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Israel-Gaza-Krieg: Argentinien stuft Hamas als Terrororganisation ein

epa11469935 A young woman sits inside a cage as relatives and family members of Israeli hostages held by Hamas in Gaza stage a protest outside the Knesset, the Israeli parliament, in Jerusalem, 10 Jul ...
Eine junge Frau protestiert für die Freilassung der israelischen Hamas-Geiseln.Bild: keystone
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Argentinien stuft Hamas als Terrororganisation ein ++ Israel hat wohl Mohamed Deif getötet

Am 7. Oktober 2023 attackierte die Hamas Israel und ermordete 1200 Menschen. Israel reagierte mit Bombenangriffen und die Armee drang in den Gazastreifen ein. Alle News im Liveticker.
13.07.2024, 11:2313.07.2024, 18:09
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  • Auslöser des Gaza-Kriegs war das beispiellose Massaker mit mehr als 1200 Toten, das Terroristen der Hamas und anderer Gruppen am 7. Oktober 2023 in Israel verübt hatten.
  • Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive, die laut Hamas-Angaben bereits über 39'000 Todesopfer gefordert hat. Es ist nicht bekannt, wie viele Hamas-Kämpfer darunter sind.
  • Bei dem Überfall hatten die islamistischen Terroristen mehr als 250 Menschen in den Gazastreifen verschleppt. Mehr als 100 waren bei einem früheren Austausch von Geiseln gegen Palästinenser in israelischer Haft im November freigekommen.
  • Mehr als 120 Geiseln befinden sich nach israelischer Zählung noch in der Gewalt der Islamisten. Dabei ist nicht klar, wie viele von ihnen tot sind.
  • Obwohl der Internationale Gerichtshof in Den Haag Israel angewiesen hat, den umstrittenen Militäreinsatz in Rafah zu beenden, hält Ministerpräsident Benjamin Netanjahu an der Offensive fest.
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18:02
Argentinien stuft Hamas als Terrororganisation ein
Argentinien hat die islamistischen Hamas als terroristische Organisation eingestuft. «Die Hamas hat sich zu den Gräueltaten während des Angriffs auf Israel am 7. Oktober bekannt. Diese reihen sich ein in eine lange Geschichte von Terroranschlägen im Namen der Hamas», teilte das Büro von Präsident Javier Milei am Freitagabend (Ortszeit) mit.
epa11466094 President of Argentina Javier Milei participates in the Conservative Political Action Conference (CPAC), in Balneario Camboriu, state of Santa Catarina, Brazil, 07 July 2024. Milei closed  ...
Bild: keystone
Seit Jahren ist die Hamas etwa von den USA, der EU oder Kanada als Terrororganisation gelistet – in Lateinamerika zählt Argentinien neben Paraguay oder Costa Rica zu den wenigen Ländern, die diesen Schritt gegangen sind.

Andere Länder wie Kolumbien oder Bolivien hatten die Beziehungen zu Israel wegen des Vorgehens im Gazastreifen abgebrochen. Milei gilt als entschlossener Verbündeter Israels und unterstützt im Gaza-Krieg die Politik der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vorbehaltlos.

Die jüdische Gemeinde in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires ist eine der grössten ausserhalb von Israel.

(sda/dpa)
15:19
Zwei Libanesen bei israelischem Drohnenangriff getötet
Bei einem israelischen Drohnenangriff im Libanon sind nach libanesischen Angaben zwei Zivilisten getötet worden. Die beiden seien im Ort Al-Chardli tot in ihrem Fahrzeug aufgefunden worden, berichtete die libanesische Staatsagentur NNA. Bei einem der Todesopfer handle es sich um Mussa Sulaiman von der schiitischen Amal-Bewegung, einem wichtigen Verbündeten der Hisbollah.

Die israelische Armee teilte mit, sie habe «zwei Terroristen der Hisbollah» angegriffen. Diese hätten aus dem Südlibanon Geschosse auf israelisches Gebiet feuern wollen. Auf Fotos, die den Angriff zeigen sollen, war ein schwerbeschädigter Geländewagen auf einer Landstrasse zu sehen.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs kommt es in der israelisch-libanesischen Grenzregion immer wieder zu Konfrontationen zwischen Israels Armee und militanten Gruppierungen wie etwa der Hisbollah. Diese beabsichtigt erst mit dem Beschuss auf Israel aufzuhören, wenn es eine Waffenruhe im Gaza-Krieg gibt. Die Hisbollah handelt nach eigenen Aussagen aus Solidarität mit der palästinensischen Islamistenorganisation Hamas.

(sda)
15:18
Viele Todesopfer bei Israels Angriff auf Hamas-Militärchef
Israels Armee hat im Gazastreifens den Anführer des militärischen Arms der Hamas, Mohammed Deif, angegriffen und dabei Dutzende andere Menschen getötet. Ob auch Deif getötet oder verletzt wurde, teilte das Militär zunächst nicht mit.

Der Angriff habe ausserdem dem Kommandeur der Hamas-Brigade in der Stadt Chan Junis, Rafa Salama, gegolten, hiess es. Beide seien «Drahtzieher des Massakers vom 7. Oktober» auf israelischem Boden gewesen.

Die israelische Zeitung «Haaretz» hatte zuvor gemeldet, die Armee gehe davon aus, dass sich der Chef der sogenannten Kassam-Brigaden unter den Opfern befinde.

Die Hamas bestritt laut einer Erklärung einen israelischen Angriff auf ihre Führung nahe der Stadt Chan Junis im Süden des Küstengebiets.

Nicht überprüfbaren, palästinensischen Angaben zufolge wurden bei dem israelischen Militäreinsatz mindestens 71 Menschen getötet. Mindestens 289 weitere Menschen seien zudem in der humanitären Zone Al-Mawasi verletzt worden, teilte die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde mit.

Israels Armee: Keine Zelte in angegriffenem Gebiet

«Der Angriff wurde in einem eingezäunten Gebiet durchgeführt, das von der Hamas kontrolliert wird und in dem sich nach unseren Informationen nur Hamas-Terroristen und keine Zivilisten aufhielten», hiess es von der israelischen Armee. «Es war ein präziser Angriff.» Es werde vermutet, dass die meisten Opfer ebenfalls Terroristen gewesen seien, so das Militär.

Das getroffene Objekt sei in offenem Gelände, umgeben von Bäumen, mehreren Gebäuden und Baracken gewesen. Auf dem Areal gab es demnach keine Zelte. Ein Vertreter des Militärs räumte in einem Online-Briefing für Journalisten ein, dass das getroffene Objekt in der von Israel so deklarierten humanitären Zone westlich von Chan Junis gelegen habe. «Es war aber eine abgezäunte, bewachte Hamas-Basis, besetzt mit Terroristen», fügte er hinzu. Das Militär sei sich auch sehr sicher, dass sich zum Zeitpunkt des Angriffs keine israelischen Geiseln in dem Objekt befunden hätten.

(sda)
14:04
Hamas-Militärchef soll Ziel eines israelischen Angriffs gewesen sein
Ein israelischer Luftangriff auf eine humanitäre Zone im Süden des Gazastreifens soll Medienberichten zufolge dem Anführer des militärischen Arms der Hamas, Mohammed Deif, gegolten haben. Die Armee gehe davon aus, dass sich der Chef der sogenannten Kassam-Brigaden unter den Opfern befinde, meldete die «Haaretz». Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür bislang nicht. (sda/dpa)
12:34
Tote bei Angriffen auf humanitäre Zone
epa11475531 Palestinians inspect the scene after an Israeli raid on the tents of displaced people in the Al-Mawasi area of Khan Yunis in the southern Gaza Strip, 13 July 2024. Gaza?s health ministry s ...
Bild: keystone
Bei einem israelischen Luftangriff auf eine humanitäre Zone im Süden des Gazastreifens sollen palästinensischen Angaben zufolge mindestens 71 Menschen getötet worden sein. Laut unbestätigten israelischen Medienberichten soll das Ziel der Führer des militärischen Arms der Hamas, Mohammed Deif, gewesen sein. Unklar blieb dabei, ob Deif getroffen, verletzt oder getötet wurde.

Israels Armee äusserte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Berichten der Zeitung «Israel Hayom» sowie des israelischen Kan-Senders.

Mindestens 289 weitere Menschen seien in der humanitären Zone Al-Mawasi verletzt worden, teilte die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde mit. Viele von ihnen schwebten in Lebensgefahr, hiess es aus medizinischen Kreisen. Demnach wurden Zelte von Vertriebenen getroffen. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren. Israels Armee teilte auf Anfrage mit, entsprechende Berichte zu prüfen.

Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa gab es am Morgen mehrere heftige Angriffe in der Gegend. Mitarbeiter im nahe gelegenen Nasser-Krankenhauses berichteten, dass es nicht mehr ausreichend Betten gebe, um die grosse Zahl der Verletzten nach den Angriffen aufzunehmen.

Israels Armee hatte zuvor heute mitgeteilt, dass die Einsätze im gesamten Gazastreifen andauerten. In Rafah hätten Einsatzkräfte am Freitag zahlreiche Tunnel zerstört und mehrere Mitglieder der Hamas getötet. In der Stadt Gaza gingen die Kämpfe demnach weiter. (sda/dpa)
22:56
Bericht: Neue Forderung von Netanjahu bedroht Geisel-Deal
Eine neue Forderung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu könnte einem Medienbericht zufolge die diplomatischen Bemühungen um ein Geisel-Abkommen mit der islamistischen Hamas im Gaza-Krieg zum Scheitern bringen. Der Regierungschef habe in Beratungen mit den israelischen Verhandlern als weitere Bedingung für den Abschluss eines Abkommens festgelegt, dass dieses Regelungen enthalten müsse, die eine Rückkehr bewaffneter Kämpfer aus dem Süden in den Norden des Gazastreifens verhindern.

Das schrieb der gut informierte Journalist Barak Ravid im Nachrichtenportal «walla.co.il» unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten israelischen Teilnehmer der derzeit laufenden indirekten Verhandlungen, bei denen Ägypten, Katar und die USA vermitteln. Mehrere Teilnehmer des Verhandlungsteams hätten Vorbehalte gegen diese neue Forderung geäussert, teilte die Quelle mit. Sie sei nicht durchführbar. Es sei nicht klar, warum Netanjahu sie erhoben habe.

Das Amt des Ministerpräsidenten wies in «walla.co.il» die Behauptung, wonach Netanjahu eine neue Forderung erhoben habe, als «grundsätzlich falsch» und «grundlos» zurück. Kritiker unterstellen dem Ministerpräsidenten, an einer Verhandlungslösung nicht interessiert zu sein. Netanjahu regiert in einer Koalition mit ultra-religiösen und rechtsextremen Parteien, auf die er Rücksicht nehmen muss.

Bei den schleppend verlaufenden Gesprächen, meist in Kairo oder in Doha, geht es um den Austausch der verbleibenden israelischen Geiseln in der Gewalt der Hamas gegen palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen und um Wege zu einer dauerhaften Waffenruhe im Gaza-Krieg.

Zuletzt war in Verhandlerkreisen vorsichtiger Optimismus aufgekommen, weil die Hamas einige ihrer starren Positionen gelockert zu haben schien. Die Berichte über Netanjahus mutmassliche neue Forderung versetzten die Angehörigen der Geiseln in Alarmstimmung. «Wir sind wegen dieses unverantwortlichen Verhaltens entsetzt und schockiert», teilte das Forum der Geiselfamillien mit. «Es könnte dazu führen, dass eine Gelegenheit verpasst wird, die vielleicht nie wieder zurückkehrt.» (sda/dpa)
FILE - Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu speaks during a news conference in the Kirya military base in Tel Aviv, Israel, on Oct. 28, 2023. Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu told his Ca ...
Bild: keystone
21:34
Erdogan lehnt weitere Nato-Kooperation mit Israel ab
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will Kooperationen zwischen der Nato und dem Partner Israel künftig nicht zustimmen. Das Nato-Mitglied Türkei werde entsprechende Initiativen so lange nicht akzeptieren, «bis in den palästinensischen Gebieten ein umfassender und nachhaltiger Frieden geschaffen ist.»

Das schrieb Erdogan auf der Plattform X im Anschluss an den Nato-Gipfel in Washington. «Es ist der israelischen Regierung, die die Grundwerte unseres Bündnisses mit Füssen tritt, unmöglich, ihre Partnerschaft mit der NATO fortzusetzen», so Erdogan.

Israel ist kein Mitglied des Verteidigungsbündnisses, aber ein Partner, mit dem weitreichende Zusammenarbeit besteht. Auf der Website der Nato heisst es dazu etwa, die NATO und Israel arbeiteten seit fast 30 Jahren in Bereichen wie Wissenschaft, Technologie, Terrorismusbekämpfung, Zivilschutz, Bekämpfung von Massenvernichtungswaffen sowie bei Themen wie Frauen, Frieden und Sicherheit zusammen. Israelische Soldaten sind auch immer wieder an Militärübungen des Bündnisses beteiligt. Die Türkei ist seit 1952 Nato-Mitglied.

Seit Beginn des Gaza-Krieges haben sich die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei drastisch verschlechtert. Erdogan bezeichnete die islamistische Hamas als eine «Befreiungsorganisation» und verglich Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit Adolf Hitler. (sda/dpa)
Turkey's President Recep Tayyip Erdogan speaks during a news conference, Thursday, July 11, 2024, during the NATO summit in Washington. (AP Photo/Stephanie Scarbrough)
Bild: keystone
8:54
Verhandler in Gaza-Gesprächen zeigen vorsichtigen Optimismus
Die seit Monaten laufenden indirekten Verhandlungen über ein Geisel-Abkommen sollen in Kairo weitergehen. Eine Delegation des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet und der israelischen Armee reise in die ägyptische Hauptstadt, teilte das Ministerpräsidentenamt in Jerusalem mit. Israel verhandelt nicht direkt mit der Hamas, als Vermittler fungieren Ägypten, Katar und die USA.

Bei den schleppend verlaufenden Gesprächen geht es um den Austausch der verbleibenden Geiseln gegen palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen und um Wege zu einer dauerhaften Waffenruhe im Gaza-Krieg. Die Hamas fordert, dass Israel den Krieg schnell beendet. Israel wiederum möchte sich die Option auf ein militärisches Eingreifen in Gaza auch nach einer Freilassung der Geiseln offenhalten.

Wegen der gegensätzlichen Ansichten kam der Verhandlungsprozess zuletzt zum Erliegen und setzte erst kürzlich wieder ein, nachdem die Hamas Medienberichten zufolge bei einigen ihrer Positionen Flexibilität gezeigt hatte. Nach einer letzten Runde am Mittwoch in der katarischen Hauptstadt Doha zeigten einige Teilnehmer vorsichtigen Optimismus. «Wir sehen Fortschritte. Wir sehen die Möglichkeit, dass ein Abkommen erzielt wird», sagte der US-amerikanische Nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan in Washington. «Garantieren können wir das nicht», fügte er hinzu. «Da müssen noch eine Menge Details festgeklopft werden.» Ähnlich hatten sich zuvor israelische Regierungsbeamte geäussert. «Wir sind einer Übereinkunft über die Prinzipien eines Deals nahe», zitierte der israelische TV-Sender Channel 13 einen von ihnen.

Bei seiner Abschlusspressekonferenz im Rahmen des Nato-Gipfels in Washington äusserte sich auch US-Präsident Joe Biden optimistisch. «Der Trend ist positiv», sagte er. Beide Seiten hätten einem von ihm vorgestellten Plan zugestimmt. Nun gehe es darum, die Einzelheiten auszuarbeiten. (sda/dpa)
22:08
Armee räumt Versagen bei Massaker am 7. Oktober in Kibbuz Beeri ein
Eine interne Untersuchung der israelischen Armee über ihre Rolle bei dem Massaker palästinensischer Terroristen am 7. Oktober in einem Kibbuz räumt das Scheitern des Militärs ein. «Die Untersuchungskommission stellt fest, dass die israelischen Streitkräfte bei ihrem Auftrag, die Bewohner des Kibbuz Beeri zu schützen, versagt haben», heisst es in dem veröffentlichten Bericht.

Allein im Kibbuz Beeri nahe an der Gaza-Grenze töteten die Hamas-Terroristen am 7. Oktober 2023 101 Zivilisten. Weitere 30 verschleppten sie in den Gazastreifen, 11 von ihnen befinden sich immer noch in der Gewalt der Hamas. 31 Angehörige von Sicherheitskräften fielen in den Kämpfen mit den mörderischen Eindringlingen.

Überlebende des Massakers von Beeri hatten beklagt, dass die Armee erst Stunden nach Beginn des Überfalls am Schauplatz eintraf. Die Bewohner und ein kleines Kontingent des Kibbuz-eigenen bewaffneten Sicherheitsdienstes seien stundenlang auf sich allein gestellt gewesen.

Der interne Armee-Bericht lobt den Mut der Kibbuz-Bewohner und ihres Sicherheitsdienstes. Ihr Einsatz sei entscheidend gewesen, um «die Situation in den ersten Stunden des Kampfes zu stabilisieren und die Ausweitung des Angriffs auf weitere Teile des Kibbuz abzuwenden». (sda/dpa)
epa11038558 A resident of kibbutz Beeri inspects a burnt-out house in Kibbutz Beeri near the Gaza border in southern Israel, 20 December 2023. More than 100 people were killed in the kibbutz when Hama ...
Bild: keystone
20:46
Pentagon: Betrieb des Gaza-Piers wird bald eingestellt
Die vom US-Militär errichtete provisorische Anlegestelle für humanitäre Hilfsgüter an der Küste des Gazastreifens wird ihren Betrieb bald vollständig einstellen. Der Pier sei stets als vorübergehende Lösung gedacht gewesen, um die Lieferung zusätzlicher Hilfe in das Küstengebiet zu ermöglichen, teilte Pentagon-Sprecher Pat Ryder mit. In Kürze werde daher der Betrieb eingestellt. Nähere Details zu dem Zeitplan würden später mitgeteilt.

Ende Juni war die Anlage ohnehin wegen rauen Seegangs abgebaut und nach Aschdod an die israelische Küste geschleppt worden. Man habe am Mittwoch versucht, die provisorische Anlegestelle wieder am Strand des Gazastreifens zu verankern. Aufgrund technischer und wetterbedingter Probleme sei das nicht gelungen. Die Ausrüstung werde wieder nach Aschdod zurückgebracht. «Ein Termin für die Wiederverankerung wurde noch nicht festgelegt.» Offen blieb mit dieser Information, ob der temporäre Hafen vor dem endgültigen Ende des Betriebs noch mal zum Einsatz kommt.

Das Provisorium sieht vor, dass Frachter Hilfslieferungen von Zypern aus zunächst zu einer schwimmenden Plattform einige Kilometer vor der Küste des Gazastreifens bringen. Die Güter werden dort auf kleinere Schiffe verladen, die näher an die Küste heranfahren können. Diese legen dann mit den Lkw-Ladungen an dem an der Küste befestigten temporären Pier an. Dort werden die Lieferungen von Hilfsorganisationen entgegengenommen und verteilt.

Seit der Inbetriebnahme im Mai gab es jedoch unentwegt Probleme. Der Pier wurde bei heftigem Seegang beschädigt. Auch die Verteilung der Hilfsgüter für die notleidenden Menschen in dem umkämpften Küstenstreifen gestaltete sich als mehr als schwierig. (sda/dpa)
epa11442690 A ship is seen near a temporary floating pier previously anchored by the US to boost aid deliveries in the Gaza Strip, 27 June 2024 (issued 28 June 2024). More than 37,000 Palestinians and ...
Bild: keystone
19:27
USA verhängen weitere Sanktionen gegen israelische Siedler
Die US-Regierung verhängt weitere Sanktionen gegen Personen und Einrichtungen, die mit der israelischen Besetzung im Westjordanland in Verbindung stehen. Nach Angaben des US-Aussenministeriums waren die Betroffenen unter anderem an Gewalt gegen palästinensische Zivilisten beteiligt, haben deren Land unrechtmässig «beschlagnahmt» und bedrohen «den Frieden, die Stabilität und die Sicherheit im Westjordanland».

Konkret richten sich die Massnahmen gegen drei Einzelpersonen, vier von extremistischen Siedlern errichtete Aussenposten im Westjordanland sowie die rechtsradikale jüdische Gruppe Lehava. (sda/dpa)
11:39
Armee: zwei hochrangige Hamas-Mitglieder getötet
Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge zwei hochrangige Mitglieder der Hamas getötet. Darunter sei ein Mann namens Hassan Abu Kuik, der zahlreiche Anschläge gegen Israel verübt habe, teilte das Militär mit.

Demnach war er Leiter der operativen Sicherheit des inneren Sicherheitsapparats der Hamas. Er soll für die Region des zentralen Gazastreifens verantwortlich gewesen sein. Er sei diese Woche getötet worden. Laut Armee töteten Einsatzkräfte zudem einen Teamleiter des militärischen Geheimdienstes der Islamistenorganisation.

Die Armee sei auch weiterhin im Einsatz in der Zentrale des Palästinenserhilfswerks UNRWA, hiess es weiter. Am Mittwoch hätten Soldaten dort zahlreiche Waffen entdeckt. Laut Armee nutzen Mitglieder der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Dschihads (PIJ) die UNRWA-Zentrale für terroristische Zwecke. Die Angaben der Armee liessen zunächst nicht unabhängig überprüfen. In der Zentrale gibt es seit Kriegsbeginn keinen regulären Betrieb der Helfer mehr.

Laut Armee wurden heute erneut Geschosse aus dem Gazastreifen Richtung Israel gefeuert. Die Luftabwehr habe mehrere abgefangen. Sie seien aus der Gegend von Rafah gekommen, hiess es. Das Militär teilte mit, die Luftwaffe habe diejenigen angegriffen und getötet, die die Geschosse am Morgen abgefeuert hätten. (sda/dpa)
Ein Kampfflugzeug des Typs F15 der israelischen Luftwaffe. (Archivbild)
Bild: AP
7:57
Hisbollah: Werden Entscheidung der Hamas zu Waffenruhe akzeptieren
Die libanesische Hisbollah-Miliz wird nach Angaben ihres Anführers Hassan Nasrallah die Entscheidung der verbündeten islamistischen Hamas bei den Verhandlungen über eine Waffenruhe im Gazastreifen akzeptieren.

Die islamistische Hisbollah-Miliz werde im Falle einer Einigung auf eine Waffenruhe auch die Angriffe auf Israel einstellen, sagte Nasrallah am Mittwoch.

Seit dem Beginn des Kriegs im Gazastreifen liefern sich die Hisbollah und die israelische Armee im Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon immer wieder intensive Gefechte.

«Was auch immer die Hamas akzeptiert, alle akzeptieren es und sind damit zufrieden», sagte Nasrallah mit Blick auf pro-iranische Gruppen in der Region, die gegen Israel und die USA gerichtet sind.

Die Hisbollah verlange nicht von der Hamas, sich miteinander abzustimmen, denn der Kampf sei «in erster Linie» der der Hamas. Wenn eine Waffenruhe erreicht werde, werde die Hisbollah «das Feuer ohne jegliche Diskussion einstellen».

Seit Beginn des Kriegs im Gazastreifen nach dem beispiellosen Grossangriff von Kämpfern der islamistischen Hamas und weiterer militanter Palästinensergruppen auf Israel am 7. Oktober liefern sich die Hisbollah und die israelische Armee im Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon immer wieder intensive Gefechte. Die Lage schürt die Furcht vor einer Ausweitung des Kriegs im Gazastreifen auf den Libanon.

Nach einer AFP-Zählung wurden bei den Gefechten in dem Grenzgebiet seit Oktober auf libanesischer Seite fast 500 Menschen getötet. Auf der israelischen Seite der Grenze wurden nach Behördenangaben mindestens 29 Menschen getötet.

Die Hisbollah sieht sich wie auch die Hamas als Teil der gegen Israel gerichteten und vom Iran unterstützten «Achse des Widerstands». (sda/afp)
17:09
Netanjahu: Halten an Gaza-Deal fest – aber es gibt rote Linien
Ungeachtet der Differenzen bei den Verhandlungen über eine Waffenruhe und Freilassung von Geiseln hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beteuert, am Ziel eines Abkommens im Gaza-Krieg festzuhalten. Israel sei zu einem Deal bereit, solange die roten Linien seines Landes gewahrt würden, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros bei einem Treffen mit dem Nahost-Koordinator des Weissen Hauses, Brett McGurk. Was genau diese roten Linien sind, wurde allerdings nicht mitgeteilt.

Die Terrororganisation Hamas hatte bislang ein Ende des Kriegs als Voraussetzung für einen Geisel-Deal verlangt. Doch ist Netanjahus Regierung dazu nicht bereit. Ihr Ziel ist es, die Hamas militärisch zu zerschlagen und politisch zu entmachten. Vor wenigen Tagen hatte Israels Regierungschef mit Äusserungen darüber, dass ein Abkommen die Wiederaufnahme der Kämpfe erlauben müsse, für Ärger gesorgt. Dies schade den Bemühungen um ein Abkommen, zitierte die «Times of Israel» einen namentlich nicht genannten ranghohen Vertreter der Vermittler. Israel will weiterhin verhindern, dass Bewaffnete in den Norden des Gazastreifens zurückkehren.

Ein Abkommen muss aus Sicht Israels ausserdem verhindern, dass Waffen aus Ägypten in den Gazastreifen geschmuggelt werden können. Israels Verteidigungsminister Joav Galant signalisierte in einem Gespräch mit McGurk nach Angaben seines Büros, dass Israel bereit sei, im Rahmen eines Geisel-Abkommens Truppen aus dem sogenannten Philadelphia-Korridor abzuziehen. Gemeint ist ein 14 Kilometer langer Streifen, der auf der Gaza-Seite entlang der Grenze zu Ägypten verläuft. Es brauche aber eine Lösung, um dennoch die Versorgung der Hamas mit Waffen zu unterbinden, sagte Galant. (sda/dpa)
8:36
Verhandlungen gehen in die nächste Runde
Die indirekten Verhandlungen über eine Waffenruhe und Freilassung der Geiseln in der Gewalt der Hamas im Tausch gegen palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen gehen heute in Doha weiter, nachdem zuvor Gespräche in Kairo stattgefunden hatten. Ägyptische Berichte über bedeutende Fortschritte seien verfrüht, zitierte der israelische Sender Channel 12 eine ranghohe israelische Quelle. Es seien «schwierige und komplexe» Verhandlungen. Es gebe aber Anstrengungen, um einen Durchbruch zu erzielen.

Israels Delegation reise unter Leitung des Chefs des Auslandsgeheimdienstes Mossad, David Barnea, des Chefs des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet, Ronen Bar sowie des Chefunterhändlers des Militärs, Nitzan Alon, an, berichteten israelische Medien. Sie wollten in der katarischen Hauptstadt CIA-Chef Bill Burns, den ägyptischen Geheimdienstchef Abbas Kamel und Katars Ministerpräsidenten und Aussenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani treffen. Die USA, Ägypten und Katar vermitteln zwischen Israel und der Hamas. (sda/dpa)
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Banksy sprayt in Gaza Katzen auf zerstörte Häuser – und lockt Geschäftemacher an
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Banksy sprayt in Gaza Katzen auf zerstörte Häuser – und lockt Geschäftemacher an
Der britische Streetart-Künstler Banksy hat heimlich den Gazastreifen besucht. Dort hinterliess er diese Katze, die mit einem rostigen Schrottknäuel «spielt».
quelle: x90014 / suhaib salem
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Israelische Armee rückt in Rafah ein – die Darstellungen sind unterschiedlich
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Sie wollten gegen Präsident demonstrieren – 33 Festnahmen in Ägypten

In Ägypten sind Menschenrechtlern zufolge 33 Menschen festgenommen worden nach Aufrufen im Internet zu Protesten gegen Präsident Abdel Fattah al-Sisi. Ihnen werde unter anderem die Verbreitung von Falschnachrichten im In- und Ausland vorgeworfen, teilte die Egyptian Initiative for Personal Rights (EIPR) mit. Die Festgenommenen kämen demnach für zunächst 15 Tage in Untersuchungshaft. Sicherheitskreise bestätigten die Festnahmen der vergangenen Tage. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

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