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epa04707275 An investigator looks to a car which transports the parts of the wreckage of Malaysia Airlines passenger jet MH17 near Donetsk, Ukraine, 16 April 2015. The Malaysian Airlines plane, which was flying from Amsterdam to Kuala Lumpur, was shot down over Ukraine in July. All 298 people on board were killed.  EPA/ALEXANDER ERMOCHENKO

Trümmerteile werden von der Absturzstelle abtransportiert. Bild: ALEXANDER ERMOCHENKO/EPA/KEYSTONE

MH17-Absturz: Russland soll Satellitenfotos mit Photoshop gefälscht haben

Moskau macht noch immer Kiew für den Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs verantwortlich. Doch die Bilder, die ukrainische Luftabwehrsysteme in dem Absturzgebiet zeigen sollen, sind offenbar manipuliert worden.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die offizielle russische Version zum Abschuss von Malaysia-Airlines-Flug MH17 über der Ostukraine gerät immer mehr ins Wanken. Das Verteidigungsministerium hatte der Weltöffentlichkeit am 21. Juli 2014 in Moskau mehrere Satellitenbilder präsentiert. Die Aufnahmen sollten Aktivitäten der ukrainischen Luftabwehr am 17. Juli 2014 in der Ostukraine belegen – jenem Gebiet also, über dem die Boeing 777 damals abgeschossen wurde.

Das Team der unabhängigen Investigativplattform Bellingcat hat zwei dieser Satellitenbilder des russischen Verteidigungsministeriums forensisch analysiert. Das Ergebnis ist eindeutig: «Die forensische Analyse durch das Bellingcat Untersuchungsteam hat eindeutig und unzweifelhaft nachgewiesen, dass diese Satellitenfotos falsch datiert und durch die Software Adobe Photoshop CS5 digital verändert wurden.» (Lesen Sie hier den gesamten Untersuchungsbericht als PDF)

Das eine Bild sollte laut Moskauer Verteidigungsministerium belegen, dass mindestens ein selbstfahrender BUK-Raketenwerfer und drei Fahrzeuge der technischen Unterstützung am 17. Juli 2014 nicht mehr auf dem Militärstützpunkt nördlich von Donezk vorhanden waren.

epa04729933 Ukrainian soldiers stand next to coffins containing recently discovered remains of Dutch victims of the MH17 plane crash, as they are loaded onto a Hercules C130 transport aircraft of the Royal Dutch Air Force prior to its departure from Kharkiv, Ukraine, 02 May 2015. Malaysia Airlines flight MH17, with 298 people aboard, was presumably shot down over eastern Ukraine on 17 July 2014.  EPA/EVERT-JAN DANIELS

Bei dem Absturz starben 298 Menschen. Bild: EPA/ANP

Wolken sollten wohl Brisantes verdecken

Doch diese Satellitenaufnahme hatten die russischen Verantwortlichen vor der Veröffentlichung per Photoshop manipuliert. «Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurden Wolken im linken und rechten Bildbereich digital hinzugefügt. Dadurch wurden weitere Details zum Vergleich mit anderen Bildern verdeckt», schreiben die Bellingcat-Experten.

Trotzdem liessen sich die Bildinhalte mit historischen Satellitenbildern aus Google Earth vergleichen. Das Ergebnis: Das Satellitenfoto sei «unzweifelhaft im Zeitraum zwischen dem 1. Juni 2014 und dem 18. Juni 2014 entstanden» – also einen Monat vor dem Abschuss von MH17. Das lässt sich unter anderem anhand von veränderten Bodenstrukturen und Veränderungen der Vegetation auf den Bildern erkennen.

Das zweite Bild soll eine Buk-Batterie der ukrainischen Armee am 17. Juli 2014 in der Nähe des Dorfes Saroschenskoje zeigen – in diesem Gebiet wurde MH17 an jenem Tag abgeschossen. Auch hier konnte das Bellingcat-Team zu dem Schluss, dass das Satellitenfoto digital verändert wurde. Zudem sei durch Bildervergleiche klar, «dass das Satellitenfoto ohne jeden Zweifel vor dem 15. Juli 2014 entstanden ist.»

Auch die Theorie der «Nowaja Gaseta» lässt sich kaum halten

Offiziell hat der Kreml bis heute immer behauptet, ein ukrainisches Kampfflugzeug habe die Boeing der Malaysia Airlines abgeschossen. Die Satellitenaufnahmen, die Russland kurz nach dem Absturz veröffentlich hatte, sollten in erster Linie die ukrainische Regierung diskreditieren, die eine Präsenz eigener Flugabwehrgeschütze in dem Gebiet stets abgestritten hatte.

Doch dann präsentierte Anfang Mai die angesehene Moskauer Zeitung «Nowaja Gaseta» plötzlich eine neue Theorie. «Es war eine Buk», titelte das Blatt plötzlich. Auf vier Seiten veröffentlichte die Zeitung einen ausführlichen Untersuchungsbericht von russischen Ingenieuren aus den Reihen des «militärisch-industriellen Komplexes».

Demnach sei das Flugzeug mit 298 Menschen an Bord von einer Buk abgeschossen worden – aber von einer ukrainischen Stellung aus. Der Bericht stützte sich aber massgeblich auf das Satellitenbild von der angeblichen Flugabwehrbatterie nahe des Dorfes Saroschenskoje.

Doch nun haben die Experten von Bellingcat eben diese Aufnahme als Fälschung enttarnt.

(syd)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ikarus 01.06.2015 10:16
    Highlight Highlight https://gabrielewolff.wordpress.com/2015/02/01/ukraine-intermezzo-wie-bellingcat-arbeitet/

    Da wart ihr gerade noch glücklich bei der schoggithese nich reingefallen zu sein und dann so ein bericht kopieren. Schwach recherchiert wie die meisten
    • goschi 01.06.2015 11:35
      Highlight Highlight Und dieser Blog, der schon mit den Worten "gegen das gewaltsam ins Amt geputschte Antirussische Regierung" anfängt soll neutral sein?
      ich habe jetzt drei Artikel dieses Blogs gelesen und mehr als Schund ist das nicht.

      Man sollte sich Quellen, mit denen man versucht andere Quellen zu verungimpflichen gut aussuchen, sonst legt man sich selbst ein Ei, dies ist Ihnen passiert.
    • Ikarus 01.06.2015 12:33
      Highlight Highlight Ich wollte auch nicht pro russisch argumentieren es geht schlussendlich nur darum das in dieser sache beide lügen obwohl sehr viele regierungen die auflösung zeigen könnten wieso wird das nicht gemacht? Das gleiche beim anderen flug, diego garcia deckt doch alles dort ab wollen sie sagen das wurde einfach so übersehen?ist einfach naiv zu glauben das irgendjemand davon die wahrheit sagt.
    • goschi 01.06.2015 12:59
      Highlight Highlight Bellingcat ist eine private Sache und logischerweise klar Anti-Russisch, weil es von beginn darum ging, russische Lügen aufzudecken.
      Sie gehen beim "anderen Flug" vom Fehler aus, dass die USA immer alles überall überwachen und allmächtig seien.
      Dieser Flug (MH370) flog potentiell wirklich irgendwo ins Nirgendwo und genau in die Weltgegend, die wirklich, wirklich niemanden interessiert und daher auch nicht überwacht ist.
      Zudem wird Zivilflugverkehr nur per Transponder nicht per aktivem Radar geortet, ist dieser aus, ist das Flugzeug vom Schirm, das passierte beim MH370, wieso auch immer.
  • Anded 01.06.2015 10:06
    Highlight Highlight Offenbar haben die Russen den Ermittlern zugetraut, die Quelle (Buk, nicht Kampfflugi) nachzuweisen. Aber im digitalen Zeitalter haben sie dem Internet nicht zugetraut gefälschte Bilder zu enttarnen. Aber da ist noch fast jeder drübergestolpert.
  • Peter Wolf 01.06.2015 08:56
    Highlight Highlight Auch diese seriöse Untersuchung wird hartgesottene Putin-Fans (und von denen gibts in der Schweiz leider genug) nicht davon abhalten, weiterhin die Lügengeschichten der russischen Propaganda zu glauben und zu kolportieren.
    • goschi 01.06.2015 11:37
      Highlight Highlight @Radiochopf, was Sie tun ist unangemessen zu verallgemeinern und schlicht alle anderen Leser als unfähig darzustellen, das ist sehr unfeine Art und disqualifiziert Ihre Postings direkt selbst.
    • goschi 01.06.2015 13:03
      Highlight Highlight Bellingcat gibt immer sehr klar und offen den Weg ihrer Informationsfindung an, arbeitet mit öffentlichen Quellen und dokumentiert diese vorbildlich.
      Ob ihre Schlussfolgerungen immer korrekt sind, ist streitbar, die Informationsfindung und -Aufbereitung aber geschieht idR. mit grösst möglicher Transparenz, etwas, das man von der Gegenseite nicht behaupten kann.

      Man sollte jede Quelle kritisch hinterfragen, aber ich lese immer nur Kritik an den Personen, die dargelegten Fakten werden idR einfach übergangen, wieso werden ihre Resultate nicht sachlich zerpflückt, wenn sie denn so falsch seien?
  • Stratosurfer 01.06.2015 07:59
    Highlight Highlight Sehr interessant. Für alle Putin-Fans hält Bellingcat übrigens noch mehr unangenehme Tatsachen über Russlands abgestrittene Ukraine-Aktivitäten bereit.
  • Teslaner 01.06.2015 07:15
    Highlight Highlight Wer hätte es gedacht...
  • Hierundjetzt 01.06.2015 07:06
    Highlight Highlight Huch, wer hätte das gedacht. Ein Flugzeug wird also von russischen Touristen abgeschossen und Putin weiss nichts Besseres, als die Satellitenbilder mit Photoshop zu fälschen. Tsss

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