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Vergewaltigungen und Zwangsprostitution: Frauenverbände kritisieren unhaltbare Zustände in deutschem Asylzentrum

Die Lage im Auffangzentrum für Flüchtlinge im deutschen Giessen ist «äusserst unbefriedigend und nicht haltbar», wie Frauenverbände in einem offenen Brief an die Behörden klagen. Allein reisende Frauen seien «Freiwild».



16'500 Flüchtlinge sind derzeit in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) in Giessen untergebracht. Die Zustände in einem der grössten deutschen Auffangzentren für Flüchtlinge, das aus über 20 Standorten besteht, sind prekär: Besonders allein reisende Frauen mit und ohne Kinder können sich dort offenbar nicht sicher fühlen – es soll zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. 

«Frauen und Kinder sind die schutzbedürftigste Gruppe unter den Flüchtlingen.»

Aus dem Brief der Giessener Frauenverbände 

Das geht aus einem offenen Brief hervor, den drei Giessener Frauenverbände an den hessischen Sozialminister Stefan Grüttner und den Regierungspräsidenten Lars Witteck geschrieben haben. Sie beklagen darin – wie der «Giessener Anzeiger» berichtet –, es fehle jegliche Intimsphäre, besonders bei der Unterbringung in Zelten, aber auch in gemischt belegten Häusern. Es gebe «nicht zu leugnende sexuelle Übergriffe auf Frauen und Kinder». 

«Frauen und Kinder sind die schutzbedürftigste Gruppe unter den Flüchtlingen», heisst es in dem Schreiben. Die Verfasserinnen fordern daher, diese Gruppe solle in Häusern untergebracht werden, zu denen männliche Flüchtlinge keinen Zugang haben. Zimmer, Duschen und Toiletten sollten überdies abschliessbar sein.

Frauen als «Freiwild»

Bei dem offenen Brief der Verbände handelt es sich nicht um die erste öffentliche Kritik an den Zuständen in der HEAE. Schon vor Monatsfrist hatten mehrere Frauenvereine die Missstände in einem Schreiben an die frauenpolitischen Sprecherinnen der Landtagsfraktionen in drastischen Worten angeprangert. Weil dieser Brief danach in Neonazi-Foren herumgeboten wurde, entfernten ihn die Verfasserinnen unter Verweis auf die «missbräuchliche Verwendung» von der Seite

In dem Schreiben war die Rede von «zahlreichen Vergewaltigungen», «sexuellen Übergriffen» und «zunehmender Zwangsprostitution» im Lager. Frauen und Kinder litten unter der Unterbringung in Grosszelten, den nicht getrennten sanitären Einrichtungen und fehlenden Rückzugsräumen. Diese Verhältnisse spielten «denjenigen Männern in die Hände, die Frauen ohnehin eine untergeordnete Rolle zuweisen und allein reisende Frauen als ‹Freiwild› behandeln.» 

«Sitzblockaden, Bedrohungen, tätliche Angriffe und Selbstmorddrohungen gehören zum Alltag.»

Peter Wadakur, Gewerkschaft Verdi

Der «Giessener Anzeiger» schreibt, der Polizeisprecher habe bestätigt, «dass der Polizei Erkenntnisse und Anzeigen wegen sexueller Übergriffe vorliegen würden, aber nicht in dem beschriebenen drastischen Masse.» Möglicherweise sei aber das «mangelnde Anzeigeverhalten der Opfer» dafür verantwortlich. 

«Ausnahmezustand» im Lager

Scharfe Kritik an den Zuständen in der HEAE hatte zudem Ende Juli Peter Wadakur geäussert. Der Sekretär der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Mittelhessen geisselte die hygienischen Verhältnisse und die Arbeitsbedingungen des Personals in der HEAE. In dem Lager herrsche seit Wochen «der Ausnahmezustand», sagte Wadakur laut dem «Giessener Anzeiger»

«Viele Vergewaltigungen werden nicht angezeigt, aber ich weiss von Organisationen wie ProFamilia, dass diese Probleme auflaufen.»

Klaus-Dieter Grothe, Grünen-Politiker

Flüchtlinge müssten auf Matratzen, in Garagen und unter freiem Himmel schlafen. Bei den Fahrten zwischen den verschiedenen Standorten komme es «häufig zu Diebstählen, Bedrohungen und Handgreiflichkeiten unter den Asylbewerbern. Die Beschäftigten stehen dem hilflos gegenüber.»

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Bereits vor einem Jahr war die Rede von Platzproblemen in der HEAE.  
YouTube/rheinmaintv

Eine vernünftige Betreuung sei nicht mehr möglich: «Sitzblockaden, Bedrohungen, tätliche Angriffe und Selbstmorddrohungen gehören zum Alltag. Immer öfter benötigen die Mitarbeiter die Unterstützung von Security und Polizei.»

Ins gleiche Horn stiess Mitte August auch der Mediziner und Lokalpolitiker der Grünen, Klaus-Dieter Grothe. In einem Interview mit hessenschau.de bemängelte er, die Situation sei wie in Lampedusa. Es gebe einfach zu viele Menschen in den Unterkünften. Dies führe zu Gewalt, auch gegen Frauen: «Viele Vergewaltigungen werden nicht angezeigt, aber ich weiss von Organisationen wie ProFamilia, dass diese Probleme auflaufen.»

Das staatliche Gewaltmonopol sei unter diesen Umständen kaum mehr aufrechtzuerhalten, moniert Grothe. Es würden sich «informelle Machtstrukturen» bilden. «Und es sind dann selten die Hilfsbedürftigen, die die Macht übernehmen.»

Flüchtlinge nach Nationalitäten trennen

Um die Probleme in den Griff zu bekommen, schlägt Grothe vor, mehr Lager und kleinere Einheiten einzurichten. Auch er fordert Räume ausschliesslich für allein reisende Frauen und Kinder. Ausserdem ist er dafür, die Flüchtlinge stärker nach Nationalitäten zu trennen, um Konflikte zu vermeiden.  

Die Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Giessen, Gabriele Fischer, konnte gegenüber watson dagegen nicht bestätigen, dass es in der HEAE häufig zu sexuellen Übergriffen komme. Das Sicherheitspersonal sei angehalten, «jedwede strafbare Handlung bei der Polizei anzuzeigen». Die Polizei sei überdies mit einer mobilen Wache vor Ort in Giessen und «bestreife die Einrichtung in regelmässigen Abständen». 

Auf dem Weg in ein besseres Leben: Hunderte Flüchtlinge treffen mit dem Zug in München ein

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    Alle Leser-Kommentare
  • Roger Gruber 20.09.2015 09:56
    Highlight Highlight Auffällig ist übrigens auch, dass Artikel schnell wieder von der Frontpage genommen werden, die in den Kommentarspalten eine für watson unerfreuliche Wendung nehmen. Während andere, wie z.B. der Artikel über die "Manipulation von Statistiken durch die SVP" tagelang auf der Frontpage verharren. Ein Schelm, wer böses dabei denkt ;)
    • Angelo C. 20.09.2015 13:07
      Highlight Highlight Absolut richtig konstatiert, auch mir, als täglicher WATSON-User, ist das Phänomen mit den sehr rasch in einer redaktionellen Nebenschublade verschwindenden Artikeln, die entweder wenig Anklang fanden, oder aber auf heftigen Widerstand politisch vom Hauscredo abweichenden Meinungen gestossen sind, aufgefallen 😐!

      Wobei das, ehrlich gesagt, auch nicht weiter verwunderlich ist, zumal täglich eine wahre Flut neuer Hypes auftaucht, mit welchen man die Leser weiter informierend gebührend emotionalisieren und vermehrt auf WATSON-Linie fixieren will. Auch andere Online-Medien verfahren genauso.
    • Chlinae_Tigaer 20.09.2015 14:37
      Highlight Highlight Vielleicht auch besser so, bevor alle Trolle wieder aus ihren Höhlen gekrochen kommen.... und anstatt über den Report über die Kommentatore herfallen. Also sozusagen prophylaktisch.
    • atomschlaf 20.09.2015 15:43
      Highlight Highlight @Gruber: Ist mir auch schon aufgefallen, aber immerhin lässt man hier in solchen Fällen die Kommentarfunktion offen, während z.B. der Tagi bei Flüchtlingsthemen meist gar keine Kommentare mehr zulässt.
      Oder noch viel fieser und beim Tagi schon mehr als einmal beobachtet: Wenn die grosse Mehrheit der Kommentare allzustark von der Ideologie der Redation abweicht, sind plötzlich alle weg!
  • Roger Gruber 20.09.2015 09:32
    Highlight Highlight Wie jetzt?!? Wer gestern noch befürchtete, dass solche Dinge vermehrt geschenen werden, weil viele Flüchtlinge einen anderen kulturellen Hintergrund mit sich bringen; weil viel zu viele junge Männer dabei sind und zu wenige Frauen, der wurde von watson als Nazi beschimpft und als ewiggestriger Mauerbauer niedergebrüllt. Jetzt, wo sich dies nicht mehr bestreiten lässt, kommt watson ganz erstaunt daher, als ob man so etwas nie hätte erwarten können.. Keine Spur von: sind wir vielleicht mitschuldig? Weil wir den Leuten signalisieren, dass sie alle kommen sollen, wir sie alle willkommen heissen...
  • Ninon 19.09.2015 14:41
    Highlight Highlight Läck Bobby, dass ich das noch erleben darf! Ein vernünftiger, aufklärender Artikel auf Watson.
    Nun, ja, auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Und ein Kindersoldat schreibt mal, was ist und nicht wie sonst, wie er es gerne hätte.

    Bald werdet Ihr die Angehörigen dieser rückwärtsgewandten Ideologie wieder hofieren und appeasen.


  • Max Heiri 19.09.2015 12:44
    Highlight Highlight Ich denke wenn Westeuropäer auch flüchten müssten, käme es zu Übergriffen an alleinreisenden Frauen. Das hat weniger mit kulturellem Background zu tun. Was ich vorschlagen würde, wäre eine sehr schnelle und rigorose Ausschaffung von renitenten Asylbewerbern.
    • Monti_Gh 19.09.2015 17:29
      Highlight Highlight nein das kann nicht sein. die haben den islam nicht....
      #ironieoff
  • Chlinae_Tigaer 19.09.2015 12:05
    Highlight Highlight Zitat;

    Diese Verhältnisse spielten «denjenigen Männern in die Hände, die Frauen ohnehin eine untergeordnete Rolle zuweisen und allein reisende Frauen als ‹Freiwild› behandeln.» Zitatende.


    Wieso nur denk ich da an den Islam?

    Wieso kann man die Dinge, die sind, nicht benennen?

    Angst?
    • Monti_Gh 19.09.2015 12:46
      Highlight Highlight Wieso denkst du nicht an Katzen??
    • Angelo C. 19.09.2015 13:22
      Highlight Highlight Der vielgeschmähte Orban sieht eines der gravierenden Probleme u.a. auch darin, dass Muslime in einer überwiegend anders geprägten Gesellschaft oft nur sehr schwer integrierbar sind. Er verwahrt auch gehen die Sprüche, dass er doch alles "viel milder" ablaufen lassen könnte und erklärt seine Position in einen Tagesanzeiger-Interview :

      "Orban geht von 100 Millionen Migranten aus, die noch kommen. Und er ist sich sicher, dass sich Muslime kaum integrieren lassen. Deshalb müsse man sie stoppen."

      http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Wir-wollen-das-nicht/story/20773600
    • Chlinae_Tigaer 19.09.2015 14:05
      Highlight Highlight Danke für den Link. Beim lesen kam mir ein Gedanke; NWO.

      Man kann das nun als Verschwörungstheorie, Paranoia und anderes abtun.

      Für mich persönlich geht's ganz klar in diese Richtung. Auch weil ich denke das die ganzen Flüchtlingswanderungen dieser Tage bewusst und hausgemacht sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • atomschlaf 19.09.2015 12:02
    Highlight Highlight Aha. Offenbar waren die ähnlich lautenden Berichte, die ausserhalb der Mainstream-Medien schon länger kursieren, doch keine rassistische Propaganda. Die Realität beginnt ihr hässliches Gesicht zu zeigen.
    Aber das ist nun mal das zu erwartende Resultat, wenn man Männer aus frauenverachtenden Kulturen und mit nur rudimentärster Bildung unkontrolliert einreisen lässt.
    • Walter Sahli 19.09.2015 13:48
      Highlight Highlight Die Berichte über westeuropäische Blauhelme, die im Einsatzgebiet Essen gegen Sex (auch mit Kindern!) tauschen schon vergessen? Glaub nur ja nicht, die westeurop. Männer würden weniger mit ihren Genitalien denken, als Männer aus anderen Regionen!
    • Walter Sahli 19.09.2015 15:01
      Highlight Highlight ...und übrigens hat der Bildungsstand überhaupt nichts mit der Achtung von Frauen zu tun! http://m.jetzt.de/texte/585398
  • Pipapo 19.09.2015 11:46
    Highlight Highlight Aber das sind doch alles ganz Liebe und Nette, die in Europa Schutz suchen... Wie kann das sein?

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

Was hier nach Sachsen im Jahr 2016 klingt, ist Bayern im Jahr 1947. Und die Flüchtlinge, die Fischbacher hinauswerfen will, kommen nicht aus …

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