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Liveticker

Kämpfe haben sich nach Donezk verlagert ++ Ukraine kann nun Strom nach Europa liefern

Die neuesten Entwicklungen im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Überblick.
04.07.2022, 04:2805.07.2022, 01:34
  • Die Gefechte in der Ukraine konzentrieren sich auf den Osten und den Süden des Landes. Vereinzelt bombardiert die russische Armee auch Ziele in anderen Landesteilen.
  • Im Osten verzeichnen die russischen Angreifer in der Oblast Luhansk Erfolge. Im Süden versuchen die ukrainischen Streitkräfte, sich der Stadt Cherson zu nähern.
  • Die Waffenlieferungen der westlichen Staaten in die Ukraine halten an.
  • Innerhalb der Ukraine sind 7,1 Millionen Menschen auf der Flucht. 8 Millionen Menschen aus der Ukraine sind nach UNO-Angaben ins Ausland geflüchtet.
  • In der Schweiz wurden bislang über 57'000 geflüchtete Menschen aus der Ukraine registriert.
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22:44
Scholz berät mit Macron in Paris über weiteren Ukraine-Kurs
French President Emmanuel Macron speaks with Germany's Chancellor Olaf Scholz at the start of the second plenary session of the NATO summit in Madrid, Wednesday, June 29, 2022. North Atlantic Treaty Organization heads of state will meet for a NATO summit in Madrid from Tuesday through Thursday. (Eliot Blondet, Pool via AP)
Bild: keystone
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich am Montagabend zu Beratungen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Paris getroffen. Wichtigstes Thema des Arbeitsessens war die deutsch-französische Abstimmung über das weitere Vorgehen im Ukraine-Krieg und die weitere Unterstützung für das Land, wie der Élyséepalast am Abend mitteilte. In dem Zusammenhang ging es demnach auch um Schritte zur europäischen Unabhängigkeit in den Bereichen Energie, Verteidigung und strategische Rohstoffe. Ausserdem wurde über die Lage in der Sahelzone beraten, wo Deutschland und Frankreich im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus engagiert sind.

Scholz und Macron berieten zudem über die bilateralen Beziehungen zwischen beiden Ländern im Hinblick auf den nächsten deutsch-französischen Ministerrat. Für den Bundeskanzler war es nach seinem Antrittsbesuch im Dezember die zweite offizielle Begegnung mit Macron in Paris. «Ob beim Treffen der G7 in Elmau, dem Nato-Gipfel oder hier in Paris - es ist gut, dass wir im engen Austausch stehen zu den vielen drängenden Themen dieser Tage», schrieb Scholz auf Twitter anlässlich der Begegnung.

Die beiden hatten sich in den vergangenen Tagen bei einer Serie von internationalen Gipfeln gesehen. Zudem waren sie im vergangenen Monat gemeinsam zu einem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. (sda/dpa)
19:45
Ukrainischer Generalstab: Kämpfe gehen jetzt im Gebiet Donezk weiter
ARCHIV - Das Archivfoto zeigt einen ukrainischen Soldaten an der Frontlinie in der Region Donezk. Foto: Vitali Komar/AP/dpa
Bild: sda
Bild: Ein Soldat an der Frontlinie in Donezk (Achivbild).

In der Ostukraine hat sich nach dem ukrainischen Rückzug aus der Stadt Lyssytschansk der Schwerpunkt der Kämpfe ins benachbarte Donezker Gebiet verschoben. An der Grenze der beiden Regionen seien bei Bilohoriwka und Werchnjokamjanske erfolgreich russische Angriffe abgewehrt worden, teilte der ukrainische Generalstab am Montagabend bei Facebook mit. Umkämpft sei ebenso das Wärmekraftwerk Wuhlehirsk westlich des bereits von prorussischen Separatisten eroberten Switlodarsk.

Gebietsgewinne hätten die russischen Truppen hingegen nördlich von Slowjansk bei Masaniwka erzielt. Darüber hinaus seien ukrainische Positionen an weiten Teilen der Front mit Artillerie, Raketenwerfern und Mörsern beschossen worden. Die russische Luftwaffe habe zudem Stellungen ukrainischer Einheiten bombardiert.

Am vergangenen Wochenende hat sich die ukrainische Armee nach schweren Kämpfen aus Lyssytschansk zurückgezogen. Damit ist nun faktisch das gesamte Gebiet Luhansk unter russischer Kontrolle - und aus Sicht des Kremls ein zentrales Kriegsziel erreicht. (sda/dpa)
18:26
Moskau: Botschaft in Bulgarien kann nicht mehr normal arbeiten
epaselect epa10049377 Employees of the Russian Embassy and their families during their departure at Sofia Airport, Bulgaria, 03 July 2022. Two planes from the Russia are expected to land in Sofia on 03 July to pick up and transport to their homeland the 70 diplomats and employees at the Russian Embassy, along with their family members, that Bulgaria declared on 28 June persona non grata for working for the secret services and 'acting against the interests of Bulgaria', as reported to Efe sources from the airport in the Bulgarian capital. Bulgaria had already expelled thirteen other representatives of Moscow since the Russian invasion of Ukraine began at the end of February, in all cases accused of espionage.  EPA/VASSIL DONEV
Bild: keystone
Bild: Mitarbeitende der russischen Botschaft wurden von Bulgarien zu «unerwünschten Personen» erklärt und müssen das Land verlassen.

Nach der Ausweisung von 70 Diplomaten ist Russlands Botschaft in Bulgarien nach Moskauer Angaben nicht mehr richtig arbeitsfähig. «Jetzt, nach diesem Unfug (...), ist die Botschaft nicht mehr in der Lage, normal zu arbeiten», sagte Russlands Aussenminister Sergej Lawrow am Montag der Agentur Interfax zufolge. Russland werde entsprechend dem Prinzip der Gegenseitigkeit reagieren, kündigte Lawrow an – in der Regel ist damit die Ausweisung derselben Anzahl von Diplomaten des anderen Landes gemeint.

Moskau musste am Sonntag 70 eigene Diplomaten aus Sofia zurückholen, nachdem diese dort zu «unerwünschten Personen» erklärt worden waren. Aus Bulgarien, das Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine offen verurteilt, hiess es zur Begründung, dass ein Grossteil der russischen Botschaftsvertreter «direkt für fremde Dienste» gearbeitet habe.

Es handelte sich um die bislang grösste Diplomaten-Ausweisung aus dem EU- und Nato-Staat. Moskau droht deshalb damit, seine Botschaft in Sofia komplett zu schliessen - ein solcher Schritt wäre innerhalb der Europäischen Union einmalig. (sda/dpa)
18:22
Ukraine kann nun Strom nach Europa liefern
Bundesraetin Simonetta Sommaruga spricht an der Sommertagung der SP Schweiz, am Samstag, 2. Juli 2022 in Biel. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Bild: keystone
Energieministerin Simonetta Sommaruga hat die Rolle gelobt, die der Stromnetzbetreiber Swissgrid bei der Anbindung der Ukraine an das europäische Netz gespielt hat. Die Ukraine hat vor einigen Tagen damit begonnen, ihren Strom in die EU zu exportieren.

Ob die Schweiz Strom aus der Ukraine importieren solle, müsse von den Kantonen und Unternehmen entschieden werden. «Der Bund kann nur Anreize schaffen», sagte die Bundesrätin am Montag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA in Lugano.

Am Sonntag hatte sie vor einer drohenden Gasknappheit im nächsten Winter und möglicherweise auch vor einer Stromknappheit gewarnt, obwohl die Situation bei letzterem besser aussieht. (sda)
17:28
Moskau will «Luhansk-Platz» vor britischer Botschaft einrichten
In this photo provided by the Luhansk region military administration, damaged residential buildings are seen in Lysychansk, Luhansk region, Ukraine, early Sunday, July 3, 2022. Russian forces pounded the city of Lysychansk and its surroundings in an all-out attempt to seize the last stronghold of resistance in eastern Ukraine's Luhansk province, the governor said Saturday. A presidential adviser said its fate would be decided within the next two days. (Luhansk region military administration via AP)
Bild: keystone
Bild: Lysytschansk in Luhansk

Russlands Hauptstadt Moskau will einen Platz vor der britischen Botschaft zu Ehren des gerade eroberten ostukrainischen Gebiets Luhansk umbenennen. In einer Online-Umfrage hätten sich die Moskauer mehrheitlich für diesen Standort ausgesprochen, um ihn der «Volksrepublik Luhansk» zu widmen, teilte die Stadtverwaltung am Montag mit. Zur Auswahl standen demnach auch Orte unweit des deutschen Konsulats sowie ein Bereich unweit der Botschaften Litauens und Belgiens.

Kremlchef Wladimir Putin hat Luhansk sowie das Nachbargebiet Donezk Ende Februar unter grossem internationalen Protest als unabhängige «Volksrepubliken» anerkennen lassen. Wenige Tage später liess er russische Truppen ins Nachbarland einmarschieren. Nach mehr als vier Monaten Krieg musste sich die ukrainische Armee am vergangenen Wochenende aus der strategisch wichtigen Stadt Lyssytschansk zurückziehen - und verlor damit faktisch die Kontrolle über das gesamte Gebiet Luhansk.

Moskau hatte bereits im Juni die Umbenennung eines Platzes vor der US-amerikanischen Botschaft zu Ehren der «Donezker Volksrepublik» verkündet. Auch damals gab es eine Online-Umfrage. Kremlkritische russische Medien berichteten allerdings, dass Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes teils zur Abstimmung gedrängt worden sein sollen. (sda/dpa)
16:16
Papst erwägt Besuch in Russland und Ukraine
epa07695023 Pope Francis (L) and Russian President Vladimir Putin (R) shake hands as Archbishop Georg Ganswein (2-L) looks on during their meeting at the Vatican, 04 July 2019. Putin arrived for a one-day visit to Vatican and Rome to meet with the Pope and Italian leaders. EPA/ALEXEI DRUZHININ / SPUTNIK / KREMLIN POOL MANDATORY CREDIT
Bild: EPA
Bild: Papst Franziskus und Wladimir Putin 2019.

Papst Franziskus erwägt eine Reise nach Moskau und in die von Russland angegriffene Ukraine. In die Ukraine zu fahren, sei jetzt möglich, sobald er von seiner Kanada-Reise Ende Juli zurück sei, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters (Montag).

«Die erste Sache ist, nach Russland zu reisen und dort irgendwie zu helfen», erklärte der 85-Jährige weiter. Er würde aber gerne beide Hauptstädte, also Kiew und Moskau, besuchen. Der Vatikan bemüht sich schon länger um eine Vermittlerrolle in dem Konflikt.

Laut Franziskus liefen in der Vergangenheit bereits Gespräche zwischen dem Heiligen Stuhl und Moskau. Die russische Seite fand ihm zufolge damals allerdings, dass es nicht die richtige Zeit für einen Besuch des Heiligen Vaters war. Franziskus dachte nach eigener Aussage, Russlands Präsident Wladimir Putin würde ihm ein «kleines Fenster geben, um dem Frieden zu dienen».

Seit Jahrzehnten versuchen Päpste schon, nach Moskau zu reisen, was bislang jedoch nie klappte. Franziskus verurteilte den russischen Angriffskrieg in der Ukraine immer wieder in seinen öffentlichen Ansprachen, nannte Russland darin aus diplomatischen Gründen jedoch nicht beim Namen. (sda/dpa)
15:56
Zusammenfassung – was am 4. Juli bislang geschah
epa10051464 A handout photo made available by Swiss federal Foreign ministry FDFA shows Ukrainian Prime Minister Denys Shmyhal speaks with footage from the war projected on screen during a plenary session at the Ukraine Recovery Conference URC, in Lugano, Switzerland, 04 July 2022. The URC is organised to initiate the political process for the recovery of Ukraine after the attack of Russia to its territory.  EPA/ALESSANDRO DELLA VALLE / FDFA / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES
Bild: keystone
Bild: der ukrainische Regierungschef, Denys Schmyhal in Lugano am 4. Juli 2022.

Russische Truppen überqueren Fluss
Von Osten her haben die russischen Truppen den Fluss Siwerskyj Donez überquert. Dort versuche der Feind die ukrainischen Kräfte auf eine neue Verteidigungslinie zwischen Siwersk, Soledar und Bachmut zurückzudrängen, hiess es in dem Lagebericht aus Kiew. Diese drei Städte liegen etwa 30 bis 40 Kilometer östlich vom Ballungsraum Slowjansk-Kramatorsk, der als Hauptquartier der ukrainischen Verteidigungskräfte im Donbass gilt. An anderen Frontabschnitten, sowohl im Norden um die Millionenstadt Charkiw als auch im Süden in den Schwarzmeerregionen Saporischschja, Cherson und Mykolajiw gab es nach ukrainischen Angaben trotz schwerer Artilleriegefechte keine nennenswerten Truppenbewegungen. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen.

Fast gesamte Infrastruktur in Region Lyssytschansk beschädigt
In der von Russland eroberten Stadt Lyssytschansk im Osten der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben von einstmals mehr als 100'000 Einwohnern nur noch wenige Tausend übrig geblieben. Der Militärgouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, nannte am Montag im ukrainischen Fernsehen eine Grössenordnung von etwa 10 000. In der Nachbarstadt Sjewjerodonezk, die sich ebenfalls unter russischer Kontrolle befindet, seien nur noch etwa 8000 Menschen verblieben. Auch dort lebten vor Beginn des Kriegs mehr als 100'000. In dem Ballungsraum sei inzwischen fast alles zerstört: Die Infrastruktur sei zu 90 Prozent beschädigt, 60 Prozent der Wohnhäuser seien zerstört. Unabhängig sind die Angaben kaum zu überprüfen.

Kiew will Wiederaufbau mit russischem Geld finanzieren
Die ukrainische Regierung will den Wiederaufbau zu einem grossen Teil mit russischem Geld finanzieren. Nötig seien nach Schätzungen mindestens 750 Milliarden Dollar, sagte der ukrainische Regierungschef, Denys Schmyhal, am Montag an der ersten grossen Wiederaufbau-Konferenz in Lugano. Herangezogen werden sollten die rund 300 bis 500 Milliarden Dollar Vermögenswerte des russischen Staates und von Oligarchen, die weltweit eingefroren seien. Mehr dazu im Lugano-Ticker.

UN wollen Solidarität der Weltgemeinschaft
Die Vereinten Nationen appellieren an die Solidarität der Weltgemeinschaft, um die verheerenden Folgen des russischen Angriffskriegs zu meistern. «Wir haben in Deutschland selbst in unserer Geschichte Solidarität erfahren», sagte der Chef des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), Achim Steiner, ebenfalls in Lugano. Den Ukrainern zu helfen, werde die westlichen Volkswirtschaften nicht über Gebühr belasten. «Und es wird gleichzeitig auch im Eigeninteresse Europas dazu beitragen, dass wir nicht in eine noch katastrophalere Situation kommen», sagte Steiner.

Grossbritannien sichert Kiew langfristige Hilfe zu
Vor Beginn einer Geberkonferenz hat Grossbritannien dem Land andauernde Unterstützung zugesichert. Aussenministerin Liz Truss werde am Montag ankündigen, dass London «alles Mögliche tun wird, um sicherzustellen, dass die Ukraine den Krieg gewinnt und sich erholt», so das britische Aussenministerium. «Die Erholung der Ukraine vom russischen Angriffskrieg wird ein Symbol der Macht der Demokratie über die Autokratie sein», zitierte das Aussenministerium Truss weiter. Damit werde bewiesen werden, dass die Versuche von Kremlchef Wladimir Putin, die Ukraine zu zerstören, nur eine stärkere, wohlhabendere und geeinter Nation geschaffen hätten. Mehr dazu im Ukraine-Ticker.

Kein Glückwunschtelegramm aus Moskau zum Unabhängigkeitstag
Aus Ärger über die aus seiner Sicht russlandfeindliche US-Politik gratuliert Kremlchef Wladimir Putin seinem Kollegen Joe Biden in diesem Jahr nicht zum amerikanischen Unabhängigkeitstag. «Nein, dieses Jahr wird kein Glückwunsch-Telegram verschickt werden», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag der Agentur Interfax zufolge. «Das hängt damit zusammen, dass dieses Jahr zum Höhepunkt einer unfreundlichen Politik der Vereinigten Staaten gegenüber unserem Land geworden ist», sagte er mit Blick auf den amerikanischen Feiertag am 4. Juli. (sda/dpa)
14:13
Moskau: «Spezial-Operation» in Ukraine wird fortgesetzt
Nach der Eroberung der strategisch wichtigen Stadt Lyssytschansk im ostukrainischen Gebiet Luhansk hat Russland die Fortsetzung der Kämpfe in anderen Teilen des Nachbarlandes angekündigt.

«Die Streitkräfte der Russischen Föderation setzen die militärische Spezial-Operation fort»
, sagte Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Montag bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin. In Moskau wird der vor rund viereinhalb Monaten begonnene Krieg gegen die Ukraine offiziell als «Spezial-Operation» bezeichnet.
In this handout photo taken from video released by Russian Defense Ministry Press Service on Monday, July 4, 2022, A man sets a Russian national flag on a balcony of a residential building in Lysychansk, which is now territory under the Government of the Luhansk People's Republic control, eastern Ukraine. (Russian Defense Ministry Press Service via AP)
Bild: keystone
Mit der Einnahme von Lyssytschansk und der damit verbundenen Kontrolle über das ganze Gebiet Luhansk hat der Kreml eines seiner wichtigsten Kriegsziele erreicht. Im benachbarten Gebiet Donezk hingegen kontrollieren die Ukrainer noch immer weite Teile. Bei den Kämpfen in Luhansk seien insgesamt mehr als 2200 ukrainische Soldaten getötet und mehr als 3200 verletzt worden, sagte Schoigu. Das liess sich nicht unabhängig überprüfen. Zu Verlusten in den eigenen Reihen machte Moskau keine Angaben.

Putin erklärte, russische Soldaten, die an der Eroberung von Luhansk beteiligt gewesen sind, sollten sich nun erst einmal «ausruhen»,
um Kräfte für weitere Kämpfe zu sammeln. Der Kremlchef zeichnete zudem zwei Generäle mit dem Orden «Held Russlands» aus. (sda/dpa)
12:50
Türkei hält russischen Getreidefrachter an
Die Türkei hat am Schwarzmeerhafen Karasu nach Angaben der Betreiberfirma ein unter russischer Flagge fahrendes Schiff mit Getreide angehalten. Der Zoll habe dem Frachter «Zhibek Zholy» vor der türkischen Schwarzmeerstadt die Weiterfahrt vorerst verweigert, sagte ein Verantwortlicher der Hafenfirma IC Ictas auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Der ukrainische Botschafter in der Türkei, Wassyl Bodnar, hatte am Vortag im ukrainischen Fernsehen gesagt, dass am Montag über das weitere Schicksal des Schiffes entschieden werde. Die Ukraine hoffe, dass das Schiff beschlagnahmt und das Frachtgut konfisziert werde.

Nach Angaben des Online-Ortungssystems Marinetraffic kam der Frachter von der russischen Küstenstadt Noworossijsk. Der von Russland eingesetzte Chef der besetzten südukrainischen Region Saporischschja, Jewgeni Balizki, schrieb jedoch beim Nachrichtendienst Telegram, dass der Frachter am vergangenen Donnerstag aus dem Hafen Berdjansk abgelegt habe.

Die internationale Gemeinschaft fordert von Russland seit Wochen, den Export von ukrainischem Getreide zu ermöglichen. Die Ukraine beklagt, dass durch die russische Kriegsmarine ihre Häfen im Schwarzen Meer blockiert seien. Beide Länder gehören zu den grössten Weizenexporteuren und spielen eine wichtige Rolle für die Ernährungssicherheit in der Welt. Die Vereinten Nationen warnten zuletzt schon vor der grössten Hungersnot seit Jahrzehnten. (awp/sda)
11:38
Gouverneur: Nur noch etwa 10'000 Zivilisten in Lyssytschansk
In der von Russland eroberten Stadt Lyssytschansk im Osten der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben von einstmals mehr als 100'000 Einwohnern nur noch wenige Tausend übrig geblieben.

Der Militärgouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, nannte am Montag im ukrainischen Fernsehen eine Grössenordnung von etwa 10'000.
In der Nachbarstadt Sjewjerodonezk, die sich ebenfalls unter russischer Kontrolle befindet, seien nur noch etwa 8000 Menschen verblieben. Auch dort lebten vor Beginn des Krieg mehr als 100'000.
FILE - People walk past part of a rocket that sits wedged in the ground in Lysychansk, Luhansk region, Ukraine, Friday, May 13, 2022. (AP Photo/Leo Correa, File)
Bild: keystone
Lyssytschansk war am Wochenende nach wochenlangen Kämpfen von russischen Truppen erobert worden, Sjewjerodonezk schon im vergangenen Monat. Hunderttausende Menschen aus der Region sind auf der Flucht. Nach Hajdajs Angaben gab es am Montag im Westen Lyssytschansks weitere Gefechte. In dem Ballungsraum sei inzwischen fast alles zerstört: Die Infrastruktur sei zu 90 Prozent beschädigt, 60 Prozent der Wohnhäuser seien zerstört. Unabhängig sind die Angaben kaum zu überprüfen. (sda/dpa)
9:17
Greenpeace stellt Windturbine in Lugano auf
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace und über 45 ukrainische Nichtregierungsorganisationen fordern einen umweltfreundlichen und nachhaltigen Wiederaufbauplan«. Dazu haben sie am Montag in Lugano eine Windturbine aufgestellt.



«Es entspricht dem gesunden Menschenverstand, dass die Ukraine ihre Infrastruktur nicht nach alten sowjetischen Standards wieder aufbauen sollte», wird Natalia Goza, Direktorin von Ecoaction mit Sitz in Kiew, in einer Greenpeace-Mitteilung zitiert.

Als potenzielle EU-Beitrittskandidatin müsse das langfristige Ziel der Ukraine die Klimaneutralität bis 2050 sein. Die Städte müssten deshalb nachhaltig und energieeffizient wieder aufgebaut werden. Dazu müsse die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringert werden. Zudem müssten geschädigte Ökosysteme wieder hergestellt und saubere Industriebetriebe gefördert werden. Das dürfte Jahrzehnte dauern. Deshalb könnten sie es sich «nicht leisten, falsch zu planen». (sda)
7:07
Russen rücken nach Einnahme von Lyssytschansk auf nächstes Ziel vor
Nach der Einnahme der einstigen Grossstadt Lyssytschansk im Osten der Ukraine rücken die russischen Truppen auf das nächste Ziel vor, den Ballungsraum um Slowjansk. «In Richtung Slowjansk versuchen die Russen, die Kontrolle über die Ortschaften Bohorodytschne, Dolyna und Masaniwka herzustellen», teilte der ukrainische Generalstab in Kiew am Montag mit. Die drei Ortschaften liegen weniger als 20 Kilometer im Norden und Nordosten von Slowjansk, auf der Südseite des Flusses Siwerskyj Donez.

Von Osten her haben die russischen Truppen nach diesen Angaben ebenfalls den Siwerskyj Donez überquert, der in der Region in einem Bogen verläuft. Dort versuche der Feind die ukrainischen Kräfte auf eine neue Verteidigungslinie zwischen Siwersk, Soledar und Bachmut zurückzudrängen, hiess es in dem Lagebericht. Diese drei Städte liegen etwa 30 bis 40 Kilometer östlich vom Ballungsraum Slowjansk-Kramatorsk, der als Hauptquartier der ukrainischen Verteidigungskräfte im Donbass gilt.

An anderen Frontabschnitten, sowohl im Norden um die Millionenstadt Charkiw als auch im Süden in den Schwarzmeerregionen Saporischschja, Cherson und Mykolajiw gab es nach ukrainischen Angaben trotz schwerer Artilleriegefechte keine nennenswerten Truppenbewegungen. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen. Russland hatte am Sonntag nach wochenlangen Kämpfen erklärt, die Stadt Lyssytschansk eingenommen zu haben. Die Ukraine bestätigte am Abend, dass sich ihre dortigen Truppen zurückziehen. (sda/dpa)
2:38
Ukrainischer Aussenminister muss für Konferenz in Lugano absagen
Die Ukraine-Konferenz in Lugano wird ohne den ukrainischen Aussenminister Dymtro Kuleba stattfinden. Dies bestätigte Botschafter Artem Rybchenko gegenüber dem «Blick». Grund für die Absage sei «eine kleine Sportverletzung», heisst es. Kuleba hätte in Abwesenheit von Wolodymyr Selenskyj einer der wichtigsten ukrainischen Politiker in Lugano sein sollen. Dabei ist dafür Ministerpräsident Denys Schmyhal, der bereits am Sonntagnachmittag in der Schweiz gelandet ist. (dab)
Ukrainian Foreign Minister Dmytro Kuleba, listens to a question during a press conference, to announce the opening of an exhibition dedicated to Ukrainian war art and posters, at the foregin ministry, in Kyiv, Ukraine, Tuesday, June 28, 2022. (AP Photo/Nariman El-Mofty)
Bild: keystone
2:02
London sichert Kiew dauerhafte Unterstützung auch für Wiederaufbau zu
Vor Beginn einer Geberkonferenz für die Ukraine in Lugano hat Grossbritannien dem Land andauernde Unterstützung zugesichert. Aussenministerin Liz Truss werde am Montag ankündigen, dass London «alles Mögliche tun wird, um sicherzustellen, dass die Ukraine den Krieg gewinnt und sich erholt». Wie das britische Aussenministerium am Sonntagabend weiter mitteilte, bat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj das Vereinigte Königreich, sich für den Wiederaufbau der Hauptstadt Kiew und des gleichnamigen Gebiets einzusetzen.

«Die Erholung der Ukraine vom russischen Angriffskrieg wird ein Symbol der Macht der Demokratie über die Autokratie sein», zitierte das Aussenministerium Truss weiter. Damit werde bewiesen werden, dass die Versuche von Kremlchef Wladimir Putin, die Ukraine zu zerstören, nur eine stärkere, wohlhabendere und geeintere Nation geschaffen hätten. «Grossbritannien hält an seiner Unterstützung der territorialen Integrität der Ukraine fest und wird an der Seite der Ukraine stehen, wenn sie sich zu einer starken, blühenden und hochmodernen Demokratie entwickelt.»

Die britische Regierung will im kommenden Jahr eine Ukraine-Konferenz ausrichten. Dort soll ein Programm nach dem Vorbild des Marshall-Plans zum Wiederaufbau Europas nach dem Zweiten Weltkrieg verabschiedet werden, wie das Aussenministerium weiter mitteilte.

Die britische Regierung hat der Ukraine bisher 1,5 Milliarden Pfund (1,74 Mrd Euro) finanzielle Hilfe zugesagt, meist in Form von Krediten. Zudem hat Grossbritannien erhebliche Mengen Waffen geliefert oder zugesagt. (sda/dpa)
epa10029234 British Secretary of State for Foreign, Commonwealth and Development Affairs Liz Truss speaks during a press conference with Turkish Foreign Minister Mevlut Cavusoglu (not pictured), after their meeting in Ankara, Turkey, 23 June 2022.  EPA/STR
Bild: keystone
Die britische Aussenministerin Liz Truss
1:37
Selenskyj: «Die Ukraine gibt nichts verloren»
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht die Stadt Lyssytschansk im Osten des Landes trotz des Rückzugs der ukrainischen Armee noch nicht als verloren an. «Wenn das Kommando unserer Armee Menschen von bestimmten Punkten der Front abzieht, wo der Feind den grössten Feuervorteil hat - insbesondere Lyssytschansk -, bedeutet das nur eins: Dass wir dank unserer Taktik, dank der verstärkten Versorgung mit modernen Waffen, zurückkommen werden», sagte er am Sonntag in einer Videobotschaft.

Die ukrainische Armee bewege sich vorwärts - sowohl im Gebiet Charkiw im Osten, als auch im Gebiet Cherson im Süden und auf dem Schwarzen Meer. Die jüngst wiedererlangte Schlangeninsel sei ein gutes Beispiel dafür. «Es wird einen Tag geben, an dem wir dasselbe über den Donbass sagen werden», meinte Selenskyj. «Die Ukraine gibt nichts verloren.»

Nach wochenlangem Abwehrkampf hatte die ukrainische Armee am Abend bekanntgegeben, dass sie aus Lyssytschansk im Gebiet Luhansk abzieht. Die russischen Besatzungstruppen hätten eine mehrfache Überlegenheit, erklärte der Generalstab in Kiew. Russland hatte zuvor gemeldet, dass es die Grossstadt eingenommen habe. Von unabhängiger Seite lassen sich die Berichte aus den Kampfgebieten kaum überprüfen. Lyssytschansk war die letzte grössere Bastion der Ukrainer im Gebiet Luhansk. Dessen Eroberung gehört zu den von Russland benannten Kriegszielen. (sda/dpa)
This photo taken from video provided by Ramzan Kadyrov's Official Telegram channel released on Saturday, July 2, 2022 shows Russian troops including soldiers of Chechen regiment waving Russian and Chechen republic national flags as they pose for a photo in front of a destroyed building in Lysychansk, Ukraine. (Ramzan Kadyrov's Official Telegram channel via AP)
Bild: keystone
20:56
Ukraine macht Teilnahme am G20-Gipfel von Kriegsverlauf abhängig
Die Ukraine macht ihre Teilnahme am G20-Gipfel im November in Indonesien von der Situation im Land und von Kriegsgegner Russland abhängig. «Unsere Teilnahme hängt von der Russischen Föderation ab, ob sie dort anwesend sein wird», sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Sonntag der Agentur Interfax-Ukraine zufolge in Kiew. «Ich habe dem indonesischen Präsidenten (Joko Widodo) gesagt, dass wir für die Einladung dankbar sind, aber wir haben eine Sicherheitslage.» Russland hatte die Ukraine vor gut vier Monaten überfallen.

Er habe Zweifel, ob viele Staaten am Gipfel teilnehmen werden, falls Vertreter Russlands dort hinfahren, sagte Selenskyj. Falls es gar zu weiterer Gewalt russischer Soldaten gegen ukrainische Zivilisten komme, wie die Ermordung von Einwohnern im Kiewer Vorort Butscha, müsse Russland mit einer «vollständigen Isolation» rechnen.

Beim geplanten G20-Gipfel in Bali dürfte neben dem Ukraine-Krieg das Thema Lebensmittelsicherheit eine wichtige Rolle spielen. Russland ist Teil der G20 und hat bestätigt, teilnehmen zu wollen. Noch ist unklar, ob Präsident Wladimir Putin vor Ort sein oder online zugeschaltet wird. Widodo hatte auch Selenskyj eingeladen. (sda/dpa)
19:36
Ukrainische Armee zieht sich aus Lyssytschansk zurück
Nach wochenlangen Gefechten zieht sich die ukrainische Armee aus der Stadt Lyssytschansk im Osten des Landes zurück. Dies teilte der Generalstab in Kiew am Sonntagabend mit. Die russischen Besatzungstruppen hätten eine mehrfache Überlegenheit, hiess es. Eine weitere Verteidigung hätte daher «fatale Folgen».

Lyssytschansk war die letzte grössere Bastion der Ukrainer im Gebiet Luhansk. Dessen Eroberung gehört zu den von Russland benannten vorrangigen Kriegszielen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Lage um Lyssytschansk als schwierig. Die Kämpfe bei der Stadt dauerten an, sagte er ebenfalls am Sonntag der Agentur Unian zufolge in Kiew. Die ukrainische Armee tue alles, was in ihrer Macht stehe. Die Lage sei aber schwierig und gefährlich, meinte Selenskyj am Rande eines Treffens mit dem australischen Premierminister Anthony Albanese.

Auf die Frage, ob Russland die Region Luhansk komplett erobern könne, sagte Selenskyj: «Es gibt solche Risiken, dass das Gebiet Luhansk besetzt wird. Sie sind uns klar. Aber man muss verstehen, dass sich die Situation täglich ändern kann.»

Zuvor hatte Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu gesagt, Russland habe die völlige Kontrolle über Lyssytschansk und das Gebiet Luhansk. Dem hatte das ukrainische Verteidigungsministerium zunächst widersprochen. (sda/dpa)
In this photo provided by the Luhansk region military administration, damaged residential buildings are seen in Lysychansk, Luhansk region, Ukraine, early Sunday, July 3, 2022. Russian forces pounded the city of Lysychansk and its surroundings in an all-out attempt to seize the last stronghold of resistance in eastern Ukraine's Luhansk province, the governor said Saturday. A presidential adviser said its fate would be decided within the next two days. (Luhansk region military administration via AP)
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19:26
Tschechien schützt Luftraum der Slowakei für Ukraine-Hilfe
Tschechien hilft ab September den Luftraum der Slowakei zu schützen, damit diese ihre Kampfflugzeuge an die von Russland angegriffene Ukraine übergeben kann. Das kündigte der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala am Sonntag im TV-Sender CT an. Dem im Juni von der Slowakei gestellten Antrag werde die Regierung in Prag natürlich entsprechen. «Ich denke, das ist ein schönes Beispiel nicht nur für Verteidigungs-Zusammenarbeit, sondern auch gegenseitiges Vertrauen», sagte Fiala.

Der mit ihm gemeinsam in die Sendung eingeladene slowakische Ministerpräsident Eduard Heger dankte ihm dafür und erinnerte daran, dass auch bereits tschechische Nato-Soldaten in der Slowakei stationiert seien. Die seit 2004 der Nato angehörende Slowakei grenzt direkt an die Ukraine. Bereits Ende April hatten der slowakische und polnische Verteidigungsminister gemeinsam bekannt gegeben, dass auch Polen mithelfe, den slowakischen Luftraum zu schützen, bis die Slowakei wieder eigene Kampfflugzeuge habe.

Ziel der Vereinbarungen mit Tschechien und Polen ist vor allem, der Slowakei zu ermöglichen, dass sie ihre eigenen Kampfflugzeuge des sowjetischen Typs MiG-29 an die Ukraine übergeben kann. Wann dies geschehen wird, wollte Heger nicht konkretisieren.

Erst 2024 wird die Slowakei neue amerikanische F-16-Flugzeuge erhalten, die sie bereits 2018 bestellt hat. Bis dahin wäre die Slowakei ohne eigene Luftverteidigung, nachdem sie schon Anfang April ihr Flugabwehr-Raketensystem S-300 der Ukraine schenkte. Dafür haben Deutschland, die USA und die Niederlande für unbestimmte Zeit «Patriot»-Systeme mit dazugehörenden Truppen in der Slowakei stationiert. (sda/dpa)
epa10046025 Czech Prime Minister Petr Fiala speaks during a press conference after meeting with European Commission President Ursula von der Leyen during College of the European Commission visit on the very first day of the Czech Presidency of the EU Council, in Litomysl, Czech Republic, 01 July 2022. The Czech Republic's second presidency of the European Council will begin on 01 July 2022.  EPA/MARTIN DIVISEK
Bild: keystone
18:30
Scholz: Putin wird Krieg gegen Ukraine noch lange fortsetzen können
Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Entscheidung für den Angriffskrieg gegen die Ukraine nach Ansicht von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mit deutlichem Vorlauf getroffen. «Ich denke, die Entscheidung für diesen Krieg wurde ein Jahr vor seinem Beginn getroffen, oder möglicherweise schon früher», sagte er in einem am Sonntag komplett veröffentlichten Interview des US-Senders CBS. «Und so wird er den Krieg noch sehr lange fortsetzen können», sagte Scholz weiter auf Englisch. Das Gespräch wurde nach dem Nato-Gipfel in Madrid geführt, der bis Donnerstag dauerte.

Scholz gestand auch ein, dass es falsch gewesen sei, sich in der Vergangenheit einseitig abhängig von russischer Energie zu machen. «Wir hätten also in ganz Europa in eine Infrastruktur investieren sollen, die uns die Möglichkeit gibt, das Angebot von einem Tag auf den anderen zu ändern», sagte Scholz. Das sei eine Lektion, die man in Europa nun gelernt habe. Auf die Frage, wie viel Geld Deutschland für Energie aus Russland ausgebe, antworte Scholz lediglich, dass der Betrag sinke. Putin könne wegen der Sanktionen das Geld auch nicht für Produkte aus dem Westen ausgeben - etwa im Bereich moderne Technolgie.

Russland hat laut Analysen allein in den ersten 100 Tagen des Kriegs 93 Milliarden Euro an Einnahmen aus dem Export fossiler Brennstoffe erzielt. Weiter ergab ein Mitte Juni veröffentlichter Bericht des finnischen Instituts CREA, dass unter den Einzelstaaten Deutschland nach China zweitwichtigster Kunde war, mit 12,1 Milliarden Euro. (sda/dpa)
epa10049251 German Chancellor Olaf Scholz speaks during the traditional summer interview at 'Report from Berlin' show on German public broadcaster ARD, in Berlin, Germany,  03 July 2022.  EPA/FILIP SINGER
Bild: keystone
16:55
Irène Kälin fordert an Sempach-Gedenkfeier Solidarität mit Ukraine
Rund 1300 Menschen haben am Sonntag die Gedenkfeier zur Schlacht von Sempach von 1386 besucht. Nationalratspräsidentin Irène Kälin rief in ihrer Rede zu Solidarität mit der Ukraine und den Kriegsbetroffenen auf.

Nach pandemiebedingt reduziertem Programm in den beiden Vorjahren habe die Gedenkfeier in diesem Jahr wieder als richtiges Volksfest begangen werden können, heisst es in der Mitteilung der Staatskanzlei Luzern. Rund 1300 Menschen hätten sich bereits zum Morgenbrot im Städtli versammelt. Auch nach dem eigentlichen Festakt hätten sich ähnliche viele Leute zum Apéro am See eingefunden.

Als Festrednerin erinnerte Nationalratspräsidentin Kälin (Grüne/AG) an ihre Reise in die Ukraine. Sie sei vom Optimismus der Leute tief beeindruckt gewesen, sagte Kälin laut Redetext. «Trotz aller Gräuel des Krieges sind sie voller Hoffnung und Zuversicht, dass sich die Situation zum Besseren wenden wird.»

Ebenso beeindruckt, führte Kälin weiter aus, sei sie aber von der empathischen Art, wie die Mitbürgerinnen und Mitbürger die Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen hätten. «Lasst uns alle miteinander dafür Sorge tragen, dass unsere Solidarität bleibt und diesen Krieg überdauert.»

Mit der Gedenkfeier wird an die Schlacht der siegreichen Eidgenossen gegen die Habsburgern erinnert, sie gilt als Teil der sogenannten Befreiungskriege gegen die habsburgische Feudalherrschaft. Die Schlacht ist zudem Schauplatz der Legende von Arnold Winkelried. In Vergangenheit nutzten mehrmals Rechtsextreme die Feier für einen Aufmarsch. (sda)
Nationalratspraesidentin Irene Kaelin, Gruene AG, bei einem Winzerapero bei der Feier zu Ehren der Nationalratspraesidaentin, am Mittwoch, 1. Juni 2022 in Oberflachs. (KEYSTONE/Michael Buholzer).
Bild: keystone
15:20
Ukrainischer Premierminister in Lugano gelandet
Der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal ist im Tessin eingetroffen. Er landete am Sonntagmittag in Agno, bevor er am Montag und Dienstag in Lugano an der Konferenz über den Wiederaufbau der Ukraine teilnimmt.

Bundespräsident Ignazio Cassis empfing Schmyhal am Flughafen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. Cassis wurde vom Tessiner Regierungspräsidenten Norman Gobbi und dem Stadtpräsidenten von Lugano, Michele Foletti, begleitet.

Schmyhal leitet eine offizielle Delegation von über 60 Personen, darunter sieben Minister. Hinzu kommen rund 15 Parlamentarier, die mit einer Delegation ihrer Schweizer Amtskolleginnen und -kollegen zusammentreffen werden, sowie Vertreter der Zivilgesellschaft und des Privatsektors.

In Lugano werden mehr als tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet, darunter neben Bundespräsident Cassis auch Bundesrätin Simonetta Sommaruga und Nationalratspräsidentin Irène Kälin.

Unter den ausländischen Teilnehmenden befindet sich kein Staatsoberhaupt, dafür die Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen und mehrere Regierungschefs, so unter anderem aus Polen, Tschechien - das seit dem 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft innehat - und Litauen. Vertreter aus Russland, das die Ukraine im Februar angegriffen hatte, sind nicht eingeladen. (sda)


15:00
Kreml wirft Westen Kriegstreiberei vor
Russland hat dem Westen vorgeworfen, Friedensverhandlungen mit der Ukraine zu verhindern und den Krieg damit in die Länge zu ziehen. «Jetzt ist der Moment, wo die westlichen Länder alles auf eine Fortsetzung des Kriegs setzen», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Sonntag im Staatsfernsehen. Unter Führung der USA erlaube der Westen den Ukrainern «weder an Frieden zu denken noch darüber zu reden oder ihn zu besprechen». Damit reagierte Peskow auf Äusserungen westlicher Politiker, die Ukraine nicht zu Verhandlungen drängen zu wollen.

Derzeit gebe es offenbar keinen Bedarf an einer Befriedung der Lage, mutmasste der Sprecher von Präsident Wladimir Putin. Trotzdem werde der Moment für Verhandlungen kommen. Für einen Frieden müsse die Ukraine aber die russischen Forderungen annehmen, sagte Peskow. Als Kriegsziele hat Putin die Anerkennung der völkerrechtswidrig annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisches Territorium sowie die Abtretung der Gebiete Donezk und Luhansk benannt. Zudem gehe es um «Entnazifizierung» und «Entmilitarisierung» der Ukraine sowie deren Verzicht auf einen Nato-Beitritt.

Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak reagierte mit den Worten, Russland kenne die Bedingungen für Verhandlungen: Waffenstillstand, Truppenabzug, die Rückkehr entführter Bürger, die Auslieferung von Kriegsverbrechern sowie ein Reparationsmechanismus und die Anerkennung der souveränen Rechte der Ukraine. «Die Zeit wird kommen, und wir werden sie auf Papier festhalten», teilte Podoljak per Twitter mit.

Russland hatte das Nachbarland Ende Februar überfallen. Der russische Angriffskrieg dauert inzwischen mehr als vier Monate. (sda/dpa)
epa09769907 Kremlin spokesman Dmitry Peskov is pictured during a joint press conference of the Russian and Belarusian Presidents  following their meeting at the Kremlin in Moscow, Russia, 18 February 2022.  EPA/SERGEY GUNEEV / SPUTNIK / KREMLIN POOL MANDATORY CREDIT
Bild: keystone
Dmitri Peskow
13:23
Ukraine bestreitet russische Berichte über Lyssytschansk
Die Ukraine hat russischen Angaben widersprochen, wonach die Stadt Lyssytschansk im Osten des Landes von Russland erobert worden sei. Die Stadt stehe nicht unter vollständiger russischer Kontrolle, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kiew am Sonntag dem britischen Sender BBC. Die Situation sei seit einiger Zeit jedoch «sehr intensiv», russische Truppen griffen die Stadt permanent an.

«Für Ukrainer hat der Wert menschlichen Lebens oberste Priorität», sagte der Sprecher weiter. «Deshalb könnten wir uns manchmal aus gewissen Gebieten zurückziehen, um sie in der Zukunft zurückzuerobern.» Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte zuvor gesagt, Russland habe die völlige Kontrolle über Lyssytschansk und das gesamte Gebiet Luhansk.

Der ukrainische Ministeriumssprecher sagte dazu, der Donbass sei nicht verloren, selbst wenn Russland ganz Luhansk erobere. Es gebe dort weitere grosse Städte, vor allem im Gebiet Donezk, die unter ukrainischer Kontrolle seien. «Diese Städte waren in den vergangenen Tagen Ziel schwerer Raketenangriffe und von Artilleriebeschuss. Aber der Kampf um den Donbass ist noch nicht vorbei.»

In Lyssytschansk lebten vor Beginn des Kriegs mehr als 100 000 Menschen. Die Nachbarstadt Sjewjerodonezk hatte Russland zuvor schon erobert. Der Krieg dauert inzwischen schon mehr als vier Monate. (sda/dpa)
12:02
Russland meldet Einnahme von Lyssytschansk
Russland hat nach Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schoigu die einstige Grossstadt Lyssytschansk im Osten der Ukraine eingenommen. Damit habe man nun die völlige Kontrolle über das Gebiet Luhansk, meldete Schoigu nach einem Bericht der Agentur Interfax am Sonntag an Präsident Wladimir Putin. Von ukrainischer Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Von unabhängiger Seite lassen sich Berichte aus den Kampfgebieten kaum überprüfen. In Lyssytschansk lebten früher mehr als 100 000 Menschen. Die Nachbarstadt Sjewjerodonezk hatte Russland zuvor schon erobert.

«Durch erfolgreiche Kampfhandlungen der russischen Streitkräfte zusammen mit den Einheiten der Luhansker Volksrepublik wurde die völlige Kontrolle über die Stadt Lyssytschansk und eine Reihe der nächstgelegenen Ortschaften hergestellt», heisst es nach Angaben von Interfax in der Mitteilung des Ministers. Innerhalb eines Tages hätten die eigenen Truppen demnach in der Region 182 Quadratkilometer erobert.

Von ukrainischer Seite wurde die angebliche Eroberung zunächst nicht bestätigt. Der Generalstab in Kiew hatte am Morgen lediglich mitgeteilt, dass russische Truppen in der Stadt seien und versuchten, ihre Positionen auszubauen.

Lyssytschansk ist Teil des Ballungsraums Sjewjerodonezk-Lyssytschansk, um den monatelang gekämpft wurde. Vor dem Krieg lebten insgesamt 380 000 Einwohnern in dem Ballungsgebiet. Lyssytschansk ist ist strategisch, aber auch symbolisch von Bedeutung. Die Stadt war ein bedeutendes Industriezentrum, unter anderem für die Ölverarbeitung.

Mit ihrem Fall hätte die Ukraine die letzte grössere Stadt im Gebiet Luhansk verloren. Die Eroberung des Gebiets war von Beginn an von russischer Seite als wichtiges Kriegsziel ausgegeben worden. Der russische Angriffskrieg gegen das Nachbarland dauert inzwischen schon mehr als vier Monate. (sda/dpa)

11:02
Keller-Sutter rechnet mit verhärteten Fronten in der Ukraine
Die Fronten in der Ukraine dürften sich nach Ansicht von Bundesrätin Karin Keller-Sutter weiter verhärten. Es dürfte zu einem langwierigen Abnützungskrieg im Osten und Süden der Ukraine kommen.

Das sei das momentan wahrscheinlichste Szenario, sagte die Justizministerin in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Sorgen bereite ihr aber ein weiteres Szenario. So könnte sich die Situation in der Ukraine im Winter drastisch verschlechtern, falls die Energie- und Lebensmittelversorgung nicht mehr gewährleistet sei.

Es gebe heute schon 6,3 Millionen Vertriebene innerhalb der Ukraine, die unter sehr harten Bedingungen lebten. Wenn sie im Winter nicht heizen könnten und das Essen knapp werde, könnten auch diese Menschen in ein westeuropäisches Land flüchten.

Sollten sich die Kampfhandlungen auf die ganze Ukraine ausdehnen, könnte dies zu noch grösseren Flüchtlingsströmen führen. Dieses Szenario erachte sie jedoch aktuell als unwahrscheinlich.

In der Schweiz gingen derzeit die Gesuche für den S-Status zurück. «Wir bearbeiten momentan noch rund 100 Gesuche pro Tag», sagte die Bundesrätin. Zeitweise seien es 1800 gewesen. In der Schweiz hätten bisher 58'391 Flüchtende den Schutzstatus S beantragt. Es sei schwierig zu quantifizieren, wie viele Menschen zurückkehrten.

Doch die russische Invasion sei nicht die einzige Herausforderung. «Wir leben in Zeiten, in denen sich Krisen nicht ablösen, sondern überlagern», so Keller-Sutter weiter. Im Herbst könnte Corona zurückkehren. Gleichzeitig drohe eine Energiekrise.

Unterbrochene Lieferketten verknappten wichtige Güter. Dazu komme die Inflation. Die globale Wirtschaftslage sei so fragil wie schon lange nicht mehr. Da frage sie sich auch, wie lange die Solidarität mit den Vertriebenen anhalte, wenn es in der EU zu einer Rezession komme. (sda)
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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg

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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg
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«Überlassen die Leichen den Hunden» – BBC-Reportage zeigt prekäre Situation in Charkiw

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