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Israel-Gaza-Krieg: Explosion in Tel Aviv – Ursache unklar

epa11469935 A young woman sits inside a cage as relatives and family members of Israeli hostages held by Hamas in Gaza stage a protest outside the Knesset, the Israeli parliament, in Jerusalem, 10 Jul ...
Eine junge Frau protestiert für die Freilassung der israelischen Hamas-Geiseln.Bild: keystone
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Explosion in Tel Aviv – Ursache unklar +++ Amnesty wirft Israel Folter vor

Am 7. Oktober 2023 attackierte die Hamas Israel und ermordete 1200 Menschen. Israel reagierte mit Bombenangriffen und die Armee drang in den Gazastreifen ein. Alle News im Liveticker.
17.07.2024, 21:0219.07.2024, 06:40
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  • Auslöser des Gaza-Kriegs war das beispiellose Massaker mit mehr als 1200 Toten, das Terroristen der Hamas und anderer Gruppen am 7. Oktober 2023 in Israel verübt hatten.
  • Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive, die laut Hamas-Angaben bereits über 39'000 Todesopfer gefordert hat. Es ist nicht bekannt, wie viele Hamas-Kämpfer darunter sind.
  • Bei dem Überfall hatten die islamistischen Terroristen mehr als 250 Menschen in den Gazastreifen verschleppt. Mehr als 100 waren bei einem früheren Austausch von Geiseln gegen Palästinenser in israelischer Haft im November freigekommen.
  • Mehr als 120 Geiseln befinden sich nach israelischer Zählung noch in der Gewalt der Islamisten. Dabei ist nicht klar, wie viele von ihnen tot sind.
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6:39
Explosion in Tel Aviv – ein Toter und mehrere Verletzte
In der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv ist in der Nacht bei dem Einschlag einer Drohne in ein Wohnhaus ein Mann getötet worden. Acht weitere Menschen seien bei der Explosion in der Nähe einer Niederlassung der US-Botschaft verletzt worden, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom auf der Plattform X mit.

Nach Angaben der israelischen Armee handelte es sich um eine Langstreckendrohne, die vom Meer aus angeflogen sei und das Wohnhaus getroffen habe. Auch umliegende Gebäude wurden demnach beschädigt. Die Drohne sei von der Luftüberwachung zwar erfasst worden, jedoch aufgrund eines menschlichen Irrtums nicht abgeschossen worden.
epa11486774 Police inspect the damage at the scene of an explosion possibly caused by an unmanned aerial vehicle (UAV), in Tel Aviv, Israel, 19 July 2024. According to a statement by the Israeli Defen ...
Bild: keystone
Eine Militärsprecherin bestätigte auf Anfrage, dass es keinen Luftalarm gegeben habe. «Das hätte nicht passieren dürfen», zitierte die Zeitung «Times of Israel» einen Armee-Sprecher. Tel Aviv ist bisher von Drohnenangriffen weitgehend verschont geblieben.

Die Armee gehe davon aus, dass die Drohne möglicherweise von Huthi-Rebellen im Jemen gestartet wurde. Das lasse sich jedoch noch nicht zweifelsfrei bestätigen.

Die Huthi-Miliz im Jemen teilte mit, sie habe mit einer Drohne ein «wichtiges Ziel» in Tel Aviv angegriffen. Die mit dem Iran verbündete Miliz bezeichnete dies als Vergeltung für die israelischen Militäraktionen im Gazastreifen. Ein Sprecher sagte im Fernsehen, der Angriff sei mit einer neuen Drohne namens «Yafa» (Jaffa) erfolgt. Diese sei in der Lage, die israelische Abwehr zu umgehen. Die Miliz habe eine Liste weiterer Ziele in Israel vorbereitet. (sda/dpa)
6:11
Netanjahu in Rafah: Israels Armee bleibt noch länger da
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den israelischen Truppen im südlichen Gazastreifen einen vorher nicht angekündigten Besuch abgestattet. Den Foto-Termin mit Elitesoldaten nutzte er dazu, seine Forderung zu bekräftigen, dass das israelische Militär auch nach einem möglichen Waffenruheabkommen mit der islamistischen Hamas in Rafah, der Grenzstadt zu Ägypten, bleiben müsse. Die Forderung gilt als ein Hindernis, um bei den indirekten Verhandlungen zu einer Waffenruhe im Gaza-Krieg und zur Freilassung der rund 120 Geiseln in der Gewalt der Hamas zu gelangen.

Er fühle sich in der Überzeugung gestärkt, dass Israels Kontrolle über den Philadelphi-Korridor und über den Grenzübergang Rafah von entscheidender Bedeutung sei für die nächste Phase im Kampf gegen die Hamas, sagte Netanjahu in einem Video vom Schauplatz, das das Ministerpräsidentenamt veröffentlichte.

Der Philadelphi-Korridor ist ein etwa zwölf Kilometer langer Streifen, der auf der Gaza-Seite der Grenze zu Ägypten verläuft. Israel geht davon aus, dass sich die Hamas durch Tunnel, die unter dem Korridor verlaufen, mit Waffen, Gütern und Geld versorgt hat. Der Grenzübergang zu Ägypten ist seit Mai geschlossen, nachdem israelische Truppen dessen Gaza-Seite besetzt haben.

Ägypten, das zusammen mit Katar und den USA bei den indirekten Verhandlungen mit der Hamas vermittelt, ist strikt gegen einen dauerhaften Verbleib von Teilen Rafahs unter israelischer Besatzung.

Ein Teil der Gespräche zielt darauf ab, eine für alle Seiten akzeptable Lösung für die Kontrolle der Grenze zu Ägypten zu erzielen. Hauptziel der seit Monaten andauernden und immer wieder stockenden Verhandlungen sind die Herbeiführung einer Waffenruhe im Gaza-Krieg sowie der Austausch der israelischen Geiseln gegen palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen. Von den vermuteten 120 Geiseln dürften allerdings viele nicht mehr am Leben sein.
(sda/dpa)
20:35
Amnesty wirft Israel Folter von Palästinensern aus Gaza vor
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft Israel vor, palästinensische Gefangene aus dem Gazastreifen zu misshandeln und zu foltern. Den Häftlingen würden ausserdem über lange Zeiträume hindurch jeder Kontakt zu ihren Angehörigen sowie der Zugang zu Anwälten verwehrt, heisst es in einem jüngsten Bericht der Organisation.

Unter den Gefangenen seien auch unbewaffnete Zivilisten, die das Militär bei seinen Einsätzen im abgeriegelten Küstengebiet aus für sie nicht ersichtlichen Gründen festgenommen und in israelische Gefängnisse oder Lager gebracht hat. Der Bericht stützt sich auf die Befragung von 27 ehemaligen palästinensischen Gefangenen, unter ihnen fünf Frauen und ein 14-jähriger Junge. Alle hätten von Folter und anderer grausamer Behandlung durch das israelische Verhör- und Wachpersonal berichtet.

Der Bericht zitiert einen 57-jährigen Kinderarzt, den das Militär im Dezember des Vorjahres im Al-Ahli-Krankenhaus in der Stadt Gaza festnahm. Er verbrachte seiner Schilderung zufolge 45 Tage im berüchtigten israelischen Militärlager Sde Teiman nahe Beerscheba. Er habe dort hungern müssen, sei mehrfach geschlagen und zu stundenlangem Verharren auf den Knien gezwungen worden.

Israel äusserte sich nicht zu den Vorwürfen des Berichts. In früheren Fällen, in denen den Behörden Folter und Misshandlung von palästinensischen Gefangenen vorgeworfen wurden, bestritt das Land jegliches Fehlverhalten.

Zugleich sind lange Haftzeiten ohne gerichtliche Überprüfung und Anklage, die Isolierung von Gefangenen und das Verwehren der Kontaktaufnahme mit Angehörigen und Anwälten durch Israels Gesetze gedeckt, insofern es sich um Angehörige der islamistischen Hamas handelt. Das Gesetz behandelt diese als «illegale Kombattanten», auf die internationale Konventionen nicht anzuwenden seien.

Nach Ausbruch des Gaza-Kriegs verschärfte Israel das diesbezügliche Gesetz, sodass noch längere Festhaltungen ohne richterliche Überprüfung möglich sind. Der Bericht ruft Israel dazu auf, diese Praktiken zu beenden. Auslöser des Kriegs war das beispiellose Massaker, das Terroristen der Hamas sowie anderer extremistischer Palästinenserorganisationen am 7. Oktober im Süden Israels verübt haben. (sda/dpa)
20:33
Treffen von Biden und Netanjahu erwartet
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu wird bei seinem Besuch in Washington in der kommenden Woche voraussichtlich auch mit US-Präsident Joe Biden zusammentreffen. «Wir gehen davon aus, dass die beiden Regierungschefs die Gelegenheit haben werden, sich zu treffen, während Ministerpräsident Netanjahu in der Stadt ist», teilte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, mit.
President Joe Biden walks down the steps of Air Force One at Dover Air Force Base in Delaware, Wednesday, July 17, 2024. Biden is returning to his home in Rehoboth Beach, Del., to self-isolate after t ...
Bild: keystone
Details könne er bislang nicht nennen. Bidens Genesung stehe im Vordergrund und könne den Terminplan des Präsidenten auch noch beeinflussen, sagte Kirby. Biden hat sich mit dem Coronavirus infiziert und befindet sich derzeit in seinem Privathaus in Rehoboth im Bundesstaat Delaware in häuslicher Isolation.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will die Annexion der jüdischen Siedlungsgebiete im besetzten Westjordanland vorantreiben. (Archivbild)
Bild: AP Pool Reuters
Netanjahu will am kommenden Mittwoch vor beiden Kammern des US-Kongresses eine Rede zum israelischen Vorgehen im Gazastreifen halten. Die Spitzen beider Parteien im Parlament hatten Netanjahu dazu eingeladen. Zuletzt waren Biden und Netanjahu im vergangenen Herbst in Tel Aviv persönlich zusammengekommen, kurz nach den Angriffen der Hamas am 7. Oktober. (sda/dpa)
16:22
Israel tötet Mitglied einer Extremistengruppe
Bei einem mutmasslich israelischen Drohnenangriff ist libanesischen Angaben zufolge ein Mitglied einer Extremistengruppe getötet worden. Der Mann habe der mit der islamistischen Hamas verbündeten Gruppe Al-Dschamaa al-Islamija angehört.

Er sei ums Leben gekommen, als sein Fahrzeug im Osten des Landes getroffen worden sei, hiess es aus libanesischen Sicherheitsquellen. Auch die libanesische Staatsagentur NNA meldete den Vorfall in der Bekaa-Ebene. Demnach geriet sein Wagen durch den Angriff in Brand.

Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren. Israels Armee teilte auf Anfrage mit, die Berichte zu prüfen. Die militante Gruppe äusserte sich zunächst nicht. Die Organisation steht der Schiitenmiliz Hisbollah und der Hamas im Gazastreifen nahe und unterstützt nach eigenen Angaben deren Kampf gegen Israel.

Bereits im Juni hatte die israelische Armee ein Mitglied der Gruppe bei einem Angriff in der Bekaa-Ebene getötet.
Das Militär teilte damals mit, er sei für Waffenlieferungen für die Hamas sowie für Al-Dschamaa al-Islamija zuständig gewesen.

Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz liefern sich seit dem Beginn des Gaza-Kriegs nahezu täglich Gefechte. Auf beiden Seiten gab es Tote. Die vom Iran unterstützte Hisbollah handelt nach eigenen Aussagen aus Solidarität mit der Hamas. Seit langem wird befürchtet, dass sich der Konflikt ausweiten könnte. (sda/dpa)
16:21
Israels Polizeiminister empört erneut mit Tempelberg-Besuch
Israels rechtsextremer Polizeiminister Itamar Ben-Gvir hat erneut mit einem Besuch auf dem Tempelberg in Jerusalem Ärger ausgelöst.

Er bete und arbeite hart dafür, dass Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Kraft habe, im Gaza-Krieg nicht nachzugeben, den militärischen Druck zu erhöhen und zu siegen, sagte er in einem vor Ort gedrehten Video, dass er auf der Plattform X veröffentlichte. Er sei auf den Tempelberg gekommen, um für die Geiseln und ihre Rückkehr «ohne einen leichtsinnigen Deal, ohne Kapitulation» zu beten, hiess in der Aufnahme weiter.

Ben Gvir hat mehrfach damit gedroht, aus der Koalition auszutreten, sollte Netanjahu einem Abkommen zur Freilassung der Geiseln mit der Hamas zustimmen, in dessen Rahmen auch der Krieg beendet würde. Netanjahu ist für sein politisches Überleben auf seine ultra-religiösen und rechtsextremen Koalitionspartner angewiesen, die Kompromisse bei den Verhandlungen ablehnen.
epa11391699 Israel's Minister for National Security Itamar Ben-Gvir (C) arrives at the 'Flag March' near the Damascus Gate in the Old City of Jerusalem, 05 June 2024, as Israel marks it ...
Bild: keystone
Kritiker werfen dem Regierungschef vor, die indirekt geführten Gespräche mit den Islamisten deshalb zu sabotieren. Kürzlich sagte Netanjahu, Israel werde durch noch mehr militärischen Druck der Hamas weitere Zugeständnisse abringen. Zuletzt soll die Hamas bereits bei einigen ihrer Positionen Flexibilität gezeigt haben.

Das jordanische Aussenministerium verurteilte seine Visite der heiligen Stätte. Ben-Gvir hatte den Tempelberg bereits mehrfach besucht, seitdem er im Amt ist. Dies hatte international stets für Kritik gesorgt.

Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. Die Heiligtümer auf dem Plateau des Tempelbergs werden von einer jordanischen Stiftung verwaltet, während Israel für die Sicherheit zuständig ist. Laut einer Vereinbarung mit den muslimischen Behörden dürfen Juden die Anlage besuchen, dort aber nicht beten. Dagegen gibt es jedoch immer wieder Verstösse. (sda/dpa)
16:16
Rund 20 Hamas-Terroristen in Gaza getötet
Israels Armee hat nach eigenen Angaben im Gazastreifen bei einem Angriff rund 20 Mitglieder der islamistischen Hamas getötet.

Sie hätten dem Bataillon der Terrorgruppe im Flüchtlingsviertel Al-Schati angehört, teilte das Militär mit. Unter den Getöteten seien auch Terroristen, die am Massaker in Israel am 7. Oktober beteiligt gewesen seien. Zudem töteten Soldaten den Angaben nach einen Scharfschützen, der in der vergangenen Woche einen israelischen Soldaten erschossen haben soll.

Israels Armee teilte ausserdem mit, bei einem weiteren Angriff den Kommandeur der Marine des Palästinensischen Islamischen Dschihad (PIJ) getötet zu haben. Er sei in der Stadt Gaza getroffen worden. Die Angaben des Militärs liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Den Angaben nach dauert auch der israelische Einsatz in der Stadt Rafah im Süden des Küstengebiets an. «Mehrere Terroristen wurden eliminiert», hiess es vom Militär dazu.
Einwohner bestätigten israelische Angriffe auf Ziele in dem Ort nahe der Grenze zu Ägypten.

Nach Darstellung der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden innerhalb der vergangenen 24 Stunden bei israelischen Angriffen mindestens 54 Palästinenser im Gazastreifen getötet.

Insgesamt kamen demnach seit Kriegsbeginn mindestens 38.848 Menschen ums Leben, weitere 89.459 Menschen seien verletzt worden. Auch diese Angaben, die nicht zwischen Zivilisten und Kämpfern unterscheiden, lassen sich derzeit nicht unabhängig verifizieren. (sda/dpa)
9:29
Knesset stimmt gegen einen palästinensischen Staat
sraels Parlament spricht sich erneut gegen die Gründung eines palästinensischen Staates aus.

Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte für einen Beschluss, der eine Staatsgründung ablehnt, wie das Parlament mitteilte. Darunter waren den Angaben nach die Parteien der rechtsreligiösen Koalition unter Führung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sowie auch die Oppositionspartei von Benny Gantz.

«Die Gründung eines palästinensischen Staates im Herzen des Landes Israel würde eine existenzielle Gefahr für den Staat Israel und seine Bürger darstellen», hiess es in dem Beschluss.

68 der 120 Abgeordneten stimmten für den Beschluss, neun Mitglieder von arabischen Parteien dagegen. Der Rest war abwesend oder enthielt sich. So stimmte etwa die liberale Zukunftspartei von Oppositionschef Jair Lapid Berichten zufolge nicht ab. Lapid gilt als Unterstützer einer Zweistaatenlösung.

Der Schritt dürfte die US-Demokraten verärgern, die eine Zweistaatenlösung fordern, schrieb die israelische Zeitung «The Times of Israel». Netanjahu soll am 24. Juli eine Rede vor dem US-Kongress zum Gaza-Krieg halten. (sda/dpa)
Israel's Prime Minister Benjamin Netanyahu attends a session of the Knesset, Israel's parliament, in Jerusalem, Wednesday, July 17, 2024. (AP Photo/Ohad Zwigenberg)
Bild: keystone
20:59
USA stellen Betrieb des provisorischen Hafens vor Gaza endgültig ein
Die USA stellen den Betrieb eines provisorischen Hafens vor der Küste des Gazastreifen endgültig ein. Die Mission sei beendet, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs mit. Über den Hafen von Aschdod in Israel sei eine alternative Route für die Lieferung von Hilfsgütern in den abgeriegelten Küstenstreifen geplant. Details dazu waren aber zunächst nicht bekannt. (sda/dpa)
7:54
Heftiger Schusswechsel an Israels Grenze zum Libanon
Nach einem nächtlichen Schusswechsel zwischen Israels Armee und der libanesischen Hisbollah herrschen an Israels nördlicher Grenze erhöhte Spannungen. Die proiranische Miliz feuerte rund 80 Raketen in mehreren Angriffswellen auf den Norden Israels ab. Dies sei eine Reaktion auf den Tod von fünf Syrern bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon, darunter drei Kinder, hiess es. Israels Armee fing einige Raketen nach eigenen Angaben ab, andere seien auf offenes Gelände gefallen. Es gebe keine Verletzten.

Die israelische Luftwaffe griff in Reaktion auf den Raketenbeschuss Stellungen der Hisbollah im Süden des Libanon an, wie das Militär am Abend mitteilte. Die Angaben beider Seiten konnten nicht unabhängig überprüft werden. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete zuvor, dass bei einem israelischen Drohnenangriff auf ein Agrargebiet im Süden des Libanon drei syrische Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren getötet worden seien. Eine weitere israelische Drohne habe zudem zwei syrische Männer getötet.

Israel und die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah liefern sich seit Beginn des Gaza-Kriegs nahezu täglich Gefechte. Es besteht die wachsende Sorge, dass es zu einem regelrechten Krieg kommt. Israel will, dass sich die Hisbollah hinter den 30 Kilometer von der Grenze entfernten Litani-Fluss zurückzieht - so wie es eine UN-Resolution vorsieht. Die Schiitenmiliz will mit dem Beschuss Israels aber erst aufhören, wenn es zu einem Waffenstillstand im Gaza-Krieg zwischen Israel und der mit ihr verbündeten Hamas kommt. (sda/dpa)
7:26
USA und Israel wollen militärische Zusammenarbeit verbessern
Angesichts der erneuten Angriffe der libanesischen Hisbollah auf den Norden Israels wollen die USA die militärische Zusammenarbeit mit ihrem Verbündeten stärken. US-Verteidigungsminister Lloyd Austin und sein Kollege Joav Galant hätten über die laufenden Angriffe der proiranischen Schiitenmiliz gesprochen, teilte das Pentagon am Dienstag (Ortszeit) in Washington mit. Die beiden Minister hätten dabei auch Möglichkeiten zur Verbesserung der militärischen Zusammenarbeit zwischen den USA und Israel als Reaktion auf eine Reihe regionaler Sicherheitsbedrohungen erörtert.

Derzeit wachsen die Sorgen vor dem Ausbruch eines neuen Krieges neben dem Gaza-Krieg. In der Nacht hatte die Hisbollah erneut Dutzende Raketen auf Israel abgefeuert. Die Hisbollah reagierte damit nach ihren eigenen Angaben auf den Tod von fünf Syrern bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon, darunter drei kleine Kinder. Die Schiitenmiliz will mit dem Beschuss Israels erst aufhören, wenn es zu einem Waffenstillstand im Gaza-Krieg zwischen Israel und der mit ihr verbündeten radikalislamischen Hamas kommt. Danach sieht es jedoch im Moment nicht aus.

Angesichts des geplanten Endes der vom US-Militär errichteten provisorischen Anlegestelle für humanitäre Hilfsgüter an der Küste des Gazastreifens betonte Austin laut Pentagon, wie wichtig es sei, die humanitären Hilfslieferungen über alle Landübergänge zu verstärken. Zudem müssten die Hilfslieferungen an den Hafen der israelischen Stadt Aschdod unterstützt werden, damit diese im Gazastreifen weiter verteilt werden könnten. Aschdod liegt gut 30 Kilometer von Gaza entfernt.

Der Pier war nach US-Angaben stets als vorübergehende Lösung gedacht gewesen, um die Lieferung zusätzlicher Hilfe in das Küstengebiet zu ermöglichen. Ende Juni war die Anlage wegen rauen Seegangs abgebaut und nach Aschdod an die israelische Küste geschleppt worden. Seit der Inbetriebnahme im Mai gab es unentwegt Probleme. Der Pier wurde bei heftigem Seegang beschädigt. Auch die Verteilung der Hilfsgüter für die notleidenden Menschen in dem umkämpften Küstenstreifen gestaltete sich als mehr als schwierig. (sda/dpa)
7:24
Bericht: Hamas-Kommandeure drängen Gaza-Anführer zu Deal mit Israel
Die Militärbefehlshaber der islamistischen Hamas im Gazastreifen drängen einem Medienbericht zufolge nach US-Erkenntnissen ihren Anführer Jihia al-Sinwar zu einem Waffenstillstandsabkommen mit Israel. Das habe CIA-Direktor Bill Burns auf Basis von US-Geheimdienstinformationen auf einer Unternehmerkonferenz in den USA hinter verschlossenen Türen gesagt, zitierte der US-Sender CNN eine informierte Quelle. Demnach dürfte sich Al-Sinwar derzeit in Tunneln unter Chan Junis im Süden Gazas versteckt halten.

Al-Sinwar gilt als massgeblicher Planer des Massakers in Israel vom 7. Oktober. Damals wurden rund 1.200 Israelis getötet und rund 250 Menschen nach Gaza verschleppt. Der Terrorüberfall war Auslöser des Krieges. Al-Sinwar ist für die Hamas der wichtigste Entscheidungsträger, wenn es darum geht, ein Abkommen zu akzeptieren. Burns sagte der Quelle zufolge, Al-Sinwar sei nicht «besorgt um seine Sterblichkeit». Er stehe aber unter Druck angesichts wachsenden Unmuts seiner Leute über das enorme Leid, das der Krieg über die Palästinenser bringe.

Al-Sinwars eigene Befehlshaber würden ihren Anführer dazu drängen, einem auf dem Tisch liegenden Vorschlag für ein Abkommen über eine Waffenruhe und die Freilassung von Geiseln im Austausch gegen palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen zuzustimmen, berichtete der Sender. Unabhängig liess sich das nicht überprüfen. Die indirekten Verhandlungen über ein Abkommen, bei denen die USA, Katar und Ägypten als Vermittler fungieren, sollen in dieser Woche in Doha oder Kairo fortgesetzt werden.

Israels Armee hatte Al-Sinwars Stellvertreter, Militärchef Mohammed Deif, am Samstag bei Chan Junis angegriffen. Dutzende Menschen wurden dabei getötet. Ob Deif darunter ist, ist noch unklar. Die Armee hat nach eigenen Angaben inzwischen die Hälfte der Führungsriege des militärischen Hamas-Flügels getötet. Laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden seit Kriegsbeginn bereits insgesamt mehr als 38'700 Menschen getötet. Die Angaben beider Seiten lassen sich derzeit nicht unabhängig verifizieren. (sda/dpa)
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Banksy sprayt in Gaza Katzen auf zerstörte Häuser – und lockt Geschäftemacher an
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Banksy sprayt in Gaza Katzen auf zerstörte Häuser – und lockt Geschäftemacher an
Der britische Streetart-Künstler Banksy hat heimlich den Gazastreifen besucht. Dort hinterliess er diese Katze, die mit einem rostigen Schrottknäuel «spielt».
quelle: x90014 / suhaib salem
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Israelische Armee rückt in Rafah ein – die Darstellungen sind unterschiedlich
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Die Rede von J. D. Vance, dem gesalbten Nachfolger von Donald Trump, lässt sich wie folgt zusammenfassen: Eine harte Jugend als Hillbilly (Hinterwäldler) wurde verklärt, die ausgebeutete Arbeiterklasse romantisiert, die Wall-Street-Banker und die multinationalen Konzerne dämonisiert, die christliche Familie idealisiert und China als grösste Gefahr für die USA gebrandmarkt. Kurz, es war eine populistische Rede vom Feinsten – mit leicht faschistoidem Einschlag.

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