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Liveticker

Ukraine will alle Städte zurückerobern ++ Atom- Forschungszentrum in Charkiw beschossen

Die neuesten Entwicklungen im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Überblick.
24.06.2022, 13:5725.06.2022, 23:45
  • Die russische Armee konzentriert ihre Angriffe auf den Osten und Süden der Ukraine.
  • Die Ukraine meldet schwere Kämpfe um die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk im Luhansker Gebiet.
  • Die Waffenlieferungen der westlichen Staaten in die Ukraine halten an.
  • Innerhalb der Ukraine sind 8 Millionen Menschen auf der Flucht. 5,9 Millionen Menschen aus der Ukraine sind nach UNO-Angaben ins Ausland geflüchtet.
  • In der Schweiz wurden bislang rund 55'000 geflüchtete Menschen aus der Ukraine registriert.
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23:25
Nukleares Forschungszentrum in Charkiw unter Beschuss
Die nukleare Forschungseinrichtung «Neutronenquelle» in der ostukrainischen Stadt Charkiw ist nach ukrainischen Angaben erneut unter Beschuss geraten. Dabei seien Gebäude und Infrastruktur wie Lüftungskanäle beschädigt worden, teilte die Nuklearaufsichtsbehörde des Landes am Samstag mit. Der Teil der Anlage, wo der Kernbrennstoff gelagert wird, wurde nicht in der Auflistung der Schäden erwähnt. Es sei keine erhöhte Strahlung festgestellt worden.

Die Ukraine machte Russland für den Angriff verantwortlich. Das liess sich aber nicht überprüfen. (sda/dpa)
23:20
Selenskyj: Wollen alle Städte zurückerobern
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will die von Russland eingenommenen Städte zurückerobern. Das sagte er in seiner abendlichen Videoansprache am Samstag. Er verwies dabei auf Sjewjerodonezk, Donezk und Lugansk. Auch Melitopol und Mariupol seien nicht in Vergessenheit geraten. «Alle anderen Städte der Ukraine, die vorübergehend besetzt sind, werden ukrainisch sein.» Russland hatte am Abend die Einnahme von Sjewjerodonezk bekannt gegeben.

Selenskyj zufolge ist sein Land am Samstag innerhalb eines halben Tages von 45 russischen Raketen getroffen worden. «Sie sind eine weitere Bestätigung unserer Position, dass Sanktionen gegen Russland nicht ausreichen.» Sein Land benötige mehr militärische Hilfe.

Die Ukraine befinde sich in einer moralisch und emotional schwierigen Phase des Krieges. «Wir verstehen, dass wir den Staat immer noch schützen können», meinte das Staatsoberhaupt. Er wisse aber nicht, wie gross die Verluste und Anstrengungen noch sein werden, bis sich ein Sieg am Horizont abzeichne. (sda/dpa)
Bild: keystone
Der ukrainische Präsident Selenskyj.
21:03
Russland will Boden-Raketen vom Typ Iskander nach Belarus verlegen, die auch mit atomwaffenfähigen Raketen bestückt werden können. Das versprach Präsident Wladimir Putin dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko. Die Verlegung werde in den nächsten Monaten erfolgen, sagt Putin bei dem Treffen in St. Petersburg der Staatsagentur Tass zufolge.

Die Iskander-M könnten «sowohl ballistische Raketen als auch Marschflugkörper aufnehmen – sowohl in konventioneller als auch in nuklearer Ausführung», meinte Putin. Sie haben russischen Medien zufolge eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Putins Angaben zufolge sollen zudem die Kampfflugzeuge von Belarus vom Typ Su-25 nachgerüstet werden. «Diese Modernisierung sollte in Flugzeugfabriken in Russland vorgenommen werden.» Dann könnten diese Flugzeuge auch Atomwaffen transportieren.

>> Hier gibt's mehr dazu:
19:08
Ukraine: «Der Feind hat sich in Sjewjerodonezk festgesetzt»
Das ukrainische Militär hat den Rückzug aus der zuletzt umkämpften Stadt Sjewjerodonezk im Osten des Landes bestätigt. «Nach dem Rückzug von Einheiten unserer Truppen hat sich der Feind in Sjewjerodonezk festgesetzt», teilte der Generalstab am Samstagabend in Kiew mit. Dies sei auch in zwei Vororten der Fall sowie in Syrotyne, einem Dorf westlich von Metjolkine.

Zuvor hatte der Bürgermeister von Sjewjerodonezk am Ostufer des Siwerskyj Donez ukrainischen Medien zufolge gesagt, dass russische Truppen die Stadt besetzt hätten. Der Generalstab machte aber keine Angaben dazu, ob alle Truppen die Stadt verlassen haben. (sda/dpa)
16:15
Russland meldet fast 800 getötete ukrainische Soldaten an einem Tag
In der erbitterten Schlacht um den Osten der Ukraine haben russische Truppen nach eigenen Angaben binnen 24 Stunden fast 800 gegnerische Soldaten getötet – darunter 80 freiwillige Kämpfer aus Polen. Die «Söldner» seien durch einen Raketenangriff auf ein Zinkwerk in der Stadt Kostjantyniwka liquidiert worden, erklärte am Samstag das Verteidigungsministerium in Moskau. Ein Raketenangriff auf Mykolajiw im Süden habe etwa 300 Soldaten getötet. Auch die Regierung in Kiew berichtete von heftigem Beschuss in vielen Gebieten. Die Frau von Präsident Wolodymyr Selenskyj verglich die russischen Truppen mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und warf ihnen Sexualverbrechen vor.
Bild: keystone
Ein Blindgänger liegt in einem Feld bei Tscherkaska Losowa, ausserhalb von Charkiw.
11:49
Russisches Militär meldet Tötung von 80 polnischen Kämpfern
Das russische Militär hat nach eigenen Angaben im Osten der Ukraine 80 polnische Kämpfer in den Reihen der ukrainischen Armee getötet. Durch einen Raketenangriff auf das Zinkwerk «Megatex» in der Stadt Kostjantyniwka seien 80 polnische «Söldner» liquidiert worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Samstag in Moskau. Russland bezeichnet alle auf Seiten der Ukraine kämpfenden Freiwilligen als Söldner. Konaschenkow berichtete zudem über einen Raketenangriff auf Mykolajiw im Süden der Ukraine, bei dem 300 Soldaten getötet worden seien.

Insgesamt bezifferte der Generalleutnant die ukrainischen Verluste allein durch Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe innerhalb von 24 Stunden auf 780 «Nationalisten». Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Einzelheiten zur Bodenoffensive der russischen Truppen im Donbass nannte Konaschenkow nicht. In den vergangenen Tagen hatten die russischen Streitkräfte mehrere Ortschaften im Ballungsraum Sjewjerodonezk-Lyssytschansk eingenommen. Die erste der beiden Grossstädte ist inzwischen unter russischer Kontrolle. Zudem stehen moskautreue Truppen am südlichen Stadtrand von Lyssytschansk. (sda/dpa)
11:06
Ukraine meldet viele russische Raketenangriffe
Im Ukraine-Krieg hat Russland nach Angaben aus Kiew am Samstag mehrere ukrainische Regionen mit Raketen unter Beschuss genommen, auch aus dem Nachbarland Belarus. In den Gebieten Chmelnyzkyj, Lwiw, Mykolajiw, Schytomyr und Tschernihiw seien Einschläge registriert worden, meldete die Nachrichtenagentur Unian am Samstag. Die Region Dnipropetrowsk sei zudem mit Artillerie beschossen worden. Allein in der Umgebung von Schytomyr - einer Grossstadt westlich von Kiew - schlugen nach Angaben von Bürgermeister Serhij Suchomlin 24 Raketen ein. Dabei sei ein Soldat getötet worden.

Dem ukrainischen Generalstab zufolge feuerte Russland die Raketen auf Schytomyr und Tschernihiw aus Belarus ab. Die Ex-Sowjetrepublik unter Machthaber Alexander Lukaschenko bezeichnet sich in dem seit mehr als vier Monaten dauernden Krieg eigentlich als neutral. Im Gebiet Lwiw (früher: Lemberg) war einmal mehr das Militärgelände in Jaworiw Ziel der Angriffe. Ukrainischen Angaben zufolge wurden sechs Marschflugkörper von Schiffen auf dem Schwarzen Meer abgeschossen. Vier Menschen seien verletzt worden.

Im Gebiet Chmelnytzkyj konnte die ukrainische Luftabwehr nach eigenen Angaben zwei Raketen abschiessen. Deren Trümmer sollen keine Schäden angerichtet haben. Dafür meldete das Gebiet Mykolajiwka im Süden der Ukraine einen schweren Angriff. «Das Ausmass der Schäden und mögliche Opferzahlen werden noch geprüft», sagte eine Sprecherin der Verwaltung. «Aber wir wissen, dass die Hafeninfrastruktur, Wohnviertel und Erholungsgebiete von Zivilisten angegriffen wurden.» (sda/dpa)
7:08
Präsidentengattin Selenska wirft Russland Sexualverbrechen vor
Die Frau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat die russischen Truppen in ihrem Land mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verglichen und ihnen Sexualverbrechen vorgeworfen. Olena Selenska verwies in der «Welt am Sonntag» auf die Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad, die vom IS versklavt worden war und sagte: «Es ist furchtbar, das auszusprechen, aber viele ukrainische Frauen erleben unter der Besatzung dasselbe.» Selenska fügte hinzu: «Weil die russischen Besatzer nicht besser als IS-Terroristen sind.» Ukrainische Frauen erlebten den Horror gerade jetzt.

Murad hat Verbrechen der Terrororganisation Islamischer Staat an Jesiden im Irak überlebt. Sie ist seit 2016 UN-Sonderbotschafterin für die Würde der Überlebenden von Menschenhandel. 2018 erhielt sie gemeinsam mit dem kongolesischen Arzt und Menschenrechtsaktivisten Denis Mukwege den Nobelpreis.

Olena Selenska bedankte sich dafür, dass die Bundesrepublik zahlreichen ihrer Landsleute Asyl gewährt. «Ich bin Deutschland und dem deutschen Volk für die Aufnahme unserer Flüchtlinge sehr dankbar - hier empfinde ich nur Dankbarkeit, Dankbarkeit von ganzem Herzen», sagte Selenska. Als First Lady sei sie nicht für Rüstungsfragen zuständig. «Wenn aber jemand der Ukraine auch an der Front - und nicht nur bei den humanitären Fragen - helfen kann, dann ist das natürlich Deutschland.»

Sie appellierte an ihre geflüchteten Landsleute, in das Land zurückzukehren, wenn es wieder sicher werde, um beim Wiederaufbau zu helfen. «Ukrainer und Ukrainerinnen, die weltweit eine Zuflucht suchen mussten, sollen wissen: Man wartet auf sie in der Ukraine, ihr Land braucht sie.» Bereits jetzt seien mehr als 1600 Schulen, 600 Krankenhäuser und zahllose Wohnungen ruiniert worden. «Aber wir beginnen schon jetzt mit dem Wiederaufbau, damit zumindest ein Teil der Krankenhäuser und Schulen bis zum Herbst wieder verwendbar sind.» (sda/dpa)
epa10004102 First Lady of Ukraine Olena Zelenska opens the second edition of 'Women in Conflicts' via video link at the European Council headquarters in Brussels, Belgium, 09 June 2022. The conference, a continuation of the 'Women in Conflicts' organized in New York in 2021, gathers women leaders and survivors of conflicts.  EPA/OLIVIER HOSLET
Bild: keystone
1:32
Experte: Tausende Delfine im Schwarzen Meer wegen Kriegs verendet
Naturschützer bringen den Tod von Tausenden Delfinen im Schwarzen Meer mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine in Verbindung. Mindestens 3000 Tiere seien verendet, schrieb Forschungsleiter Iwan Rusew bei Facebook.

Der Einsatz von Sonar-Technik und Explosionen zerstörten das «empfindliche Navigationssystem» der Tiere. So könnten sie nicht mehr genug Fische fangen und seien deshalb anfälliger für Infektionskrankheiten. Die Folge sei, dass mehr Tiere sterben, erläuterte der Experte eines Nationalparks in der Nähe von Odessa im Süden der Ukraine.

Nach seinen Angaben gibt es zudem Berichte über verendete Tiere aus Bulgarien und Rumänien. «Wir bitten alle, die tote Delfine am Strand sehen, dies zu melden.» In den vergangenen Jahren hätten Fischfang und Wilderei die grössten Gefahren für Delfine dargestellt.

Russland hat seinen Krieg gegen die Ukraine am 24. Februar begonnen und greift das Nachbarland auch über das Schwarze Meer an. (sda/dpa)
0:26
Landesweit Luftalarm in der Ukraine ausgelöst
In der von Russland angegriffenen Ukraine ist in der Nacht zum Samstag landesweit Luftalarm ausgelöst worden. Das ging aus einer entsprechenden Übersicht zur Lage in dem Land hervor. Wie die ukrainische Nachrichtenseite 24tv berichtete, gab es Berichte über Explosionen aus der Stadt Saporischschja im Südosten des Landes - ebenso wie aus der zentralukrainischen Stadt Dnipro. Die genauen Hintergründe waren zunächst unklar. Russland hat seinen Angriff auf das Nachbarland Ukraine am 24. Februar gestartet. (sda/dpa)
22:56
Moskau: Mögliche EU-Erweiterung ist gegen Russland gerichtet
The Ukrainian flag, left, and EU flag fly on poles, in Kyiv, Ukraine, Thursday, June 23, 2022. European Union leaders on Thursday are set to grant Ukraine candidate status to join the 27-nation bloc, a first step in a long and unpredictable journey toward full membership that could take many years to achieve. (AP Photo/Nariman El-Mofty)
Bild: keystone
Das russische Aussenministerium sieht in der Entscheidung für einen möglichen EU-Beitritt der Ukraine und der Republik Moldau eine gegen Moskau gerichtete Politik. Die Europäische Union setze damit ihre Linie fort, in die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) zum Zweck der Eindämmung Russlands weiter vorzudringen, teilte Sprecherin Maria Sacharowa am Freitagabend in Moskau mit.

«Dabei werden alle Mittel eingesetzt, vom finanziellen und wirtschaftlichen Druckmittel bis zur militärischen Unterstützung.» Sacharowa erklärte, die EU habe zudem die sonst strengen Kriterien für einen Beitritt wie Korruptionsbekämpfung, Rechtsstaatlichkeit und Unabhängigkeit der Justiz beiseitegeschoben.

Am Donnerstag hatte der Gipfel der Staats- und Regierungschefs der EU der Ukraine, die seit vier Monaten russische Angriffe abwehrt, in einer ausserordentlichen Entscheidung den Status eines EU-Beitrittskandidaten zugestanden – ebenso wie Moldau. (sda/dpa)
22:24
US-Aussenminister: Werden Ukraine helfen solange wie nötig
US-Aussenminister Antony Blinken (im Bild) hat der Ukraine die weitere militärische Hilfe seines Landes gegen den russischen Angriff zugesichert. «Sie kämpfen nicht nur für sich, sondern für uns alle», sagte Blinken am Freitag in Berlin. Seit dem Beginn des Krieges habe sein Land der Ukraine Hilfen zur Verteidigung im Wert von etwa 6,1 Milliarden US-Dollar geleistet. «Wir werden dies fortsetzen, solange es dauert», sagte er.
epa10032122 US Secretary of State Antony Blinken attends the kick-off event for the 'Uniting for Global Food Security' conference, at the Federal Foreign Office in Berlin, Germany, 24 June 2022.  EPA/MIKA SAVOLAINEN / POOL
Bild: keystone
Zugleich seien die USA bereit, jede diplomatische Lösung zu unterstützen, doch habe Russland daran kein Interesse gezeigt. Er sei überzeugt, dass die gegen Russland verhängten Sanktionen das Land wirtschaftlich hart träfen, auch wenn einige Auswirkungen noch eine Zeit lang von der Führung in Moskau kaschiert würden. (sda/dpa)
20:41
Ukrainer noch in Sjewjerodonezk verschanzt
Trotz der Grundsatzentscheidung Kiews, das schwer umkämpfte Verwaltungszentrum Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine aufzugeben, hängen in der früheren Grossstadt immer noch regierungstreue Truppen, aber auch Zivilisten fest. Das geht aus dem Lagebericht des Generalstabs und aus Aussagen der Kreisverwaltung am Freitag hervor. Die russischen Truppen «haben Sturmaktivitäten in der Industriezone von Sjewjerodonezk durchgeführt», teilte der Generalstab mit.

Laut dem Chef der Kreisverwaltung, Roman Wlassenko, wird der Abzug der ukrainischen Truppen noch einige Tage in Anspruch nehmen. Zudem sagte er im Interview mit dem US-Sender CNN, dass sich noch 568 Zivilisten in der Chemiefabrik «Azot» vor den Angriffen versteckten. Diese könnten die Anlage verlassen, sobald das Feuer eingestellt sei, allerdings dann nur noch in Richtung russisch besetzter Gebiete, sagte Wlassenko.
Die Einwohner flüchten schon seit Wochen aus Sjewjerodonezk, dennoch sollen in der Stadt nach wie vor bis zu 10'000 Menschen ausharren, viele davon in den Katakomben einer Chemiefabrik.
Bild: imago-images
Heikel für die ukrainischen Truppen ist die Lage demnach auch in der benachbarten Stadt Lyssytschansk am Westufer des Flusses Siwerskyj Donez. Die Russen hätten mehrere Luftangriffe auf die Stadt geflogen, heisst es im Lagebericht. «Die ukrainischen Verteidiger haben erfolgreich einen Sturm am südlichen Stadtrand von Lyssytschansk abgewehrt», so der Generalstab weiter. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Im Ballungsraum Sjewjerodonezk – Lyssytschansk lebten vor dem Krieg etwa 380'000 Menschen. Es ist der letzte Flecken im Gebiet Luhansk, auf dem sich noch ukrainische Truppen halten. Die Einnahme des Gebiets Luhansk war von Moskau als eins der Hauptziele des Kriegs genannt worden. (sda/dpa)
19:39
Draghi scheitert mit Vorschlag für EU-Sondergipfel zu Gas
Der italienische Ministerpräsident Mario Draghi ist mit seinem Wunsch für einen EU-Sondergipfel im Juli über die Gas- und Energiekrise bei den anderen Staats- und Regierungschefs abgeblitzt. Nach Beratungen in Brüssel wurde entschieden, dass die EU-Kommission in den nächsten Wochen die Lage sondieren und Vorschläge für ein weiteres Vorgehen erarbeiten soll.

Beim nächsten regulären Gipfel im Oktober solle dann auf Spitzenebene über das Thema geredet werden. Sollte sich die Lage zuvor aber fundamental ändern, etwa durch einen befürchteten Stopp der Gaslieferungen aus Russland, könnte jederzeit ein spontaner Sondergipfel stattfinden, sagte Draghi am Freitag in Brüssel.
epa10031988 Italian Prime Minister Mario Draghi gives a press conference at the end of a EU Summit in Brussels, Belgium, 24 June 2022. EU member states leaders addressed the latest developments concerning the Russian invasion of Ukraine, the membership applications from Ukraine, Moldova and Georgia and economic issues.  EPA/STEPHANIE LECOCQ
Bild: keystone
Der Regierungschef aus Rom will zudem seit Wochen, dass die EU eine gemeinsame Obergrenze für den immens gestiegenen Gaspreis festlegt. Auch dafür hat er bislang keine Mehrheit gegeben. Bei dem Thema überwiege bei vielen Staaten die Angst, dass Russland als Reaktion komplett den Gashahn zudrehe, sagte Draghi.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte nach dem Gipfel, ihre Behörde sei bereits im Mai damit beauftragt worden, Möglichkeiten zur Eindämmung der gestiegenen Energiepreise zu prüfen. Daran arbeite man. Zugleich prüfe man Alternativen für den Aufbau des Energiemarktes. Das könne auch beinhalten, dass das derzeit teure Gas nicht mehr wie bislang massgeblich für den gesamten Strompreis ist. Man wolle beim nächsten regulären Gipfel im Oktober darauf zurückkommen. (awp/sda/dpa)
18:42
Von der Leyen ruft zum Energiesparen auf: Heizung zwei Grad runter
Angesichts drohender Gas-Engpässe hat EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen europäische Verbraucher erneut zum Energiesparen aufgefordert. Wenn man die Heiztemperatur in der gesamten EU nur um zwei Grad senke und die von Klimaanlagen um zwei Grad erhöhe, könne man die gesamten Lieferungen der Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 einsparen, sagte die deutsche Politikerin am Freitag nach einem EU-Gipfel in Brüssel. «Darin liegt also eine Menge Potenzial.» Zugleich bekräftigte von der Leyen, dass auch die Bezugsquellen von Energieträgern diversifiziert und in Erneuerbare investiert werden müsse.
epa10032018 European Commission President Ursula von der Leyen during a press conference at the end of the second day of  EU Summit in Brussels, Belgium, 24 June 2022. The latest developments concerning cost-of-living, raging inflation and energy war waged by Russia are topping the agenda when EU member states leaders meet for a European Council meeting.  EPA/OLIVIER HOSLET
Bild: keystone
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine Ende Februar gilt die Versorgung Europas mit Gas aus Russland als gefährdet. Mittlerweile habe Russland die Lieferungen an zwölf EU-Staaten gedrosselt oder komplett gestoppt, sagte von der Leyen. Auch die Lieferungen nach Deutschland wurden drastisch gekürzt. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) rief deshalb die Alarmstufe im Notfallplan Gas aus. Auch er warb dafür, Energie zu sparen.

«Das Beste ist immer: auf das Beste hoffen, auf das Schlimmste vorbereitet sein. Und genau das tun wir jetzt»
, sagte von der Leyen. Man habe bereits zu Beginn des Jahres damit begonnen. Von der Leyen forderte, nicht nur nationale Massnahmen zu ergreifen, die allein den heimischen Markt im Blick haben, sondern abgestimmt in der EU zu handeln. Deshalb sei es wichtig, einen detaillierten Überblick über die Situation in der EU zu haben.

Ihre Behörde habe alle nationalen Notfallpläne überprüft, um sicherzustellen, dass alle auf weitere Liefereinschränkungen vorbereitet sind. Zugleich arbeite man mit der Industrie und den 27 EU-Staaten an einem europäischen Plan, der im Notfall die Gas-Nachfrage reduzieren soll. (sda/dpa)
16:15
Deutschland erwägt weitere Panzerhaubitzen für die Ukraine
Die deutsche Regierung will der Ukraine weitere Panzerhaubitzen zur Abwehr des russischen Angriffs überlassen. Dazu laufen Gespräche mit den Niederlanden sowie einem weiteren europäischen Partner, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Kreisen des Verteidigungsministeriums in Berlin erfuhr.
A Bundeswehr self-propelled howitzer 2000 (PzH 2000 for short) fires at the training area during the "Wettiner Heide" exercise maneuvers of the German army Bundeswehr in Munster, Germany, Tuesday, May 10, 2022. The exercise, involving up to 7,500 soldiers from nine nations, is taking place at the heart of the Bergen and Munster military training areas in Lower Saxony. (Philipp Schulze/dpa via AP)
Bild: keystone
Die Ukraine hat bisher sieben Stück der Panzerhaubitze 2000 aus Deutschland erhalten sowie fünf dieser Waffensysteme aus den Niederlanden. Aus Kiew war erklärt worden, dass man mit insgesamt 18 Haubitzen – also sechs weiteren Modellen - ein komplettes ukrainisches Artilleriebataillon ausrüsten könne.

In Berlin gebe es den festen Willen, die Bitte zu erfüllen, wenn auch Partner lieferten, so dass Deutschland drei oder nur zwei weitere Waffensysteme liefern würde, wurde der dpa erklärt. Russland hatte die Ukraine am 24. Februar militärisch angegriffen. (sda/dpa)
15:46
G7-Aussenminister: Russland verschärft weltweite Ernährungskrise
Die Aussenminister der G7-Staaten haben Russland die Verantwortung für die sich verschärfende weltweite Ernährungskrise gegeben und Moskau zum Einlenken aufgefordert.

«Alle G7-Sanktionen sehen Ausnahmen vor, damit russische Lebensmittel und landwirtschaftliche Erzeugnisse auf die Weltmärkte gelangen können», hiess es anschliessend in einer Erklärung des Auswärtigen Amtes in Berlin. Man weise Russlands Desinformationen mit Blick auf die verhängten Sanktionen zurück.
A farmer checks wheat ripeness on a field in Donetsk region, Ukraine, Tuesday, June 21, 2022. Russian hostilities in Ukraine are preventing grain from leaving the "breadbasket of the world" and making food more expensive across the globe, threatening to worsen shortages, hunger and political instability in developing countries. (AP Photo/Efrem Lukatsky)
Bild: keystone
Der Krieg Russlands in der Ukraine verschärfe die Situation durch die Blockade des Schwarzen Meeres, die Bombardierung von Getreidesilos und Häfen sowie die Beschädigung der landwirtschaftlichen Infrastruktur der Ukraine, hiess es. Man fordere Russland auf, «seine Angriffe und Drohungen einzustellen und die ukrainischen Schwarzmeerhäfen für Lebensmittelexporte freizugeben».

Die Aussenministerinnen und Aussenminister der G7-Staaten hatten am Freitag in Berlin vor dem Gipfel in Elmau im süddeutschen Land Bayern beraten. Drei von ihnen nahmen nur virtuell an dem Treffen teil. (sda/dpa)
13:57
Lawrow wirft EU und Nato Kriegsvorbereitungen vor
epa10029625 Russian Foreign Minister Sergey Lavrov speaks during a joint press conference with his Iranian counterpart in Tehran, Iran, 23 June 2022. Lavrov is in Tehran to meet with Iranian officials.  EPA/ABEDIN TAHERKENAREH
Bild: keystone
Der russische Aussenminister Sergej Lawrow hat der Europäischen Union und der Nato vorgeworfen, Kräfte zu einem Krieg gegen Russland zu bündeln.

«Wir machen uns wenig Illusionen darüber, dass sich die derzeitige russenfeindliche Aufgeladenheit der EU auf absehbare Zeit und - um ehrlich zu sein - auch langfristig irgendwie auflösen oder ändern wird», sagte Lawrow am Freitag bei einem Besuch in der ehemaligen Sowjetrepublik Aserbaidschan.

Zudem verwies er nach einem Bericht der Agentur Ria Nowosti darauf, dass Nazi-Deutschland unter Adolf Hitler zu Beginn des Zweiten Weltkriegs andere europäische Länder zum Angriff auf die Sowjetunion um sich versammelt habe. Lawrow fügte hinzu: «Jetzt stellt auch die EU zusammen mit der Nato eine solche moderne Koalition zusammen für einen Kampf und letztendlich für einen Krieg gegen die Russische Föderation. Wir werden das alles sehr aufmerksam beobachten.»

Zum Beschluss des EU-Gipfels, der Ukraine den Status eines EU-Kandidaten zu geben, sagte Lawrow, dies bedeute für Russland keine Bedrohung. Die EU sei im Unterschied zur Nato kein militärisches Bündnis. Russland führt seit Ende Februar Krieg gegen das Nachbarland Ukraine. (sda/dpa)
13:55
Kreml: EU-Beitritt der Ukraine darf nicht zulasten Russlands gehen
epa09769907 Kremlin spokesman Dmitry Peskov is pictured during a joint press conference of the Russian and Belarusian Presidents  following their meeting at the Kremlin in Moscow, Russia, 18 February 2022.  EPA/SERGEY GUNEEV / SPUTNIK / KREMLIN POOL MANDATORY CREDIT
Bild: keystone
Der Kreml macht für einen möglichen EU-Beitritt der Ukraine und der Republik Moldau zur Bedingung, dass sich deren Beziehungen gegenüber Russland nicht weiter verschlechtern.

Zwar sei die Verleihung des Kandidatenstatus an die beiden Ex-Sowjetrepubliken zunächst eine «innereuropäische Angelegenheit», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. «Für uns ist es sehr wichtig, dass diese Prozesse weder uns noch den Beziehungen mit den genannten Ländern noch mehr Probleme bescheren.»

Zudem müsse sichergestellt werden, dass sich im Zuge der Annäherung der Ukraine und Moldaus an die EU nicht die Beziehungen zwischen Russland und der Europäischen Union weiter verschlechterten, sagte Peskow. «Sie sind auch so schon reichlich verdorben.»

Der Kremlsprecher kritisierte in diesem Zusammenhang auch die moldauische Führung: Diese versuche, um den Kandidatenstatus zu rechtfertigen, Massnahmen gegen Russland zu ergreifen. «Ihnen scheint wohl, je russenfeindlicher sie sind, umso mehr müssten sie den Europäern gefallen», sagte Peskow.

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat sich die Republik Moldau offiziell neutral erklärt und sich bislang auch nicht an den westlichen Sanktionen gegen Russland beteiligt, von dessen Gaslieferungen die Republik immer noch stark abhängig ist.

Zugleich wachsen in Chisinau Befürchtungen, dass Moskauer Truppen unter Verweis auf die angebliche Unterdrückung der russischsprachigen Bevölkerung auch das eigene Land angreifen. In Moldau gibt es mit Transnistrien eine Konfliktregion, in der bereits seit den 1990er Jahren de facto ein prorussisches Separatistenregime herrscht. (sda/dpa)
13:18
Fehlfunktion bei einer Rakete eines russischen Flugabwehrraketensystems
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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg

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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg
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