DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ägyptischer Filmemacher und Kritiker Al-Sisis stirbt im Gefängnis



In Ägypten ist ein Filmemacher, der Präsident Abdel Fattah al-Sisi in einem Musikvideo als Lügner verspottet hat, im Alter von 24 Jahren im Gefängnis gestorben. Schadi Habasch sei in Kairo im berüchtigten Tora-Hochsicherheitsgefängnis gestorben, teilte der Musiker und Aktivist Rami Essam mit. Die Todesursache war zunächst unklar. Habasch war mehr als zwei Jahre in Haft, ein Prozess wurde ihm nie gemacht.

Habasch und ein Mitarbeiter wurden im März 2018 festgenommen, wenige Tage nachdem sie das Musikvideo zum Song «Balaha» veröffentlicht hatten. Der im Exil lebende Rockmusiker Rami Essam kritisiert darin die Zustände in seinem Heimatland. Präsident Al-Sisi wird als «Balaha» bezeichnet - wörtlich «Dattel», umgangssprachlich aber auch eine Bezeichnung für einen berüchtigten Lügner.

Um dieses Musikvideo geht's:

abspielen

Video: YouTube/Ramy Essam

Beiden wurde unter anderem vorgeworfen, Falschnachrichten verbreitet und das Militär beleidigt zu haben sowie Mitglied in einer terroristischen Vereinigung zu sein. Essam erklärte dagegen öffentlich, Habasch habe mit dem Inhalt des Songs nichts zu tun. Es sei lediglich eines seiner vielen Regie-Projekte in der Nahost-Region gewesen.

Präsident Al-Sisi geht seit seiner Machtübernahme im Jahr 2013 mit äusserster Härte gegen Kritiker vor. Menschenrechtlern zufolge wurden seitdem mindestens 60 000 Menschen inhaftiert. Darunter sind viele Aktivisten und politische Oppositionelle. Zahlreiche Prominente sind ins Exil geflohen, darunter Schauspieler und Schriftsteller.

Der Autorenverband PEN America sprach von einem «verheerenden Schlag gegen die künstlerische Freiheit». «Künstler gehen Risiken ein, aber sie sollten nicht mit ihrem Leben bezahlen müssen», teilte der Verband mit. Wer Ansichten verbreite, die Al-Sisi nicht passten, riskiere in Ägypten faktisch eine Todesstrafe. Die Umstände von Habaschs Tod müssten aufgeklärt werden.

Musiker Essam veröffentlichte auf seiner Website den letzten Brief Habaschs aus dessen Gefangenschaft. «Haft tötet nicht, Einsamkeit tötet», heisst es darin. «Ich brauche eure Unterstützung um nicht zu sterben.» (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Wegen drohendem Verkehrskollaps in Kairo: Ägypten plant neue Stadt

1 / 7
Wegen drohendem Verkehrskollaps in Kairo: Ägypten plant neue Stadt
quelle: x02182 / amr abdallah dalsh
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Sensationsfund! Archäologen finden bislang grösste verlorene Stadt in Ägypten

Eigentlich waren die Archäologen auf der Suche nach dem Totentempel von Pharao Tutanchamun. Stattdessen fanden sie im ägyptischen Luxor nun eine 3000 Jahre alte Stadt.

Es handele sich um die grösste antike Stadt, die jemals in Ägypten gefunden wurde, erklärte der Leiter der Mission, Sahi Hauass, in einer Mitteilung.

«Die Entdeckung dieser verlorenen Stadt ist die zweitwichtigste archäologische Entdeckung seit dem Grab von Tutanchamun», sagte die Professorin für Ägyptologie an der Johns …

Artikel lesen
Link zum Artikel