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FILE - In this July, 23, 2017 file photo, Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman poses while meeting with Turkey's President Recep Tayyip Erdogan in Jiddah, Saudi Arabia. Leaders in Qatar and Saudi Arabia have had their first high-level contact since a diplomatic crisis engulfing Doha began three months ago, but the terms of what was discussed are now in dispute. Both governments acknowledged early Saturday, Sept. 9, 2017 that Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman spoke with Qatari Emir Sheikh Tamim bin Hamad Al Thani. (Presidency Press Service/Pool Photo via AP, File)

Leitet Mohamed bin Salman in Saudi-Arabien eine kleine Revolution ein?  Bild: AP/Presidency Press Service

Kehrtwende in Saudi-Arabien? Kronprinz verspricht «moderaten Islam»



Der kommende Herrscher Saudi-Arabiens, Kronprinz Mohammed bin Salman, hat sich am Dienstag so deutlich wie noch nie zur Zukunft des Landes geäussert. Die ultrakonservative Monarchie solle moderat werden, versprach er.

«Wir gehen zu dem zurück, wie wir waren: dem moderaten Islam, der offen gegenüber der Welt und allen Religionen ist», sagte Mohammed bin Salman auf einer Konferenz in Riad, nachdem er auf die in dem Land vorherrschenden radikalen Ideen angesprochen worden war.

Der Kronprinz sagte, dass Saudi-Arabien vor 1979, dem Jahr der Besetzung der Grossen Moschee in Mekka, anders gewesen sei. 70 Prozent der Saudi-Araber seien jünger als 30 Jahre. «Ganz ehrlich, wir werden keine 30 Jahre unseres Lebens verschwenden, um uns mit extremistischen Ideen zu beschäftigen. Wir werden sie heute und sofort zerstören. Das war nicht normal.»

Mohammed bin Salman, der gegenüber seinem greisen Vater König Salman als inoffizieller Herrscher Saudi-Arabiens gilt, wurden in den vergangenen Monaten schon eine Reihe von Massnahmen zu Öffnung der Gesellschaft zugeschrieben, darunter die Erlaubnis für Frauen, Auto fahren zu dürfen.

Die Bevölkerung Saudi-Arabiens wolle ein normales Leben. Mohammed bin Salman, der selbst erst 32 Jahre alt ist, wurde mehrmals von Applaus unterbrochen.

Öffnung kommt voran

Mit seinen Äusserungen nahm der Thronfolger von König Salman offensichtlich Bezug auf die Besetzung der Grossen Moschee in Mekka 1979 durch radikale Islamisten. Die Männer verlangten den Rücktritt von König Chalid und die Einsetzung einer «echt islamischen Regierung».

Saudi King Salman listens during a meeting of the Saudi-Iraqi Bilateral Coordination Council with Secretary of State Rex Tillerson and Iraqi Prime Minister Haider al-Abadi, Sunday, Oct. 22, 2017, in Riyadh, Saudi Arabia. (AP Photo/Alex Brandon, Pool)

Die alte Garde in Saudi-Arabien bestimmt nach wie vor die Geschicke.  Bild: AP/AP Pool

Die saudi-arabische Armee stürmte das bedeutende islamische Gotteshaus Tage später. Doch das durch den Ölboom aufstrebende Land veränderte sich auf Jahrzehnte - die gesellschaftliche Liberalisierung wurde zurückgedrängt.

Unter den jungen Saudi-Arabern gilt Mohammed bin Salman als Hoffnungsträger für eine modernere Gesellschaft. In Saudi-Arabien ist vor allem die Gleichberechtigung noch in weiter Ferne.

Frauen müssen alle grossen Lebensentscheidungen bis hin zu Reisen von einem männlichen Vormund absegnen lassen. Zudem gelten strenge Bekleidungsvorschriften für Frauen in der Öffentlichkeit.

Für Jemen-Krieg verantwortlich

International hat sich der junge Thronfolger durch sein aggressives Auftreten jedoch schon viel Kritik eingehandelt. So ist er für die verheerende, saudi-arabisch geführte, Militärkampagne im Jemen verantwortlich.

Durch Luftangriffe in Gebieten unter Kontrolle der Huthi-Rebellen starben Tausende Zivilisten. Mohammed bin Salman soll auch einer der Hauptakteure bei der Blockade des Nachbar-Emirats Katar in den vergangenen Monaten sein.

Salman ist aber auch verantwortlich für den wohl ambitioniertesten Wirtschaftsumbau der Gegenwart: Durch das Billionen-Projekt «Vision 2030» soll die Wirtschaft des Landes vom Öl unabhängig werden. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sebastian Wendelspiess 26.10.2017 08:21
    Highlight Highlight Warum nennt man die Saudis nie; Diktator, Schlächter, Raketenmann, Wahnsinnige sondern nur niedlich Kronprinz/Monarch?
  • mogad 25.10.2017 18:12
    Highlight Highlight Für die geplante Riesenstadt Neom, angebl. so gross wie der Kt. Bern braucht das Regime ausländische Grossinvestoren. Das Geld wird wohl kaum nur von andern Unrechtstaaten kommen, sondern auch von Ländern wie USA usw. Auf das Potential der saudischen Frauen wird man auch nicht länger einfach verzichten können.
  • Fulehung1950 25.10.2017 14:59
    Highlight Highlight Deine Rede höre ich wohl, allein der Glaube fehlt mir....

    Nun, geben wir ihm eine Chance. Wenn er es ernst meint und die greisen Angehörigen des Königshausen ihn auch gewähren lassen, habe ich Hoffnung.

    Saudi Arabien wäre dann mit Jordanien der 2. Staat, dem man vertrauen kann. Und es wären zwei nicht ganz ohne Gewicht.

    Bis dahin: zurücklehnen und Wasserpfeife rauchen
    • Saraina 25.10.2017 16:26
      Highlight Highlight Sein Problem sind nicht die greisen Prinzen. Die amüsieren sich seit eh gerne in Marbella. Sein Problem sind die Rechtsgelehrten und Fanatiker in Saudi Arabien, die das Königshaus über Jahrzehnte genährt hat. Wenn er das Land öffen will, muss er massivste Terrorgefahr unter Kontrolle bringen. Bin Laden hat als Kritiker der saudischen Regierung und deren Verbindung mit den USA begonnen. Das dürfte dann nicht gerade offen zu und her gehen.
  • Paddiesli 25.10.2017 12:26
    Highlight Highlight Ich säg nur eis: Lass Taten folgen.
  • mogad 25.10.2017 11:56
    Highlight Highlight Der Wahabismus/Salafismus behindert den Fortschritt, weil er die Menschen kapputt macht, die diesen Fortschritt erarbeiten müssen, wenn die Oelquellen nicht mehr sprudeln. SA war vor 1979 ein viel fortschrittlichetes Land als heute. Dann wurde es von radikislamischen Kräften bedrohnt, und anstatt diese zu bekämpfen hat es sich diesen angepasst. Vor allem die Mädchen und Frauen haben darunter zu leiden. Die Aufhebung des Autofahrverbotes für Frauen ist ein erster Schritt Richtung mehr Menschenrechte. Weitere müssen folgen.
  • Radesch 25.10.2017 11:43
    Highlight Highlight Hoffentlich sind das nicht nur leere Floskeln, sondern es wird auch gehandelt. Der Islam wie er in der Form im nahen Osten und auf der Arabischen Halbinsel praktiziert wird ist einfach nur unmenschlich.

    Eine Öffnung der Religion ist dringend nötig, dann verschwinden endlich diese Vorurteile und es werden nicht mehr alle in Töpfe geworfen, in denen sie nie sein wollten
  • D(r)ummer 25.10.2017 10:47
    Highlight Highlight Ein kleines Detail.
    Bei der Stürmung der grossen Moschee war hauptsächlich ein französisches GIGN-Team beteiligt. Sozusagen die Vorhut für die SA-Armee.

    Diese (Christen) durften Mekka nur dank einer Sonderbewilligung betreten.

    Ich frage mich, inwieweit diese "Öffnung" geht.
    Radikales Gedankengut absetzen klingt toll, aber was versteht die Bevölkerung (die den GIGN-Einsatz als Schande betrachteten) unter Extrem?
    Für mich gehört die Sperrung von Mekka für Nicht-Muslime schon in die Extreme Kategorie.
    Das Königshaus hat nicht mehr viel Zeit...

  • LeChef 25.10.2017 09:52
    Highlight Highlight Die Botschaft hör' ich wohl, allein, mir fehlt der Glaube...
  • Diavolino666 25.10.2017 09:46
    Highlight Highlight Die einen sprechen vom friedlichen Islam, der Nächstenliebe und Offenheit lehrt und andere vom grausamen Islam, der alles und jeden unterdrücken will und Ungläubige töten will. - Das Problem dabei ist, dass BEIDE Parteien Recht haben. So gibt es friedliche Passagen im Koran und auch Suren, wo sich ein geistig gesunder Mensch nur verachtend abwenden kann. Wenn Mohamed bin Salman den friedlichen Islam in Saudi Arabien etablieren kann, wäre das ein gutes Zeichen. - Nur werden das einige Gruppierungen nicht akzeptieren...
    • Saraina 25.10.2017 13:15
      Highlight Highlight Nett wäre, wenn Salman den friedliche Islam nicht nur in Saudi Arabien, sondern auch in Yemen, Irak und Syrien etablieren wollte....
  • Raphael Stein 25.10.2017 09:45
    Highlight Highlight Mohamed bin Salman hat ein gutes Gespür die Zügel im richtigen Moment etwas zu lockern, bevor sich die Jugend erhebt.
    Aussenpolitisch hat er schon einiges verbockt. In dieser kurzen Zeit.
  • Saraina 25.10.2017 08:22
    Highlight Highlight Die Bani Saud waren nie Anhänger eines moderaten Islam, der offen für andere Religionen ist. Sie, also die Herrscherfamilie, erlaubte sich schon früher dekadente Eskapaden, aber ihr religiöses Fundament war und ist die krasse Definition des Islam von Abd al Wahab, also der Salafismus.
    Wenn Salman das Land "öffnen" will, kann er das nur tun unter massivsten Verletzungen des Menschenrechts, indem er sämtliche Kritiker seiner neuen Richtung einkerkert oder gleich umbringen lässt und das Volk unter eiserner Knute hält.
    • Saraina 25.10.2017 16:21
      Highlight Highlight Ich bin immer ein bisschen skeptisch gegenüber gesellschaftlichen Veränderungen, die sich nur mit Strömen von Blut durchsetzen lassen. Allerdings hat die gesellschaftliche Veränderung in Europa natürlich auch mit massenhaften Köpfungen ihren Anfang genommen...

      Nett wäre, wenn Salman fürs Erste damit aufhören würde, umliegende Länder wie Yemen und Qatar zu kujonieren. Sonst müsste man annehmen, dass er sich einfach zwecks besserer Publicity im Westen pro forma "öffnet".
  • Scott 25.10.2017 08:16
    Highlight Highlight Moderater Islam.

    Werden damit die kritischen Fragen zum Propheten und seiner "Lieblingsfrau" endlich beantwortet?
  • HansDampf_CH 25.10.2017 07:46
    Highlight Highlight Da lernen Schweine vorher fliegen
  • pamayer 25.10.2017 07:25
    Highlight Highlight Ist dem zu trauen oder sind 90% davon Feelgood-PR?
  • Crazyscientist 25.10.2017 07:16
    Highlight Highlight Die konservative Religiöse Elite wird die Öffnung noch hinauszuzögern. Ich hoffe jedoch er hält Wort.
  • hello world 25.10.2017 06:27
    Highlight Highlight Eins muss man ihm lassen: er ist einer der wenigen (fast) Staatschefs der begriffen hat, dass Erdöl und Erdgas bald nur noch eine kleine Rolle spielen werden...
    • Saraina 25.10.2017 10:09
      Highlight Highlight Alle Länder, die wirtschaftlich von Erdölförderung abhängen haben das begriffen.

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