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Jemen: 45 Tote bei saudischen Angriffen auf Flüchtlingslager

Die saudische Luftwaffe bombardiert die Huthi-Rebellen im Jemen. Sie nimmt vor allem militärische Ziele ins Visier. Die Bomben sollen aber auch ein Flüchtlingslager getroffen haben.



Bei saudischen Luftangriffen auf ein Flüchtlingslager im Nordwesten des Jemen sollen nach Angaben von Beobachtern mindestens 45 Menschen getötet oder verletzt worden sein. 65 weitere Menschen seien bei dem Angriff auf das Lager im Nordwesten des Landes verletzt worden, sagte ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM). 

Jemenitische Sicherheitskreise berichteten am Montag, Kampfflugzeuge hätten vier Angriffe auf das Flüchtlingslager Al-Masrak nahe der Grenze zu Saudi-Arabien geflogen. Dort hätten sich rund 700 Flüchtlinge aufgehalten. Unter den Toten seien auch Frauen und Kinder, hiess es weiter. 

Huthis rücken nach Aden vor

Saudi-Arabien und seine arabischen sunnitischen Verbündeten hatten in der vergangenen Woche mit Luftschlägen gegen die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen begonnen. Damit unterstützen sie Jemens Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi, der vor den Huthis geflohen ist und sich derzeit im Ausland aufhält. Ein Sprecher der saudischen Koalition erklärte, die Angriffe würden so lange fortgesetzt, bis Hadi an die Macht zurückkehren könne.

Die Huthis hatten in den vergangenen Monaten Teile des Landes unter Kontrolle gebracht und den Staatschef abgesetzt. Zuletzt rückten sie bis in die südjemenitische Stadt Aden vor. Unterstützt werden sollen die Huthis vom ebenfalls schiitischen Iran, dem grössten Rivalen des sunnitischen Saudi-Arabien in der Region.

Anwohner von Dhalea, das nördlich von Aden liegt, berichteten, an der Seite der Huthi-Milizen kämpften auch Anhänger des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh. Sie hätten ihre Gegner mit Panzern und Artillerie attackiert.

Bombardierungen den fünften Tag in Folge

Das von Saudi-Arabien angeführte Bündnis bombardierte im Jemen den fünften Tag in Folge Einrichtungen der Huthi-Rebellen und ihrer Verbündeten Nach Angaben von Einwohnern sind sowohl Sanaa als auch Orte östlich der Hauptstadt sowie im Westen des Landes betroffen. Unter anderem seien der Präsidentenpalast und mehrere militärische Ziele in der Hauptstadt Sanaa angegriffen worden, berichteten Augenzeugen.

Der Nachrichtenkanal Al-Arabija meldete, auch eine Raketenbasis an der Küste des Roten Meeres sowie Huthi-Stellungen im Nordjemen seien bombardiert worden. Aus Sicherheitskreisen hiess es zudem, die Jets hätten auch einen Militärkonvoi der Huthis nahe der südjemenitischen Stadt Aden ins Visier genommen.

Die Rebellen und ihre Verbündeten versuchen weiterhin, die Stadt unter Kontrolle zu bringen. In den vergangenen beiden Tagen seien bei Kämpfen in der Region mindestens 60 Menschen ums Leben gekommen, berichteten Sicherheitsquellen.

Saudische Bodentruppen und pakistanische Soldaten begannen unterdessen an der Grenze zum Jemen eine gemeinsame Militärübung. Diese stehe jedoch in keiner Verbindung zu laufenden Militäreinsätzen, zitierte die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA einen hohen General. Die sunnitische Atommacht Pakistan hat bislang noch nicht entschieden, ob sie sich an dem Kriegseinsatz im Jemen beteiligt. (wst/sda/dpa/afp/Reuters)

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