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Ukraine-Ticker: Tote Kinder in Odessa – Selenskyj sendet neuen Hilferuf

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Selenskyj: «Unverständlich und unvorstellbar» +++ Drohnenangriff auf St.Petersburg

Die aktuellsten News zum Ukraine-Krieg im Liveticker.
18.02.2023, 06:3703.03.2024, 06:22
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  • Im Februar 2022 befahl der russische Präsident, Wladimir Putin, einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zunächst wurde das gesamte Staatsgebiet der Ukraine angegriffen, mittlerweile konzentrieren sich die Kampfhandlungen auf den Osten des Landes.
  • Die ukrainische Gegenoffensive, um besetztes Gebiet zu befreien, steckt fest. Die russische Armee schlägt zurück. Besonders unter Druck steht die ukrainische Armee im östlichen Donezker Gebiet bei der Stadt Awdijiwka, die sie kürzlich aufgeben musste.
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6:21
Selenskyj: «Unverständlich und unvorstellbar»
Nach dem Tod zweier Kinder bei einer russischen Drohnenattacke in Odessa am Schwarzen Meer hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut auf Hilfe des Westens bei der Flugabwehr gedrungen. «Verzögerungen bei der Lieferung von Waffen an die Ukraine sowie bei der Luftverteidigung zum Schutz unserer Bevölkerung führen leider zu solchen Verlusten», teilte Selenskyj am Samstagabend bei X (vormals Twitter) mit. Der russische Terror müsse gestoppt werden. «Und wenn Menschen sterben, während unsere Partner sich in politischen Spielchen oder Diskussionen verlieren, die unsere Verteidigung einschränken, ist das unverständlich und unvorstellbar.»



Die Welt habe ausreichend Flugabwehrsysteme gegen Drohnen und Raketen, um auf den russischen Terror zu antworten, sagte Selenskyj. Es war bereits sein zweiter Appell nach dem Drohnenangriff in Odessa, bei dem in der Nacht zum Samstag ein neunstöckiges Haus schwer getroffen und beschädigt worden war. Mindestens sieben Menschen starben, acht wurden verletzt.

Unter den Toten seien zwei Jungen im Alter von vier Monaten und drei Jahren gewesen, sagte Selenskyj. Die Zahl der seit Kriegsbeginn vor gut zwei Jahren bei russischen Angriffen getöteten Kinder steige immer mehr. «Die Ukraine hat niemals mehr verlangt als das, was nötig ist, um Leben zu retten», sagte Selenskyj in seiner in Kiew veröffentlichten Videobotschaft.

Nach dem Drohnenangriff suchten Einsatzkräfte in den Trümmern weiter nach Verschütteten. Laut Behörden waren mindestens 18 Wohnungen zerstört worden.
6:18
Selenskyj erwartet Veränderungen beim Militär
Der neue Oberkommandierende der ukrainischen Streitkräfte, Olexander Syrskyj, kündigte weitere Veränderungen auf unteren Kommandoebenen an. Es gebe Brigadekommandeure, deren Handlungen das Leben und die Gesundheit von Soldaten gefährdeten, teilte Syrskyj mit. Details nannte er nicht. Die ukrainischen Streitkräfte kämpfen aber neben dem Munitions- und Personalmangel auch mit Führungs- und Motivationsproblemen. Die Lage an der Front hatte Kiews Militärführung zuletzt immer wieder als schwierig bezeichnet.
epa11137378 (FILE) - Oleksandr Syrskyi, Commander of the Ukrainian Ground Forces, at a shooting range near Kyiv, Ukraine, 27 October 2020 (reissued 08 February 2024). On 08 February 2024, Ukraine&#039 ...
Bild: keystone
Der Oberkommandierende habe freie Hand für personelle Veränderungen beim Militär, sagte Selenskyj in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft. «Alle ukrainischen Kommandeure müssen die Front kennen, die Front spüren - die wirklichen Bedürfnisse», sagte Selenskyj. Er erwarte Anfang der Woche nach Syrskyjs Rückkehr von der Front einen detaillierten Lagebericht und Vorschläge für Veränderungen, um die ukrainischen Ziele zu erreichen. (sda/dpa)
01:23
Explosion in Wohnhaus in St. Petersburg - Drohne detoniert
In Russland meldeten die Behörden neue Drohnenangriffe. Bei einer Explosion an einem Wohnhaus in der russischen Millionenmetropole St. Petersburg wurden am Samstag mehrere Menschen verletzt. Örtliche Medien berichteten, dass eine Drohne detoniert sei. Gouverneur Alexander Beglow versprach den Bewohnern der beschädigten Wohnungen Hilfe.

Sechs Menschen hätten medizinische Hilfe gesucht, teilten die Behörden mit. Eine 92 Jahre alte Frau wurde ins Krankenhaus gebracht. Bei der Explosion barsten Scheiben an dem fünfgeschossigen Wohnhaus. Bewohner wurden in einem Kindergarten untergebracht. Auch Psychologen seien im Einsatz, um die Betroffenen zu betreuen, hiess es. In sozialen Netzwerken wurden Videos verbreitet, auf denen eine schwere Explosion zu sehen und zu hören ist. Die Echtheit der Aufnahmen konnte zunächst nicht überprüft werden.

Das St. Petersburger Nachrichtenportal «Fontanka» berichtete, dass die Drohne womöglich ein Öllager in der Nähe als Ziel gehabt habe. Dort sei auch Drohnenabwehr im Einsatz. St. Petersburg wurde als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg bisher kaum von Flugkörpern getroffen. Allerdings hatte die Ukraine mitgeteilt, dass die Reichweiten ihrer Drohnen immer grösser werde.

Am Samstagabend informierte auch der Gouverneur des an St. Petersburg grenzenden Leningrader Gebiets, Alexander Drosdenko, über den Einsatz der Flugabwehr am Finnischen Meerbusen. Er veröffentlichte ein Video, auf dem eine Explosion zu sehen ist. Zeigen soll der Clip den Abschuss einer Drohne durch eine Flugabwehrrakete. Verletzte oder Schäden gab es demnach nicht. Kurzzeitig hätten aber auf dem Flughafen Pulkowo keine Maschinen landen dürfen, hiess es. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte diesen und einen weiteren Drohnenabschuss im an die Ukraine grenzenden Gebiet Belgorod. (sda)
20:24
Tote Kinder in Odessa – Selenskyj sendet neuen Hilferuf an Westen
Nach dem Tod von zwei Kindern bei einer russischen Drohnenattacke in Odessa am Schwarzen Meer hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut auf Hilfe des Westens bei der Flugabwehr gedrungen. «Verzögerungen bei der Lieferung von Waffen an die Ukraine sowie bei der Luftverteidigung zum Schutz unserer Bevölkerung führen leider zu solchen Verlusten», teilte Selenskyj am Samstagabend bei X (vormals Twitter) mit. Der russische Terror müsse gestoppt werden. «Und wenn Menschen sterben, während unsere Partner sich in politischen Spielchen oder Diskussionen verlieren, die unsere Verteidigung einschränken, ist das unverständlich und unvorstellbar.»

Kleinkinder getötet
Die Welt habe ausreichend Flugabwehrsysteme gegen Drohnen und Raketen, um auf den russischen Terror zu antworten, sagte Selenskyj. Es war bereits sein zweiter Appell nach dem Drohnenangriff in Odessa, bei dem in der Nacht zum Samstag ein neunstöckiges Haus schwer getroffen und beschädigt wurde. Mindestens sieben Menschen starben, acht wurden verletzt.

Unter den Toten seien zwei Jungen im Alter von vier Monaten und drei Jahren gewesen, sagte Selenskyj. Die Zahl der bei russischen Angriffen getöteten Kinder erhöhe sich in dem seit mehr als zwei Jahren andauernden Krieg immer weiter. «Die Ukraine hat niemals mehr verlangt, als das, was nötig ist, um Leben zu retten», sagte Selenskyj auch in seiner in Kiew veröffentlichten abendlichen Videobotschaft.
epa11193771 Ukrainian rescuers work on the site of a damaged residential building after an overnight attack in the southern city of Odesa, Ukraine, 02 March 2024. At least four people died and eight w ...
Bild: keystone
Das zerstörte Wohnhaus in Odessa.

Nach dem Drohnenangriff suchten Einsatzkräfte in den Trümmern weiter nach Menschen. Laut Behörden waren mindestens 18 Wohnungen zerstört worden.

(sda/dpa)
19:41
Explosion in Wohnhaus in St. Petersburg – Drohne detoniert
Bei einer Explosion an einem Wohnhaus in der russischen Millionenmetropole St.Petersburg sind am Samstag mehrere Menschen verletzt worden. Örtliche Medien berichteten, dass eine Drohne detoniert sei. Gouverneur Alexander Beglow sprach nur von einem «Vorfall»; er versprach den Bewohnern der beschädigten Wohnungen Hilfe. Sechs Menschen hätten medizinische Hilfe gesucht, teilten die Behörden mit. Eine 92 Jahre alte Frau wurde ins Krankenhaus gebracht. Bei der Explosion barsten Scheiben an dem fünfgeschossigen Wohnhaus.

Mögliches Ziel: Öllager
Bewohner wurden in einem Kindergarten untergebracht. Auch Psychologen seien im Einsatz, um die Betroffenen zu betreuen, hiess es. In sozialen Netzwerken wurden Videos verbreitet, auf denen eine schwere Explosion zu sehen und zu hören ist. Die Echtheit der Aufnahmen konnte zunächst nicht überprüft werden.

Vom russischen Verteidigungsministerium gab es keinen Kommentar. Das St.Petersburger Nachrichtenportal «Fontanka» berichtete, dass die Drohne womöglich ein Öllager in der Nähe als Ziel gehabt habe. Dort sei auch eine Drohnenabwehr im Einsatz. St.Petersburg wurde bisher kaum von Flugkörpern getroffen. Allerdings hatte die Ukraine mitgeteilt, dass die Reichweiten ihrer Drohnen immer grösser werde.
An investigator works at the side of the damaged apartment's building after a reported drone attack in St. Petersburg, Russia, Saturday, March 2, 2024. Russian authorities said Saturday morning t ...
Bild: keystone
Das getroffene Gebäude wird untersucht.

Am Abend informierte auch der Gouverneur des an St.Petersburg grenzenden Leningrader Gebiets, Alexander Drosdenko, über den Einsatz der Flugabwehr am finnischen Meerbusen. Er veröffentlichte ein Video, auf dem eine Explosion zu sehen ist. Zeigen soll der Clip den Abschuss einer Drohne durch eine Flugabwehrrakete. Verletzte oder Schäden gab es demnach nicht. Kurzzeitig hätten aber auf dem Flughafen Pulkowo keine Maschinen landen dürfen, hiess es.

(sda/dpa)
18:29
Tote und Verletzte bei russischen Drohnenangriffen auf Ukraine
Bei einem neuen russischen Drohnenangriff auf die ukrainische Schwarzmeer-Stadt Odessa sind nach Angaben von Behörden mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen und acht weitere verletzt worden. Bei dem Angriff am Samstag wurde ein Teil eines neunstöckigen Wohnhauses zerstört – laut Behörden insgesamt 18 Wohnungen. Aus den Trümmern seien auch die Leichen einer Frau und eines drei Monate alten Kindes gezogen worden, teilte der Gouverneur des Gebiets Odessa, Oleh Kiper, am frühen Abend mit.

Schwere Zerstörungen
Tagsüber waren immer mehr Tote geborgen worden, darunter auch ein drei Jahre altes Kind. Unter den Verletzten seien auch ein weiteres drei Jahre altes Kind und eine schwangere Frau, sagte Kiper. Weitere Menschen könnten sich noch unter den Trümmern befinden. Zunächst war am Morgen von zwei Toten die Rede gewesen. Die Behörden veröffentlichten auch Bilder von den Toten.

Auch auf Videos der Behörden waren schwere Zerstörungen und ein Trümmerfeld zu sehen. Helfer waren im Einsatz. Auch in der Region Charkiw im Osten der Ukraine starb bei einem Drohnenangriff ein Mensch. Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den Angriff und sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Die Ukraine brauche eine stärkere Flugabwehr, «um unsere Menschen effektiv vor dem russischen Terror zu schützen», schrieb er auf der Plattform X (vormals Twitter). «Mehr Luftverteidigungssysteme und mehr Flugabwehrraketen retten Leben.»

«Russland tötet Zivilisten»
Nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr wurden in der Nacht zum Samstag sieben von acht Drohnen allein in Odessa abgeschossen. Russland greift die Metropole im Schwarzen Meer in dem seit mehr als zwei Jahren andauernden Angriffskrieg immer wieder auch mit Raketen an.

«Russland tötet Zivilisten», schrieb der Chef der ukrainischen Präsidialverwaltung, Andrij Jermak, bei Telegram. «Wir brauchen Hilfe, das zu beenden.» Die Ukraine fordert vom Westen seit Monaten deutlich mehr Unterstützung bei der Luftverteidigung mit zusätzlichen Flugabwehrsystemen, um die Städte noch besser vor den russischen Angriffen zu schützen. Nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr wurden in der Nacht zum Samstag insgesamt 14 Drohnen und ein russisches Kampfflugzeug Suchoi vom Typ Su-35 abgeschossen.

(sda/dpa)
15:47
Bundeswehr übernimmt NATO-Luftraumüberwachung über Baltikum
Die Bundeswehr wird in den kommenden neun Monaten erneut den Luftraum über den baltischen NATO-Staaten Estland, Lettland und Litauen überwachen. Im Beisein von Lettlands Verteidigungsminister Andris Spruds und Luftwaffen-Generalinspekteur Ingo Gerhartz übernahm ein Geschwader der Luftwaffe am Samstag das Kommando auf der lettischen Luftwaffenbasis Lielvarde, von der aus deutschen Piloten erstmalig das «Air Policing Baltikum» übernehmen. Für den Einsatz werden bis Ende November bis zu sechs «Eurofighter» und etwa 200 Soldaten auf dem gut 60 Kilometer südöstlich der lettischen Hauptstadt Riga gelegenen Militärflugplatz stationiert.

Was ist das Ziel?
«Das NATO Air Policing ist für die Sicherheit der Menschen in Lettland und im Baltikum von grösster Bedeutung», sagte Gerhartz bei einer Zeremonie in Lielvarde. Besonders in den an Russland grenzenden drei Ostseestaaten im Nordosten Europas könne man die Bedeutung der kollektiven Verteidigung verstehen. «Deutschland ist und bleibt ein verlässlicher Freund und Partner aller baltischen Staaten. Und die Luftwaffe steht fest an der Seite Lettlands und des gesamten Baltikums», sagte der Generalinspekteur.

Keine eigenen Kampfjets
Seit dem Beitritt der baltischen Staaten zum Bündnis vor 20 Jahren verlegen Nato-Staaten regelmässig Flugzeuge als sichtbares Zeichen der Bündnissolidarität in die Region. Lettlands Verteidigungsminister sagte, dass die Mission angesichts Russlands Krieg gegen die Ukraine zusätzliche Bedeutung gewonnen habe. «Wir sind Deutschland dankbar, dass es diese Mission und die Führung der Mission übernommen hat», so Spruds weiter.

Estland, Lettland und Litauen besitzen keine eigenen Kampfjets. Die NATO-Verbündeten sichern deshalb bereits seit 2004 im Wechsel den baltischen Luftraum. Deutschland hat die Aufgabe wiederholt übernommen. Anfangs fanden die Patrouillenflüge mit Phantom F-4F vom litauischen Flugplatz Siauliai statt. Von 2014 bis 2023 war der Militärflugplatz Ämari in Estland der Stützpunkt für die deutschen Eurofighter. Wegen dessen Renovierung wird das «NATO Air Policing Baltikum» nun erstmals von Lettland aus durchgeführt werden.

Ihren ersten Einsatz von Lielvarde aus hatte die Luftwaffe bereits am Freitag. Nach Angaben von Oberstleutnant Swen Jacob mussten die deutschen Piloten aufsteigen, um zwei ohne Flugplan fliegende russische Militärflugzeuge im internationalen Luftraum über der Ostsee zu identifizieren. Ein vermehrtes Flugaufkommen erwartet der deutsche Einsatzkontingentführer aber nicht. «Tatsächlich ist es über die letzten Jahre selbst seit Beginn des Ukraine-Krieges weder mehr noch besonders weniger geworden», sagte Jacob.

(sda/dpa)
14:23
Paris sieht keinen deutsch-französischen Konflikt beim Ukraine-Kurs
Trotz unterschiedlicher Positionen bei der Unterstützung der Ukraine sieht der französische Aussenminister Stéphane Séjourné keine Kluft zwischen Frankreich und Deutschland. «Es gibt keinen deutsch-französischen Konflikt, wir sind uns bei 80 Prozent der Themen einig», sagte Séjourné am Samstag im Interview der französischen Zeitung «Le Monde». Er habe mit seiner deutschen Amtskollegin Annalena Baerbock (Grüne) gesprochen, die er am Dienstag in Paris treffe. «Es besteht der Wille, miteinander zu sprechen.»
epa11182748 French Foreign Minister Stephane Sejourne attends a joint press conference with his Moroccan counterpart after their meeting at the Foreign Ministry in Rabat, Morocco, 26 February 2024. Se ...
Bild: keystone
Stéphane Séjourné.

Während Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine zur Abwehr des russischen Angriffskriegs weiterhin kategorisch ausschliesst, hat Frankreich vergleichbare SCALP-Raketen Kiew bereits zur Verfügung gestellt und die Lieferung weiterer Exemplare angekündigt. Auf die Ankündigung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am vergangenen Montag bei einem Treffen zahlreicher Staats- und Regierungschefs, dass er den Einsatz westlicher Bodentruppen in der Ukraine nicht ausschliesse, kam prompt eine Absage aus Berlin. Einen Einsatz von Bodentruppen werde es aus deutscher Sicht nicht geben, sagte Scholz.

«Ich sage es ganz ehrlich: Alles, was wir zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgeschlossen haben, haben wir aufgrund der Situation sechs Monate später getan», sagte Séjourné. Deutschland und Frankreich unterstützten die Ukraine unterschiedlich intensiv, zum Beispiel bei den Raketen. «Das ist kein Drama, denn wir haben das gleiche Ziel, die Ukraine zu unterstützen.» Nötig sei aber mehr Kohärenz beim europäischen Vorgehen. «Wenn man zwei Wochen vor dem Treffen den deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius sagen hört, dass wir uns in den nächsten fünf Jahren wahrscheinlich im Krieg mit Russland befinden werden, dann muss man unserer Meinung nach die Konsequenzen daraus ziehen.» Die Debatte müsse nun in Europa geführt werden.

Macron habe die Teilnehmer der Ukraine-Hilfskonferenz in Paris nicht überrumpelt, sagte der Aussenminister. «Sie wussten sehr wohl, was auf der Tagesordnung stand und dass es nicht darum ging, kämpfende Bodentruppen zu entsenden.» Es gehe darum, das Kräfteverhältnis mit Moskau umzukehren. «Es ist notwendig, diese Debatte unter uns zu führen, auch wenn es noch keinen Konsens gibt.» Im Wesentlichen hätten alle die gleiche Analyse der Situation und die gleichen Ziele, Russland scheitern zu lassen.

Für Irritationen hatte Bundeskanzler Scholz mit der Andeutung gemacht, Grossbritannien oder Frankreich hätten Soldaten in der Ukraine zur Programmierung ihrer gelieferten Marschflugkörper, was Deutschland so nicht machen könne. Zur Frage einer Präsenz französischer Soldaten in der Ukraine sagte der Aussenminister nun: «Im Moment gibt es keine militärische Präsenz, sondern nur Unterstützung in Form von Material und Waffen.» (sda/dpa)
12:15
Veröffentlichtes Bundeswehr-Gespräch wohl authentisch
Der in Russland veröffentlichte Mitschnitt einer Bundeswehr-Besprechung ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur echt. Das Gespräch sei authentisch und habe stattgefunden, erfuhr die dpa am Samstag. Demnach wurde bei der Besprechung die Plattform Webex benutzt. Die Chefin des russischen Staatssenders RT, Margarita Simonjan, hatte am Freitag einen Audiomitschnitt des rund 30-minütigen Gesprächs veröffentlicht. Darin sind ranghohe Offiziere der deutschen Luftwaffe zu hören. Sie diskutieren über theoretische Möglichkeiten eines Einsatzes deutscher Taurus-Marschflugkörper durch die Ukraine.

Eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums hatte am Freitagabend erklärt, man prüfe, ob Kommunikation im Bereich der Luftwaffe abgehört wurde. Der Militärische Abschirmdienst habe «alle erforderlichen Massnahmen eingeleitet». «Zum Inhalt der offenbar abgehörten Kommunikation können wir nichts sagen.» (sda/dpa)
11:27
Explosion in Wohnhaus in St. Petersburg - Medien: Drohne detoniert
Bei einer Explosion an einem Wohnhaus in der Millionenmetropole St. Petersburg sind am Samstag mehrere Menschen verletzt worden. Örtliche Medien berichteten, dass eine Drohne detoniert sei. Gouverneur Alexander Beglow sprach nur von einem «Vorfall»; er versprach den Bewohnern der beschädigten Wohnungen Hilfe. Sechs Menschen hätten medizinische Hilfe gesucht, teilten die Behörden mit. Eine 92 Jahre alte Frau wurde ins Krankenhaus gebracht. Bei der Explosion barsten Scheiben an dem fünfgeschossigen Wohnhaus.

Bewohner wurden in einem Kindergarten untergebracht. Auch Psychologen seien im Einsatz, um die Betroffenen zu betreuen, hiess es. In sozialen Netzwerken wurden Videos verbreitet, auf denen eine schwere Explosion zu sehen und zu hören ist. Die Echtheit der Aufnahmen konnte zunächst nicht überprüft werden.

Vom russischen Verteidigungsministerium gab es keinen Kommentar. Das St. Petersburger Nachrichtenportal «Fontanka» berichtete, dass die Drohne womöglich ein Öllager in der Nähe als Ziel gehabt habe. Dort sei auch eine Drohnenabwehr im Einsatz. St. Petersburg wurde bisher kaum von Flugkörpern getroffen. Allerdings hatte die Ukraine mitgeteilt, dass die Reichweiten ihrer Drohnen immer grösser werde. (sda/dpa)
9:22
Tote und Verletzte bei russischen Drohnenangriffen auf Ukraine
Bei einem neuen russischen Drohnenangriff auf die ukrainische Schwarzmeer-Stadt Odessa sind nach Angaben von Behörden mindestens vier Menschen ums Leben gekommen und acht weitere verletzt worden. Bei dem Angriff am Samstag wurde ein Teil eines neunstöckigen Wohnhauses zerstört – laut Behörden insgesamt 18 Wohnungen. Unter den Verletzten seien auch ein drei Jahre altes Kind und eine schwangere Frau, teilte der Gouverneur des Gebiets Odessa, Oleh Kiper, am Morgen mit. Weitere Menschen könnten sich noch unter den Trümmern befinden. Zunächst war am Morgen von zwei Toten die Rede gewesen.

Auf Fotos und Videos der Behörden waren schwere Zerstörungen und ein Trümmerfeld zu sehen. Helfer waren im Einsatz. Auch in der Region Charkiw im Osten der Ukraine starb bei einem Drohnenangriff ein Mensch. Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den Angriff und sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Die Ukraine brauche eine stärkere Flugabwehr, «um unsere Menschen effektiv vor dem russischen Terror zu schützen», schrieb er auf der Plattform X (vormals Twitter). «Mehr Luftverteidigungssysteme und mehr Flugabwehrraketen retten Leben.»



Nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr wurden in der Nacht zum Samstag sieben von acht Drohnen allein in Odessa abgeschossen. Russland greift die Metropole im Schwarzen Meer in dem seit mehr als zwei Jahren andauernden Angriffskrieg immer wieder auch mit Raketen an.

«Russland tötet Zivilisten», schrieb der Chef der ukrainischen Präsidialverwaltung, Andrij Jermak, bei Telegram. «Wir brauchen Hilfe, das zu beenden.» Die Ukraine fordert vom Westen seit Monaten deutlich mehr Unterstützung bei der Luftverteidigung mit zusätzlichen Flugabwehrsystemen, um die Städte noch besser vor den russischen Angriffen zu schützen. Nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr wurden in der Nacht zum Samstag insgesamt 14 Drohnen und ein russisches Kampfflugzeug Suchoi vom Typ Su-35 abgeschossen. (sda/dpa)
22:39
Kiew: Russisches Militär macht Druck auf neue Frontlinie
Russland hält nach Angaben des ukrainischen Militärs den Druck vor allem westlich und südwestlich der Industriestadt Donezk hoch. Im Raum Awdijiwka seien 20 Attacken abgewehrt worden, im Raum Nowopawliwka habe das russische Militär 25 Mal versucht, die Verteidigungslinien zu durchbrechen, teilte der ukrainische Generalstab am Freitagabend in seinem Lagebericht mit. Erst vor wenigen Wochen musste Kiew den seit Monaten umkämpften Festungsraum um Awdijiwka räumen. Nun gerät die nächste Verteidigungslinie dahinter unter Druck.

So berichtet der Generalstab von Angriffen auf die Ortschaften Berdytschi, Orliwka und Tonenke, wo sich das ukrainische Militär nach dem Rückzug aus Awdijiwka eingraben wollte.

Weiter südlich geraten nach der russischen Eroberung von Marjinka die ukrainischen Verteidiger in den Siedlungen Krasnohoriwka, Heorhijiwka und Nowomychajliwka in Bedrängnis. Die Ukraine wehrt seit inzwischen mehr als zwei Jahren den russischen Angriffskrieg ab. Zuletzt ist das Land dabei aufgrund der erlahmenden westlichen Waffenhilfe in die Defensive geraten und musste weitere Gebietsverluste hinnehmen. (sda/dpa)
19:12
Bulgarien ohne Erdöl aus Russland
Bulgarien hat wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine am Freitag den Import russischen Erdöls vorzeitig eingestellt. In dem EU-Land soll jetzt kein Treibstoff mehr aus russischem Erdöl hergestellt werden.

Die Neuregelung betrifft die mehrheitlich russische Erdölraffinerie Lukoil Neftochim, westlich der bulgarischen Hafenstadt Burgas am Schwarzen Meer. Das russische Erdöl soll durch Lieferungen aus Kasachstan, dem Irak und Tunesien ersetzt werde, wie die bulgarische Zeitung «24 Tschassa» berichtete.

Bulgariens Importstopp erfolgte nach einer Gesetzesnovelle von Ende 2023. Damit verzichtete Sofia auf eine Sondererlaubnis der EU, wonach das Land eigentlich russisches Erdöl noch bis zum 1. Oktober dieses Jahres hätte importieren dürfen. Bulgarien will auf diese Weise Lukoil und damit auch dem Kreml Gewinne zur Finanzierung des Krieges entziehen.

Das einstige Ostblockland bezieht seit 2022 auch kein russisches Gas mehr. Der russische Konzern Gazprom hatte die Lieferungen für eingestellt, da die Regierung in Sofia sich geweigert hatte, in Rubel zu bezahlen. Bis vor dem Ukrainekrieg war Bulgarien fast komplett vom russischen Erdgas abhängig. (sda/dpa)
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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg
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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg
50'000 Teilnehmer aus über 30 Nationen werden bis 23. November 2018 an der NATO-geführten Militärübung in Norwegen erwartet. Soldaten proben hier unter schwierigen Bedingungen den Ernstfall. Im Bild ein Luftkissen-Boot der Assault Craft Unit 4 (ACU 4) am 1. November 2018.
quelle: epa/us navy / petty officer 2nd class lyle wil / handout
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«Überlassen die Leichen den Hunden» – BBC-Reportage zeigt prekäre Situation in Charkiw
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«Mehr Waffen können Frieden schaffen» – TV-Talkgäste fordern Politiker zu Ehrlichkeit auf
Deutsche Politiker – allen voran Olaf Scholz – müssen ehrlicher sein – zur Ukraine und zu den Bürgerinnen und Bürgern. Das forderten fast alle Gäste bei Maybrit Illner.

Kämpft die Ukraine auf verlorenem Posten? Diese Frage hat Maybrit Illner am Donnerstagabend mit ihren Gästen diskutiert. Ein Thema rückte dabei immer wieder in den Fokus: Die Ehrlichkeit der deutschen Regierung hinsichtlich der Unterstützung, die sie zu leisten bereit ist.

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