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«Aquarius» mit 629 Flüchtlingen an Bord ist in Italien unerwünscht – Spanien übernimmt

11.06.18, 15:37


Erstmals hat Italien einem Rettungsschiff mit Flüchtlingen die Einfahrt in einen Hafen verwehrt. Die «Aquarius» von Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée harrte am Montag weiter im Mittelmeer zwischen Italien und Malta aus - an Bord Hunderte Flüchtlinge, die am Wochenende aus Seenot gerettet worden waren.

Die Machtdemonstration der neuen italienischen Regierung - allen voran der fremdenfeindliche Innenminister Matteo Salvini - soll beweisen, dass Italien in der Migrationskrise künftig harte Hand zeigen wird.

FILE - In this Monday, May 14, 2018 file photo, Leader of the League party, Matteo Salvini, addresses the media after meeting with Italian President Sergio Mattarella, at the Quirinale presidential palace, in Rome. The first group of migrants to arrive in Italy since a populist government took office is at the center of a spat between Italy's new interior minister and fellow EU member Malta. Some 230 African migrants landed in Calabria on Saturday after receiving authorization from the Interior Ministry. But before their ship docked, Interior Minister Matteo Salvini lashed out at Malta for allegedly denying the vessel permission to port. (Riccardo Antimiani/ANSA via AP)

Italiens Innenminister Matteo Salvini will weniger Migranten aufnehmen. Bild: AP/ANSA

Italien fühlt sich von seinen europäischen Partnern seit langem mit der Bewältigung der Flüchtlingskrise allein gelassen. Derzeit kommen zwar deutlich weniger Flüchtlinge in Italien an, der neuen Regierung aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega sind es aber immer noch zu viele.

Nachdem am Wochenende laut der Internationalen Organisation für Migration insgesamt rund 1420 Flüchtlinge im Meer gerettet worden waren, nahm die Regierung in Rom Malta am Sonntag in die Pflicht: Der Inselstaat müsse die «Aquarius» mit 629 geretteten Flüchtlinge in den Hafen von Valletta einlaufen lassen.

«Die Insel kann nicht weiter wegschauen, wenn es darum geht, internationale Übereinkommen zum Schutz von Menschenleben und Zusammenarbeit zwischen den Staaten einzuhalten», teilten das Innen- und Transportministerium mit.

Kaum Flüchtlinge auf Malta

Doch Malta lenkte zunächst nicht ein - und liess wissen, dass man der «Aquarius» keinen Hafen zuweisen werde. Dies zeige zum wiederholten Mal den Unwillen von Malta «und damit auch von Europa, einzuschreiten und sich des Notstands anzunehmen», schrieb der italienische Regierungschef Giuseppe Conte auf Facebook.

In der Tat kommen seit langem nur noch wenige im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge auf Malta an. Waren es laut UNHCR 2013 noch rund 2000 Menschen, ging die Zahl in den Folgejahren rapide nach unten. 2017 erreichte sie mit 23 Menschen einen Tiefstand.

Im gleichen Zeitraum landeten an Italiens Küsten unter Anweisung der zentralen Seenotrettungsleitstelle in Rom 119'310 Menschen an - und das, obwohl Malta näher an der Such- und Rettungszone vor Libyen liegt als Sizilien.

2016 flammten Spekulationen über einen «Geheimdeal» zwischen Rom und Valletta auf, wonach Italien vor Malta nach Öl bohren dürfe und im Gegenzug Migranten ins eigene Land bringe. Offiziell wurde nie erklärt, warum mittlerweile so gut wie keine Geretteten mehr nach Malta gebracht werden.

Allerdings ist die Insel weniger als halb so gross wie Berlin. Hilfsorganisationen fürchten, dass Aufnahmezentren nicht ausreichend ausgestattet sind für eine Ankunftswelle.

Jetzt springt Spanien ein

Spanien wird die 629 Flüchtlinge an Bord des von Italien abgewiesenen Rettungsschiffs «Aquarius» aufnehmen. Das teilte die Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez am Montag in Madrid mit.

«Es ist unsere Pflicht, dabei zu helfen, eine humanitäre Katastrophe zu verhindern», sagte der Spanier weiter. Den Flüchtlingen auf dem Schiff «Aquarius» solle ein «sicherer Hafen» angeboten werden, teilte die Regierung in Madrid in einer Erklärung weiter mit. Regierungschef Sánchez habe den Hafen der Stadt Valencia im Osten des Landes für die Aufnahme der Menschen bestimmt.

Das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und die EU-Kommission hatten Italien und Malta zuvor eindringlich aufgerufen, die auf dem Schiff ausharrenden Menschen rasch aufzunehmen.

Auch Minderjährige an Bord

Italien und Malta stritten seit Samstag über die Aufnahme der Flüchtlinge und Migranten an Bord des Schiffes, beide Länder sahen jeweils die andere Seite in der Verantwortung.

Unter dem neuen italienischen Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Lega-Partei fährt Italien einen härteren Abschottungskurs.

Die von den Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée betriebene «Aquarius» harrte deshalb seit dem Wochenende im Mittelmeer zwischen Italien und Malta aus. SOS Méditerranée zufolge sind an Bord auch 123 unbegleitete Minderjährige, elf kleine Kinder sowie sieben Schwangere.

Rettungen auch vor Libyen und Spanien

Rettungsaktionen gab es am Wochenende auch andernorts im Mittelmeer: Die libysche Küstenwache fing nach eigenen Angaben am Samstag 152 Migranten auf zwei Booten vor der westlichen Küsten des Landes ab. Der Westen des chaotischen Bürgerkriegslandes Libyen ist bereits seit Jahren Startpunkt vieler Flüchtlinge auf ihrem Weg Richtung Italien.

Spanische Rettungskräfte brachten 300 Menschen in Sicherheit, die auf acht Booten von Marokko nach Spanien unterwegs waren. In einem Boot im Alborán-Meer wurden vier Leichen gefunden. (sda/dpa/afp)

«Die Totenzählung für 2018 hat soeben begonnen»

Video: srf

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99
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99Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 13.06.2018 08:25
    Highlight Ich bedauere sehr, dass sich Watson zunehmend dem Rechtsnationalen mainstream anbiedert, beherzte "Linkspopulistische" Voten dagegen konsequent zensuriert.
    Eine offene und ehrliche Auseinandersetzung, die manchmal halt auch weh tut, wird so immer weniger möglich.
    Schade für ein weiteres "Failed Social Media"...
    4 4 Melden
  • Dä_Dröggo 12.06.2018 14:21
    Highlight Europa soll die Dublin-Verträge endlich neu verhandeln oder anfangen in Nordafrika sichere Transitzonen zu schaffen. Die Sicherung des Mittelmeerraumes funktioniert nun mal nicht ohne Nordafrika. Das ist seit der Blütezeit Roms bekannt. Und erzählt mir nicht, dass eine Süderweiterung der europäischen Wirtschaftszone keinen Sinn ergeben würde. Das ergibt auf jeden Fall mehr Sinn als eine Erweiterung Richtung Osten.

    Findet man in Nordafrika lebenswerte Zustände, sucht man sie nicht in Europa. Alle könnten profitieren und genau damit hat Europa ein Problem. Selbst Schuld.
    4 0 Melden
  • Bauernbrot (mit ganzen Bauern) 12.06.2018 00:22
    Highlight Es ist ganz einfach. Solange wir auf Kosten der Schwachen leben, haben sie das Recht ihr Glück hier zu versuchen.
    Ihr findet es unfair. Mit Billigtomaten und Schlachabfällen klein Bauern in den Ruin zu treiben, dass ist unfair. Diamaten, Öl und andere Bodenschätze zu rauben, dass ist unfair. Neue noch schlechtere Regierungen zu installieren, dass ist unfair.
    Solange wir über unsere Verhältnisse leben kann ich jeden verstehen, der seinen Kuchen zurück haben will. Wir zerstören den Planeten und nicht jene die nichts besitzen. Ihr wollt doch einfach das Leid nicht sehen, welches wir verursachen?
    5 15 Melden
    • mogad 12.06.2018 14:45
      Highlight Stimme Ihnen zu. Ich sehe die Ungerechtigung und kämpfe Zeit meines Lebens vergeblich dagegen an. Aber wenn jetzt halb Afrika in unsere Sozialsysteme einwandert, wird am Ende niemandem von uns allen geholfen sein. Nur jene, die dafür arbeiten, dass die Welt ungerecht bleibt werden noch reicher und mächtiger. Und nicht nur Afrika wird auf der Strecke bleiben, sondern auch Europa.
      9 1 Melden
    • Ueli der Knecht 12.06.2018 17:29
      Highlight Graustufe: Es ist gar nicht so, dass "jetzt halb Afrika in unsere Sozialsysteme einwandert". Es ist genau umgekehrt.

      Unsere Konsumwut und Gier zerstören die Sozialsysteme in Afrika, Asien und Südamerika. Wir schüren und finanzieren Kriege und Konflikte auf Kosten und auf dem Buckel der Ärmsten.

      Beispiel Kongo:

      "Der Kongo ist die Beute der Warlords": http://bit.ly/2JDEJHU

      "Wie Glencore Afrika ausnimmt": http://bit.ly/2y2GhtZ

      Insofern schürst du unberechtigte Ängste, um damit abscheuliches und Menschen verachtendes Verhalten zu rechtfertigen, das du angeblich Zeit deines Lebens bekämpfst.
      2 5 Melden
    • Bauernbrot (mit ganzen Bauern) 12.06.2018 18:00
      Highlight @Gaulstufe Rot

      Wir sind massgeblich für das Leid dieser Menschen verantwortlich und wollen nicht dafür grade stehen. Da liegt der Hase im Pfeffer.
      2 5 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ueli der Knecht 11.06.2018 21:51
    Highlight Die Kaltherzigkeit vieler Kommentarschreiber finde ich erschreckend. Unter was für erbarmungs- und gefühlslosen Gräuelmonstern lebe ich hier?

    8 27 Melden
    • mogad 12.06.2018 14:39
      Highlight Es gibt hier viele differenzierte Kommentare. Bitte sorgfältig durchlesen, dann nachdenken, dann kommentieren. Sie sollten Menschen die eine andere und unbequeme Meinung haben nicht einfach als Gefühlsmonster beschimpfen. Das passt nicht zu jemandem wie Sie, der offenbar der bessere Mensch sein will.
      5 1 Melden
    • Ueli der Knecht 12.06.2018 15:47
      Highlight Du sagst ganz treffend:

      "Bitte sorgfältig durchlesen, dann nachdenken, dann kommentieren."

      1. Ich habe nicht bestritten, dass es auch differenzierte Kommentare gibt.

      2. Ich habe niemanden beschimpft.

      3. Ich habe nur mein Erschrecken darüber ausgedrückt, wie ich viele dieser Kommentare empfinde. Das ist keine Beschimpfung sondern meine ehrliche Meinung und mein ehrliches Empfinden.

      4. Dein Vorwurf der Beschimpfung ist bloss eine erniedrigende Unterstellung, die ich entschieden zurückweise.

      Bitte halte dich an deinen eigenen Rat: Zuerst sorgfältig lesen! Toleriere andere Meinungen!
      2 5 Melden
    • rodolofo 14.06.2018 06:40
      Highlight Lieber Ueli,
      auch ich arbeite als Knecht.
      Und ich freue mich sehr darüber, dass es Dich gibt!
      Mach weiter so!
      Auch ich werde in meinem Stil (Einige nennen es "Unkultiviertes Verhalten") weiter machen, weil ich es nicht anders kann und nicht anders will.
      JedeR von uns hat im Leben seine Bestimmung und sein Schicksal.
      Auch "Graustufe Rot" kann offenbar nicht anders.
      So viel verstehe ich inzwischen wenigstens.
      2 1 Melden
  • Sapientia et Virtus 11.06.2018 21:51
    Highlight 84 Generationen nach Marathon - 43 Generationen nach Poitiers - 11 Generationen nach dem Kahlenberg - kam unsere Generation und gab alles den Invasoren preis! An diese Schande wird man sich noch tausende von Jahren erinnern!
    14 7 Melden
    • Bauernbrot (mit ganzen Bauern) 12.06.2018 11:26
      Highlight Als die Türken von Wien (Kahlenberg) lagerten überrannten die Europäer das Land südlich der Sahara. Nehmen wir ein Beispiel, dass sich sogar im selben Jahr ereignete (Gross Friedrichsburg):

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Groß_Friedrichsburg_(Kolonie)

      Ausserdem vergleichen Sie Schutzsuchende mit Invasoren. Die einen hatten Waffen die anderen haben nichts.
      4 2 Melden
    • Bauernbrot (mit ganzen Bauern) 12.06.2018 15:14
      Highlight Erklärt mir weshalb ein Kommentar, wie jener von Sapientia et Virtus auch nur eine positive Bewertung hat.
      3 5 Melden
  • derEchteElch 11.06.2018 19:59
    Highlight Mit einer angedrohten Kriegserklärung und Streichung aller Hilfsgelder gegen die Länder Afrikas könnte Europa die nötigen Rückführungsabkommen erzwingen. Willigen die Länder nicht ein wird halt mit militärischen Mitteln etwas nachgeholfen. Man muss halt die eigenen Möglichkeiten nutzen..

    Nur so bringt man Afrika dazu, die eigenen Wirtschaftsflüchtlinge zurück zu nehmen und Rückführungsabkommen einzuhalten.
    24 6 Melden
    • Ueli der Knecht 12.06.2018 00:02
      Highlight Das Recht des Stärkeren ist stärkstes Unrecht.

      Es hat auch noch gar nie funktioniert, sondern immer nur zu noch mehr Elend geführt.

      Dein Vorschlag finden vermutlich viele verlockend, aber ich finde ihn unüberlegt, infantil und wirklich sehr dumm.

      Kriegserklärung androhen? Echt jetzt? Das ist keine nachhaltige Lösung.

      "Das Tor ist weit offen, und der Weg ist breit, der ins Verderben führt; es sind viele, die darauf wandeln.
      Aber die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; nur wenige können ihn finden."
      -Matthäus 7,13.

      Du gehörst offenbar nicht zu den wenigen Findigen.
      5 14 Melden
    • mogad 12.06.2018 14:54
      Highlight @Ueli der Knecht. Sie täuschen sich darüber, wer hier der Stärkere ist. Für uns Europäer wird die Pforte eng. Weil wir kein Mittel haben gegen die Migrantenströhme. Jeder kann kommen und bleiben. Das will nicht einmal mehr die Linke z.B. in Deutschland. Weil es die Armutsprobleme der Welt nicht lösen wird. Es entstehen nur neue Probleme.
      7 1 Melden
    • Ueli der Knecht 12.06.2018 15:57
      Highlight Graustufe: Wenn derEchteElch sich nicht als der Stärkerer fühlen würde, dann käme er kaum auf die dumme Idee, mit Krieg zu drohen, um den Ländern in Afrika mit militärischen Mitteln seinen Willen aufzwingen zu wollen.

      Solche Gewaltandrohungen, wie sie derEchteElch vorschlägt, machen nur Sinn, wenn man kräftemässig deutlich überlegen ist.

      Insofern hinkt deine Fakten-Verdrehung, die über die tatsächlichen Verhältnissen und Möglichkeiten stolpert.

      Wer Kriege führen kann, der könnte ohne weiteres auch die Leute vor Ort anständig versorgen, damit sie gar keine Fluchtgründe mehr hätten.
      2 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Matti_St 11.06.2018 19:07
    Highlight Es ist nun mal eine Tatsache, dass die EU Italien wie Griechenland mit den Flüchtlingen alleine gelassen hat. Wäre das nicht passiert, hätte diese Regierung wahrscheinlich auch nicht die Wahlen gewonnen.
    15 2 Melden
  • Flughund 11.06.2018 18:37
    Highlight Es ist richtig die Schleuseraktivitären der NGO s zu unterbinden. Nach internationalem Recht sind Schiffbrüchige in den nächsten Hafen zz bringen, dürfte Libyen sein. Schiffbrüchige sind Peesonen, die unverschuldet in Not geraten. Das ist hier nicht der Fall, sondern gehört zum Geschäftsmodell.
    64 14 Melden
    • Ueli der Knecht 11.06.2018 21:39
      Highlight Flughund: Vermutlich solltest du die Rechtsgrundlage gründlicher studieren.

      Es geht also nach dem geltenden Seevölkerrecht nicht darum, die Geretteten in den „nächsten, sicheren Hafen“ zu bringen. Diesbezüglich verbreitest du Falschinformationen.

      Gemäss Internationales Übereinkommen über Seenotrettung (SAR), Ziffer 3.1.9, sowie übereinstimmend auch gemäss dem Internationalen Übereinkommen zum Schutz menschlichen Lebens auf See (SOLAS R. V/33, Abs, 1.1) sind sind die Geretteten innerhalb einer angemessenen Zeit an einen „sicheren Ort“
      zu bringen.

      Libyen gilt aber zZ. nicht als sicheren Ort.
      6 20 Melden
    • rodolofo 14.06.2018 06:51
      Highlight Das ist reine Symptombekämpfung.
      Aber sie verschafft uns wenigstens die Illusion, dass wir "etwas tun".
      Ebensogut könnten wir bei Hagel-Gefahr eine Hagelrakete in den Himmel schiessen.
      (Wurde auch schon oft gemacht von "Militärisch geschulten Machern")
      1 1 Melden
  • AlteSchachtel 11.06.2018 18:10
    Highlight
    7 26 Melden
  • happybeast 11.06.2018 15:47
    Highlight Weltweit bald 70Mil Flüchtlinge aus Konflikten. Europa ist erstaunt, dass davon ein geringer Prozentsatz nach Europa will. Rechtes Europa sieht nur Wirtschaftsflüchtlinge und keine einzel Schicksale! Es ist zum jammern. Wir haben keine Flüchtlingskriese, es ist immer noch eine Logistikkrise. Dabei dürfte die EU gerne die African Union in die Pflicht nehmen, wenn sie schon eine Art Schengen in Afrika am einrichten sind.
    49 94 Melden
  • Oh Dae-su 11.06.2018 15:17
    Highlight Mein Vorschlag wäre:

    - Konsequente Rückschaffung aller Bootsflüchtlinge nach Libyen
    - Einrichtung von Europäischen Auffangzentren in Libyen, die die Leute versorgen und ihnen eine freiwillige Rückkehr in ihre Heimatländer ermöglichen
    - Wiedereinführung des Botschaftsasyls
    - Einführung einer "Europäischen Green Card" für Afrikanische Staaten, welche ein Rückübernahmeabkommen unterzeichnet haben. Diese ist geknüpft an klare Vereinbarungen hinsichtlich wirtschaftlicher Unabhängigkeit und Integration.
    106 12 Melden
  • Enzasa 11.06.2018 15:02
    Highlight Es sind Menschen in größter Not, die eine lebensgefährliche Flucht ins Ungewisse wagen.
    Aber für uns ist lediglich die Abschottung wichtig.
    Bei Solidarität in Europa hätten wir kaum Flüchtlinge. Weil zunächst einmal alle fair verteilt würden und dadurch die Belastung der aufnehmenden Staaten extrem sinkt.
    Zum anderen könnte die EU als starke Gemeinschaft auftreten und dadurch die Fluchtursachen in den Heimatländern bekämpfen.
    Wir frönen lieber Geiz und Lobbyismus und verlieren darüber unsere Menschlichkeit. Diese 1400 Menschen waren am ertrinken. Sind uns 1400 Tote egal?
    48 136 Melden
    • mogad 11.06.2018 17:06
      Highlight Es kommen zu 80% junge Männer. Warum? Leben denn die jungen Frauen in Afrika in Saus und Braus und brauchen deshalb kein besseres Leben? Die Männer suchen sich als Ziel die reichsten Länder Europas aus: Deutschland, England, Frankreich, die Schweiz, die skandinavischen Länder. Wie lange wollen wir uns diese blauäugige, naive Betrachtungsweise noch leisten? Derweil wenden sich immer mehr Menschen rechten Parteien a la AfD zu.
      73 19 Melden
    • rodolofo 11.06.2018 17:07
      Highlight Europa ist für die Massen-Auswanderungen aus Afrika in grossem Ausmasse MIT VERANTWORTLICH!
      In der sogenannten "Hilfe für Afrika" reissen sich die Multinationalen Konzerne alle Reichtümer an fruchtbarem Land und an Bodenschätzen zum Schnäppchenpreis unter den Nagel, indem sie sich von einer jämmerlich korrupten "Einheimischen Elite" Landtitel und die Einhaltung aller Gesetze der jeweiligen Länder bestätigen lassen.
      So wurde nach der "Unabhängigkeit" Afrikanischer Länder in Tat und Wahrheit die Koloniale Ausplünderung perfektioniert...
      Und jetzt wollen viele AfrikanerInnen natürlich WEG!
      20 49 Melden
    • Enzasa 11.06.2018 19:01
      Highlight Graustufe Rot
      Männer werden zwangsrekrutiert
      Männer werden zum Töten gezwungen
      Männer werden angegriffen
      Männer sind die physisch stärkeren
      Männer sind dazu erzogen in der Außenwelt zu kommunizieren, die Frau regelt dort das Familienleben

      Seit 3 Jahren wird diese Thematik erklärt und dargelegt und trotzdem kommen immer noch die gleichen Fragen. Seit 3 Jahren sind viele Mitmenschen nicht in der Lage diesen einen Punkt zu erfassen, verlangen aber gleichzeitig von den Asylbewerbern Sprache, Gesetze, Gewohnheiten und Stil von uns zu erlernen
      5 16 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • mogad 11.06.2018 12:03
    Highlight Was ich nicht verstehe: Diese Armutsmigranten sollten doch wissen: Wenn jeden Monat Hunderttausende Richtung Europa aufbrechen, dass dieses Europa ihnen kein würdiges Leben bieten kann. Weil einfach zu viele kommen. Die denken wohl unsere Ressourcen seien unerschöpflich. Obwohl Viele ein Handy haben und informiert sein sollten über die Zustände in den Ankunftsorten, kommen sie trotzdem.
    Kein Wunder will Europa, insbesondere das im Stich gelassene Italien nun zu drastischen Massnahmen greifen. Auch die Einwohner Griechenlands sind langsam am Verzweifeln.
    133 23 Melden
    • Bits_and_More 11.06.2018 14:51
      Highlight Die Hoffnungen nach einem besseren Leben werden natürlich auch durch die Schlepper gestärkt. Die Schlepper sind auf neue "Kunden" angewiesen. Ob es den Flüchtlingen dann in Europa besser geht oder ob diese überhaupt Asyl kriegen, ist einem Schlepper ziemlich egal. Hauptsache die paar Tausend Dollar werden bezahlt.
      76 7 Melden
    • FrancoL 11.06.2018 15:13
      Highlight Ich würde mich einmal vor Ort etwas umsehen und dann würdest Du auch mit Scheuklappen merken dass selbst ein lausiges Leben in Europa noch viel besser ist als ein dahinsiechen in diesen Ländern. Ich kenne Flüchtlingsfamilien in Norditalien die in weniger als 6m2 pro Person hausen und dies als eine rechte Verbesserung zu ihrem ursprünglichen zu Hause empfinden. Und es ist nicht so dass zB diese Flüchtlinge etwas besseres in Italien erwartet haben. Man sollte die Realität sehen und nicht eine eigene erfinden.
      51 42 Melden
    • mogad 11.06.2018 16:31
      Highlight @Francol. Wo vor Ort waren Sie denn? Und wie siehts in Italien für die Flüchtlinge aus und in Griechenland, auf Lesbos? Massenelend. In den italienischen Städten kampieren die Leute zu Tausenden in Zelten, schutzlos Wind und Wetter ausgesetzt. Ohne sanitäre Anlagen, medizinische Versorgeung. Ohne Beschäftigung. In Paris campieren sie am Seineufer. Von dort sollen sie jetzt vertrieben werden. Riesiges Elend in Südspanien, wo die Flüchtlinge als Tagelöhner ausgebeutet werden. In der CH geht es den Leuten besser, einverstanden. Aber die Schweiz ist nicht Europa.
      32 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Edwin Schaltegger 11.06.2018 11:44
    Highlight Solche Rettungsaktionen sind auch beste Unterstützung für die kriminellen Machenschaften der Schlepperorganisationen.
    111 20 Melden
    • olga 11.06.2018 15:01
      Highlight ja stimmt, lassen wir sie doch versaufen!
      34 74 Melden
    • virus.exe 11.06.2018 17:30
      Highlight @ olga: nicht versaufen aber postwendend zurück. Wenn das kosequent so gemacht würde, würde sich das rumsprechen...
      43 7 Melden
    • ostpol76 11.06.2018 18:33
      Highlight @olga
      Vielleicht begreifst du es auch eines Tages. Man muss die Leute nicht ertrinken lassen sondern einfach an den Hafen zurück bringen von dem sie gekommen sind.
      37 7 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Snowy 11.06.2018 09:21
    Highlight Vor allem von Deutschland unglaublich heuchlerisch, sich zuerst als Retter aller Migranten aufzuspielen und nun seit Jahren beim EU-Partnerland Italien keinerlei Solidarität zu zeigen.

    Vollkommen verständlich, dass sich Italien alleine gelassen und in zunehmenden Masse auch verarscht vorkommt. Dies hat nichts mit der Rechtsregierung zu tun: War auch schon vorher richtigerweise der Standpunkt von Italien.

    Und dass diese von den NGOs praktizierte Rettung von Menschen unmittelbar vor der libyschen Küste genau den gegenteiligen Effekt hat, sollte seit Sommer 2017 auch jedem klar sein.

    162 17 Melden
    • m. benedetti 11.06.2018 10:54
      Highlight Ja da hast du wohl recht. Und die Schlepper sparen auch noch dabei, denn statt eines richtigen Schiffs können sie nun Gummiboote einsetzen. Kommt günstiger.
      91 3 Melden
    • dontknow 11.06.2018 15:32
      Highlight Aus reiner Neugierde: Woher stammt diese Karte ?
      30 2 Melden
    • Enzasa 11.06.2018 19:08
      Highlight Snowy welche besondere Vereinbarung hat Deutschland mit Italien?

      Entscheidungen werden von der EU getroffen und nicht von Deutschland. Die gesamte EU hatte die Augen verschlossen und gehofft die Flüchtlinge werden sich nicht auf den Weg machen. Es ist unfair Italien und Griechenland gegenüber, da stimme ich dir zu.
      1 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Madmessie 11.06.2018 09:20
    Highlight Der nächste Hafen an der Küste Libyens ist in Libyen.
    209 24 Melden
    • Ueli der Knecht 11.06.2018 21:44
      Highlight Das Seerecht (SAR und SOLAS) verpflichtet, die Geretteten innerhalb einer angemessenen Zeit an einen „sicheren Ort“ zu bringen. Von „nächstem Hafen“ ist überhaupt nicht die Rede.

      Libyen gilt in diesem Kontext nicht als „sicheren Ort“.
      2 10 Melden
    • Bauernbrot (mit ganzen Bauern) 12.06.2018 00:09
      Highlight @Ueli der Knecht

      Es freut mich stets, wenn die Antworten gut recherchiert sind.
      2 2 Melden
  • Fabio Haller 11.06.2018 08:11
    Highlight „Gegen eine Hafensperre spricht etwa das Nothafenrecht, wonach Schiffe in Not, etwa mit Schiffbrüchigen an Bord, Anspruch auf das Einlaufen in den Hafen haben.“

    Genau gleich hat Italien dass Recht auf Solidarität und Hilfe der anderen Staaten. Wenn niemand sie unterstützen will, kann Italien früher oder später nicht mehr alles tragen und die Häfen müssen geschlossen werden auf Kosten der Menschen. Nur weil andere Länder sich nicht pflichtig fühlen.
    64 5 Melden
  • Wilhelm Dingo 11.06.2018 05:51
    Highlight Die meisen Menschenleben würden gerettet wenn die Migranten klar ubd deutlich wüssten dass sie sofort wieder zurück müssten.
    277 55 Melden
    • Amboss 11.06.2018 08:02
      Highlight Ja natürlich... Als ob es so einfach wäre. Wäre es so einfach, dann wäre diese Problematik doch schon längst gelöst...
      33 93 Melden
    • Wilhelm Dingo 11.06.2018 11:34
      Highlight @Amboss: Ja, es ist nicht einfach aber möglich.
      70 16 Melden
    • Amboss 11.06.2018 13:21
      Highlight @Glaub ich nicht. Die wissen doch heute schon genau, dass sie keine Chance auf Asyl haben, und folglich wieder zurück müssen. Und die wissen auch, dass das Mittelmeer und die Sahara (wohl das x-fach grössere Massengrab als das Mittelmeer) dazwischen liegen.

      Europa kann doch rausposaunen so laut es will und in welcher Form auch immer, dass man imfall nicht bleiben darf, es wird nichts nützen, es wird sich nichts ändern.
      Weil das schon der Status quo ist.
      38 17 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

Ein italienisches Dorf half Flüchtlingen und wurde dafür bestraft – ein Erlebnisbericht

Das kalabrische Dorf Riace galt als Vorbild für eine erfolgreiche Migrationspolitik – bis Italiens Innenminister Matteo Salvini genug hatte und den Bürgermeister verhaften liess. Erinnerungen an einen Besuch im August.

Ganz Italien schaut derzeit nach Riace, einem 2000-Seelen-Dorf inmitten der hügeligen Landschaft von Kalabrien. 20 Jahre lang nahm deren Bürgermeister Domenico Lucano Flüchtlinge auf, gab ihnen Häuser, eine Arbeit, Italienischkurse. Riace half damit nicht nur den Migranten, sondern auch sich selbst. Denn wie so viele Dörfer in Süditalien litt es an der Abwanderung ihrer Bewohner in den Norden. Mit der Ansiedlung der Flüchtlinge fand Bürgermeister Lucano neue Besitzer der verlassenen …

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