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Undated handout photograph of drug lord Joaquin

El Chapo, wieder gefasst.
Bild: HANDOUT/REUTERS

Er wollte einen Film über sich drehen: «El Chapo» legte der Polizei eine Fährte aus Hochmut

Ein halbes Jahr lang narrte der Chef des Sinaloa-Kartells Militär und Polizei. Jetzt ist «El Chapo», der mächtigste Drogenhändler der Welt, den Sicherheitskräften erneut ins Netz gegangen. Ihm droht nun die Auslieferung in die USA.

«Mission erfüllt. Wir haben ihn. Ich möchte den Mexikanern mitteilen, dass Joaquín Guzmán Loera festgenommen wurde», schrieb Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto am Freitag auf Twitter. «Meine Anerkennung gilt dem Sicherheitskabinett der Regierung für diesen wichtigen Erfolg für den mexikanischen Rechtsstaat.» 

Der Gefängnisausbruch des Drogenbosses Joaquín «El Chapo» Guzmán im Juli vergangenen Jahres war die wohl bislang peinlichste Episode in der Amtszeit des Staatschef.

Hochmut kommt vor dem Fall 

Zu Fall hat El Chapo schliesslich sein eigener Hochmut gebracht. Der Drogenboss wollte einen Film über sein Leben drehen. Für das Projekt habe er bereits Kontakt zu Schauspielern und Produzenten aufgenommen, sagte Generalstaatsanwältin Arely Gómez am Freitag. Das sei einer der Ermittlungsstränge gewesen, die schliesslich zur Lokalisierung geführt haben. 

Joaquín «El Chapo» Guzmán Loera gilt als der mächtigste Drogenhändler der Welt. Seit seiner Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis hatten Polizisten, Soldaten und Geheimdienstagenten Joaquín «El Chapo» Guzmán im ganzen Land gejagt. Jetzt bringen sie den Chef des Sinaloa-Kartells ausgerechnet in seinem Heimatstaat zur Strecke.

Nur 17 Monate hinter Gitter

Die USA begrüssten die Festnahme. «Die DEA ist sehr erfreut über die Festnahme von Chapo Guzmán. Wir gratulieren der mexikanischen Regierung und verneigen uns vor dem Mut, der zu seiner Festnahme beigetragen hat», schrieb die US-Antidrogenbehörde DEA auf Twitter.

Guzmán war vor einem halben Jahr durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel, der bis in die Dusche seiner Zelle führte, einfach aus der Haftanstalt heraus spaziert. Der unterirdische Gang war professionell gebaut und verfügte über elektrisches Licht, Luftzufuhr und ein Schienensystem. Für seinen Ausbruch musste er Helfer innerhalb und ausserhalb des Gefängnisses gehabt haben.

«El Chapo» verbrachte vor dem Gefängnisausbruch lediglich 17 Monate hinter Gittern, erst im Februar 2014 hatten Fahnder ihn nach 13 Jahren auf der Flucht gefasst.

Der mexikanische Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán Loera (24. Februar 2014)

«El Chapo» ist der mächtigste Drogenhändler der Welt und hat sein Sinaloa-Kartell zu einem multinationalen Grosskonzern des organisierten Verbrechens ausgebaut. Das Verbrechersyndikat schmuggelt Kokain von Südamerika in die USA, produziert im grossen Stil Marihuana und ist in illegalen Bergbau, Produktpiraterie, Menschenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt. Die satten Gewinne brachten Guzmán einen Platz auf der «Forbes»-Liste der reichsten Menschen der Welt ein.

Im Oktober knapp entkommen

Mitte Oktober war das Militär dem Drogenbaron schon einmal dicht auf den Fersen. Im so genannten Goldenen Dreieck zwischen den Bundesstaaten Sinaloa, Durango und Chihuahua feuerten Marineinfanteristen von Helikoptern aus auf sein Versteck in einer Ranch.



Doch die Leibwächter des Kartellbosses konnten den Angriff zunächst zurückschlagen. Zwar verletzte sich Guzmán bei der Flucht, doch die Sicherheitskräfte verloren offenbar seine Spur.

«El Chapo» ist nicht allein: Die 35 berüchtigtsten Drogenbarone Mexikos

«El Chapo» könnte jetzt zügig an die USA ausgeliefert werden, wo mehrere Haftbefehle gegen ihn vorliegen. Ein mexikanischer Bundesrichter hat die Überstellung des Kartellchefs an die Vereinigten Staaten bereits genehmigt.

Guzmán war bereits 1993 in Guatemala festgenommen worden. 2001 gelang ihm aber die Flucht aus einem Gefängnis im Westen Mexikos. 2014 ging er den mexikanischen Behörden nach 13-jähriger Fahndung erneut ins Netz. Nach der Flucht im Juli nahmen die Behörden bereits mehr als ein Dutzend Verdächtige fest, die ihm beim Ausbruch geholfen haben sollen. (sda/dpa/afp)

Durch diesen Tunnel brach Drogenboss «El Chapo» aus dem Gefängnis aus

«El Chapos» ausgeklügelter Fluchttunnel

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Aufblasbare Antonio Banderas Liebespuppe 09.01.2016 12:10
    Highlight Highlight er war ein guter mann. er hat 100 Mio dollar kopfgeld auf trump gesetzt
  • SVARTGARD 09.01.2016 10:21
    Highlight Highlight Er will doch nur spielen.
  • TheDude10 09.01.2016 08:29
    Highlight Highlight das Kopfgeld auf die noch flüchtigen artgenossen könnte ich gut gebrauchen. giebts da auch kopfgeldjäger aus den usa?
  • welefant 09.01.2016 07:24
    Highlight Highlight Doris leuthard könnte ihm vielleichz mithelfen ein neues tunnel zu planen!
  • ed lover dance 08.01.2016 20:55
    Highlight Highlight "el chapo" ist in mexico systemrelevant - da wird "irgendjemand" schon schauen, dass wieder ein tunnel gegraben wird oder so.
    • Rodolfo 09.01.2016 10:18
      Highlight Highlight Warum musst du deinen Namen verstecken? Hast wohl Angst vor dem Kartell! Feigling!
  • urgrossvater 08.01.2016 20:21
    Highlight Highlight Lasst uns wieder puudeln Jungs!
  • Watson-er 08.01.2016 20:00
    Highlight Highlight Bravo! Hoffe sie liefern ihn dasmal in die USA aus!
    • AJACIED 08.01.2016 23:17
      Highlight Highlight WHO Cares USA. Immer USA hier USA da. Lasst das die tex mex regeln. Sollen sich die Amis hier weg schleichen.
    • cheeky Badger 09.01.2016 09:53
      Highlight Highlight Tex mex? Texas ist ja in den den USA.
  • Gutelaunetyp 08.01.2016 19:59
    Highlight Highlight Die Frage ist für wie lang. Ich seh schon die Story: "El Chapo entwisch durch 2,5 Km Tunnel".
    • Thanatos 08.01.2016 20:21
      Highlight Highlight Nein das wäre doch langweilig ;). Als nächstes versuchen sie es mit einem Helikopter ^^
  • Pana 08.01.2016 19:56
    Highlight Highlight Ein guter Tag für die Tunnelindustrie.

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