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«Unnötig, tragisch und vermeidbar»: US-Bürger stirbt in ägyptischer Haft nach Hungerstreik



Die US-Regierung hat den Tod eines US-Bürgers in einem ägyptischen Gefängnis verurteilt. Der 64-jährige ägyptisch-stämmige Taxifahrer Moustafa Kassem sei nach sechs Jahren Haft in Ägypten gestorben, teilten Kassems Rechtsanwälte mit.

«Sein Tod war unnötig, tragisch und vermeidbar», kritisierte der ranghohe US-Diplomat David Schenker. Kassem befand sich seit Ende 2018 im Hungerstreik, zuletzt nahm er auch keine Flüssigkeiten mehr zu sich.

Schenker sprach der Familie des Verstorbenen sein Beileid aus. Das US-Aussenministerium werde weiterhin bei jeder Gelegenheit seine «grossen Sorgen angesichts der Menschenrechtslage» in Ägypten und der dort inhaftierten US-Bürger deutlich machen, betonte der Diplomat.

Zu konkreten Konsequenzen äusserte sich Schenker indes nicht. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump ist im Kampf gegen Islamisten in Nordafrika eng mit dem autoritär regierenden ägyptischen Staatschef Abdel Fattah al-Sisi verbündet.

Kassem war 2013 bei einem Besuch in seiner ägyptischen Heimat im Rahmen einer Razzia gegen regierungskritische Demonstranten festgenommen worden. Der Taxifahrer aus New York bestritt stets, an den Protesten gegen al-Sisi teilgenommen zu haben. Dennoch wurde er 2018 in einem Massenprozess wegen Umsturzversuchen zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Das ägyptische Innenministerium erklärte, Kassem sei zur Diabetes-Behandlung in die Krankenstation des Gefängnisses verlegt worden. «Sein Zustand hat sich verschlechtert und er ist am 13. Januar gestorben», hiess es weiter.

Die Menschenrechtsorganisationen Pretrial Rights International und Freedom Initiative erklärten, gegen Kassem habe nie ein «individualisierter Beweis» vorgelegen. Demnach starb der Diabetiker möglicherweise an Herzversagen. (aeg/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hardy18 14.01.2020 17:26
    Highlight Highlight Bei allem Beileid der Person. Aber in Amerika ist es doch nicht anders 🤷🏼‍♂️ Was die sich erlauben so ein Fass auf zumachen.
    Und ich finde es traurig das sowas Mittelalterliches noch immer praktiziert wird.
    • Saraina 15.01.2020 07:17
      Highlight Highlight Immerhin machen die Amerikaner ein Fass auf. Aus der Schweiz und anderen Nationen in Europa ist nämlich rein gar nichts zu hören, das die Situation in Ägypten kritisieren würde. Der deutsche Aussenminister bezeichnet Al-Sisi als „beeindruckenden Politiker“, obwohl die Menschenrechte dort mit Füssen getreten werden, und Pressefreiheit überhaupt nicht existiert. Von solcher Behandlung kann Erdogan nur träumen... Selbst wenn die ägyptische Polizei einen italienischen Studenten zu Tode foltert, geht kein Aufschrei um.
  • Wasmanvonhieraussehenkann 14.01.2020 15:49
    Highlight Highlight 15 Jahre für die (vermeintliche) Teilnahme an einer Demo??
    Wie kann man sowas noch Justiz nennen? ☹️
  • Gantii 14.01.2020 15:37
    Highlight Highlight Ägypten scheint der USA doch sehr ähnlich was Menschenrechte und faire Prozesse betrifft
  • Darkside 14.01.2020 14:52
    Highlight Highlight Ja die Menschenrechtslage interessiert die US Heuchler auf der ganzen Welt, ausser in Guantanamo, an Ihrer Südgrenze und in den CIA-Folterknästen.
  • Saraina 14.01.2020 14:43
    Highlight Highlight Von diesem Opfer weiss man, weil der Mann einen US-Pass hat, und Angehörige ausserhalb Ägyptens. Er ist nicht der Einzige, der über Jahre ohne Anklage, geschweige denn einen fairen Prozess in ägyptischen Gefängnissen verrottet.
    • Fisherman 14.01.2020 16:20
      Highlight Highlight Ja leider
    • w'ever 14.01.2020 19:27
      Highlight Highlight hust*guantanamo*hust
    • Saraina 14.01.2020 21:22
      Highlight Highlight Guantanamo musst ausserhalb der US Jurisdiktion errichtet werden, weil es als illegal erkannt wurde. In Ägypten gilt vollumfänglich: legal, illegal, scheissegal. In Massenprozessen wurden Menschen wegen angeblicher Straftaten zum Tode oder langen Gefängnistrafen verurteilt, die schon seit Jahren verstorben waren.
  • NudelBürste 14.01.2020 14:19
    Highlight Highlight Sorry aber die USA ist absolut nicht in der Lage irgendwelche Gefängnisse irgendwo auf der Welt zu Kritisieren...
    • 155West 14.01.2020 19:31
      Highlight Highlight Schon vergessen, dass es die u.a. auch Schweiz war, welche der CIA geheime Gefangenenflüge via Schweizer Flugraum, teilweise sogar mit Zwischenlandungen in Genf und Zürich, gestattete? Damit also direkt am Transport von Gefangenen in Foltergefängnisse und nach Guantanamo beteiligt war?

      Um es also in deinen Worten zu formulieren: Sorry, aber wir Schweizer sind absolut nicht in der Lage, die USA und ihre Gefängnisse zu kritisieren...
    • NudelBürste 15.01.2020 08:59
      Highlight Highlight Kenne die Story nicht die du ansprichst, aber CIA sagt doch eigentlich schon alles. Die machen überall auf der Welt was sie wollen.

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