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Israel-Gaza-Krieg: Israel: Palästinensergruppen mit Einigung in China

epa11469935 A young woman sits inside a cage as relatives and family members of Israeli hostages held by Hamas in Gaza stage a protest outside the Knesset, the Israeli parliament, in Jerusalem, 10 Jul ...
Eine junge Frau protestiert für die Freilassung der israelischen Hamas-Geiseln.Bild: keystone
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Netanjahu wird Biden und Trump treffen +++ Palästinensergruppen mit Einigung in China

Am 7. Oktober 2023 attackierte die Hamas Israel und ermordete 1200 Menschen. Israel reagierte mit Bombenangriffen und die Armee drang in den Gazastreifen ein. Alle News im Liveticker.
23.07.2024, 08:1823.07.2024, 23:13
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  • Auslöser des Gaza-Kriegs war das beispiellose Massaker mit mehr als 1200 Toten, das Terroristen der Hamas und anderer Gruppen am 7. Oktober 2023 in Israel verübt hatten.
  • Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive, die laut Hamas-Angaben bereits über 39'000 Todesopfer gefordert hat. Es ist nicht bekannt, wie viele Hamas-Kämpfer darunter sind.
  • Bei dem Überfall hatten die islamistischen Terroristen mehr als 250 Menschen in den Gazastreifen verschleppt. Mehr als 100 waren bei einem früheren Austausch von Geiseln gegen Palästinenser in israelischer Haft im November freigekommen.
  • Mehr als 120 Geiseln befinden sich nach israelischer Zählung noch in der Gewalt der Islamisten. Dabei ist nicht klar, wie viele von ihnen tot sind. Grosse Teile der Welt drängen auf einen Deal, auch in Israel gibt es andauernde Grossdemonstrationen.
  • Jüngst kommt es vermehrt auch zu Auseinandersetzungen zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah sowie den jemenitischen Huthi-Rebellen. Die Angst vor einer regionalen Eskalation steigt.
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22:09
Sowohl Biden als auch Trump wollen Netanjahu treffen
Sowohl US-Präsident Joe Biden als auch der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump wollen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu in separaten Treffen zusammenkommen. Netanjahu befindet sich derzeit auf einer USA-Reise und will am Mittwoch vor dem Kongress in Washington eine Ansprache halten. Die Stimmung zwischen Biden und Netanjahu war zuletzt wegen des Gaza-Kriegs angespannt.

Trump kündigte das Treffen mit Israels Regierungschefs auf seiner Plattform Truth Social an. Zunächst gab es Verwirrung um den Tag. In einem ersten Beitrag, den Trump wieder löschte, schrieb er von Mittwoch. In einem weiteren Beitrag Trumps war dann von Donnerstag die Rede. Auf Wunsch von Netanjahu sei das Treffen auf Freitag verlegt worden, schrieb Trump schliesslich.

Trump schrieb auf Truth Social, dass er sich freue, Netanjahu in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida begrüssen zu dürfen. Während seiner ersten Amtszeit herrschten Frieden und Stabilität im Nahen Osten, fügte der 78 Jahre alte Republikaner hinzu. Die «tödlichen Kriege und gewaltsamen Konflikte» müssten ein Ende haben, schrieb Trump auch mit Blick auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. «Kamala Harris ist in keiner Weise in der Lage, dies zu stoppen», betonte der Republikaner mit Blick auf die mögliche Ersatzkandidatin für Biden im Rennen um das Weisse Haus, Kamala Harris.
FILE - In this Tuesday, May 23, 2017, file photo, Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu, right, and US President Donald Trump shake hands at the Israel Museum in Jerusalem. (AP Photo/Sebastian Sch ...
Bild: keystone
Kurz nach Trumps Ankündigung veröffentlichte das Weisse Haus einen neuen Terminplan Bidens, auf dem das Treffen am Donnerstag vermerkt war. Wegen Bidens Coronainfektion war lange unklar, ob die beiden Regierungschefs tatsächlich zusammenkommen. Ursprünglich stand ein Treffen am heutigen Dienstag im Weissen Haus im Raum. Biden hat sich aber heute erst auf den Weg zurück nach Washington gemacht. Zuvor hatte er sich wegen seiner Covid-Erkrankung in seinem Privathaus im US-Bundesstaat Delaware isoliert.

Bei Netanjahus geplanter Rede vor dem Parlament soll es unter anderem um den seit mehr als neun Monaten tobenden Gaza-Krieg gehen. Angehörige israelischer Geiseln, die Netanjahu auf seiner US-Reise begleiten, erhoffen sich auch eine mögliche Ankündigung des Regierungschefs über eine Waffenruhe und Freilassung von Geiseln im Gegenzug für palästinensische Häftlinge. Bei einem Treffen mit den Angehörigen hatte Netanjahu sich vorsichtig optimistisch geäussert. In dem abgeriegelten Küstenstreifen werden noch rund 120 Geiseln vermutet, viele von ihnen dürften aber nicht mehr am Leben sein. Hoffnungen auf einen Deal bei internationalen Vermittlungsbemühungen hatten sich aber immer wieder zerschlagen.

Der Besuch des israelischen Ministerpräsidenten in Washington steht im Zeichen der politischen Wirren in den USA nach dem Rückzug von Biden aus dem Präsidentschaftsrennen.

Trump, der sich mitten in der heissen Phase des Wahlkampfs befindet, sorgt mit dem Empfang hochrangiger Staatsgäste immer wieder für Schlagzeilen. Erst vor Kurzem hatte der Republikaner Ungarns Regierungschef Viktor Orban in seinem Anwesen empfangen. (sda/dpa)
8:16
In China verkündet: Hamas und Fatah einigen sich auf Übergangsregierung
14 palästinensische Gruppierungen, darunter die islamistische Hamas und die säkulare Fatah, haben sich nach Angaben von Chinas Aussenminister Wang Yi darauf geeinigt, eine nationale Interimsregierung der «Versöhnung» für den Gazastreifen nach dem Krieg einzurichten. Der wichtigste Punkt sei die Einigung auf die Bildung einer «nationalen Interimsregierung zur Versöhnung», sagte Wang nach der Unterzeichnung der «Pekinger Erklärung» durch die Gruppierungen in der chinesischen Hauptstadt. (t-online/afp/dpa)
RAFAH REFUGEE CAMP, GAZA STRIP - OCTOBER 18: Masked Palestinian Hamas militants attend the funeral of Tariq Abu Hussein, senior Gaza field commander of the Ezzedin al-Qassam Brigades, the armed wing o ...
Bild: Getty Images Europe
7:47
Netanjahu in den USA: Geisel-Angehörige hoffen auf Abkommen
Während das Blutvergiessen im Gazastreifen andauert, richten die Angehörigen der Geiseln in der Gewalt der islamistischen Hamas ihre Hoffnung auf den in den USA eingetroffenen israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. «Wir gehen fest davon aus, dass seine Rede vor dem Kongress am Mittwoch die Ankündigung des Geiselabkommens sein wird, auf das wir alle gewartet haben», zitierte die Zeitung «Times of Israel» den Vater einer amerikanisch-israelischen Geisel in Washington.

Ein für heute geplantes Treffen zwischen Netanjahu und US-Präsident Joe Biden stand wegen Bidens Covid-Infektion auf der Kippe. Biden will sich in den verbleibenden Monaten als Präsident für ein Abkommen einsetzen: «Ich werde sehr eng mit den Israelis und den Palästinensern zusammenarbeiten, um herauszufinden, wie wir den Gaza-Krieg beenden, den Frieden im Nahen Osten sichern und all die Geiseln nach Hause bringen können», sagte er telefonisch beim Besuch von Kamala Harris in der Wahlkampfzentrale der Demokraten.

«Ich glaube, wir stehen kurz davor, das zu erreichen», fügte Biden hinzu, der sich bei dem Besuch seiner Vize-Präsidentin zugeschaltet hatte. Sein Verhältnis zu Netanjahu ist wegen dessen Handhabung des Krieges angespannt. Am Donnerstag sollen die indirekten Verhandlungen, bei denen die USA, Katar und Ägypten zwischen Israel und der Hamas vermitteln, fortgesetzt werden. Auf dem Tisch liegt ein dreistufiger Plan, der den Austausch der Geiseln gegen palästinensische Häftlinge sowie Wege hin zu einer dauerhaften Waffenruhe vorsieht.

Israelischen Medien zufolge sollen sich alle ranghohen Sicherheitschefs des Landes einig sein, dass sich das Militär in einer ersten sechswöchigen Phase eines möglichen Abkommens vollständig aus dem Gazastreifen zurückziehen könnte. Die relativ kurze Zeitspanne würde es der Hamas nicht erlauben, sich neu zu gruppieren, hätten Israels Verteidigungsminister Joav Galant, Generalstabschef Herzi Halevi sowie die Chefs der Geheimdienste Netanjahu gesagt. Demnach hätten sie ihm mitgeteilt, dass sie ein Geiselabkommen unterstützen.

In seiner Rede vor beiden Kammern des US-Kongresses will sich Netanjahu am Mittwoch zum Vorgehen in Gaza äussern. Sollte die Rede nicht die Ankündigung der Unterzeichnung eines Geiselabkommens beinhalten, wäre dies ein «totaler Fehlschlag», wurde der Vater der amerikanisch-israelischen Geiseln weiter zitiert. In dem abgeriegelten Küstenstreifen werden noch rund 120 Geiseln vermutet, viele von ihnen dürften aber nicht mehr am Leben sein. Israels Armee erklärte gerade erst zwei weitere Geiseln in der Gewalt der Hamas für tot.
Benjamin Netanjahu, Premierminister von Israel, w
Bild: sda
7:44
UN-Nothilfebüro beklagt Wassermangel
Bei einem neuerlichen Vorstoss der israelischen Streitkräfte im südlichen Gazastreifen gab es unterdessen palästinensischen Berichten zufolge viele Tote. Die Armee habe im Osten der Stadt Chan Junis angegriffen, sagten Augenzeugen. Mindestens 71 Palästinenser, unter ihnen Frauen und Kinder, seien ums Leben gekommen, weitere 200 hätten Verletzungen erlitten, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa unter Berufung auf Krankenhausmitarbeiter. Die Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen.

Die israelische Armee hatte zuvor die Bewohner im östlichen Teil der Stadt dazu aufgerufen, das Gebiet unverzüglich zu verlassen. Nachrichtendienstliche Erkenntnisse hätten ergeben, dass die Hamas von dort Raketenangriffe auf Israel durchführte. Augenzeugen zufolge machten sich Tausende Zivilisten auf die Flucht. Viele von ihnen waren bereits zuvor vor dem Krieg aus anderen Teilen Gazas hierher geflüchtet. Die häufigen Evakuierungsbefehle führten zur weiteren Zerstörung des Gesundheitssystems, beklagte das UN-Nothilfebüro OCHA.

Laut Hilfsorganisationen litten die Menschen in dem abgeriegelten Küstengebiet weiterhin unter schwerem Wassermangel, teilte OCHA mit. Zwischen dem 8. und 21. Juli habe die durchschnittliche tägliche Wassermenge etwa 90.000 Kubikmeter betragen – das sei etwa ein Viertel der Menge, die vor Beginn des Krieges vor fast zehn Monaten produziert worden sei. Schäden an der Infrastruktur, Mangel an Strom, Treibstoff, Ersatzteilen und Chlor behinderten die Wasserproduktion und -aufbereitung sowie das Abpumpen von Abwasser.
7:41
Bericht: Israels Armee bestätigt Angriff radikaler Siedler
Nach Medienberichten hatte sich der Vorfall am Sonntag in der Ortschaft Kusra nahe der palästinensischen Stadt Nablus ereignet. Eine Gruppe von Freiwilligen hatte palästinensische Bauern demnach zu ihren Olivenhainen begleitet. Durch ihre Präsenz wollten die Freiwilligen für den Schutz der Palästinenser sorgen. In dem Video, das aus der Aktivistengruppe heraus aufgenommen wurde, ist zu sehen, wie Maskierte mit Holzprügeln auf sie einschlagen. Mehrere Opfer, unter ihnen ein junger Deutscher, wurden danach im Krankenhaus behandelt.

Unter anderem berichteten die «Tagesschau» und der US-Sender CNN über den Vorfall, deren Reporter mit den Opfern sprachen. Die israelische Armee bestätigte CNN den Angriff. Sie habe am Tatort Warnschüsse in die Luft abgegeben und verurteile grundsätzlich jede Gewalt. Laut den Berichten sagten die Aktivisten hingegen, das Militär habe Schüsse in Richtung eines Palästinensers abgegeben. Seit Beginn des Gaza-Kriegs hat die Gewalt militanter Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland deutlich zugenommen.

Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler. Erst am Freitag hatte der Internationale Gerichtshof in einem nicht verbindlichen Rechtsgutachten die israelische Besatzung und den Siedlungsbau für illegal erklärt. (sda/dpa)
22:51
Deutscher Botschafter kritisiert Gewalt radikaler Siedler im Westjordanland
Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, hat einen Übergriff radikaler Siedler im israelisch besetzten Westjordanland kritisiert. «Internationale und israelische Aktivisten, unter ihnen ein deutscher Staatsbürger, sind von extremistischen Siedlern im Westjordanland angegriffen worden, als sie auf friedliche Weise Palästinensern in ihren Olivenhainen halfen», schrieb der Diplomat am Montag auf der Plattform X. «Diese Attacken stellen ein gut dokumentiertes kriminelles Verhalten dar, sie sind mit allen legalen Mitteln zu verfolgen.» Dazu postete Seibert ein Video, das den Angriff zeigen soll.



Nach Medienberichten hatte sich der Vorfall am Sonntag in der Ortschaft Kusra nahe der palästinensischen Stadt Nablus ereignet. Eine Gruppe von Freiwilligen hatte palästinensische Bauern demnach zu ihren Olivenhainen begleitet. Durch ihre Präsenz wollten die Freiwilligen für mehr Sicherheit und den Schutz der Palästinenser sorgen. In dem Video, das aus der Aktivistengruppe heraus aufgenommen wurde, ist zu sehen, wie Maskierte mit Holzprügeln auf sie einschlagen. Mehrere der Opfer, unter ihnen ein junger Deutscher, wurden anschliessend im Krankenhaus von Nablus behandelt.

Unter anderem berichteten die «Tagesschau» und der US-Sender CNN über den Vorfall, deren Reporter mit den Opfern sprachen. Gegenüber CNN bestätigte die israelische Armee den Angriff. Sie habe am Tatort Warnschüsse in die Luft abgegeben und verurteile grundsätzlich jede Gewalt. Laut den Berichten sagten die Aktivisten hingegen, das Militär habe Schüsse in Richtung eines Palästinensers abgegeben. (sda/dpa)
16:16
Zwei Hamas-Geiseln für tot erklärt
Israel hat zwei weitere Geiseln in der Gewalt der Hamas für tot erklärt, darunter ein polnisch-israelischer Doppelstaatsbürger.

Militärvertreter hätten die Familien von Alex Dancyg und Jagev Buchstab (35) informiert, teilte die Armee mit. Sie seien am 7. Oktober vergangenen Jahres «brutal in den Gazastreifen entführt worden». Beide Männer seien nicht mehr am Leben, ihre Leichen würden von der Terrororganisation Hamas festgehalten.

Die Entscheidung, sie für tot zu erklären, basiere auf Geheimdienstinformationen und sei von einem Expertenforum gebilligt worden. Die Umstände ihres Todes in der Gewalt der Hamas würden untersucht.

Das Forum der Geiselfamilien teilte mit, man trauere um die beiden Männer. Der Historiker Dancyg wäre am Sonntag 76 Jahre alt geworden. Er stammte aus Polen und arbeitete in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.

Er hatte sich jahrelang für eine Vertiefung der Beziehungen zwischen Israel und Polen eingesetzt und war an der Vorbereitung von Schülerreisen beteiligt. Freigekommene Geiseln hatten berichtet, der passionierte Lehrer habe ihnen in der Gefangenschaft Geschichtsunterricht erteilt.

Familien der Geiseln wollen Abkommen

Das Forum schrieb: «Jagev und Alex wurden lebend gefangen genommen und hätten lebend zu ihren Familien und in ihr Land zurückkehren sollen.» Ihr Tod spiegele auf tragische Weise die Konsequenzen der Verzögerungen bei den Verhandlungen um eine Waffenruhe im Gazastreifen und Freilassung der 120 Geiseln im Gegenzug für palästinensische Häftlinge wider.

Man fordere von der israelischen Regierung, einem Geisel-Abkommen umgehend zuzustimmen. «Mit jeder Woche, die vergeht, läuft die Zeit für die Geiseln ab.»

Der Musiker Buchstab sei ebenso wie seine Frau entführt worden, die israelische und deutsche Staatsbürgerin ist, schrieb der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, im sozialen Netzwerk X. Sie sei später wieder freigekommen. «Unsere Herzen sind mit ihr und der ganzen Familie.»

Das polnische Aussenministerium in Warschau würdigte Dancyg als «Mann des Friedens und der Freundschaft, der einen grossen Beitrag zum polnische-jüdischen Dialog geleistet hat».

Die polnische Regierung werde sich weiter für die bedingungslose Freilassung aller Geiseln in Gaza einsetzen. Aussenamtssprecher Pawel Wronski sagte, es habe seit März Vermutungen gegeben, dass Dancyg tot sein könnte. Nun sei er von Israel offiziell für tot erklärt worden. Man warte die weiteren israelischen Untersuchungen ab. (sda/dpa)
epa11255482 Poland's Foreign Ministry spokesman Pawel Wronski addresses the media following the death of a Polish humanitarian volunteer in Gaza, in Warsaw, Poland, 02 April 2024. The NGO World C ...
Bild: keystone
16:15
Berichte: Viele Tote bei israelischem Vorstoss in Gaza
Bei einem neuerlichen Vorstoss der israelischen Streitkräfte im südlichen Gazastreifen hat es palästinensischen Berichten zufolge viele Tote gegeben.

Die Armee habe im Osten der Stadt Chan Junis angegriffen, sagten Augenzeugen. Mindestens 39 Palästinenser, unter ihnen Frauen und Kinder, seien ums Leben gekommen, weitere 80 hätten Verletzungen erlitten, teilten Krankenhausmitarbeiter in Chan Junis mit. Die Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen.

Die israelische Armee hatte zuvor die Bewohner im östlichen Teil der Stadt dazu aufgerufen, das Gebiet unverzüglich zu verlassen. Nachrichtendienstliche Erkenntnisse hätten ergeben, dass die islamistische Hamas von dort aus Raketenangriffe auf Israel durchführte.

Die Armee würde dagegen entschieden vorgehen, für Zivilisten würde es gefährlich werden, teilte sie auf ihrem Telegram-Kanal mit. Zu diesem Zwecke seien auch die Grenzen einer humanitären Zone für Zivilisten geändert worden, weil die Hamas aus dem betreffenden Gebiet heraus Israel angegriffen habe.

Augenzeugen zufolge machten sich Tausende Zivilisten auf die Flucht. Viele von ihnen waren bereits zuvor vor dem Krieg aus anderen Teilen des Gazastreifens hierher geflüchtet. (sda/dpa)
15:19
Berichte: Kanadier bei Anschlagsversuch in Israel erschossen
Ein kanadischer Staatsbürger ist nach israelischen Medienberichten bei einem Anschlagsversuch am Rande des Gazastreifens getötet worden.

Nach Angaben der Armee bedrohte der Mann zivile Wachleute am Eingang des Kibbuz Netiv Haasara mit einem Messer. Diese hätten auf den Mann geschossen und ihn «ausser Gefecht gesetzt».

Er sei mit einem Fahrzeug von israelischem Gebiet aus gekommen. Die Nachrichtenseite «ynet» schrieb, der Mann habe auf Englisch etwas über das Töten von Zivilisten im Gazastreifen gerufen. (sda/dpa)
11:20
Unicef: 143 Kinder und Jugendliche im Westjordanland getötet
Im Westjordanland und Ost-Jerusalem sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerk Unicef in den vergangenen neun Monaten 143 Kinder und Jugendliche getötet worden.

Ausserdem seien 440 junge Palästinenser durch Munition verletzt worden, teilte Unicef weiter mit. Diese Zahlen seien eine «unnötige und exzessive Ausübung von Gewalt gegen die Verwundbarsten». Sie bedeuteten eine Verdreifachung der Opferzahlen im Vergleich zum Neun-Monats-Zeitraum davor. Auf israelischer Seite seien im Westjordanland in den vergangenen neun Monaten zwei Kinder getötet worden, ergänzte Unicef.

«Die Situation hat sich erheblich verschlechtert, was mit der Eskalation der Feindseligkeiten im Gazastreifen zusammenfällt», so Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell. Es gebe häufig Vorwürfe, dass palästinensische Kinder auf dem Heimweg von der Schule festgehalten oder beim Gehen auf der Strasse erschossen würden.

«Die Gewalt muss jetzt aufhören», sagte Russell. Die israelisch-palästinensischen Spannungen wirkten sich auf das Wohlergehen Tausender Kinder und Familien aus, die täglich in Angst um ihr Leben rennen würden, so Unicef.

Die Lage im Westjordanland hat sich seit Beginn des Gaza-Kriegs nach dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 noch einmal deutlich verschärft. Seitdem wurden bei israelischen Militäreinsätzen, Konfrontationen oder eigenen Anschlägen nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Westjordanland mehr als 550 Palästinenser getötet.

Auch Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser nahm in dem Zeitraum zu. Israel hatte das Westjordanland, den Gazastreifen und Ost-Jerusalem im Sechstagekrieg von 1967 erobert und besetzt. Die Palästinenser beanspruchen diese Gebiete für einen eigenen Staat. (sda/dpa)
10:16
Netanjahu betont vor Reise in die USA Stärke des Bündnisses
Vor seiner Abreise in die USA hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Stärke des Bündnisses beider Staaten betont.

Er werde sich um die Unterstützung beider politischer Lager in den USA bemühen, sagte der Regierungschef. «Ich werde meinen Freunden auf beiden Seiten sagen, dass unabhängig davon, wen das amerikanische Volk als seinen nächsten Präsidenten wählt, Israel Amerikas unverzichtbarer und stärker Verbündeter im Nahen Osten bleibt.»

Er werde am Mittwoch eine Rede vor dem Kongress halten, «zu einer Zeit, in der Israel an sieben Fronten kämpft und in der grosse politische Ungewissheit in Washington herrscht», sagte Netanjahu weiter.

Trotz Bidens Rückzug aus dem Rennen um eine weitere Amtszeit trifft Netanjahu den US-Präsidenten am Dienstag. «Dies wird eine Gelegenheit sein, ihm für die Dinge zu danken, die er im Krieg und während seiner langen und ausgezeichneten Karriere im öffentlichen Dienst für Israel getan hat, als Senator, als Vize-Präsident und als Präsident.»

Er wolle mit Biden auch darüber sprechen, «wie wir in den kritischen nächsten Monaten die Ziele vorantreiben können, die wichtig für unsere beiden Länder sind: Die Freilassung aller unserer Geiseln zu erreichen, den Sieg über die Hamas, sich der Terrorachse des Irans und seiner Helfershelfer entgegenzustellen und die sichere Rückkehr aller israelischen Bürger in ihre Wohnorte im Norden und Süden zu gewährleisten».

Netanjahu sagte abschliessend: «In dieser Zeit von Krieg und Ungewissheit ist es wichtig, dass Israels Feinde wissen, dass Amerika und Israel zusammenstehen – heute, morgen und immer.» (sda/dpa)
5:55
Israel greift nach Beschuss Hisbollah-Stellungen an
Die israelische Luftwaffe hat nach Beschuss durch die proiranische Hisbollah erneut Stellungen der Miliz im Südlibanon beschossen. Wie die israelische Armee am Abend mitteilte, sei eine Raketenabschussanlage bombardiert worden. Zudem seien ein Beobachtungsposten und «Terror-Infrastruktur» der Hisbollah angegriffen worden. Nähere Details wurden nicht genannt. Die Angaben konnten unabhängig nicht überprüft werden. Zuvor soll die Hisbollah den Norden Israels mit Raketen und Drohnen angegriffen haben.

Israel und die libanesische Schiitenmiliz liefern sich seit dem Beginn des Gaza-Kriegs nahezu täglich Gefechte. Zuletzt nahm deren Intensität deutlich zu. Auf beiden Seiten gab es Tote. Die Hisbollah handelt nach eigenen Aussagen aus Solidarität mit der islamistischen Hamas im Gazastreifen. Seit langem wird befürchtet, dass sich der Konflikt ausweiten könnte. (sda/dpa)
17:31
Huthi-Anführer: Angriff auf Tel Aviv «neue Stufe der Eskalation»
Der Anführer der Huthi im Jemen hat eine neue Phase im Kampf gegen Israel angekündigt. Der tödliche Angriff der Miliz auf Tel Aviv am Freitag sei eine «neue Stufe der Eskalation» gewesen, sagte Abdel-Malik al-Huthi in einer im Fernsehsender Al-Masirah übertragenen Rede. «Wir sind sehr glücklich über unseren direkten Kampf mit dem israelischen Feind.» Die Miliz verbessere ihre Fähigkeiten laufend und sei in dem Kampf nun «stärker als zuvor». Israels Angriff auf den Hafen von Hudaida im Jemen werde nur zu noch mehr Aktionen gegen Israel führen.

Die Huthi werden vom Iran unterstützt. Teheran spricht zwar nur von politischer Unterstützung der schiitischen Miliz und bestreitet, diese mit Waffen zu versorgen. Das US-Militär fing mit Partnern in den vergangenen zehn Jahren aber mindestens 20 iranische Schiffe ab, die Raketen, Raketenteile, Marschflugkörper, Drohnen, Tausende Sturmgewehre und anderes Kriegsgerät an die Huthi liefern sollten.

Die Miliz hat ihr Waffenarsenal in vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut und stellt dies regelmässig bei Militärparaden zur Schau. Die Raketen sollen eine Reichweite von bis zu 2000 Kilometern haben, womit diese vom Jemen aus auch Israel samt der Küstenmetropole Tel Aviv treffen könnten. Al-Huthi sagte, die Langstreckendrohne, die beim jüngsten Angriff auf Tel Aviv zum Einsatz kam, hätten die Jemeniten selbst entwickelt und gestartet. (sda/dpa)
5:29
Iran warnt Israel nach Luftangriff im Jemen vor Eskalation
Der Iran hat nach dem israelischen Luftangriff im Jemen in Reaktion auf eine tödliche Drohnenattacke der Huthi-Miliz in Tel Aviv vor einer Eskalation gewarnt. Israels «gefährliches Abenteurertum» könne einen regionalen Krieg auslösen, sagte der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Nasser Kanaani, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Israels Militär hatte zuvor nach eigenen Angaben militärische Ziele der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz im Hafen von Hudaida im Jemen angegriffen.

Israel und seine Unterstützer wie die USA würden für «unvorhersehbare und gefährliche Folgen» des Gaza-Kriegs und Angriffe auf den Jemen «direkt verantwortlich sein», sagte Kanaani. Seit Beginn des Gaza-Kriegs hat sich der jahrzehntealte Konflikt zwischen Israel und der Islamischen Republik Iran dramatisch zugespitzt. Israel sieht sich nach Angriffen von Milizen, die mit dem Iran verbündet sind, an gleich mehreren Fronten unter Beschuss.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, der Angriff im Jemen «macht unseren Feinden klar, dass es keinen Ort gibt, den der lange Arm Israels nicht erreichen wird». Über den Hafen seien Waffen aus dem Iran ins Land gelangt. Wie die Hamas in Gaza und die Hisbollah-Miliz im Libanon sei die Huthi-Miliz ein integraler Bestandteil der iranischen «Achse des Bösen». Seit der Revolution von 1979 gelten Israel und die USA als Erzfeinde des Iran. Netanjahu hatte den Iran in der Vergangenheit ebenfalls als «wichtigsten Feind» bezeichnet. (sda/dpa)
5:28
Bericht: Drei Tote bei israelischem Gegenangriff im Jemen
Bei dem israelischen Luftangriff auf den Hafen Hudaida im Jemen in Reaktion auf einen tödlichen Drohnenangriff der Huthi-Miliz in Tel Aviv sind nach jemenitischen Angaben mindestens drei Menschen getötet worden. Wie der Huthi-nahe Fernsehsender Al-Masirah in der Nacht unter Berufung auf die Gesundheitsbehörde berichtete, wurden 87 Menschen verletzt. Kampfflugzeuge hatten nach Angaben der israelischen Armee in dem wichtigen Hafen militärische Ziele der Huthi angegriffen. Auf Bildern waren gewaltige Brände zu sehen.

Huthi-Sprecher hatten einen israelischen Angriff gegen «zivile Einrichtungen» im Jemen bestätigt. Ziele seien Öl- und Stromanlagen gewesen. Huthi-Militärsprecher Jahja Sari sagte, die Miliz bereite sich auf einen «langen Krieg» mit Israel vor. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, der Angriff im Jemen «macht unseren Feinden klar, dass es keinen Ort gibt, den der lange Arm Israels nicht erreichen wird». Über den angegriffenen Hafen von Hudaida seien Waffen aus dem Iran in das Land gelangt, sagte Israels Regierungschef.

Am Freitag waren beim Einschlag einer Kampfdrohne im Zentrum der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv ein Mann getötet und mindestens acht weitere Menschen verletzt worden. Nach Angaben der israelischen Armee kam die Langstreckendrohne aus dem Jemen. Die Huthi-Miliz sprach von einem Angriff auf ein «wichtiges Ziel» in Tel Aviv. Der israelische Verteidigungsminister Joav Galant kündigte daraufhin Vergeltung an. (sda/dpa)
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Banksy sprayt in Gaza Katzen auf zerstörte Häuser – und lockt Geschäftemacher an
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Banksy sprayt in Gaza Katzen auf zerstörte Häuser – und lockt Geschäftemacher an
Der britische Streetart-Künstler Banksy hat heimlich den Gazastreifen besucht. Dort hinterliess er diese Katze, die mit einem rostigen Schrottknäuel «spielt».
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Israelische Armee rückt in Rafah ein – die Darstellungen sind unterschiedlich
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