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Israel-Gaza-Krieg: 3 Tote bei israelischem Gegenangriff auf Jemen

epa11469935 A young woman sits inside a cage as relatives and family members of Israeli hostages held by Hamas in Gaza stage a protest outside the Knesset, the Israeli parliament, in Jerusalem, 10 Jul ...
Eine junge Frau protestiert für die Freilassung der israelischen Hamas-Geiseln.Bild: keystone
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Israel: Weitere Rakete aus Jemen abgefangen ++ 3 Tote bei Gegenangriff auf Hafen

Am 7. Oktober 2023 attackierte die Hamas Israel und ermordete 1200 Menschen. Israel reagierte mit Bombenangriffen und die Armee drang in den Gazastreifen ein. Alle News im Liveticker.
21.07.2024, 05:3321.07.2024, 06:34
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  • Auslöser des Gaza-Kriegs war das beispiellose Massaker mit mehr als 1200 Toten, das Terroristen der Hamas und anderer Gruppen am 7. Oktober 2023 in Israel verübt hatten.
  • Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive, die laut Hamas-Angaben bereits über 39'000 Todesopfer gefordert hat. Es ist nicht bekannt, wie viele Hamas-Kämpfer darunter sind.
  • Bei dem Überfall hatten die islamistischen Terroristen mehr als 250 Menschen in den Gazastreifen verschleppt. Mehr als 100 waren bei einem früheren Austausch von Geiseln gegen Palästinenser in israelischer Haft im November freigekommen.
  • Mehr als 120 Geiseln befinden sich nach israelischer Zählung noch in der Gewalt der Islamisten. Dabei ist nicht klar, wie viele von ihnen tot sind. Grosse Teile der Welt drängen auf einen Deal, auch in Israel gibt es andauernde Grossdemonstrationen.
  • Jüngst kommt es vermehrt auch zu Auseinandersetzungen zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah sowie den jemenitischen Huthi-Rebellen. Die Angst vor einer regionalen Eskalation steigt.
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5:29
Iran warnt Israel nach Luftangriff im Jemen vor Eskalation
Der Iran hat nach dem israelischen Luftangriff im Jemen in Reaktion auf eine tödliche Drohnenattacke der Huthi-Miliz in Tel Aviv vor einer Eskalation gewarnt. Israels «gefährliches Abenteurertum» könne einen regionalen Krieg auslösen, sagte der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Nasser Kanaani, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Israels Militär hatte zuvor nach eigenen Angaben militärische Ziele der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz im Hafen von Hudaida im Jemen angegriffen.

Israel und seine Unterstützer wie die USA würden für «unvorhersehbare und gefährliche Folgen» des Gaza-Kriegs und Angriffe auf den Jemen «direkt verantwortlich sein», sagte Kanaani. Seit Beginn des Gaza-Kriegs hat sich der jahrzehntealte Konflikt zwischen Israel und der Islamischen Republik Iran dramatisch zugespitzt. Israel sieht sich nach Angriffen von Milizen, die mit dem Iran verbündet sind, an gleich mehreren Fronten unter Beschuss.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, der Angriff im Jemen «macht unseren Feinden klar, dass es keinen Ort gibt, den der lange Arm Israels nicht erreichen wird». Über den Hafen seien Waffen aus dem Iran ins Land gelangt. Wie die Hamas in Gaza und die Hisbollah-Miliz im Libanon sei die Huthi-Miliz ein integraler Bestandteil der iranischen «Achse des Bösen». Seit der Revolution von 1979 gelten Israel und die USA als Erzfeinde des Iran. Netanjahu hatte den Iran in der Vergangenheit ebenfalls als «wichtigsten Feind» bezeichnet. (sda/dpa)
5:28
Bericht: Drei Tote bei israelischem Gegenangriff im Jemen
Bei dem israelischen Luftangriff auf den Hafen Hudaida im Jemen in Reaktion auf einen tödlichen Drohnenangriff der Huthi-Miliz in Tel Aviv sind nach jemenitischen Angaben mindestens drei Menschen getötet worden. Wie der Huthi-nahe Fernsehsender Al-Masirah in der Nacht unter Berufung auf die Gesundheitsbehörde berichtete, wurden 87 Menschen verletzt. Kampfflugzeuge hatten nach Angaben der israelischen Armee in dem wichtigen Hafen militärische Ziele der Huthi angegriffen. Auf Bildern waren gewaltige Brände zu sehen.

Huthi-Sprecher hatten einen israelischen Angriff gegen «zivile Einrichtungen» im Jemen bestätigt. Ziele seien Öl- und Stromanlagen gewesen. Huthi-Militärsprecher Jahja Sari sagte, die Miliz bereite sich auf einen «langen Krieg» mit Israel vor. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, der Angriff im Jemen «macht unseren Feinden klar, dass es keinen Ort gibt, den der lange Arm Israels nicht erreichen wird». Über den angegriffenen Hafen von Hudaida seien Waffen aus dem Iran in das Land gelangt, sagte Israels Regierungschef.

Am Freitag waren beim Einschlag einer Kampfdrohne im Zentrum der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv ein Mann getötet und mindestens acht weitere Menschen verletzt worden. Nach Angaben der israelischen Armee kam die Langstreckendrohne aus dem Jemen. Die Huthi-Miliz sprach von einem Angriff auf ein «wichtiges Ziel» in Tel Aviv. Der israelische Verteidigungsminister Joav Galant kündigte daraufhin Vergeltung an. (sda/dpa)
5:25
Tausende fordern in Israel Geisel-Deal
In Israel haben Tausende von Menschen gegen die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und für ein sofortiges Abkommen im Gaza-Krieg zur Freilassung der Geiseln demonstriert. Kurz vor dem Abflug von Netanjahu in die USA hielten Demonstranten in Jerusalem Transparente mit der Aufschrift hoch: «Kein Flug ohne Abkommen», wie die «Times of Israel» am Abend berichtete. Am Mittwoch will Netanjahu vor beiden Kammern des US-Kongresses eine Rede zu Israels Vorgehen im Gazastreifen halten.

Auf einer der wöchentlichen Kundgebungen in Jerusalem sagte einer der Teilnehmer, dessen eigener Enkel bei dem Terrorangriff am 7. Oktober nach Gaza verschleppt und laut der Zeitung kürzlich vom Militär für tot erklärt worden war: «Nur ein Ende des Krieges wird die Geiseln nach Hause bringen». Ein Ende des Krieges werde «auch ein Ende der Regierung bedeuten» fügte er hinzu. «So können Sie alle verstehen, warum dieser Krieg so lange andauert und warum es immer noch kein Geiselabkommen gibt», wurde der Mann weiter zitiert.

Seit Monaten laufen indirekte Gespräche zwischen Israel und der Hamas, bei denen Ägypten, Katar und die USA vermitteln. Sie kreisen um einen dreistufigen Plan, der den Austausch der noch rund 120 im Gazastreifen von der Hamas festgehaltenen Geiseln gegen palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen sowie Wege hin zu einer dauerhaften Waffenruhe vorsieht. Teilnehmer der indirekten Gespräche hatten kürzlich noch vorsichtigen Optimismus gezeigt. Derzeit sind jedoch keine weiteren ranghohen Treffen angekündigt. (sda/dpa)
18:06
Israel greift Hafenstadt im Jemen an
Einen Tag nach dem tödlichen Drohnenangriff der Huthi-Miliz auf Tel Aviv hat Israels Militär nach eigener Darstellung mit einem direkten Gegenschlag im Jemen reagiert. «Israelische Kampfflugzeuge haben militärische Ziele des Huthi-Terrorregimes im Hafen von Hudaida angegriffen», teilte das Militär auf seinem Telegram-Kanal mit. Es sei die Antwort «auf Hunderte Attacken der letzten Monate auf Israel» gewesen. Angaben zu Toten oder Verletzten macht das Militär in solchen Fällen nicht.

Zwei Huthi-Sprecher bestätigten einen israelischen Angriff gegen «zivile Einrichtungen» im Jemen. Ziele seien Öl- und Stromanlagen gewesen. An dem wichtigen Hafen sei ein Feuer ausgebrochen. Der Huthi-nahe Fernsehsender Al-Masirah berichtete unter Berufung auf die Gesundheitsbehörde, bisher gehe man von 80 Verletzten aus, von denen die meisten schwere Verbrennungen erlitten hätten. In einem früheren Bericht war auch von Getöteten die Rede gewesen.

Huthi-Militärsprecher Jahja Sari sagte, die Miliz bereite sich auf einen «langen Krieg» mit Israel vor.

Der israelische Armeesprecher Daniel Hagari gab bekannt, dass Israel den Luftangriff alleine durchgeführt habe und Verbündete wie die USA nicht daran beteiligt gewesen seien. Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats in Washington teilte auf Anfrage mit, die USA seien nicht an den Angriffen beteiligt gewesen - sie hätten diese weder koordiniert noch Israel dabei unterstützt. Seit dem Drohnenangriff auf Tel Aviv habe es regelmässigen Kontakt mit den Israelis gegeben und man erkenne das Recht Israels auf Selbstverteidigung uneingeschränkt an.

Auf Bildern in sozialen Medien war ein Grossbrand am Hafen zu sehen, mit hohen Flammen und einer dunklen Rauchsäule am Himmel. Dem von Saudi-Arabien finanzierten Nachrichtenkanal Al-Arabija zufolge waren an dem Angriff zwölf israelische Flugzeuge beteiligt, darunter auch Kampfjets des Typs F-35.

Die Huthi-Miliz greift seit Monaten vor allem Handelsschiffe in der Region an, die angeblich Bezug zu Israel haben. Die mit dem Iran verbündete Miliz handelt dabei nach eigener Darstellung aus Solidarität mit den Palästinensern im Gaza-Krieg. Die Miliz hatte israelische Ziele auch direkt mit Raketen und Drohnen angegriffen, darunter die Hafenstadt Eilat. Die meisten dieser Geschosse wurden aber abgewehrt. (sda/dpa)

18:47
Grossbritannien lehnt Verbot von Waffenverkäufen an Israel ab
Die britische Regierung lehnt Forderungen nach einem allgemeinen Stopp von Waffenverkäufen an Israel ab. Das machte Aussenminister David Lammy bei einer Debatte im Unterhaus deutlich. Der Politiker der sozialdemokratischen Labour-Partei reagierte damit auf entsprechende Anträge aus seiner eigenen Fraktion.

Das Land werde von den Huthi angegriffen und die Hisbollah feuere Raketen, sagte Lammy und fügte hinzu: «Ganz zu schweigen von dem Wunsch der Hamas, Israel von der Landkarte zu fegen.» Aus diesen Gründen sei ein allgemeines Verbot von Waffenverkäufen an das Land nicht richtig.
British Foreign Secretary David Lammy speaking during a meeting with Secretary of State Antony Blinken, Wednesday, July 10, 2024, during the NATO summit in Washington. (AP Photo/Stephanie Scarbrough)
Bild: keystone
Der Deutschen Presse-Agentur sagte Lammy in einem Interview am Rande des Gipfels der Europäischen Politischen Gemeinschaft, es müsse einen unverzüglichen Waffenstillstand in Gaza geben. Er forderte auch die sofortige Freilassung israelischer Geiseln.

Die Labour-Partei von Premierminister Keir Starmer ist im Hinblick auf den Krieg im Gazastreifen einer Zerreissprobe ausgesetzt. Bei Labour gibt es traditionell starke Sympathien für die Palästinenser.

Unter dem weit links stehenden früheren Parteichef Jeremy Corbyn wurde der Partei wegen dessen unausgewogener Haltung zum Nahostkonflikt sogar Antisemitismus vorgeworfen. Starmer hat sich deutlich von diesen Tendenzen distanziert. Corbyn wurde aus der Partei ausgeschlossen. Aber längst nicht alle Mitglieder in der Labour-Fraktion fühlen sich Starmers Linie verpflichtet. (sda/dpa)
17:19
Hisbollah intensiviert Beschuss von Gebieten im Norden Israels
Die Schiiten-Miliz Hisbollah hat ihren Beschuss von Gebieten im Norden Israels intensiviert. Im Laufe des Tages habe das Militär 65 Geschosse identifiziert, die aus dem Libanon kommend in israelisches Territorium eindrangen, teilte die Armee auf ihrem Telegram-Kanal mit. Ein Teil der Geschosse wurde von der israelischen Luftabwehr abgefangen, der Rest schlug in unbewohntem Gelände ein. Personen seien demnach nicht verletzt oder getötet worden.

Die Hisbollah bestätigte die Angriffe und bezeichnete sie als Vergeltung für israelische Bombardements am Vortag, bei denen in der östlichen Bekaa-Ebene sowie im Südlibanon zwei ranghohe Kämpfer getötet worden waren – ein Hisbollah-Mann und ein im Libanon tätiger Kader der palästinensischen Hamas, die mit der Hisbollah verbündet ist.
People stand next to a destroyed car that was hit by an Israeli airstrike late Thursday, in the southern village of Jmaijmeh, Lebanon, Friday, July 19, 2024. Lebanon's militant Hezbollah group sa ...
Bild: keystone
Wie das israelische Militär weiter mitteilte, habe es die Stellungen der Hisbollah, von denen der Beschuss auf Israel ausgegangen war, angegriffen. Dabei kamen die Luftwaffe und die Artillerie zum Einsatz. Weiterhin richteten sich die israelischen Attacken auf Waffenlager und andere militärische Infrastruktur der Hisbollah im Südlibanon.

Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz liefern sich seit dem Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober des Vorjahres nahezu täglich Gefechte. Auf beiden Seiten gab es Tote. Die vom Iran unterstützte Hisbollah handelt nach eigenen Aussagen aus Solidarität mit der Hamas, die auch im Libanon aktiv ist. Seit langem wird befürchtet, dass sich der Konflikt ausweiten könnte. (sda/dpa)
16:16
Palästinenserbehörde bekommt 400 Millionen Euro von EU
Die finanziell schwer angeschlagene Palästinenserbehörde im Westjordanland bekommt von der EU kurzfristig Unterstützung in Höhe von 400 Millionen Euro. Das Geld soll nach Angaben der zuständigen Europäischen Kommission in drei Teilbeträgen bis September überwiesen werden und Finanzierungslücken schliessen. Voraussetzung ist allerdings die Einhaltung von Reformauflagen.

Um längerfristig Hilfe leisten zu können, will die EU-Kommission den Regierungen der EU-Staaten im September einen Vorschlag für ein neues mehrjähriges Unterstützungsprogramm für die Zeit bis Ende 2026 vorlegen. Zudem schlägt sie vor, im Herbst eine internationale Koordinationsplattform für Geldgeber für die Palästinenser einzurichten.

Das mehrjährige Unterstützungsprogramm soll es der im Westjordanland regierenden Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) ermöglichen, bis 2026 zu einem ausgeglichenen Haushalt zu kommen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verband mit der Ankündigung für die zusätzliche Hilfe einen neuen Appell an die Konfliktparteien im Gazastreifen. «Wir brauchen einen sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand», sagte sie. Israelis, Palästinenser und die gesamte Region verdienten Frieden, Sicherheit und Stabilität.
European Commission President Ursula von der Leyen addresses the plenary at the European Parliament in Strasbourg, eastern France, Thursday, July 18, 2024. Ursula von der Leyen was making her final pi ...
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Die Zwei-Staaten-Lösung sei der beste Weg, dies zu gewährleisten. Mit den neuen Plänen lege man den Grundstein für wirtschaftliche und politische Stabilität im Westjordanland und schaffe die Voraussetzungen für den Wiederaufbau von Gaza.

Nach dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober hatte die EU ihre Hilfen für die Palästinenser einer sorgfältigen Überprüfung unterzogen. Bei dieser wurden allerdings keine Belege dafür gefunden, dass mit EU-Geldern indirekt Terroraktivitäten oder andere unbeabsichtigte Dinge finanziert wurden.

Die Europäische Union ist derzeit nach eigenen Angaben der grösste Unterstützer der Palästinenser. Das Budget für die Jahre 2021 bis 2024 beträgt demnach fast 1,2 Milliarden Euro. (sda/dpa)
16:11
UN-Gericht: Israels Siedlungspolitik verstösst gegen Recht
Die israelische Besatzung palästinensischer Gebiete ist nach Auffassung des höchsten UN-Gerichts unrechtmässig. Auch die israelische Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten verstosse gegen internationales Recht. Israel mache sich faktisch der Annektierung schuldig, stellt der Internationale Gerichtshof in Den Haag in einem Rechtsgutachten fest.

Das Gutachten ist rechtlich zwar nicht bindend. Doch es wird erwartet, dass es den internationalen politischen Druck auf Israel weiter erhöhen wird. Der ist zuletzt wegen des Vorgehens Israels im Gazastreifen erheblich gestiegen. Dort bekämpft Israel nach dem Terrorangriff von Anfang Oktober mit Hunderten Toten die islamistische Hamas. Der Krieg hat schwerwiegende Folgen für die Zivilbevölkerung.

Die UN-Vollversammlung hatte das Gericht beauftragt zu klären, welche rechtlichen Folgen die fast seit 60 Jahren andauernde Besatzungspolitik Israels hat. Das war zwar lange vor Beginn des Gaza-Krieges. Doch auch westliche Kritiker Israels können sich nun gestärkt sehen, Israel zu einem Rückzug zu bewegen und der Gründung eines palästinensischen Staates zuzustimmen.
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Bild: keystone
Israel hatte das Westjordanland, den Gazastreifen und Ost-Jerusalem im Sechstagekrieg von 1967 besetzt. Die Palästinenser beanspruchen diese Gebiete aber für einen eigenen Staat. 2005 hatte Israel Gaza wieder verlassen, aber kontrolliert weiter Grenzen zu Land, Wasser und in der Luft.

Es ist das zweite Rechtsgutachten des Gerichtshofes zur Besatzungspolitik Israels. Vor 20 Jahren, im Juli 2004, hatten die Richter bereits erklärt, dass die von Israel im Westjordanland errichtete Mauer gegen internationales Recht verstosse und daher abgerissen werden müsse. Israel hielt sich aber nicht daran.

Das heute vorgestellte Gutachten ist unabhängig von dem anderen Verfahren vor dem UN-Gericht. Südafrika hatte 2023 Israel vor den Gerichtshof gebracht und dem Land wegen der Angriffe auf den Gazastreifen Völkermord vorgehalten. Israel bestreitet diese Vorwürfe. (sda/dpa)
15:34
WHO: Polio-Virus im Gazastreifen entdeckt
Im Gazastreifen ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das für Kinderlähmung verantwortliche Polio-Virus entdeckt worden. Ende Juni sei in sechs Gebieten das Virus gefunden worden, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier.

«Es ist wichtig zu betonen, dass das Virus nur aus der Umwelt isoliert wurde.» Zum jetzigen Zeitpunkt seien keine damit verbundenen Infektionen bekannt. Auch wurden keine damit verbundenen Fälle von Lähmungserscheinungen registriert.

Die WHO arbeite mit örtlichen Behörden zusammen, um eine Risiko-Einschätzung vorzunehmen. Eine mögliche Antwort wäre eine sofortige Impfkampagne, hiess es. Angesichts der Zerstörung vieler Gesundheitseinrichtungen, der ohnehin prekären Lage der Bevölkerung und den schwierigen hygienischen Bedingungen sei generell das Risiko von Krankheiten erhöht, die sich eigentlich durch Impfungen verhindern liessen.
epa11467386 Palestinian children suffering from malnutrition wait to receve treatment while sitting on the floor at Nasser Hospital in Khan Yunis, southern Gaza Strip, 08 July 2024. According to the U ...
Bild: keystone
Gesundheitsministerium lässt Soldaten impfen

Das Virus sei aus Abwasserkanälen isoliert worden, berichteten israelische Medien wie das Nachrichtenportal Ynet und die Zeitung «Times of Israel» unter Berufung auf das israelische Gesundheitsministerium. Teile der Kanalisation im Gazastreifen sind durch den Krieg zerstört und es bilden sich teilweise offene Abwassertümpel. Das israelische Gesundheitsministerium habe angewiesen, alle im Gazastreifen eingesetzten Soldaten zu impfen. Auch Soldaten, die bereits geimpft wurden, sollten eine Auffrischungsdosis erhalten.

Das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium im Gazastreifen warnte, die in Abwasserkanälen in der Nähe von Flüchtlingszelten gefundenen Viren könnten eine «Gesundheitskatastrophe» auslösen. Tausende Menschen seien dem Risiko ausgesetzt, sich anzustecken.

Grosse humanitäre Not im Gazastreifen

Das Polio-Virus ist hochansteckend und kann Kinderlähmung auslösen. In den vergangenen Jahren waren unter anderem in den USA, in Israel und in England Polio-Viren im Abwasser entdeckt worden. Dort handelte es sich nicht um den Wildtyp des Polio-Virus, sondern um Viren, die auf die Schluckimpfung mit abgeschwächten, aber lebenden Polio-Erregern zurückgehen. Sie können von Geimpften ausgeschieden werden. In Deutschland sind seit Jahren ausschliesslich sogenannte inaktivierte Impfstoffe im Einsatz, die keine lebensfähigen Viren enthalten.

(sda/dpa)
6:39
Explosion in Tel Aviv – ein Toter und mehrere Verletzte
In der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv ist in der Nacht bei dem Einschlag einer Drohne in ein Wohnhaus ein Mann getötet worden. Acht weitere Menschen seien bei der Explosion in der Nähe einer Niederlassung der US-Botschaft verletzt worden, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom auf der Plattform X mit.

Nach Angaben der israelischen Armee handelte es sich um eine Langstreckendrohne, die vom Meer aus angeflogen sei und das Wohnhaus getroffen habe. Auch umliegende Gebäude wurden demnach beschädigt. Die Drohne sei von der Luftüberwachung zwar erfasst worden, jedoch aufgrund eines menschlichen Irrtums nicht abgeschossen worden.
epa11486774 Police inspect the damage at the scene of an explosion possibly caused by an unmanned aerial vehicle (UAV), in Tel Aviv, Israel, 19 July 2024. According to a statement by the Israeli Defen ...
Bild: keystone
Eine Militärsprecherin bestätigte auf Anfrage, dass es keinen Luftalarm gegeben habe. «Das hätte nicht passieren dürfen», zitierte die Zeitung «Times of Israel» einen Armee-Sprecher. Tel Aviv ist bisher von Drohnenangriffen weitgehend verschont geblieben.

Die Armee gehe davon aus, dass die Drohne möglicherweise von Huthi-Rebellen im Jemen gestartet wurde. Das lasse sich jedoch noch nicht zweifelsfrei bestätigen.

Die Huthi-Miliz im Jemen teilte mit, sie habe mit einer Drohne ein «wichtiges Ziel» in Tel Aviv angegriffen. Die mit dem Iran verbündete Miliz bezeichnete dies als Vergeltung für die israelischen Militäraktionen im Gazastreifen. Ein Sprecher sagte im Fernsehen, der Angriff sei mit einer neuen Drohne namens «Yafa» (Jaffa) erfolgt. Diese sei in der Lage, die israelische Abwehr zu umgehen. Die Miliz habe eine Liste weiterer Ziele in Israel vorbereitet. (sda/dpa)
6:11
Netanjahu in Rafah: Israels Armee bleibt noch länger da
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den israelischen Truppen im südlichen Gazastreifen einen vorher nicht angekündigten Besuch abgestattet. Den Foto-Termin mit Elitesoldaten nutzte er dazu, seine Forderung zu bekräftigen, dass das israelische Militär auch nach einem möglichen Waffenruheabkommen mit der islamistischen Hamas in Rafah, der Grenzstadt zu Ägypten, bleiben müsse. Die Forderung gilt als ein Hindernis, um bei den indirekten Verhandlungen zu einer Waffenruhe im Gaza-Krieg und zur Freilassung der rund 120 Geiseln in der Gewalt der Hamas zu gelangen.

Er fühle sich in der Überzeugung gestärkt, dass Israels Kontrolle über den Philadelphi-Korridor und über den Grenzübergang Rafah von entscheidender Bedeutung sei für die nächste Phase im Kampf gegen die Hamas, sagte Netanjahu in einem Video vom Schauplatz, das das Ministerpräsidentenamt veröffentlichte.

Der Philadelphi-Korridor ist ein etwa zwölf Kilometer langer Streifen, der auf der Gaza-Seite der Grenze zu Ägypten verläuft. Israel geht davon aus, dass sich die Hamas durch Tunnel, die unter dem Korridor verlaufen, mit Waffen, Gütern und Geld versorgt hat. Der Grenzübergang zu Ägypten ist seit Mai geschlossen, nachdem israelische Truppen dessen Gaza-Seite besetzt haben.

Ägypten, das zusammen mit Katar und den USA bei den indirekten Verhandlungen mit der Hamas vermittelt, ist strikt gegen einen dauerhaften Verbleib von Teilen Rafahs unter israelischer Besatzung.

Ein Teil der Gespräche zielt darauf ab, eine für alle Seiten akzeptable Lösung für die Kontrolle der Grenze zu Ägypten zu erzielen. Hauptziel der seit Monaten andauernden und immer wieder stockenden Verhandlungen sind die Herbeiführung einer Waffenruhe im Gaza-Krieg sowie der Austausch der israelischen Geiseln gegen palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen. Von den vermuteten 120 Geiseln dürften allerdings viele nicht mehr am Leben sein.
(sda/dpa)
20:35
Amnesty wirft Israel Folter von Palästinensern aus Gaza vor
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft Israel vor, palästinensische Gefangene aus dem Gazastreifen zu misshandeln und zu foltern. Den Häftlingen würden ausserdem über lange Zeiträume hindurch jeder Kontakt zu ihren Angehörigen sowie der Zugang zu Anwälten verwehrt, heisst es in einem jüngsten Bericht der Organisation.

Unter den Gefangenen seien auch unbewaffnete Zivilisten, die das Militär bei seinen Einsätzen im abgeriegelten Küstengebiet aus für sie nicht ersichtlichen Gründen festgenommen und in israelische Gefängnisse oder Lager gebracht hat. Der Bericht stützt sich auf die Befragung von 27 ehemaligen palästinensischen Gefangenen, unter ihnen fünf Frauen und ein 14-jähriger Junge. Alle hätten von Folter und anderer grausamer Behandlung durch das israelische Verhör- und Wachpersonal berichtet.

Der Bericht zitiert einen 57-jährigen Kinderarzt, den das Militär im Dezember des Vorjahres im Al-Ahli-Krankenhaus in der Stadt Gaza festnahm. Er verbrachte seiner Schilderung zufolge 45 Tage im berüchtigten israelischen Militärlager Sde Teiman nahe Beerscheba. Er habe dort hungern müssen, sei mehrfach geschlagen und zu stundenlangem Verharren auf den Knien gezwungen worden.

Israel äusserte sich nicht zu den Vorwürfen des Berichts. In früheren Fällen, in denen den Behörden Folter und Misshandlung von palästinensischen Gefangenen vorgeworfen wurden, bestritt das Land jegliches Fehlverhalten.

Zugleich sind lange Haftzeiten ohne gerichtliche Überprüfung und Anklage, die Isolierung von Gefangenen und das Verwehren der Kontaktaufnahme mit Angehörigen und Anwälten durch Israels Gesetze gedeckt, insofern es sich um Angehörige der islamistischen Hamas handelt. Das Gesetz behandelt diese als «illegale Kombattanten», auf die internationale Konventionen nicht anzuwenden seien.

Nach Ausbruch des Gaza-Kriegs verschärfte Israel das diesbezügliche Gesetz, sodass noch längere Festhaltungen ohne richterliche Überprüfung möglich sind. Der Bericht ruft Israel dazu auf, diese Praktiken zu beenden. Auslöser des Kriegs war das beispiellose Massaker, das Terroristen der Hamas sowie anderer extremistischer Palästinenserorganisationen am 7. Oktober im Süden Israels verübt haben. (sda/dpa)
20:33
Treffen von Biden und Netanjahu erwartet
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu wird bei seinem Besuch in Washington in der kommenden Woche voraussichtlich auch mit US-Präsident Joe Biden zusammentreffen. «Wir gehen davon aus, dass die beiden Regierungschefs die Gelegenheit haben werden, sich zu treffen, während Ministerpräsident Netanjahu in der Stadt ist», teilte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, mit.
President Joe Biden walks down the steps of Air Force One at Dover Air Force Base in Delaware, Wednesday, July 17, 2024. Biden is returning to his home in Rehoboth Beach, Del., to self-isolate after t ...
Bild: keystone
Details könne er bislang nicht nennen. Bidens Genesung stehe im Vordergrund und könne den Terminplan des Präsidenten auch noch beeinflussen, sagte Kirby. Biden hat sich mit dem Coronavirus infiziert und befindet sich derzeit in seinem Privathaus in Rehoboth im Bundesstaat Delaware in häuslicher Isolation.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will die Annexion der jüdischen Siedlungsgebiete im besetzten Westjordanland vorantreiben. (Archivbild)
Bild: AP Pool Reuters
Netanjahu will am kommenden Mittwoch vor beiden Kammern des US-Kongresses eine Rede zum israelischen Vorgehen im Gazastreifen halten. Die Spitzen beider Parteien im Parlament hatten Netanjahu dazu eingeladen. Zuletzt waren Biden und Netanjahu im vergangenen Herbst in Tel Aviv persönlich zusammengekommen, kurz nach den Angriffen der Hamas am 7. Oktober. (sda/dpa)
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Banksy sprayt in Gaza Katzen auf zerstörte Häuser – und lockt Geschäftemacher an
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Banksy sprayt in Gaza Katzen auf zerstörte Häuser – und lockt Geschäftemacher an
Der britische Streetart-Künstler Banksy hat heimlich den Gazastreifen besucht. Dort hinterliess er diese Katze, die mit einem rostigen Schrottknäuel «spielt».
quelle: x90014 / suhaib salem
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Israelische Armee rückt in Rafah ein – die Darstellungen sind unterschiedlich
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Schweizer Touristin soll in Rimini vergewaltigt worden sein
Eine Schweizer Touristin soll in der Nähe des italienischen Badeorts Rimini vergewaltigt worden sein. Dies, nachdem sie von zwei Männern verwirrt auf einem Trottoir aufgefunden wurde.

Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Samstag berichtete, befinden sich die beiden der Tat verdächtigten Männer in Haft. Es handelt sich um einen 59-jähriger Pizzabäcker und einen 48-jährigen Kellner.

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