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epa07068507 A handout photo made available by the Iranian Supreme Leader's office shows Iranian Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei greeting the crowd during a meeting with tens of thousands of Iranian voluntary forces (Basij) at the Azadi Stadium in Tehran, Iran, 04 October 2018. Media reports cited Khamenei as saying that said that Iran faces 'sensetive times' because of economic situation after the renewed US sanctions against the country.  EPA/iRANIAN SUPREME LEADER OFFICE HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Der iranische Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei spricht in einem Stadion in Teheran vor Tausenden Mitgliedern der Basij-Milizen.  Bild: EPA/iRANIAN SUPREME LEADER OFFICE

Ajatollah Chamenei zu Trump: US-Sanktionen haben Iran unabhängiger gemacht



Der oberste Führer des Iran hat die am Montag in Kraft tretenden schweren Wirtschaftssanktionen der USA als einen weiteren vergeblichen Versuch bezeichnet, den Gottesstaat zu lähmen. Russland nannte das Vorgehen der USA «zerstörerisch».

«In den letzten 40 Jahren war der Iran der Gewinner und die USA der Verlierer», sagte Ajatollah Ali Chamenei, der laut Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen hat, am Samstag. Die US-Sanktionen der letzten Jahrzehnte hätten eher dazu geführt, dass der Iran viele Waren selbst herstelle und daher unabhängiger und selbstständiger geworden sei

Die USA wollen ihren Intimfeind von Montag an mit den schwersten Wirtschaftssanktionen in der Geschichte treffen, nachdem sie sich im Mai aus dem internationalen Atomabkommen von 2015 zurückgezogen hatten.

Gegen Ölindustrie

Erste Sanktionen gegen den Iran wurden im August wieder in Kraft gesetzt. Von den neuen Sanktionen sollen nun vor allem die Ölindustrie, aber auch der Finanzsektor und die Transportbranche mit den wichtigen Häfen getroffen werden.

Auch das iranische Aussenministerium hatte am Freitag erklärt, auf die erweiterten Sanktionen vorbereitet zu sein und sich keine Sorgen zu machen. Ähnliche Aussagen gab es auch schon von Präsident Hassan Ruhani und anderen Politikern.

Allerdings steckte das Land schon vor der für Montag angekündigten Wiedereinführung weiterer Sanktionen in einer akuten Finanzkrise. Die nationale Währung Rial hat mehr als 60 Prozent an Wert verloren. Anders als von der iranischen Führung dargestellt, machen sich die Menschen sehr wohl Sorgen, wie sich die Wirtschaftskrise nach dem 5. November weiterentwickeln wird.

Scharfe Kritik aus Russland

Das Atomabkommen soll den Iran vom Bau von Atomwaffen abhalten, erlaubt ihm aber die friedliche Nutzung der Kernkraft. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA attestiert dem Land, sich an die Vereinbarungen zu halten.

Die USA werfen Teheran jedoch vor, unter anderem mit der Unterstützung von Organisationen wie der Hisbollah, der Hamas und den Hutu-Rebellen im Jemen sowie der Assad-Regierung in Syrien gegen den «Geist» des Deals zu verstossen. Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Russland und China wollen das Atomabkommen dennoch aufrechterhalten.

Russland kritisierte die verschärften US-Sanktionen gegen den Iran entsprechend heftig. «Wir verurteilen das zerstörerische Vorgehen der USA», erklärte das russische Aussenministerium am Samstag in Moskau. Alle internationalen Bemühungen um einen Erhalt des Atomabkommens mit Teheran würden zunichte gemacht.

«Wir lehnen alle einseitigen Sanktionen unter Umgehung des Uno-Sicherheitsrates ab», hiess es in der Mitteilung. Problematisch sei, dass die Strafmassnahmen auch Partner des Irans treffen könnten. Wenn die USA den Iran an einer nuklearen Bewaffnung hindern wollten, sollten sie mit ihm darüber verhandeln. (sda/dpa)

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