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Hunderte Flüchtlinge in der Ägäis aufgegriffen – Griechenland warnt vor einer Flüchtlings-Katastrophe



Die griechische Küstenwache hat innerhalb von zwei Tagen mehr als 1200 Flüchtlinge aufgegriffen. Allein auf der Insel Lesbos kamen nach offiziellen Angaben mehr als 600 Menschen an.

Migranten erreichten auch die Inseln Farmakonisi, Agathonisi, Samos, Kos, Kastellorizo und Chios, wie die Küstenwache am Dienstag mitteilte. Behörden und humanitäre Organisationen seien mit der Lage inzwischen restlos überfordert, berichtete das Staatsfernsehen. 

Besonders dramatisch sei die Lage auf Lesbos. Hunderte Migranten verbringen dort die Nacht im Freien und harren tagsüber unter der sengenden Sonne aus, weil alle Aufnahmelager restlos überfüllt seien, berichtete das griechische Fernsehen. Durch die Ägäis führen Routen, über die Schleuserbanden Migranten nach Europa bringen.

Die griechische Regierung informierte am Dienstag den für Migration zuständigen EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos über den Stand der Dinge. Der EU-Kommissar wird am Mittwoch in Brüssel einen detaillierten Vorschlag zur Verteilung von Flüchtlingen auf alle EU-Staaten vorschlagen. Bislang hat diese Idee aber keine Mehrheit unter den Staaten.

Nach dem Willen der EU-Kommission sollen Flüchtlinge künftig per Quote auf die Staaten verteilt werden – vorerst aber nur in Notlagen wie bei einem grossen Flüchtlingsstrom. Basis soll ein Schlüssel sein aus der Wirtschaftsleistung, der Bevölkerungszahl, der Arbeitslosenquote und der Zahl der bereits aufgenommenen Flüchtlinge. (wst/sda/dpa)

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