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Ukraine-Krieg: Frontlage in der Ukraine «weiterhin schwierig»

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Frontlage in der Ukraine «weiterhin schwierig» +++ Tausende Schweizer solidarisieren sich

Die aktuellsten News zum Ukraine-Krieg im Liveticker.
25.02.2024, 03:43
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  • Im Februar 2022 befahl der russische Präsident, Wladimir Putin, einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zunächst wurde das gesamte Staatsgebiet der Ukraine angegriffen, mittlerweile konzentrieren sich die Kampfhandlungen auf den Osten des Landes.
  • Die ukrainische Gegenoffensive, um besetztes Gebiet zu befreien, steckt fest. Die russische Armee schlägt zurück. Besonders unter Druck steht die ukrainische Armee im östlichen Donezker Gebiet bei der Stadt Awdijiwka, die sie kürzlich aufgeben musste.
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13:46
Schwerer russischer Beschuss zerstört Bahnhof in Ostukraine
Russland hat die Kleinstadt Kostjantyniwka im Gebiet Donezk nach ukrainischen Angaben massiv mit Raketen beschossen. Eine Person sei dabei verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region, Wadym Filaschkin, am Sonntag bei Telegram mit. Nach Angaben der ukrainischen Polizei wurden durch den Beschuss eine Reihe von Gebäuden beschädigt, unter anderem eine Kirche und das Bahnhofsgebäude. Bilder und Videos zeigen, dass das Bahnhofsgebäude praktisch in Trümmern liegt. Für den Angriff soll das russische Militär umfunktionierte Flugabwehrraketen vom Typ S-300 verwendet haben. Russland hat diese schon in der Vergangenheit oft für Attacken auch auf zivile Ziele in der Ukraine genutzt.

In der vergangenen Nacht hatte Russland einmal mehr das Nachbarland auch mit Drohnen beschossen. Laut der ukrainischen Flugabwehr ist es gelungen, 16 der 18 gestarteten Drohnen abzufangen. Im westukrainischen Gebiet Chmelnyzkyj wurde den Behörden zufolge ein Infrastrukturobjekt beschädigt, im südukrainischen Mykolajiw wurden mehrere Ortschaften durch die Beschädigung einer Stromleitung von der Energieversorgung abgeschnitten.

Das Gebiet Donezk gilt allerdings als eine der am schwersten zerstörten Regionen. Mit schwerem Beschuss frontnaher Gebiete ebnet das russische Militär seinen Vormarsch. Nach der jüngsten Einnahme der Kleinstadt Awdijiwka soll nun auch das Nachbardorf Lastotschkyne westlich davon an die Russen gefallen sein. (sda/dpa)
7:06
Russland: Drohnen über Belgorod und Schwarzem Meer abgefangen
Russland will eigenen Angaben zufolge in der Nacht erneut mehrere ukrainische Drohnenangriffe abgewehrt haben. Die Luftabwehr habe zwei Drohnen über dem grenznahen russischen Gebiet Belgorod sowie vier weitere über dem Schwarzen Meer abgefangen und zerstört, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Sonntagmorgen auf seinem Telegram-Kanal mit. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig prüfen. (sda/dpa)
3:30
Kiew: Frontlage in der Ukraine «weiterhin schwierig»
Die Lage an den Fronten der Ukraine bleibt nach Ansicht des Generalstabs in Kiew auch am zweiten Jahrestag des Kriegsbeginns «schwierig». Im Laufe des Tages seien von den Frontlinien insgesamt 69 Kampfhandlungen gemeldet worden, hiess es am Samstagabend im täglichen Lagebericht, den das Militär auf Facebook veröffentlichte. Zudem seien 54 Luftangriffe sowie 77 Angriffe aus Mehrfachraketenwerfern auf ukrainische Stellungen und Siedlungen registriert worden.

Die heftigsten Kämpfe wurden demnach rund um die Ortschaft Awdijiwka im Osten ausgetragen, die ukrainische Truppen vor wenigen Tagen unter starkem russischem Druck aufgegeben hatten. In der Region Saporischschja seien mehrere russische Angriffe abgewehrt worden. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. (sda/dpa)
epa11155598 Ukrainian servicemen from the 108th Brigade of Territorial Defence prepare to fly a Ukraine-made multi-purpose drone Leleka-100 on a field near a frontline in the direction of Zaporizhzhia ...
Bild: keystone
22:16
Tausende in Schweizer Städten solidarisieren sich mit der Ukraine
Am zweiten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine sind am Samstag in Bern, Zürich, Genf und Lausanne tausende Demonstrierende aus Solidarität mit der Ukraine auf die Strasse gegangen. Schweizer Politikerinnen und Politiker forderten vor dem Bundeshaus in Bern, ihr Land müsse mehr für die Ukraine tun.

SP-Nationalrat Jon Pult lobte die Ukraine, die nicht nur sich selbst verteidige, sondern für die Freiheit und die Demokratie in Europa einstehe. Es sei Pflicht, deutlich mehr für die Ukraine zu tun, etwa in humanitärer Weise oder finanziell, um den Wiederaufbau voranzutreiben.

Ausserdem, so Pult, müsse die Schweiz endlich die Wiederausfuhr von Waffen lockern. Diese Forderung wurde von den Kundgebungsteilnehmenden mit viel Applaus bedacht.

«Keine Geschäfte mit Putin», forderte der Grüne Nationalrat Balthasar Glättli. Die Schweiz müsse endlich staatliche oder staatsnahe russische Gelder sowie Oligarchengelder einfrieren. Das Geld müsse für den Wiederaufbau der Ukraine eingesetzt werden. Mitte-Nationalrat Reto Nause sagte, neutral zu agieren heisse, das Völkerrecht zu achten. Der russische Präsident Wladimir Putin trete dieses mit Füssen.

Gegen Kriegsfinzanzierung
Zur nationalen Solidaritätskundgebung in Bern aufgerufen hatte der Ukrainische Verein Schweiz. Unterstützt wurde er von einem breiten überparteilichen Bündnis, dem linke und grüne Parteien, aber auch die Mitte, die EVP und die FDP angehörten. Auch Gewerkschaften, Hilfsorganisationen und die reformierten Kirchen Schweiz zählten zu den Unterstützerinnen.

Das Bündnis forderte unter anderem, die russische Kriegsfinanzierung über die Schweiz sei mit der Umsetzung der Sanktionen konsequent zu unterbinden. Die Schweiz müsse einen aktiven Beitrag zur Friedensformel der Ukraine leisten. Dies könne etwa durch die Mitwirkung bei der Einrichtung eines Sondertribunals zur Untersuchung von Kriegsverbrechen geschehen. Die bewilligte Kundgebung verlief friedlich.

Mehrere Hundert in Zürich
In Zürich bildeten am Samstagabend hunderte Menschen eine Kette zwischen Stadthaus und Grossmünster. Neben Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) und Grossmünsterpfarrer Christoph Sigrist nahmen weitere Stadtratsmitglieder und Vertreter jüdischer und islamischer Gemeinschaften teil. Auf Reden wurde an dem Anlass verzichtet. Zum Gedenkanlass aufgerufen hatten die Stadt Zürich und das Grossmünster.

Am Nachmittag hatten sich schon rund 300 Demonstrantinnen und Demonstranten beim Landesmuseum versammelt um gegen den Krieg zu demonstrieren. Sie zogen friedlich durch die Innenstadt. In mehreren Reden wurde das russische Regime als imperialistisch angeprangert und Solidarität mit der ukrainischen Arbeiterschaft gefordert.

«Russland bedroht ganz Europa»
In Genf demonstrierten rund 500 Menschen gegen den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und die seit zehn Jahren andauernde russische Besetzung der Krim. Die von ukrainischen Vereinigungen mit Unterstützung der Ständigen Vertretung der Ukraine bei den Vereinten Nationen (Uno) organisierte Kundgebung begann auf der Place des Nations, wo zahlreiche ukrainische Flaggen wehten.

Die Redner gaben ihrer Überzeugung Ausdruck, dass es sich nicht nur um den zerstörerischsten Krieg in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg handle, sondern dass Russland auch eine grosse Bedrohung für die Sicherheit des ganzen europäischen Kontinents darstelle.

In Lausanne versammelten sich am Samstagabend rund 400 Menschen im Stadtzentrum. Die von der Waadtländer Vereinigung «Together» und dem Komitee Ukraine Waadt organisierte Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer des Krieges in der Ukraine fand ab 17.00 Uhr auf der Place St-François statt und dauerte eine gute Stunde mit Reden, Gesang und Musik. (sda)
Mayor of Zurich Corine Mauch, Pastor of the Grossmuenster Christoph Sigrist, Rabbi Ruven Bar Ephraim and Imam Kaser Alasaad as well as other supporters and members of the Ukrainian community gather to ...
Bild: keystone
17:12
Nawalnys Mutter hat Leiche ihres Sohns erhalten
Die Mutter des in Haft gestorbenen Kremlgegners Alexej Nawalny hat dessen Leiche von den Behörden erhalten. Das teilte Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch am Samstag bei X (vormals Twitter) mit. Angehörige und Unterstützer des Oppositionellen hatten die russische Führung seit Tagen zur Herausgabe des Toten aufgefordert, um ihn menschenwürdig beerdigen zu können. Nawalnys Team dankte dafür, dass prominente Russen öffentlich Druck machten. Ljudmila Nawalnaja, die Mutter, sei noch in Salechard im Norden Russlands, sagte Jarmysch. Jetzt solle die Beerdigung vorbereitet werden.

«Wir wissen nicht, ob die Behörden es so ablaufen lassen, wie das die Familie will und wie es Alexej verdient», sagte Jarmysch. Ljudmila Nawalnaja hatte eine öffentliche Beerdigung gefordert, damit sich nicht nur die Familie, sondern auch Anhänger von dem russischen Oppositionsführer verabschieden können. «Wir werden Informationen dazu bekannt geben, wenn sie hereinkommen», sagte Jarmysch. Zuvor hatte es geheissen, dass Nawalnys Mutter eine Beerdigung auf dem Chowanskoje-Friedhof anstrebt, der grössten der mehr als 100 Ruhestätten der russischen Hauptstadt.

Erst am Morgen hatten die Witwe und die Tochter Nawalnys die Herausgabe der sterblichen Überreste des 47-Jährigen verlangt. Russlands Präsident Wladimir Putin, der sich selbst als gläubiger Christ bezeichne, verhöhne die Überreste des Toten und lege einen «offenen Satanismus» an den Tag, sagte die Witwe Julia Nawalnaja in einer am Samstag veröffentlichen Videobotschaft. «Geben Sie Alexej heraus. Sie haben ihn lebendig gefoltert und foltern ihn tot weiter», sagte sie. «Sie brechen jedes menschliche und göttliche Gesetz.»

«Gebt Oma den Körper meines Vaters», schrieb Nawalnys Tochter Darja im sozialen Netzwerk X (vormals Twitter) am Samstag. Ihre Grossmutter Ljudmila Nawalnaja hatte am Donnerstag in einem Video erklärt, dass Putins Behörden sie zu einer geheimen Beerdigung zwingen wollten und ihr gedroht hätten, der Leiche etwas anzutun. Nawalnys Witwe warf Putin vor, Alexejs Mutter weiter zu quälen und brechen zu wollen.

Putin inszeniere sich zwar mit Kerze in der Hand in russisch-orthodoxen Kirchen und küsse Ikonen, sei aber in Wahrheit von Hass und Rachegelüsten getrieben, sagte Julia Nawalnaja. «Nein, es ist nicht einmal Hass, es ist Satanismus, Heidentum.» Im Glauben aber gehe es um Güte, um Barmherzigkeit, um Erlösung. «Und kein wahrer Christ könnte jemals tun, was Putin jetzt mit dem toten Alexej tut.»

Nawalny starb am 16. Februar nach Behördenangaben im Straflager mit dem inoffiziellen Namen «Polarwolf» in der sibirischen Arktisregion Jamal. Die Umstände seines Todes sind nicht geklärt. Der durch den Giftanschlag und wiederholte Einzelhaft im Lager geschwächte Politiker soll bei einem Rundgang auf dem eisigen Gefängnishof zusammengebrochen und trotz Wiederbelebungsversuchen gestorben sein. Nach Angaben von Nawalnys Team ist im Todesschein von «natürlichen» Ursachen die Rede. (sda/dpa)
16.02.2024, Hamburg: Auf einem Schild am ehemaligen Gebäude des mittlerweile geschlossenen russischen Generalkonsulats in Hamburg ist die Aufschrift "In Memoriam Alexej Nawalny 16.2.2024" zu ...
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16:48
Jon Pult: Schweiz kann und muss mehr tun
An der Solidaritätskundgebung für die Ukraine hat SP-Nationalrat Jon Pult die Schweiz aufgefordert, mehr für die Ukraine zu tun. Der Grüne Nationalrat Balthasar Glättli forderte, die Schweiz müsse endlich staatliches oder staatsnahes russisches Geld einfrieren, damit es für Reparationszahlungen verwendet werden könne.

«Wir stehen mit der Ukraine zusammen», sage Glättli vor mehreren Tausend Menschen auf dem Bundesplatz. Ihm wehte ein Meer von ukrainischen Fahnen entgegen. Die Schweiz müsse endlich russische Oligarchengelder einfrieren, führte Glättli aus und forderte: «Russland soll bezahlen».

Die Schweiz habe eine unschöne und lange Geschichte mit «dreckigen Geldern», sagte Blättli. Es sei höchste Zeit, nun gute, starke und humanitäre Kapitel anzufügen.

Glättlis SP-Nationalratskollege Jon Pult lobte die Ukraine, die nicht nur sich selbst verteidige, sondern für die Freiheit und Demokratie in Europa einstehe. Es sei Pflicht, deutlich mehr für die Ukraine zu tun, etwa in humanitärer Weise oder finanziell, um den Wiederaufbau voranzutreiben.

Ausserdem, so Pult, müsse die Schweiz endlich die Wiederausfuhr von Waffen lockern. Die grösste Gefahr in Europa sei, dass die demokratischen Kräfte nicht zusammenstünden und «dass wir uns von all den Orbans und Trumps ablenken lassen». (sda)
Personen anlaesslich einer Kundgebung gegen den Krieg in der Ukraine, am Samstag, 24. Februar 2024, in Bern. Der Russische Angriffskrieg in der Ukraine dauert nun bereits zwei Jahre. (KEYSTONE/ Peter  ...
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16:44
Estlands Regierungschefin: Alles für Sieg der Ukraine unternehmen
Estlands Ministerpräsidentin Kaja Kallas hat die Entschlossenheit der Ukraine gewürdigt und zu mehr Unterstützung aufgerufen. Am 106. Jahrestag der estnischen Unabhängigkeitserklärung sagte sie am Samstag in einer Rede in der Hauptstadt Tallinn: «So wie die Esten im Jahr 1918 den Mut aufbrachten, sich zu befreien, erleben wir nun, wie die tapferen Ukrainer im zweiten Jahr für ihre Freiheit kämpfen. Sie kämpfen nicht nur für ihre eigene Freiheit, sondern für die Freiheit ganz Europas.» Russland war am 24. Februar 2022 in das Nachbarland einmarschiert.

Die Ukraine brauche keine unterstützende Worte, wenn diesen keine konkreten Taten folgten. «Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um den Sieg im Krieg in der Ukraine zu sichern, andernfalls wird die gesamte europäische Sicherheitsarchitektur gefährdet», sagte die Ministerpräsidentin des an Russland grenzenden EU- und Nato-Landes. Kallas warnte zugleich: «Wir dürfen nicht zulassen, dass wir selbst oder unsere Verbündeten taub oder müde werden. Dies ist nicht die Zeit für Selbstzufriedenheit.»

Estland hatte am 24. Februar 1918 zum Ende des Ersten Weltkriegs seine Unabhängigkeit proklamiert. Der Ostseestaat sagte sich damals nach einer rund zwei Jahrhunderte langen Zugehörigkeit vom Russischen Reich los. (sda/dpa)
16:42
Festnahmen in Russland bei Kriegsgedenken und Trauer um Nawalny
In Russland haben ungeachtet der jüngsten Polizeigewalt erneut Menschen an den im Straflager gestorbenen Kremlgegner Alexej Nawalny und an den zweiten Jahrestag des Beginns des Moskauer Angriffskriegs gegen die Ukraine erinnert. Bürgerrechtler meldeten am Samstag zahlreiche Festnahmen bei den Aktionen im Land. Das unabhängige Portal ovd.info listete am Nachmittag 32 Festnahmen in neun Städten auf. Es habe Proteste zu verschiedenen Themen gegeben, hiess es.

Festnahmen gab es auch bei einer Aktion von Frauen, die vom Kreml die Rückkehr ihrer bei einer Mobilmachung von Reservisten 2022 zum Krieg einberufenen Männer forderten. In Kasan und Moskau wurden bei den Aktionen erneut jeweils auch zwei Journalisten festgenommen, wie ovd.info berichtete. Kremlchef Wladimir Putin hatte den Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 befohlen.

Allein 27 Festnahmen habe es gegeben, als Menschen Blumen im Andenken an den am 16. Februar im Straflager gestorbenen Nawalny niederlegten, hiess es. An der Erlöserkathedrale in Moskau, der russisch-orthodoxen Hauptkirche, warteten Menschen in einer Schlange, um dann im Inneren am neunten Tag nach dem Tod Nawalnys des 47-Jährigen zu gedenken. Auch in anderen Kirchen des Landes erwiesen die Menschen Nawalny nach einem öffentlichen Aufruf in sozialen Netzwerken die letzte Ehre. Zuvor hatte Nawalnys Familie die Behörden aufgefordert, den Körper Alexej Nawalnys für eine menschenwürdige Beerdigung herauszugeben.

In der Moskauer Innenstadt gedachten Menschen im Park am Ukrainski Boulevard trotz Polizeipräsenz der Opfer des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Sie legten dort am Fuss eines Denkmals für die ukrainische Dichterin Lessja Ukrajinka Blumen nieder. Uniformierte verfolgten das Geschehen aus einem Polizeiauto heraus, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtete.

Öffentliche Anti-Kriegs-Aktionen sind in Russland auch angesichts massiver staatlicher Repressionen sehr selten. Es hatte immer wieder Festnahmen gegeben. Die Beamten gingen zuletzt auch nach Nawalnys Tod gewaltsam gegen Trauernde vor. Es gab im Land Hunderte Festnahmen. (sda/dpa)
16:39
Nawalnys Mutter hat Leiche ihres Sohns erhalten
Die Mutter des in Haft gestorbenen Kremlgegners Alexej Nawalny hat dessen Leiche von den Behörden erhalten. Das teilte Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch am Samstag bei X (vormals Twitter) mit. Angehörige und Unterstützer des Oppositionellen hatten die russische Führung seit Tagen zur Herausgabe des Toten aufgefordert, um ihn menschenwürdig beerdigen zu können. (sda/dpa)
16.02.2024, Berlin: Demonstranten versammeln sich nach dem Tod von Alexej Nawalny mit Schildern vor der russischen Botschaft. Der russische Oppositionsführer ist in einem russischen Gefängnis gestor ...
Bild: keystone
15:19
Hunderte Menschen solidarisieren sich in Bern und Zürich mit Ukraine
Zum Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine haben sich am Samstag in Bern hunderte Menschen zu einer Solidaritätskundgebung versammelt. Die Teilnehmer fordern Unterstützung für die Ukraine im humanitären Bereich und beim Wiederaufbau.

Die russische Kriegsfinanzierung über die Schweiz sei mit der Umsetzung der Sanktionen konsequent zu unterbinden, hiess es in einer Mitteilung der Veranstalter. Die Ukraine brauche die Solidarität der Schweiz mehr denn je.

Für die Kundgebung in Bern verantwortlich ist der Ukrainische Verein Schweiz. Unterstützt wird er von einem breiten überparteilichen Bündnis, dem linke und grüne Parteien, aber auch die Mitte, die EVP und die FDP angehören. Auch Gewerkschaften, Hilfsorganisationen oder die reformierten Kirchen Schweiz zählen zu den Unterstützerinnen.

Die Kundgebungsteilnehmer versammeln sich auf der Schützenmatte beim Bahnhof Bern und ziehen dann durch die Stadt zum Bundesplatz. Als Rednerinnen erwartet werden unter anderem diverse aktive und ehemalige Mitglieder des Nationalrats.
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Bild: bild: bärntoday
In Zürich haben am zweiten Jahrestag rund 300 Personen gegen den Krieg in der Ukraine demonstriert. Zur bewilligten Demo am Samstag hatte die Bewegung für den Sozialismus aufgerufen.

Die Demonstrantinnen und Demonstranten versammelten sich beim Landesmuseum und zogen friedlich durch die Innenstadt. Dabei wurde der Verkehr unter anderem in der Bahnhofstrasse beeinträchtigt.

In mehreren Reden wurde das russische Regime als imperialistisch angeprangert und Solidarität mit der ukrainischen Arbeiterschaft gefordert. Auch Sprechchöre zur Solidarität mit Palästina waren zu hören.

An der Demonstration, die auf dem Helvetiaplatz endete, waren auch linke ukrainische Organisationen und die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (Gsoa) beteiligt.

Am Abend führen auch die Stadt Zürich und die Landeskirchen eine Gedenkveranstaltung durch. (cst/sda)
15:18
Medienrecherche geht von 75 000 getöteten russischen Soldaten aus
In einer grossen Untersuchung haben die unabhängigen Medienportale «Medusa» und «Mediazona» die Zahl der bisher in Moskaus Krieg gegen die Ukraine getöteten russischen Soldaten auf 75 000 geschätzt. «120 Tote am Tag – das ist der Preis, den Russland zahlt für den Überfall auf das benachbarte Land», berichtete das russische Portal «Medusa» am Samstag. Offiziell macht keine der beiden Kriegsparteien Angaben zu getöteten Soldaten in den eigenen Reihen.

Die Investigativjournalisten teilten mit, sie hätten ihre Ergebnisse etwa aus der Auswertung einer Datenbank für Erbangelegenheiten, aus dem Sterberegister und statistischen Angaben sowie aus Informationen von Hinterbliebenen ermittelt. «Das ist keine genaue Zahl, das ist eine statistische Schätzung», hiess es. Der genaue Wert könne sich zwischen 66 000 und 88 000 Gefallenen bewegen.

Die Enthüllungsjournalisten widersprachen damit auch westlichen Angaben zu den Verlusten auf russischer Seite, die höher liegen. Die Ukraine etwa gibt die Zahl der russischen Verluste mit mehr als 400 000 an, darunter Tote und Verletzte. Der Wert ist etwa doppelt so hoch, wie der bei «Medusa» und «Mediazona», die zudem von 130 000 verletzten russischen Soldaten ausgehen.

Allein 20 000 aus der Haft entlassene russische Straftäter seien bei den Kämpfen in der Ukraine getötet worden, hiess es in der Analyse weiter. Dagegen wird die Zahl der getöteten Kämpfer unter den bei einer umstrittenen Mobilmachung 2022 eingezogenen rund 300 000 Reservisten auf 16 000 geschätzt.

Die Analysten gehen in dem langen Report ausführlich auf ihre Methodik bei der Erstellung der Zahlen und Grafiken ein. Und sie erwähnen das anonyme Projekt UALosses, das rund 47 000 Namen getöteter ukrainischer Soldaten auflistet. Bei einer stichprobenartigen Überprüfung seien fast alle Todesfälle verifiziert worden, hiess es. In der Ukraine gebe es insgesamt mehr Zugang zu Quellen, weshalb der Datensatz besser sei als der für Russland.

Zum Verhältnis der Gefallenen auf beiden Seiten meinten die Analysten, dass jüngsten Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wohl überzogen seien. Demnach kämen nicht fünf getötete russische Soldaten auf einen toten ukrainischen Verteidiger, sondern womöglich höchstens zwei. «Um den Abnutzungskrieg zu gewinnen, muss die Ukraine nicht nur der russischen Armee Verluste zufügen, sondern auch versuchen, ihre eigenen Verluste zu verringern», hiess es. Am Samstag war der 2. Jahrestag des Kriegsbeginns. (sda/dpa)
13:28
Selenskyj würdigt Mut der Ukrainer zum Jahrestag des Kriegsbeginns
Am zweiten Jahrestag des Beginns des russischen Überfalls auf die Ukraine hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit ausländischen Gästen der Opfer gedacht. «Jeder normale Mensch will, dass der Krieg endet, aber niemand von uns erlaubt, dass unsere Ukraine endet», sagte der Staatschef vor dem Hintergrund zerstörter Flugzeuge auf dem Flughafen Hostomel bei Kiew am Samstag. Daher werde der Krieg nur «zu unseren Bedingungen» und mit einem «gerechten» Frieden enden. Selenskyj sagte, er sei stolz auf die um ihre Unabhängigkeit kämpfenden Ukrainer.

Der Präsident erinnerte daran, dass in Hostomel der Kampf um die Hauptstadt Kiew begann. «Und eben hier hat er (Russlands Präsident Wladimir Putin) seine erste fundamentale Niederlage erlitten», unterstrich Selenskyj. Putin hatte die grossflächige Invasion der Ukraine am 24. Februar 2022 befohlen. Selenskyj dankte den ausländischen Verbündeten für die gewährte Hilfe beim Abwehrkampf.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte: «Genau vor zwei Jahren schien es, als ob alles verloren ist und innerhalb weniger Tage fällt.» Doch dank des Mutes der Ukrainer sei das nicht geschehen. Die Politikerin zählte das Erreichte innerhalb der vergangenen zwei Jahre auf und hob unter anderem das Freikämpfen der von Russland blockierten Handelswege im Schwarzen Meer hervor.

«Das tapfere Volk der Ukraine erstaunt die Welt immer wieder», unterstrich von der Leyen. Sie versicherte, dass die EU der Ukraine weiter beistehen werde. Bei der Zeremonie hielten auch die Regierungschefs von Belgien, Italien und Kanada - Alexander De Croo, Giorgia Meloni und Justin Trudeau - Reden. Anschliessend verlieh Selenskyj Orden an Soldaten. (sda/dpa)
epa11175450 Prime Minister Mette Frederiksen (C), the Prime Minister's husband Bo Tengberg (L) and Ukrainian President Volodymyr Zelensky attend a memorial ceremony at the Field of Mars at Lychak ...
Bild: keystone
11:46
Opfer in Odessa
Bei Drohnenangriffen auf die ukrainische Hafenstadt Odessa hat es in der zweiten Nacht in Folge Opfer gegeben. Nach Angaben von Behörden und Anwohnern wurde in der Nacht zum Samstag ein Mann in einem einstöckigen Wohnhaus getötet, drei weitere Menschen wurden verletzt und erlitten den Rettungsmannschaften zufolge schwere Brandwunden und Knochenbrüche. Am Samstag liefen Aufräumarbeiten in den Trümmern des Hauses, in dem den Angaben nach ein älteres Ehepaar wohnte. Das Wohnhaus war nach dem Drohnentreffer weitgehend zerstört. Trümmer lagen weit verstreut, auch angrenzende Gebäude waren beschädigt. Der Beginn des russischen Angriffskrieges gegen das Nachbarland jährt sich an diesem Samstag zum zweiten Mal. (sda/dpa)
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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg
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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg
50'000 Teilnehmer aus über 30 Nationen werden bis 23. November 2018 an der NATO-geführten Militärübung in Norwegen erwartet. Soldaten proben hier unter schwierigen Bedingungen den Ernstfall. Im Bild ein Luftkissen-Boot der Assault Craft Unit 4 (ACU 4) am 1. November 2018.
quelle: epa/us navy / petty officer 2nd class lyle wil / handout
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«Überlassen die Leichen den Hunden» – BBC-Reportage zeigt prekäre Situation in Charkiw
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749 Kommentare
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dmark
09.04.2022 12:32registriert Juli 2016
Ich hoffe mal, dass nun einige Marder, Geparde und Leos, incl. entsprechender Anzahl an Munition auf ukrainisches Gebiet gebracht werden... Diese Systeme sind funktionell und recht wehrhaft.
Auch habe ich vernommen, dass wohl einige Ukrainer, seitens der US-Streitkräfte an sog. Kamikaze-Drohnen ausgebildet werden/wurden... hoffe das sind keine Gerüchte.
Ein weiteres Ziel sollte auch maritimes Material sein.
Alles, was die Russen aufhalten und schwächen kann muss da nun geliefert werden.
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John Galt
17.04.2022 10:30registriert November 2014
Würde ich, als Ukrainischer Soldat in Mariupol, den russischen Zusicherungen glauben, dass sie die Genfer Konventionen einhalten, wenn ich mich ergebe?
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Liebu
17.04.2022 18:25registriert Oktober 2020
Zuvor hatte Moskau ein Ultimatum gestellt und den Soldaten im Fall einer Kapitulation zugesichert, sie würden am Leben bleiben.

Genau so, wie sie die Ukraine nicht angreifen, Zivilisten verschonen usw. Aber ja, diesmal halten sie sich an die Versprechen. Klar.
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Schweizer Bauteile in nordkoreanischen Raketen – Bund startet Untersuchung
Russland beschiesst die Ukraine mit Raketen aus Nordkorea. In diesen Waffen sind Komponenten aus der Schweiz gefunden worden. Das Staatssekretariat für Wirtschaft startet darum eine Untersuchung – und schaltet weitere Behörden ein.

Im vergangenen September besuchte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Danach lieferte Nordkorea Raketen an Russland. Putin setzt sie in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine ein. Nach Medienberichten feuerte Russland seit Dezember mindestens 20 nordkoreanische Raketen ab.

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