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UNO warnt erneut vor Hungersnot im Jemen

27.01.2017, 08:5727.01.2017, 16:59
Angestellte im öffentlichen Dienst warten am 25. Januar in Sanaa auf die Auszahlung ihres Gehalts.
Angestellte im öffentlichen Dienst warten am 25. Januar in Sanaa auf die Auszahlung ihres Gehalts.Bild: KHALED ABDULLAH/REUTERS

Die UNO hat vor einer Hungersnot im Jemen gewarnt. Nothilfekoordinator Stephen O'Brien sagte am Donnerstag vor dem Sicherheitsrat in New York, derzeit sei der militärische Konflikt in dem arabischen Land der «Hauptantrieb» für die grösste Nahrungsmittelkrise der Welt.

Kinder in einem Hospital in Sanaa am 14. Januar.
Kinder in einem Hospital in Sanaa am 14. Januar.Bild: YAHYA ARHAB/EPA/KEYSTONE

«Wenn nicht umgehend gehandelt wird, ist eine Hungersnot für das Jahr 2017 ein mögliches Szenario.» O'Briens Angaben zufolge sind derzeit fast 80 Prozent der jemenitischen Bevölkerung auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen, mindestens zwei Millionen Menschen benötigen dringend Hilfe, um zu überleben.

Besonders hart sei die Situation für die Kinder, sagte der Nothilfekoordinator der UNO. Derzeit seien 2,2 Millionen Kinder akut unterernährt – das sind 53 Prozent mehr als Ende 2015.

Strassenszene in Sanaa am 7. Januar.
Strassenszene in Sanaa am 7. Januar.Bild: YAHYA ARHAB/EPA/KEYSTONE

Insgesamt sei die Not der Kinder gross, sagte O'Brien. «Alle zehn Minuten stirbt ein Kind unter zehn Jahren an Gründen, die vermeidbar wären.» Das Land ist fast vollständig von Importen abhängig. Besonders der während des Konflikts zerstörte Hafen von Hudaida und der geschlossene Flughafen der Hauptstadt Sanaa erschweren die Lage.

Im Jemen kämpfen die Truppen des sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi seit September 2014 gegen die schiitischen Huthi-Rebellen und andere Gruppen, die dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Seit März 2015 fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe auf die Rebellen.

Die UNO fordert eine Waffenruhe, damit dringend benötigte humanitäre Hilfe ins Land gelangen kann. Zudem dringt sie auf politische Gespräche über ein Ende des Konflikts.

(sda/afp)

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