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Liveticker

Selenskyj erwartet neue Waffenlieferungen +++ Russland zerstört 45'000 Tonnen Munition

Die neuesten Entwicklungen im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Überblick.
07.08.2022, 05:1707.08.2022, 22:36
  • Die Gefechte in der Ukraine konzentrieren sich auf den Osten und den Süden des Landes. Vereinzelt bombardiert die russische Armee auch Ziele in anderen Landesteilen.
  • Im Osten verzeichnen die russischen Angreifer in der Oblast Luhansk Erfolge. Im Süden versuchen die ukrainischen Streitkräfte, sich der Stadt Cherson zu nähern.
  • Die Waffenlieferungen der westlichen Staaten in die Ukraine halten an.
  • Innerhalb der Ukraine sind 7,1 Millionen Menschen auf der Flucht. 8 Millionen Menschen aus der Ukraine sind nach UNO-Angaben ins Ausland geflüchtet.
  • In der Schweiz wurden bislang über 60'000 geflüchtete Menschen aus der Ukraine registriert.
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22:22
Selenskyj erwartet «gute Nachrichten» zu Waffenlieferungen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angesichts schwerer Kämpfe im Donbass seinen Landsleuten neue Waffenlieferungen angedeutet. «Nächste Woche erwarten wir Neuigkeiten von Partnern bezüglich der Hilfspakete. Gute Nachrichten!», sagte Selenskyj am Sonntag in seiner täglichen Videoansprache. Schlüssel der erfolgreichen Verteidigung seien nach wie vor Waffenlieferungen aus dem Westen, mahnte er.

Nach Angaben Selenskyjs toben die härtesten Kämpfe im Donbass. Die Lage dort bleibe schwierig. Die Verteidigung von Orten wie «Awdijiwka, Pisky, Marjinka und Bachmut erfordern unsere Hauptanstrengung und leider viele Leben», konstatierte er.

Zudem erneuerte er seine Vorwürfe an Russland, das Atomkraftwerk Saporischschja beschossen zu haben. Darauf müsse eine «prinzipielle Antwort der Weltgemeinschaft» erfolgen, forderte er. Das Kraftwerk war am Sonntag erneut unter Feuer geraten. Russland und die Ukraine geben sich gegenseitig die Schuld für den Beschuss. Die Internationale Atombehörde fordert von beiden Seiten, internationalen Atomexperten den ungehinderten Zugang zu der Anlage zu ermöglichen.

Auf das Treffen mit Oscar-Preisträgerin Jessica Chastain ging der ukrainische Präsident nur am Rande ein. Sie habe sich in der Kleinstadt Irpin mit eigenen Augen ein Bild von den Folgen der russischen Besatzung verschafft. «Ihre Geschichte über den Krieg wird definitiv Gehör finden», gemeinsam werde eine wichtige humanitäre Aktion vorbereitet, kündigte Selenskyj an, ohne Details zu nennen. In den vergangenen Wochen waren mehrfach bekannte internationalen Schauspieler in Kiew zu Gast. (sda/dpa)
Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy speaks at a news conference with Lithuanian President Gitanas Nauseda during their meeting in Kyiv, Ukraine, Thursday, July 28, 2022. (AP Photo/Efrem Lukatsky)
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18:29
Ehemaliger Kreml-Beamter hat Klinik in Sardinien verlassen
Der frühere Kreml-Beamte Anatoli Tschubais hat nach einem Bericht der italienischen Zeitung «La Repubblica» das Krankenhaus von Olbia auf der Insel Sardinien verlassen. Der 67-Jährige habe positiv auf die Medikation reagiert und sei nach Frankfurt geflogen, wo er weiter behandelt werde, schrieb das Blatt am Wochenende.

Nachdem der einstige Sonderbeauftragte des Kreml vor gut einer Woche in die Klinik auf Olbia gebracht worden war, hatte es Spekulationen gegeben, er könnte vergiftet worden sein. Die italienische Polizei führte mit Spezialisten Untersuchungen durch. Das toxikologische Gutachten steht laut «Repubblica» aber noch aus - derzeit aber deute alles auf eine seltene Nervenkrankheit bei Tschubais hin.

Tschubais hatte sein Amt in Moskau Ende März niedergelegt. Der frühere Vertraute von Russlands Präsident Wladimir Putin ist ein Kritiker des Angriffskrieges gegen die Ukraine. (sda/dpa)
18:22
Nach Ende der Seeblockade: Erster Frachter in Ukraine angekommen
Nach dem Ende der russischen Seeblockade hat erstmals wieder ein Frachtschiff in einem ukrainischen Hafen angelegt. «Der Schüttgutfrachter Fulmar S ist im Hafen Tschornomorsk angekommen und bereit zum Beladen», teilte das ukrainische Infrastrukturministerium am Sonntag auf seinem Telegram-Kanal mit. Die in den letzten Tagen aus den ukrainischen Häfen ausgelaufenen Schiffe hingen dort bereits seit Kriegsbeginn fest. Die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs und der damit verbundenen Getreidelieferungen aus der Ukraine sind wichtig für die Stabilisierung der Lebensmittelpreise weltweit.

Bisher sind aus den ukrainischen Häfen seit Anfang August schon acht Schiffe mit Getreide ausgelaufen.
Sie gehörten zu den Dutzenden Frachtern, die dort seit Kriegsbeginn im Februar wegen der russischen Seeblockade und der Verminung der eigenen Häfen durch das ukrainische Militär stecken geblieben waren. Mit dem Einlaufen der Fulmar S habe der Getreidekorridor nun einen «Ein- und Ausgang», erklärte Infrastrukturminister Olexander Kubrakow. Das sei ein wichtiges Signal für die Märkte.

Die unter der Flagge von Barbados fahrende Fulmar S liegt im Hafen von Tschornomorsk, der zum Einzugsgebiet von Odessa gehört. Die Ukraine will in Zukunft auch die Freigabe des Seehafens Mykolajiw für die Getreidetransporte erwirken. Ein entsprechender Vorschlag sei an die UN und die Türkei ergangen, teilte Kubrakow mit. Ziel sei es, die Getreideexporte auf drei Millionen Tonnen pro Monat anzuheben. (sda/dpa)
18:21
Empörung und Beifall nach Roger-Waters-Äusserungen zu Ukraine-Krieg
Der britische Musiker Roger Waters hat mit Äusserungen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine für Empörung in Kiew und für Beifall in Moskau gesorgt. US-Präsident Joe Biden «schürt das Feuer in der Ukraine», sagte der Mitbegründer der Band Pink Floyd dem US-Moderator Michael Smerconish in einem am Sonntag veröffentlichten Interview. «Das ist ein grosses Verbrechen.» Waters behauptete gegen den Widerspruch Smerconishs, die USA verlängerten die Dauer des Krieges. Wenn Biden wolle, wäre der Krieg «morgen beendet».

Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew fühlte sich bestätigt. «Es gibt noch adäquate Leute im Westen. Pink Floyd forever», schrieb er auf seiner Seite im sozialen Netzwerk vkontakte. Seinen Kommentar unterlegte er mit dem Lied «Wish You Were Here» («Ich wünschte, Du wärst hier») von Waters.
Roger Waters performs at the United Center on Tuesday, July 26, 2022, in Chicago. (Photo by Rob Grabowski/Invision/AP)
Roger Waters
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Dorthin, nämlich nach Russland, wünscht ihn auch die ukrainische Seite. Kiews Botschafter in Österreich, Olexander Scherba, nannte den Sänger nach dessen Interview eine «willenlose, herzlose, gnadenlose und verlorene Person». Erst habe Waters behauptet, es werde keinen Krieg geben, weil Putin zu schlau dafür sei. «Jetzt gibt es Krieg - und du sagst, dieser Krieg habe einen guten Grund», schrieb Scherba auf Twitter und forderte Waters auf, nach Russland zu ziehen.

Smerconish führte das knapp halbstündige Interview nach seinen Angaben am vergangenen Donnerstag in Philadelphia. Der Fernseh- und Radiomoderator, der unter anderem bei CNN und SiriusXM auftritt, veröffentlichte das Gespräch am Sonntag in sozialen Medien in voller Länge. (sda/dpa)
16:51
Oscar-Preisträgerin Jessica Chastain besucht Kiew
Hollywood-Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Jessica Chastain ist Medienberichten zufolge in Kiew eingetroffen. Sie besuchte demnach ein Kinderkrankenhaus und wollte auch Präsident Wolodymyr Selenskyj treffen. Der Star habe in einer Klinik Kinder aus den vom Krieg stark getroffenen Städten Cherson und Tschernihiw besucht, die in Kiew behandelt würden, berichtete der nationale Rundfunk der Ukraine, Suspilne Media, am Sonntag. Ukrainische Medien zeigten zudem ein Video, dass die Ankunft Chastains per Zug in Kiew zeigen soll.

Auf dem Programm der Schauspielerin steht demnach auch ein Besuch in der Kleinstadt Irpin, unweit von Kiew.
Irpin hatte nach Berichten über massive Kriegsverbrechen der russischen Truppen gegen ukrainische Zivilisten traurige Bekanntheit erlangt. Im Anschluss an den Besuch seien Treffen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj und dem Chef der Präsidialverwaltung Andrij Jermak geplant.
Jessica Chastain poses for photographers upon arrival at the UK launch of the streaming site Paramount +, in London, Monday, June 20, 2022. (Photo by Joel C Ryan/Invision/AP)
Jessica Chastain
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Chastain ist nicht die erste Hollywood-Grösse in Kiew. Zuvor hatte Selenskyj, selbst vor seiner Politkarriere Schauspieler und Komiker, unter anderem Ben Stiller und Sean Penn empfangen.

Chastain ist für ihre pro-ukrainische Haltung nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs bekannt. So hatte die 45-Jährige etwa in sozialen Netzwerken eine Reihe von Fotos ukrainischer Frauen veröffentlicht, die gezwungen waren, in Bombenschutzkellern zu gebären. (sda/dpa)
15:22
Schachverband weiter in russischer Hand
Der Russe Arkadi Dworkowitsch bleibt Präsident des Schach-Weltverbandes FIDE. Der 50-Jährige, der von 2000 bis 2018 der russischen Regierung angehörte, wurde in Chennai mit 157:16 Stimmen für vier weitere Jahre im Amt bestätigt.

Kremlsprecher Dimitri Peskow bezeichnete die Wiederwahl Dworkowitschs als «sehr gute Nachricht». Der indische Ex-Weltmeister Viswanathan Anand war ebenfalls Kandidat und ist nun Stellvertreter. Dworkowitschs Ablösung wurde nur von wenigen Verbänden gefordert.

Nach dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine hatte die FIDE die 44. Schach-Olympiade von Russland nach Chennai verlegt und russische Teams ausgeschlossen. Russische Schachspieler dürfen nur noch unter der Flagge der FIDE antreten. Zudem wurde der frühere WM-Herausforderer Sergej Karjakin wegen Unterstützung der russischen Invasion in der Ukraine für sechs Monate gesperrt. (ram/sda)
epa09614526 UAE Minister of Tolerance and Coexistence Sheikh Nahyan bin Mubarak Al Nahyan (L) shakes hands with Arkady Dvorkovich (R), FIDE President before the game between Defending Champion Magnus Carlsen of Norway against Ian Nepomniachtchi of Russia during the fifth round of FIDE World Chess Championship during the EXPO 2020 Dubai in Dubai, United Arab Emirates, 01 December 2021. Some 192 countries take part in the EXPO 2020 Dubai which runs from 01 October 2021 to 31 March 2022.  EPA/ALI HAIDER
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15:20
Russlands Armee meldet Zerstörung von Nato-Militärhilfen in Ukraine
Russlands Armee hat eigenen Angaben zufolge tonnenweise Munition zerstört, die Nato-Staaten an die Ukraine geliefert haben. In der südukrainischen Region Mykolajiw sei ein Lager mit insgesamt 45'000 Tonnen Munition getroffen worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Sonntag. Unabhängig überprüfen liess sich das nicht. Konaschenkow berichtete zudem von fünf weiteren Waffenlagern, die angegriffen worden seien - eines davon im besonders schwer umkämpften östlichen Gebiet Donezk.
A woman stands in front of destroyed buildings after the Russian shelling in Mykolaiv, Ukraine, Wednesday, Aug. 3, 2022. According local media, supermarket, high-rise buildings and pharmacy were damaged. (AP Photo/Kostiantyn Liberov)
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Ein zerstörtes Gebäude in Mykolajiw.
In Donezk hätten Russlands Luftstreitkräfte zudem die Kleinstadt Bachmut attackiert und dabei bis zu 130 ukrainische Soldaten getötet, hiess es aus Moskau. Auch das liess sich nicht verifizieren. Bachmut gilt als Eckpfeiler eines Verteidigungswalls, den die ukrainische Armee rund um den Ballungsraum der Grossstädte Slowjansk und Kramatorsk aufgebaut hat. Dieser gerät zunehmend unter Druck. (sda/dpa)
15:15
Kosovo verweist kremlnahe russische Journalistin des Landes
Die Behörden des Kosovos haben die kremlnahe russische Journalistin Darja Aslamowa des Landes verwiesen. Er habe sie zur unerwünschten Person erklärt, schrieb Innenminister Xhelal Svecla am Sonntag auf seiner Facebook-Seite.

Aslamowa arbeitet für die russische Boulevardzeitung «Komsomolskaja Prawda» und gilt als linientreue Propagandistin der russischen Seite im Ukraine-Krieg. Sie war am Samstag bei der Einreise aus Serbien ins Kosovo von kosovarischen Sicherheitsbeamten vorläufig festgenommen worden. Am Sonntag verliess sie das Kosovo und erreichte wieder Serbien, hiess es. Sie sei auf Recherchereise in der Region gewesen, teilte das Blatt auf seiner Internetseite mit.

Das heute fast ausschliesslich von Albanern bevölkerte Kosovo gehörte einst zu Serbien. 2008 erklärte es sich für unabhängig. Serbien, Russland, China und einige EU-Länder wie Spanien und Griechenland erkennen die Eigenstaatlichkeit nicht an. Zwischen dem von Russland unterstützten Serbien und dem Kosovo kommt es immer wieder zu Spannungen. Erst vor einer Woche hatten ethnische Serben im Nordkosovo Barrikaden errichtet, um gegen neue Regeln für die Einreise ins Kosovo zu demonstrieren. Die Regierung im Kosovo verschob nach einer diplomatischen Intervention der USA die Umsetzung der neuen Regeln um einen Monat.

Aslamowa wollte dem Vernehmen nach in das fast ausschliesslich von Serben bewohnte Gebiet um Nord-Mitrovica reisen. Die Serben versuchen sich dort mit aktiver Hilfe seitens der Belgrader Behörden der Oberhoheit des kosovarischen Staates zu entziehen. (sda/dpa)
14:29
Mais von Frachter «Razoni» sollte aus Ukraine offenbar nach Syrien
Das mit dem Frachtschiff «Razoni» gelieferte Getreide aus der Ukraine sollte offenbar von dem Libanon aus weiter nach Syrien transportiert werden. Händler hätten vermutlich einen Teil der erwarteten Mais-Ladung im Libanon verkaufen und den Rest über Land ins benachbarte Syrien liefern wollen. Das sagten zwei libanesische Regierungsvertreter der Deutsche Presse-Agentur am Sonntag. Das Schiff stoppte unterdessen seine Fahrt und lag am Sonntag etwa eine gute Tagesfahrt vom Libanon entfernt vor Anker.
epaselect epa10104043 An aerial picture taken by drone shows Sierra Leone-flagged cargo ship Razoni that left the port of Odessa with the first grain shipment for export, sails under Fatih Sultan Mehmet Bridge through the Bosphorus after an inspection in Istanbul, Turkey, 03 August 2022. The Razoni carries over 26,000 tons of corn and is bound for Tripoli, Lebanon with a stopover in Istanbul for inspection. It is the first ship exporting Ukrainian grain since a safe passage deal was signed between Ukraine and Russia on 22 July in Istanbul.  EPA/TOLGA BOZOGLU
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Die «Razoni» - beladen mit 26'000 Tonnen Mais - hatte den ukrainischen Schwarzmeer-Hafen Odessa am Montag verlassen - als erstes Schiff im Rahmen entsprechender Abkommen. Nach einer Inspektion vor Istanbul am Mittwoch steuerte der Frachter den Hafen Tripoli im Libanon an. Das kleine Land steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seiner Geschichte und importierte vor dem Krieg in der Ukraine mehr als 70 Prozent seines Getreides von dort.

Es habe «viel Rummel» um die «Razoni» gegeben, sagte Hani Buschali, Präsident des Konsortiums für Lebensmittelimporte im Libanon. «Die Welt stellt sich ein Hilfsschiff vor, dass die Libanesen aus ihrer finanziellen Misere rettetet. Offen gesagt ist das nicht der Fall», sagte Boshali. «Der Libanon braucht Weizen, keinen Mais.» Bis jetzt habe niemand das Gut auf der «Razoni» öffentlich beansprucht. Mehr Klarheit werde es erst geben, wenn das Schiff tatsächlich anlege und die Ladung gelöscht werde.

Vom Libanon aus führen mehr als 20 illegale Grenzübergänge in das Bürgerkriegsland Syrien. Die meisten davon kontrolliert die mit dem Iran verbündete Hisbollah. Der Export von Lebensmitteln nach Syrien ist legal, wird aber erschwert durch Finanzsanktionen des Westens gegen die syrische Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Die Hisbollah schmuggelt in grossem Stil unter anderem Lebensmittel und Medizin nach Syrien.

Die «Razoni» wurde eigentlich am Sonntag im Libanon erwartet. Der Website Marinetraffic zufolge änderte sie während der Fahrt dann aber unerwartet ihren Kurs. Am Sonntag lag das Schiff vor dem türkischen Mittelmeerhafen Iskenderun vor Anker - laut Marinetraffic mit dem neuen Ziel «Order», also einem noch unbestimmten Ort, von dem aus ein Händler die geladene Ware bestellt. Die ukrainische Botschaft im Libanon teilte lediglich mit, die Ankunft sei «verschoben» worden. (sda/dpa)
13:39
Moskau und Kiew werfen sich erneut Beschuss von Atomkraftwerk vor
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage haben sich Moskau und Kiew gegenseitig den Beschuss des südukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja vorgeworfen. Die ukrainische Armee habe in der Nacht zum Sonntag eine Rakete auf das AKW-Gelände abgefeuert, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf die Besatzungsverwaltung der Stadt Enerhodar, in der das Kraftwerk liegt. Die ukrainische Atombehörde Enerhoatom hingegen beschuldigte die Russen, das unter ihrer Kontrolle stehende Gelände selbst beschossen zu haben.

Bei dem Angriff wurden demnach ein Lager für abgebrannten Kernbrennstoff getroffen sowie Sensoren zur Strahlenmessung beschädigt. Enerhoatom berichtete zudem, kurz vor der Explosion hätten sich Hunderte Mitglieder der russischen Besatzung in Bunkern versteckt. Die Angaben beider Seiten liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, er habe bereits EU-Ratspräsident Charles Michel über den jüngsten Angriff informiert - und neue Sanktionen gegen Russland gefordert. «Russlands nuklearer Terror erfordert eine stärkere Reaktion der internationalen Gemeinschaft: Sanktionen gegen die russische Nuklearindustrie und Kernbrennstoffe», schrieb Selenskyj auf Twitter.

Erst am vergangenen Freitag hatten sich Moskau und Kiew gegenseitig für den Beschuss von Europas grösstem Atomkraftwerk verantwortlich gemacht. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) drängte daraufhin einmal mehr auf Zugang zu der Anlage, die die Russen im Zuge des seit fast einem halben Jahr andauernden Kriegs besetzt haben. Der jüngste Angriff unterstreiche «die sehr reale Gefahr einer nuklearen Katastrophe, die die öffentliche Gesundheit und die Umwelt in der Ukraine und darüber hinaus bedrohen könnte», sagte IAEA-Chef Rafael Grossi am Samstag. (sda/dpa)
12:56
Ukrainischer Generalstab: Russland bringt weiter Technik nach Belarus
Angaben des ukrainischen Generalstabs zufolge verlegt Russland weiter Kriegstechnik ins benachbarte Belarus. Unter anderem im Grenzbereich zum westukrainischen Gebiet Wolhynien würden auf belarussischem Gebiet zusätzliche Kräfte und Ausrüstung zur Luftverteidigung stationiert, teilte der Generalstab in Kiew am Sonntag mit. Unabhängig überprüfen liess sich das zunächst nicht.

Die frühere Sowjetrepublik Belarus ist zwar nie offiziell mit in Russlands Krieg eingestiegen. Der autoritäre Machthaber Alexander Lukaschenko hat aber bereits kurz nach Beginn der Invasion Ende Februar eingeräumt, dass von belarussischem Staatsgebiet russische Raketen in Richtung Ukraine abgefeuert wurden.

Lukaschenko gilt als enger Partner von Kremlchef Wladimir Putin. Ins Ausland geflohene belarussische Oppositionelle beschuldigen Lukaschenkos Machtapparat der Kollaboration. (sda/dpa)
11:20
Ukraine befürchtet Rückgang der Weizenernte um einen Drittel
Die ukrainische Regierung befürchtet für das laufende Jahr einen Rückgang der Weizenernte um 20 Millionen Tonnen und somit um einen Drittel im Vergleich zum Vorjahr.

«Die grösste Herausforderung ist es für uns, den Weizen auf den internationalen Markt zu bringen»
, sagte der ukrainische Vize-Landwirtschaftsminister Taras Wysozkyj den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). Die Einkünfte durch den Export aller Getreidesorten würden voraussichtlich um etwa 20 Prozent zurückgehen.
epa10098945 A combine harvester collects wheat in a field near the Kharkiv, Ukraine, 30 July 2022. Ukraine was ready to export Ukrainian grain and waiting for signals from partners about the start of transportation, Zelensky said on his official Telegram account on 29 July. A center to oversee the Ukrainian grain export was opened in Istanbul on 27 July following a deal between Russia and Ukraine to export Ukrainian grain from besieged ports through the Black Sea.  EPA/SERGEY KOZLOV
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Durch Russlands Angriffskrieg stiegen die Logistikkosten, während die Erzeugerpreise - trotz gestiegener Weltmarktpreise - sänken, sagte der Vize-Minister. «Wir müssten monatlich sechs Millionen Tonnen Getreide exportieren. Über die alternativen Transportwege waren im Juni nur zwei Millionen Tonnen möglich.»

Ein erhebliches Problem seien zudem verminte Felder. Bislang seien «mindestens 20 Landwirte bei ihrer Arbeit ums Leben gekommen, weil sie über Minen gefahren sind», sagte Wysozkyj.

Der Vize-Minister ergänzte unter Verweis auf die jüngst unterzeichneten Abkommen zur Freigabe von Getreideexporten aus der Ukraine aber, er sei «optimistischer als noch im März». Wenn die Vereinbarungen eingehalten würden, könnte die Ukraine «die Exporte über die Häfen wieder auf mehrere Millionen Tonnen erhöhen und so auch die gut gefüllten Getreidesilos leeren».

In den ukrainischen Häfen sind infolge des Kriegs bis zu 25 Millionen Tonnen Getreide blockiert, was zu einer weltweiten Lebensmittelkrise beigetragen hat.
Die Ukraine und Russland gehören zu den weltweit grössten Getreideproduzenten. (sda/afp)
10:46
Russland hat seit Kriegsbeginn sechs Kommandeure entlassen
Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor fast einem halben Jahr ist nach britischen Informationen wohl ein halbes Dutzend hochrangiger russischer Militärs entlassen worden. Die schlechte Leistung der Streitkräfte während der Invasion sei für die russische Militärführung kostspielig gewesen, was höchstwahrscheinlich zur Entlassung von mindestens sechs Kommandeuren geführt habe, teilte das britische Verteidigungsministerium am Sonntag in seinem regelmässigen Geheimdienst-Update mit. Unter anderem General Alexander Dwornikow sei abgesetzt worden, nachdem er das Gesamtkommando über die Operation in der Ukraine erhalten habe.

Hinzu kämen mindestens zehn russische Generäle, die in der Ukraine auf dem Schlachtfeld getötet worden seien, schrieben die Briten weiter. Insgesamt habe all dies wahrscheinlich zu Russlands taktischen und operativen Schwierigkeiten bei dem Angriffskrieg beigetragen.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht einige seiner Geheimdienstinformationen zum Ukraine-Krieg in einem täglichen Update auf Twitter. Russland selbst hält sich bei Personalien und taktischen Entscheidungen weitgehend bedeckt. (sda/dpa)
10:22
Türkei: Vier weitere Schiffe verlassen ukrainische Häfen
Vier weitere Getreidefrachter haben aus ukrainischen Häfen abgelegt. Die unter anderem mit Sonnenblumenöl und Mais beladenen Schiffe mit den Zielen China, Türkei und Italien seien auf dem Weg nach Istanbul, um dort kontrolliert zu werden, teilte das türkische Verteidigungsministerium am Sonntag auf Twitter mit. Insgesamt haben damit seit Abschluss des Getreide-Abkommens acht Frachter aus der Ukraine abgelegt. Der Frachter Razoni hatte vergangene Woche als erstes Schiff mit ukrainischem Getreide seit Beginn des russischen Angriffskrieges die Ukraine in Richtung Libanon verlassen.
The Star Helena bulk carrier, centre, makes its way from the port in Odesa, Ukraine, Sunday, Aug. 7, 2022. According to Ukraine's Ministry of Infrastructure, the ship under the Marshall Islands' flag is carrying 45 thousand tons of Ukrainian sunflower seeds. (AP Photo/Nina Lyashonok)
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Agrarexporte über die ukrainischen Schwarzmeerhäfen waren wegen des russischen Angriffskrieges zuvor monatelang blockiert. Die Kriegsgegner Ukraine und Russland unterzeichneten am 22. Juli unter UN-Vermittlung jeweils getrennt mit der Türkei ein Abkommen, um von drei Häfen Getreideausfuhren aus der Ukraine zu ermöglichen. Ein Koordinierungszentrum in Istanbul ist mit Vertretern der vier Parteien besetzt. Die Inspektionen sollen unter anderem sicherstellen, dass mit den Schiffen keine Waffen transportiert werden. (sda/dpa)
4:09
Ankunft des Getreidefrachters im Libanon verschiebt sich
Das erste Frachtschiff mit ukrainischem Getreide seit Kriegsbeginn legt später als erwartet im Libanon an. Die für diesen Sonntag geplante Ankunft des Schiffes «Razoni» sei abgesagt worden, berichtete die ARD am Samstagabend unter Berufung auf den ukrainischen Botschafter im Libanon. Zu den Gründen wurden keine Angaben gemacht. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete unter Berufung auf eine Quelle der Hafenverwaltung im nordlibanesischen Tripoli, der Frachter werde dort am Dienstag anlegen - er habe seine Route geändert.

Anfang der Woche war nach mehrmonatiger russischer Seeblockade der erste Getreidefrachter - mit 26'000 Tonnen Mais an Bord - aus einem ukrainischen Schwarzmeerhafen gestartet. Die «Razoni» ist nach erfolgreicher Fahrt durch den zwischen den Kriegsparteien vereinbarten Korridor im Schwarzen Meer und einer Inspektion am Bosporus unter anderem durch türkische und russische Experten auf dem Weg nach Libanon.

Am Samstagabend durfte der zweite Getreidefrachter die Meerenge Bosporus ins Mittelmeer passieren. Nach einer internationalen Kontrolle in Istanbul hatte das mit 33'000 Tonnen Mais aus der Ukraine beladene Schiff die Erlaubnis zur Weiterfahrt erhalten. Zwei weitere Schiffe werden in Kürze erwartet.

Die Wiederaufnahme der ukrainischen Getreideexporte gilt als wichtig für die Stabilisierung der Lebensmittelpreise auf dem Weltmarkt. Vorerst will Kiew aus Sicherheitsgründen allerdings täglich nur drei Schiffe entsenden. (sda/dpa)
epaselect epa10103815 Officials on board to inspect the Sierra Leone-flagged cargo ship Razoni that left the port of Odesa with the first grain shipment for export, off the Kilyos district, near the Black Sea of Istanbul, Turkey, 03 August 2022. The Razoni carries over 26,000 tons of corn and is bound for Tripoli, Lebanon with a stopover in Istanbul for inspection. It is the first ship exporting Ukrainian grain since a safe passage deal was signed between Ukraine and Russia on 22 July in Istanbul. Russian troops on 24 February entered Ukrainian territory, starting a conflict that has provoked destruction and a humanitarian crisis.  EPA/ERDEM SAHIN
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22:49
Selenskyj lobt Erfolge ukrainischer Armee – und westliche Waffen
Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy speaks at a news conference with Lithuanian President Gitanas Nauseda during their meting in Kyiv, Ukraine, Thursday, July 28, 2022. (AP Photo/Efrem Lukatsky)
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Streitkräfte für erfolgreiche Gegenangriffe gelobt – und dabei die Rolle westlicher Waffen hervorgehoben. In der vergangenen Woche habe die ukrainische Armee «starke Ergebnisse» bei der Zerstörung russischer Kriegslogistik erzielt, sagte Selenskyj in seiner Videoansprache in der Nacht zum Sonntag. «Jeder Angriff auf die Munitionsdepots des Feindes, auf seine Kommandoposten und auf Ansammlungen russischer Technik rettet unser aller Leben, das Leben der ukrainischen Soldaten und Zivilisten.»

Selenskyj dankte westlichen Partnern für bisherige Waffenlieferungen. Er verwies insbesondere auf die USA, die vor einigen Tagen weitere Rüstungslieferungen an die Ukraine in einem Umfang von 550 Millionen Dollar angekündigt hatten. Darin sollen unter anderem Munition für das Mehrfachraketenwerfersystem Himars und 75 000 Artilleriegranaten enthalten sein. Zugleich bat Selenskyj um weitere Militärhilfe.

Mit den ausländischen Waffen will die Ukraine, die sich mittlerweile seit fast einem halben Jahr gegen die russische Invasion verteidigt, verloren gegangenes Gebiet zurückerobern. Zuletzt startete die ukrainische Armee mehrere Gegenoffensiven im Süden. (sda/dpa)
21:17
Ukrainischer Generalstab: Vorstösse von Russen in Donezk abgewehrt
A woman injured when her house was damaged by the Russian shelling sits shocked in the yard of her house in Bakhmut, Donetsk region, Ukraine, Sunday, June 26, 2022.(AP Photo/Efrem Lukatsky)
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Bild: Eine verletzte Zivilistin sitzt in ihrem Garten in Bachmut.

Die ukrainische Armee gerät im östlichen Gebiet Donezk zunehmend unter Druck – hat am Samstag allerdings eigenen Angaben zufolge vorerst alle Vorstösse der Russen abgewehrt. Es seien russische Offensiven in Richtung der Städte Slowjansk, Bachmut und Awdijiwka zurückgeschlagen worden, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Abendbericht mit. Insbesondere um Bachmut toben seit Tagen heftige Kämpfe. Die prorussischen Rebellen hatten am Vortag vermeldet, es gebe Gefechte bereits innerhalb des Stadtgebiets. Unabhängig können die Angaben beider Seiten nicht überprüft werden.

Die Kleinstadt gilt als ein Eckpfeiler des Verteidigungssystems rund um den letzten von Ukrainern gehaltenen Ballungsraum im Donbass. Sollten Bachmut und andere Kleinstädte fallen, wäre der Weg für die russischen Truppen weitgehend frei in Richtung Slowjansk und Kramatorsk. Seit der Eroberung des Nachbargebiets Luhansk konzentrieren die Russen ihre Angriffe in der Ostukraine auf Donezk, wo sie bislang rund 60 Prozent des Territoriums erobert haben. (sda/dpa)
19:33
Russische Besatzungsverwaltung in Cherson meldet Tod von Mitglied
Im südukrainischen Gebiet Cherson ist Angaben der russischen Besatzungsverwaltung zufolge eines ihrer Mitglieder nach einem Anschlag gestorben. Der stellvertretende Leiter der von den Russen in der Stadt Nowa Kachowka eingesetzten Verwaltung, Witalij Gura, sei seinen Verletzungen erlegen, schrieb die prorussische Politikerin Jekaterina Gubarewa am Samstag auf Telegram. Auch die staatliche russische Nachrichenagentur Ria Nowosti meldete Guras Tod. Demnach soll er früher am Tag in der Nähe seines Hauses von Unbekannten mit einer Schusswaffe angegriffen worden sein.

Infolge des seit knapp einem halben Jahr andauernden Angriffskriegs gegen die Ukraine haben russische Truppen in der Südukraine mehrere Gebiete erobert und dort eigene Verwaltungen installiert. Insbesondere in Cherson gab es seitdem wiederholt Proteste aus der Bevölkerung gegen die neue Besatzungsmacht. Immer wieder berichteten russische und prorussische Medien auch von Anschlägen. (sda/dpa)
18:40
IAEA-Chef fordert Zugang zu beschossenem ukrainischem AKW
epa09991162 (FILE) - A picture taken during a visit to Mariupol organized by the Russian military shows Russian servicemen on guard in front of the main entrance of the Zaporizhzhia Nuclear Power Station in Enerhodar, southeastern Ukraine,  01 May 2022 (reissued 03 June 2022). 04 June 2022 marks 100 days since on 24 February 2022 Russian troops invaded Ukrainian territory in what the Russian president declared a "Special Military Operation", starting an armed conflict that has provoked destruction and a humanitarian crisis. According to the UNHCR, more than 6.8 million refugees have fled Ukraine, and a further 7.7 million people have been displaced internally within Ukraine since. The Russian invasion was met by Western countries with heavy economic sanctions against Russian companies and individuals, as well as weaponry deliveries and financial support to Ukraine.  EPA/SERGEI ILNITSKY  ATTENTION: This Image is part of a PHOTO SET *** Local Caption *** 57651376
Bild: keystone
Bild: Ein russischer Soldat vor dem Atomkraftwerk in Saporischschja.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) drängt nach dem Beschuss des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja erneut auf Zugang zu der von Russland besetzten Anlage. Der Angriff am Freitag «unterstreicht die sehr reale Gefahr einer nuklearen Katastrophe, die die öffentliche Gesundheit und die Umwelt in der Ukraine und darüber hinaus bedrohen könnte», sagte IAEA-Chef Rafael Grossi am Samstag in einer Stellungnahme. Er hielt fest, dass auf dem Gelände Schäden entstanden seien, dass aber die Reaktoren unversehrt seien und keine Radioaktivität ausgetreten sei.

Der Besuch eines IAEA-Teams vor Ort würde helfen, die nukleare Sicherheit vor Ort zu stabilisieren und unabhängige Informationen über den Zustand des AKWs zu liefern. Grossi forderte die Ukraine und Russland auf, endlich gemeinsam einen solchen IAEA-Einsatz möglich zu machen.

Während Moskau ukrainische Truppen für den Beschuss verantwortlich machte, sprach Kiew davon, dass die Russen das Gelände selbst beschossen hätten. Unabhängig sind die Angaben nicht zu überprüfen. (sda/dpa)
17:06
Ukraine-Botschafter nährt Hoffnung auf baldigen Papst-Besuch
ARCHIV - Papst Franziskus begrüßt die Gläubigen, als er zur wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz ankommt. Foto: Giuseppe Ciccia/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa
Bild: sda
Reist der Papst in Kürze in die Ukraine? Dieses Gerücht hat der ukrainische Botschafter im Vatikan nach einer Audienz bei Franziskus am Samstag befeuert. Die Ukraine warte seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf das Oberhaupt der katholischen Kirche, schrieb Andrij Jurasch bei Twitter. Und man werde sich freuen, «ihn noch vor seiner Reise nach Kasachstan zu begrüssen». Der Pontifex plant für 13. September einen Drei-Tages-Trip nach Kasachstan.

Der Vatikan machte keine Details der Unterredung mit Jurasch öffentlich, sondern bestätigte nur das Treffen am Samstagvormittag. Der Botschafter berichtete dagegen, Franziskus habe seine Nähe zum ukrainischen Volk unterstrichen und den Willen geäussert, diese Verbundenheit bei einem Besuch zu zeigen.

Der 85 Jahre alte Argentinier sagt seit Ausbruch der Krieges immer wieder, dass er gerne das Land besuchen wolle, um für den Frieden zu werben. Zumindest eine Reise nach Kiew scheint aktuell aber sehr unwahrscheinlich, weil Franziskus körperlich angeschlagen ist und ihm eine lange und beschwerliche Zugfahrt kaum zugemutet werden kann. In die Hauptstadt der Ukraine kann man nach wie vor nicht fliegen. (sda/dpa)
17:05
Zweiter ukrainischer Getreidefrachter in Istanbul
epa10106874 People watch cargo vessel Navi Star carrying 33,000 tonnes of corn to Ireland leave the port of Odesa, Ukraine, 05 August 2022. Two vessels left the port of Chornomorsk and one from the Odesa port. The bulk carriers NAVI STAR, ROJEN, and POLARNET with a total of 57,000 tonnes of corn on board are headed for Turkey, Great Britain, and Ireland as the Administration of Seaports of Ukraine reported. Ukraine started exporting grain since a safe passage deal was signed between Ukraine and Russia on 22 July in Istanbul. Russian troops on 24 February entered Ukrainian territory, starting a conflict that has provoked destruction and a humanitarian crisis.  EPA/STR
Bild: keystone
Ein Schiff mit 33'000 Tonnen Mais aus der Ukraine hat am Samstag nach einer internationalen Kontrolle in Istanbul die Erlaubnis zur Weiterfahrt erhalten. Der Frachter durfte damit die Meerenge Bosporus ins Mittelmeer passieren, wie das türkische Verteidigungsministerium mitteilte. Es ist der zweite Getreidefrachter, seit unter Vermittlung der Türkei ein internationales Abkommen über ukrainische Ausfuhren über das Schwarze Meer erzielt wurde. Zwei weitere Schiffe werden in Kürze erwartet.

Präsident Recep Tayyip Erdogan bestätigte unterdessen, dass die Türkei fortan russische Gaslieferungen in Rubel bezahlen und auch das russische Zahlungssystem Mir stärker nutzen werde. Ein neuer Plan zur Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit werde als «Machtquelle zwischen der Türkei und Russland in finanziellen Angelegenheiten» dienen, sagte Erdogan laut Nachrichtenagentur Anadolu auf seinem Rückflug aus der russischen Schwarzmeerstadt Sotschi. Dort war er am Freitag mit Präsident Wladimir Putin zusammengetroffen. Die Nutzung des Mir-Zahlungssystems werde auch russischen Touristen den Aufenthalt in der Türkei erleichtern, sagte Erdogan weiter.

Die Türkei ist Mitgliedsstaat des westlichen Verteidigungsbündnisses Nato und zugleich ein enger Partner Russlands, das seit Ende Februar einen Angriffskrieg gegen sein Nachbarland Ukraine führt. Ankara und Moskau verbinden zahlreiche strategische Interessen. Zugleich stützen die Länder unterschiedliche Seiten in Konflikten wie in Syrien, Libyen oder in Berg-Karabach, ohne direkt gegeneinander vorzugehen. (sda/dpa)
16:17
Protest gegen Bericht – Ukrainische Amnesty-Leiterin tritt zurück
Als Reaktion auf einen umstrittenen Bericht zur Kriegsführung der ukrainischen Armee ist die Leiterin der ukrainischen Filiale der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zurückgetreten. «Wenn Sie nicht in einem Land leben, in das Besatzer einfallen, die es in Stücke reissen, verstehen Sie wahrscheinlich nicht, wie es ist, eine Armee von Verteidigern zu verurteilen», schrieb Oxanna Pokaltschuk in der Nacht zu Samstag auf Facebook. «Mit dem Ziel, Zivilisten zu schützen, ist diese Studie stattdessen zu einem Werkzeug der russischen Propaganda geworden.»

Amnesty hatte in einem am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Bericht der ukrainischen Armee unter anderem vorgeworfen, sich in Wohnvierteln zu verschanzen und damit Zivilisten unnötig in Gefahr zu bringen. Pokaltschuk hielt ihren ehemaligen Kollegen nun vor, der Bericht sei nicht sauber genug aufbereitet. In Kiew wird ausserdem kritisiert, durch den Fokus auf Verfehlungen der Armee des angegriffenen Landes werde eine Täter-Opfer-Verkehrung betrieben. Amnestys Generalsekretärin Agnès Callamard nannte Pokaltschuks Rücktritt bedauerlich. Sie respektiere die Entscheidung aber.

Die Organisation verteidigte ihren Bericht auf Nachfrage der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. «Wenn wir Verstösse der Ukraine gegen das internationale humanitäre Völkerrecht feststellen, wie wir es in dem Fall getan haben, werden wir darüber ehrlich und genau berichten», heisst es demnach in einer Stellungnahme. In Russlands Staatsmedien, die mutmassliche Verbrechen durch russische Soldaten in der Ukraine kaum kritisch thematisieren, war über den Amnesty-Bericht ausführlich berichtet worden. (sda/dpa)
16:14
Ukrainische Atombehörde warnt vor anhaltender radioaktiver Gefahr
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Nach dem Beschuss des von Russland besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja besteht weiter erhöhte Brand- und Strahlungsgefahr. «Das Atomkraftwerk Saporischschja arbeitet mit dem Risiko einer Verletzung der Normen für Strahlen- und Brandschutz», teilte die staatliche ukrainische Atombehörde Enerhoatom am Samstag auf ihrem Telegram-Kanal mit. Beide Kriegsparteien machen sich gegenseitig für den Angriff auf die Anlage verantwortlich.

Durch den Beschuss am Vortag seien eine Stickstoffanlage und ein Hilfskorpus des Kraftwerks beschädigt worden. «Es bleibt das Risiko, dass Wasserstoff austritt und sich radioaktive Teilchen verteilen, auch die Brandgefahr ist hoch», berichtete Enerhoatom. Das ukrainische Kraftwerkspersonal versuche, auch unter diesen Bedingungen die atomare Sicherheit der Anlage zu gewährleisten. Die Bedrohung aufgrund der Besetzung des Kraftwerks durch russische Truppen bleibe allerdings hoch.

Am Freitag war die Anlage in der Stadt Enerhodar im Gebiet Saporischschja durch einen Beschuss in Brand geraten, konnte aber gelöscht werden. Ein Block des AKW musste abgestellt werden. Die Energieversorgung in der Stadt fiel teilweise aus. Während Moskau ukrainische Truppen dafür verantwortlich machte, sprach Kiew davon, dass die Russen das Gelände selbst beschossen hätten. Unabhängig sind die Angaben nicht zu überprüfen.

Derweil berichtete das kremlkritische Internetmedium «The Insider» über eine mögliche Verminung des Kraftwerks. Auf einem Video, das zu Wochenbeginn gedreht worden sein soll, sind russische Militärlaster zu sehen, die auf das Fabrikgelände fahren und dort Güter abladen. Einer der Lkw fährt dabei in den Maschinenraum der Anlage. Laut «The Insider» wurde entweder das Kraftwerk selbst oder das Gelände darum herum vermint.

Seit Wochen gibt es Kritik, dass die russischen Truppen das AKW als Schutzschild für die eigene Artillerie nutzen, die von dort aus ukrainisch kontrolliertes Gebiet beschiesst. «Die EU verurteilt Russlands militärische Aktivitäten rund um das Nuklearkraftwerk Saporischschja. Das ist ein ernster und unverantwortlicher Bruch atomarer Sicherheitsregeln und ein weiteres Beispiel für Russlands Nichtbeachtung internationaler Normen», erklärt dazu der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell. Er forderte Zugang für die Internationale Atombehörde zur Anlage. (sda/dpa)
13:34
Moskau: Himars-Raketenwerfer vernichtet, fast 600 Ukrainer getötet
Das russische Militär hat nach eigenen Angaben mit Luft- und Artillerieschlägen fast 600 ukrainische Soldaten getötet. «Nahe der Ortschaft Bilohirka im Gebiet Cherson wurden durch Luftschläge und Artilleriefeuer der zeitweise Standort der 46. ukrainischen Luftsturmbrigade getroffen», sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Samstag. Mehr als 400 «Nationalisten» seien getötet worden. Daneben seien durch Raketenangriffe an der Front in Cherson mehr als 70 weitere Soldaten getötet und 150 verletzt worden. Bei Raketenangriffen im Gebiet Dnipropetrowsk seien mehr als 80 «ausländische Söldner» gestorben.

Konaschenkow berichtete zudem über die Vernichtung mehrerer Artilleriesysteme der Ukraine. So sei eine Batterie von «Olcha»- und Himars-Raketenwerfern zerstört worden. Himars sind präzise US-Mehrfachraketenwerfer mit hoher Reichweite. Moskau hat schon in der Vergangenheit mehrfach die Aussergefechtsetzung dieser Waffensysteme gemeldet. Kiew und Washington dementierten dies dann später. Auch für den aktuellen Bericht Konaschenkows gibt es keine unabhängige Bestätigung. (sda/dpa)
13:23
Prorussischer Separatistenführer auf Intensivstation in Moskau
Der Chef der von Russland eingesetzten Militärverwaltung im besetzten südukrainischen Gebiet Cherson, Wolodymyr Saldo, liegt mit Vergiftungserscheinungen im künstlichen Koma auf einer Intensivstation in Moskau. «Heute wurde er im künstlichen Koma mit einem Spezialflugzeug von der Krim nach Moskau geflogen», berichtete der russische Telegram-Kanal Baza am Samstag. Sein Zustand gilt als kritisch, eine Vergiftung wird als mögliche Ursache genannt.

Der 66-jährige Saldo ist gebürtiger Ukrainer und war bereits vor der russischen Invasion politisch aktiv. Von 2002 bis 2012 war er Bürgermeister von Cherson, anschliessend sass er bis 2014 für die Partei von Ex-Präsident Viktor Janukowitsch im Parlament. 2015 verlor er die Wahl zum Bürgermeister von Cherson. Kurz nach der Besetzung grosser Teile der Südukraine wurde Saldo dann von den Russen als Chef der Militärverwaltung in Cherson etabliert.

Saldo liegt im Moskauer Sklifosowski-Institut für Notfallmedizin - eine Spezialklinik, die sich auch auf Vergiftungen spezialisiert hat. Er wurde zunächst mit dem Verdacht auf Herzinfarkt und Schlaganfall in ein Krankenhaus eingeliefert, der Verdacht bestätigte sich aber nicht. Stattdessen äusserten die Ärzte den Verdacht, dass er vergiftet worden sei. Der Gesundheitszustand verschlechterte sich mit der Zeit rapide, so dass er ins Koma versetzt wurde.

Saldo gilt als eins der Hauptziele ukrainischer Partisanenaktivitäten, die sich in den vergangenen Wochen im Süden der Ukraine verstärkt haben. Am Samstag wurde ein Anschlag auf einen lokalen Beamten der Besatzungsbehörden bekannt. (sda/dpa)
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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg

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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg
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«Überlassen die Leichen den Hunden» – BBC-Reportage zeigt prekäre Situation in Charkiw

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