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200 Massengräber im Irak entdeckt – insgesamt 12'000 Opfer vermutet



FILE - This image May, 2015, file, photo released by the the Mass Graves Directorate of the Kurdish Regional Government shows a human skull in a mass grave containing Yazidis killed by Islamic State militants in the Sinjar region of northern Iraq. U.N. investigators said Tuesday, Nov. 6, 2018 that they have verified the location of more than 200 mass grave sites from the time of the Islamic State group’s reign in northern Iraq, containing the bodies of between 6,000 and 12,000 victims. (Kurdish Mass Graves Directorate via AP, File)

In Massengräbern im Nordirak wurden Tausende Opfer gefunden.  Bild: AP/Kurdish Mass Graves Directorate

In den früheren Gebieten der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Irak sind nach Uno-Angaben mehr als 200 Massengräber mit den Leichen von bis zu 12'000 Opfern der Extremistengruppe entdeckt worden.

Die Uno-Mission im Irak (Unami) rief Bagdad am Dienstag auf, die Stätten vollständig auszuheben, um den Familien Gewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen zu ermöglichen. Auch könnten sie Hinweise auf Kriegsverbrechen geben.

«Die in unserem Bericht dokumentierten Massengräber zeugen von grauenhaften menschlichen Verlusten, schwerem Leiden und schockierender Grausamkeit», sagte der Uno-Gesandte für den Irak, Jan Kubis. Für die Angehörigen sei es wichtig für die Trauerarbeit, Gewissheit über die Todesumstände zu haben. Auch könnten die Massengräber «forensisches Material» enthalten, das zur Aufarbeitung der IS-Verbrechen beiträgt.

FILE - In this May 17, 2016, file, photo, Sirwan Jalal, Director of Mass Graves for the Kurdish Regional Government, points to an image of the site of a mass grave during an interview with the Associated Press in Irbil, northern Iraq.  U.N. investigators said Tuesday, Nov. 6, 2018 that they have verified the location of more than 200 mass grave sites from the time of the Islamic State group’s reign in northern Iraq, containing the bodies of between 6,000 and 12,000 victims. (AP Photo/Maya Alleruzzo, File)

Bild: AP/AP

Die IS-Miliz hatte 2014 grosse Gebiete des Irak erobert und tausende Polizisten, Soldaten und Zivilisten getötet. Nach erbitterten Kämpfen gelang es der irakischen Armee und verbündeten kurdischen und schiitischen Milizen mit internationaler Unterstützung, alle Gebiete zurückzuerobern. Uno-Ermittler sammeln seit August Beweise für Prozesse gegen IS-Kämpfer wegen Kriegsverbrechen, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Von den 202 entdeckten Massengräbern wurden laut dem UN-Bericht erst 28 ausgegraben, wobei mehr als 1250 Leichen exhumiert worden seien. Fast die Hälfte der Stätten liegt in der nördlichen Provinz Ninive, in der die Dschihadisten zahlreiche Gräueltaten an der religiösen Minderheit der Jesiden verübten. Laut Iraks Hoher Kommission für Menschenrechte werden in Ninive noch immer 3000 Jesiden und 4000 weitere Menschen vermisst.

Der Rest der Massengräber liegt in den nördlichen Provinzen Kirkuk und Salaheddin sowie der Provinz Anbar im Westen. Das vermutlich grösste Massengrab ist der Karsttrichter Chasfa südlich der früheren IS-Hochburg Mossul, in dem bis zu 4000 Tote vermutet werden. Die Dschihadistenmiliz hat an dem Massengrab Sprengsätze hinterlassen, durch die vergangenes Jahr drei irakische Milizionäre und ein Journalist getötet wurden.

In this Nov. 11, 2017 photo, two Iraqi men walk near a sinkhole known as Khasfa, that is believed to contain the remains of people executed by Islamic State militants south of Mosul, Iraq. IS fighters

Im Karsttrichter Chasfa werden bis zu 400 Tote vermutet. Bild: AP/AP

Angesichts der bürokratischen Hürden, mit denen Iraker bei der Suche nach vermissten Angehörigen zu kämpfen haben, rief die Uno-Mission im Irak die irakische Regierung zur Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle auf. «Die Familien der Opfer müssen sich an mehr als fünf staatliche Institutionen wenden, um die rechtlichen Formalitäten zu erfüllen, um das Schicksal eines Vermissten zu klären», hiess es in dem Uno-Bericht.

Die Uno-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet erklärte, die Überprüfung der Massengräber sei essenziell, um die vollständige Aufklärung der von dem IS verübten Gräueltaten zu ermöglichen. «Die schrecklichen Verbrechen des IS im Irak mögen aus den Schlagzeilen verschwunden sein, doch das Trauma der Familien der Opfer bleibt, und der Verbleib von tausenden Frauen, Männern und Kindern ist weiter ungeklärt», mahnte sie. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Knäckebrot 06.11.2018 15:34
    Highlight Highlight Im Hinblick auf die Opfer der islamischen "Barmherzigkeit für die Menschheit" finde ich es nicht richtig, bei solchen Berichten nachher Jürgen Todenhöfers Ausführungen anzuhängen. Das ist einfach seine Sicht, welche dem Islam die Verantwortung des IS entzieht.

    Nicht mal die Al-Azhar Universität, welche die wichtigste islamische Uni ist und den Ruf von Weltoffenheit geniesst, spricht den IS-Leuten den Islam ab.
    • Saraina 06.11.2018 15:53
      Highlight Highlight Muslimen, die sich als solche bezeichnen den Islam abzusprechen und dann deren Ermordung deswegen gutzuheissen ist eine Spezialität der Extremisten wie IS oder Al-Qaida. Der arabische Begriff dafür ist „Takfir“. Lies mal dazu auf Wikipedia nach. Takfirismus ist immer schon mit Extremismus verbunden gewesen, weswegen die Al-Azhar davon absieht. Dass sie das tut, ist ein starkes Signal gegen extremistische Auslegung. Und natürlich berufen sich die Extremisten auf den Islam, und hat es im Islam auch immer wieder extremistische Strömungen gegeben.
    • Oxymora 06.11.2018 18:01
      Highlight Highlight @Knäckebrot
      Ich kann Ihren Einwand verstehen.
      Anderseits wer nimmt die Meinung von Herrn Todenhöfer
      schon für objektiv. Der Mann ist voll verislamt.

      Ich finde Medien sollen diverse Ansichten zeigen; weil sonst könnte der Eindruck entstehen, dass sie einseitig informieren.
      Schlimm find ich, dass dem Medienkonsument so einiges
      vorenthalten wird, gerade wenn es um den Islam geht.
      Die halben, einseitigen Fakten ergeben noch keine gute Info.

      Bei umfassender Info würde Religion schlecht abschneiden und die Gefühle von potentiellen Lesern könnten verletzt werden.

      Das wäre schlecht fürs Geschäft !
    • SemperFi 06.11.2018 18:22
      Highlight Highlight Wenn Sie kurze Sätze machen, werden Ihre Texte einiges verständlicher.
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