Ausserdem erhielten Ukrainerinnen und Ukrainer in Polen «de facto und de jure die gleichen Chancen» wie polnische Staatsbürger. Selenskyj betonte, analog dazu ein Gesetz in der Ukraine auf den Weg bringen zu wollen, um «Dankbarkeit» und «Respekt» zu zeigen.

Selenskyj sprach auch von einer neuen Nachbarschaftspolitik mit anderen Ländern, die er anstrebt: «Wir müssen Streitigkeiten beilegen und den Druck der Vergangenheit aus unseren gegenwärtigen Beziehungen zu allen Nachbarn der Ukraine entfernen, die uns respektieren und keine Besatzer unseres Staates sind», sagte Selenskyj.

Am Abend habe er mit dem britischen Premier Boris Johnson unter anderem über Agrarexporte der Ukraine sowie Kraftstoffimporte gesprochen. Selenskyj kündigte an, im Lauf der kommenden Woche mit weiteren Ländern bilaterale Gespräche führen zu wollen. (sda/dpa)
Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy, right, and Polish President Andrzej Duda shake hands during a news conference after their meeting in Kyiv, Ukraine, Sunday, May 22, 2022. (AP Photo/Efrem Lukatsky)
Bild: keystone
22:26
Ukraine meldet acht Tote durch russische Angriffe
Mindestens acht Menschen sind nach ukrainischen Angaben am Sonntag durch russischen Beschuss getötet worden. Im ostukrainischen Gebiet Donezk wurden nach Angaben des ukrainischen Militärs mindestens sieben Menschen getötet und acht verletzt. Bei einem Raketenangriff auf Malyn nordwestlich von Kiew wurde nach Angaben der Agentur Unian ebenfalls mindestens ein Mensch getötet.
epa09962592 People collect their belongings inside a destroyed apartment block in Irpin, Kyiv (Kiev) region, Ukraine, 21 May 2022. Russian troops entered Ukraine on 24 February, starting a conflict that has wrought havoc and triggered a humanitarian crisis. According to data released by the United Nations refugee agency UNHCR on 20 May, nearly 6.5 million people have fled Ukraine since Russian troops entered the country on 24 February 2022.  EPA/OLEG PETRASYUK
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Das ukrainische Militär meldete zudem am Sonntag elf abgewehrte Angriffe russischer Truppen im Osten der Ukraine. Im Lauf der Woche seien mehr als 200 russische Militärfahrzeuge zerstört worden sowie 3 Flugzeuge.

Nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums wurde erneut eine Pontonbrücke des russischen Militärs über den Fluss Siwerskyj Donez in der ostukrainischen Region Luhansk zerstört. Dabei sei auch ein russischer Panzer zerstört worden. (sda/dpa)
21:34
Putins Berater: Russland weiter bereit für Verhandlungen mit Ukraine
Russland ist nach Angaben eines Beraters von Kremlchef Wladimir Putin bereit, die Gespräche mit Kiew wieder aufzunehmen. Er sehe jedoch die Ukraine in Zugzwang, sagte Wladimir Medinski am Sonntagabend der Agentur Interfax zufolge im belarussischen Staatsfernsehen. Medinski, der zuvor die Verhandlungen für die russische Seite geleitet hatte, schloss auch ein Treffen zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nicht aus. Doch dafür werde eine «ernsthafte Vorbereitung» benötigt, wie etwa ausgearbeitete Dokumente, die die Präsidenten dann unterschreiben könnten. Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Reaktion auf die Aussagen.
epa09966873 A residential building, destroyed in shelling, in Pyatykhatky settlement North of Kharkiv, Ukraine, 22 May 2022. Russian troops were recently pushed out from Kharkiv's outskirts by the Ukrainian army. The city of Kharkiv, Ukraine's second-largest, has witnessed repeated airstrikes from Russian forces. On 24 February Russian troops entered Ukrainian territory starting a conflict that has provoked destruction and a humanitarian crisis.  EPA/SERGEY KOZLOV
Bild: keystone
Die Ukraine hatte die Verhandlungen zur Beendigung des Krieges am Dienstag ausgesetzt. Die Gespräche sollten nur bei konkreten Vorschlägen wieder aufgenommen werden, hatte Kiews Unterhändler Mychajlo Podoljak gesagt. Eine gesichtswahrende Lösung für Kremlchef Wladimir Putin lehnt Kiew demnach ab. Zudem könne man über einen Waffenstillstand nur nach einem vollständigen Rückzug russischer Truppen diskutieren. «Der Krieg endet nicht, wenn wir irgendetwas aufgeben», so Podoljak. Nur eine vollständige Befreiung aller besetzten Territorien sei akzeptabel. (sda/dpa)
19:56
Russland will rund 50 neue Interkontinentalraketen in Dienst nehmen
Russland will bis zum Ende des Herbstes etwa 50 neue Interkontinentalraketen vom Typ Sarmat in den Dienst nehmen. Die Raketen (Nato-Codename: SS-X-30 Satan 2) sollen im sibirischen Krasnojarsk hergestellt werden, wie der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, der Agentur Interfax zufolge am Sonntagabend mitteilte.
epa09899712 A handout still image taken from handout video made available by the Russian Defence ministry press-service shows launch of the Russian new intercontinental ballistic missile 'Sarmat' on Plesetsk Cosmodrome in Arkhangelsk region, (800 km north of Moscow), Russia, 20 April 2022. The 'Sarmat' missile has unique characteristics that allow it to reliably overcome any existing and future anti-missile defense systems. 'Thanks to the energy-mass characteristics of the missile, the range of its combat equipment has fundamentally expanded both in terms of the number of warheads and types, including planning hypersonic units,' said a statement from the Russian Defense ministry.  EPA/RUSSIAN DEFENCE MINISTRY PRESS SERVICE / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES
Bild: keystone
Ende April hatte Russland auf dem nordrussischen Weltraumbahnhof Plessetzk einen Testabschuss mit der Interkontinentalrakete durchgeführt. Die Sarmat hat eine Reichweite von 18 000 Kilometern und ist mit atomaren Sprengköpfen bestückbar. Damit kann Russland sowohl über den Nord- als auch über den Südpol angreifen und Ziele weltweit erreichen. Die ersten Einheiten sollen im sibirischen Grossbezirk Krasnojarsk stationiert werden.

Präsident Wladimir Putin hatte vor dem Hintergrund des Kriegs gegen die Ukraine den Raketenstart im April zu Drohungen gegen den Westen genutzt. Die Waffe könne alle Arten der Raketenabwehr überwinden und zwinge «jene zum Nachdenken, die im Feuereifer einer abgebrühten, aggressiven Rhetorik versuchen, unser Land zu bedrohen», sagte er. (sda/dpa)
18:18
Wegen Verharmlosung des Ukraine-Kriegs: YouTube sperrt 9000 Kanäle
Googles Videoplattform YouTube hat mittlerweile mehr als 70'000 Videos und über 9000 Kanäle mit Bezug zu Russlands Krieg in der Ukraine gesperrt, weil sie gegen die Richtlinien der Plattform zu Gewaltereignissen verstossen haben. Laut dem «Guardian» handelt es sich um die bislang grösste Löschaktion des US-amerikanischen Unternehmens. Unter anderem seien Videos entfernt worden, die die russische Invasion als «Befreiungsmission» bezeichneten.

YouTube soll schätzungsweise 90 Millionen Nutzerinnen und Nutzer in Russland haben und ist im Gegensatz zu Facebook und anderen Social-Media-Plattformen nicht gesperrt, es darf aber keine Werbung mehr zu Videos für russische User aufschalten.

YouTube hat auch ein weltweites Verbot von Kanälen verhängt, die mit russischen Staatsmedien in Verbindung stehen, darunter RT (Russia Today) und Sputnik. Facebook und Instagram sind in Russland verboten und der Zugang zu Twitter wurde als Reaktion auf die Verbote der russischen Propaganda-Kanäle eingeschränkt.

(dsc)
18:01
Scholz will mit Senegal bei Gasförderung zusammenarbeiten
Deutschland will mit dem Senegal bei der Erschliessung eines Gasfelds vor der westafrikanischen Küste zusammenarbeiten. Das kündigte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Sonntag nach einem Gespräch mit dem senegalesischen Präsidenten Macky Sall in Dakar an, ohne Details zu nennen. «Darüber haben wir uns begonnen auszutauschen, wir werden das im Anschluss an diese Gespräche auch sehr intensiv auf Fachebene fortsetzen», sagte Scholz. Es mache Sinn, eine solche Kooperation «intensiv zu verfolgen», dies sei ein «gemeinsames Anliegen».

Es geht um ein Gasfeld vor der Küste, an dem neben dem Senegal auch Mauretanien Anteile hält. Medienberichten zufolge vermutet der Betreiber BP dort 425 Millionen Kubikmeter Erdgas. Deutschland will mit dem Senegal ausserdem in den Bereichen Solar- und Windenergie stärker zusammenarbeiten.

Dakar ist die erste Station der ersten Afrika-Reise von Scholz als Kanzler. Weitere Stationen werden in den nächsten Tagen der Niger und Südafrika sein.

(sda/dpa)
13:51
Ukraine verlängert Kriegsrecht um 90 Tage
Die Ukraine hat das seit Ende Februar geltende Kriegsrecht um weitere 90 Tage verlängert. Das Parlament in Kiew stimmte angesichts des russischen Angriffskriegs auch für eine Verlängerung der Generalmobilmachung bis zum 23. August, wie mehrere Abgeordnete am Sonntag im Nachrichtendienst Telegram schrieben. Einen Tag später, am 24. August, feiert die Ukraine traditionell ihren Unabhängigkeitstag.

Warum ist das wichtig?
Das Kriegsrecht gibt dem Militär erweiterte Rechte und schränkt bürgerliche Freiheiten wie das Demonstrationsrecht ein. Die Dauer des Kriegszustands sehen viele Experten als einen Indikator dafür, für wie lange sich Kiew derzeit noch auf mögliche Kämpfe einstellt.

Der entsprechende Gesetzesentwurf war bereits in der vergangenen Woche auf Vorschlag des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj veröffentlicht worden. Selenskyj hat den Kriegszustand erstmals am 24. Februar, einige Stunden nach Russlands Angriff, verhängen und anschliessend zwei Mal um jeweils 30 Tage verlängern lassen. Die Generalmobilmachung hingegen galt sofort für 90 Tage.

Was ist die Begründung?
Der ukrainische Präsidentenberater Oleksiy Arestowytsch rechtfertigte die dieses Mal verhältnismässig langfristige Ausdehnung des Kriegsrechts schon am vergangenen Mittwoch: Der von Russland begonnene Krieg werde bis in den Herbst dauern, sagte er. Man mache der ukrainischen Bevölkerung nur falsche Hoffnung, wenn das Kriegsrecht wie bisher immer nur um 30 Tage verlängert werde. Im Krieg sei eine ehrliche Kommunikation mit der Gesellschaft notwendig, meinte der Berater, der sich vor allem zu Militärfragen äussert.

(sda/dpa)
12:56
«Scheiss-Krieg!» – Russische Konzertbesucher sorgen für Aufsehen
Mit Anti-Kriegs-Sprechchören haben Besucher eines Konzerts in Russland für Aufsehen gesorgt. In sozialen Netzwerken veröffentlichten viele Nutzer am Wochenende ein kurzes Video, auf dem zu sehen ist, wie Hunderte Menschen vor einer Bühne immer wieder «Scheiss-Krieg, Scheiss-Krieg» rufen.

Angaben unabhängiger Medien und bekannter Oppositioneller zufolge entstand die Aufnahme bei einem Auftritt der russischen Rockgruppe Kiss-Kiss am vergangenen Freitag in der Ostsee-Metropole St. Petersburg. Auch auf der Bühne steht mit Leuchtbuchstaben «Kiss Kiss» geschrieben.

Drohende Konsequenzen
Die Band, die sich in der Vergangenheit bereits gegen Russlands Krieg in der Ukraine positioniert hatte, äusserte sich zunächst nicht. Einige User sorgten sich, dass die Musiker nun möglicherweise juristische Konsequenzen befürchten müssen. In Russland wird der Krieg gegen die Ukraine offiziell nur als «militärische Spezial-Operation» bezeichnet. Wer angebliche «Falschnachrichten» über Russlands Armee verbreitet, dem drohen hohe Strafen.

In der vergangenen Woche wurde in Russlands sozialen Netzwerken bereits ein Video von einem Konzert der Band DDT in der Stadt Ufa am Ural vielfach geteilt. Es zeigt, wie Frontmann Juri Schewtschuk ins Publikum ruft: «Heimat, meine Freunde, das ist nicht der Arsch des Präsidenten, den man ständig lecken und küssen muss. Die Heimat – das ist die arme Oma am Bahnhof, die Kartoffeln verkauft.» Von den Konzertbesuchern erntete Schewtschuk dafür Applaus. Später wurde bekannt, dass gegen den Sänger nun Ermittlungen wegen der angeblichen Diskreditierung von Russlands Streitkräften laufen.

(sda/dpa)
12:32
Polens Präsident hält Rede im ukrainischen Parlament in Kiew
Als erster ausländischer Staatschef seit dem Beginn des russischen Einmarsches hat der polnische Präsident Andrzej Duda eine Rede im ukrainischen Parlament gehalten. Niemand könne die polnisch-ukrainische Einheit stören, sagte Duda in seiner Ansprache, die der ukrainische Abgeordnete Olexij Hontscharenko am Sonntag live auf Facebook veröffentlichte. Immer wieder erhoben sich die Parlamentarier, um dem Gast aus Polen zu applaudieren. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj war anwesend.

Überraschungsbesuch
Dudas Solidaritätsbesuch war überraschend am Sonntagmorgen bekannt geworden. Der 50-Jährige reiste bereits zum zweiten Mal seit Kriegsausbruch Ende Februar in die Ukraine. Duda setzt sich unter anderem dafür ein, dass das Nachbarland möglichst rasch einen EU-Kandidatenstatus erhält.
epaselect epa09944940 Polish president Andrzej Duda and Estonia's President (not pictured) attend a press conference after their meeting at the Kadriorg Palace in Tallinn, Estonia, 13 May 2022. President Duda is visiting the Republic of Estonia for a two-day visit.  EPA/Leszek Szymanski POLAND OUT
Bild: keystone
Andrzej Duda.
Knapp 3,5 Millionen ukrainische Flüchtlinge sind seit Beginn des russischen Angriffskrieges am 24. Februar in Polen eingereist. Polen hat mit Abstand den meisten der insgesamt rund 6,5 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine Zuflucht gewährt. In der Ukraine lebten vor Kriegsbeginn rund 44 Millionen Menschen.

(sda/dpa)
12:27
Putin will durch Hungersnot Flüchtlingsströme auslösen, warnt Diplomat
Der russische Präsident Wladimir Putin will nach Ansicht des ehemaligen deutschen Botschafters in Russland gezielt Hungerkrisen im Nahen Osten und Afrika auslösen. Ziel sei es, Europa durch massive Flüchtlingsbewegungen zu destabilisieren, sagte der Diplomat Rüdiger von Fritsch dem «Tagesspiegel» (Sonntag). «Putins Kalkül besteht darin, dass nach dem Zusammenbruch der Getreidelieferungen die hungernden Menschen aus diesen Regionen fliehen werden und versuchen, nach Europa zu kommen - wie damals die Millionen Syrer, die vor den Schrecken des Krieges flohen.»

Zur ausführlichen Story gehts hier.
11:53
Ukraine meldet schwere Kämpfe um Sjewjerodonezk
In der Ostukraine gibt es weiter schwere Kämpfe um die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk im Luhansker Gebiet. Positionen ukrainischer Truppen würden in dem Bereich entlang der gesamten Frontlinie mit russischer Artillerie beschossen, teilte der Generalstab in Kiew am Sonntag mit. Russische Truppen versuchten demnach erfolglos, Ortschaften nördlich, östlich und südlich von Sjewjerodonezk zu stürmen. Ebenso hart werde um Dörfer südlich der Trasse von Lyssytschansk nach Bachmut im Donezker Gebiet gekämpft.

Artilleriegefechte und Bombardements
Die russische Armee versucht seit Tagen, die ukrainischen Gruppen rund um Sjewjerodonezk und Lyssytschansk vom Nachschub aus dem Donezker Gebiet abzuschneiden. Am Vortag wurde dabei ukrainischen Angaben zufolge gezielt eine Brücke über den Siwerskyj Donez zwischen den Zwillingsstädten Lyssytschansk und Sjewjerodonezk mit 240-Millimeter Mörsern zerstört. Artilleriegefechte und Bombardements habe es auch im Donezker Gebiet gegeben.

Russlands Verteidigungsministerium teilte unterdessen mit, in den vergangenen 24 Stunden seien insgesamt knapp 40 Ziele aus der Luft angegriffen worden, darunter fünf Waffenlager im Donbass. Zudem seien landesweit mehr als 580 Ziele mit Raketen und Artillerie beschossen worden.

(sda/dpa)
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