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President Donald Trump speaks with reporters before boarding Marine One on the South Lawn of the White House, Tuesday, July 10, 2018, in Washington. (AP Photo/Evan Vucci)

Donald Trump sieht sich im Recht, verärgert aber die anderen NATO-Bündnispartner. Bild: AP/AP

«Schätzen Sie Ihre Verbündeten, denn Sie haben nicht viele» – Tusk liest Trump die Leviten



Kurz bevor der diesjährige NATO-Gipfel in Brüssel über die Bühne geht, sorgt ein anhaltender Konflikt erneut konkret für europäisch-amerikanische Differenzen. US-Präsident Donald Trump wieder einmal betont, dass sein Land deutlich mehr Geld für Verteidigung aufbringt als die restlichen NATO-Bündnispartner.

«Die USA zahlen ein Vielfaches mehr als jedes andere Land, nur um sie zu beschützen. Nicht fair für den amerikanischen Steuerzahler.»

Dass Trump damit nicht ganz falsch liegt, zeigt der vereinbarte Wert an Verteidigungsausgaben, dem sich alle NATO-Mitgliedstaaten annähern sollten. 2014 wurde rund um die Krim-Krise zwischen den Staats- und Regierungschefs vereinbart, die Ausgaben für Verteidigung einem Wert von zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts zu nähern. Bis jetzt liegen gemäss «welt.de» erst die USA und andere Staaten wie Grossbritannien, Griechenland und Estland über diesem Niveau.

Das eigentliche Problem ist die unterschiedliche Interpretation dieses Zwei-Prozent-Zieles. Geht es nach den USA, muss jedes NATO-Land die zwei Prozent auch wirklich erreichen. Deutschland beispielsweise ist jedoch der Meinung, dass man sich lediglich auf die zwei Prozent zubewegen müsse.

Erinnerungen an 9/11

Wie auch immer, bei EU-Ratspräsident Donald Tusk kommen die Äusserungen Trumps nur bedingt gut an. Tusk äusserte sich nach der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung zu einer verstärkten Zusammenarbeit von EU und NATO deutlich:

«Liebes Amerika, schätzen Sie Ihre Verbündeten, denn schliesslich haben Sie nicht so viele.»

Donald Tusk

Tusk betont, dass die 28 EU-Mitgliedstaaten viel mehr Geld für Verteidigung ausgeben als Russland und genauso viel wie China. «Amerika hat keinen und wird keinen besseren Alliierten haben als Europa.» Direkt an US-Präsident Donald Trump gerichtet, sagt EU-Ratspräsident Tusk:

«Ich glaube, Herr Präsident, Sie können keinen Zweifel haben, dass das eine Investition in unsere gemeinsame europäische und amerikanische Sicherheit ist.»

Tusk holt regelrecht aus und erinnert Trump an die Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington. Dort hätte Europa die USA als erstes umfassend unterstützt, ausserdem seien seit Jahren europäische Soldaten nebst US-Streitkräften in Afghanistan im Einsatz, 870 Europäer seien dabei ums Leben gekommen.

Trotz all diesen Argumenten aus der EU-Ecke, ewig wird Donald Trump wohl nicht Geduld haben, entfallen doch knapp 72 Prozent der Verteidigungsausgaben der NATO auf die USA. Bereits im Juni liess der US-Präsident acht europäischen NATO-Staaten einen Drohbrief zukommen und auch sein Vorgänger Barack Obama hat die EU über Jahre aufgefordert, die Militärausgaben zu erhöhen.

Wie die «Washington Post» in einem Bericht schreibt, überlege man sich, in NATO-Staaten Truppen abzuziehen. Die Regierung dementierte diese Planspiele, nichtsdestotrotz ist gemäss Experten klar, dass die NATO ohne das US-Truppenkontingent – wenn überhaupt – weit weniger handlungsfähig wäre. (rst)

Renato zum lustigen Thema: Waffenexporte! Jeeee!

Video: watson/Renato Kaiser

Trumps mögliche Gegner 2020

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41
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41Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ChiliForever 10.07.2018 23:34
    Highlight Highlight Wie es wohl aussähe, wenn man die Kosten der anderen Nato-Mitglieder durch Flüchtlinge wegen der
    US-Kriege mit einpreisen würde?
  • demokrit 10.07.2018 20:20
    Highlight Highlight Wer Frieden will, muss gewappnet sein.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 11.07.2018 09:11
      Highlight Highlight Wer andere Länder, aufgrund geopolitischer idiotien und Geldgier, zur Demokratie bomben will auch.
  • Menel 10.07.2018 19:07
    Highlight Highlight Na, dann besetzen wir den Platz des operativen Oberbefehlshabers mal mit einem, der nicht aus den USA kommt 😉
  • Klaus07 10.07.2018 18:19
    Highlight Highlight Das Militärbudget der USA liegt bei ca. 644 Milliarden Dollar. Für Natoaufgaben gibt die USA gerade einmal ca. 30 Milliarden aus, der Rest geht für Kriegsplätze weg, die nicht von der Nato legitimiert wurden. Diese Kosten kann die USA nicht anrechnen. So gesehen schuldet die USA der Nato noch Geld.
    • Joe Smith 10.07.2018 21:35
      Highlight Highlight Grundsätzlich meine Meinung, aber: Quellen für die Zahlen?
    • Klaus07 10.07.2018 23:30
      Highlight Highlight Die Vereinigten Staaten stellen keineswegs ihr gesamtes Militärdispositiv in den Dienst der Nato. Lucie Béraud-Sudreau und Nick Childs vom Londoner International Institute for Strategic Studies haben in der Security Times Zahlen geliefert, aus denen eindeutig hervorgeht, dass die USA ihre Sicherheitsdollars hauptsächlich für die eigenen Bedürfnisse ausgeben. Aus ihrem Wehretat von 664 Milliarden entfallen auf Europa allenfalls 28,2 bis 30,2 Milliarden.
      https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-02/nato-donald-trump-eu-beitraege-forderung-5vor8


    • Billy the Kid 13.07.2018 09:53
      Highlight Highlight @Hast
      Da liefert der Klaus doch glatt Zahlen und du schreist einfach "Nein!" und damit ist die Sache für dich erledigt. Offensichtlich bist du an der Wahrheit überhaupt nicht interessiert, solange sie nicht dein Weltbild bestätigt. Dann viel Spass in deiner Bubble, die auch irgendwann platzen wird.
  • Meyer 10.07.2018 18:16
    Highlight Highlight An Alle die jetzt sagen die USA solle sich aus der NATO zurückziehen, haben vor einem Jahr noch geweint und die EU hat Besserung versprochen.
    Die EU ist nur solange Partner der USA, solange sie profitieren kann.
    • phreko 10.07.2018 20:36
      Highlight Highlight Logisch. In welcher Partnerschaft profitieren denn nicht beide?
  • Meyer 10.07.2018 18:11
    Highlight Highlight "Liebes Amerika, schätzen Sie Ihre Verbündeten, denn schliesslich haben Sie nicht so viele"

    Ja, Europa hat besonders viele Verbündete, besonders Russland, China.....
    • elias776 10.07.2018 19:57
      Highlight Highlight die europäre haben sich , kanada, australien..
    • Platon 10.07.2018 20:57
      Highlight Highlight Ich versteh langsam eh nicht mehr, wieso wir so den USA nachgäufern müssen. Jeder Staat der Welt ist zuverlässiger als die USA, ja sogar Kim und Putin. Und ja @durrr, auch der Iran. Anstatt Trump alles nachzuplappern, solltest du dich vielleicht einmal fragen, wie es dazu gekommen ist, dass man mit dem Iran besser reden kann, als mit den USA. Der Iran!
    • Platon 10.07.2018 22:35
      Highlight Highlight @durrrr
      Ich habe nichts gegen gute Beziehungen mit dem Iran. Allerdings halte ich rein gar nichts von dessen politischem System. Kann es sein, dass du keine Ahnung von internationalen Beziehungen hast?
  • Ueli der Knecht 10.07.2018 17:04
    Highlight Highlight Die Europäer würden doch besser die USA auffordern, ihre Rüstungsausgaben auf 1% des BIPs zu begrenzen, und ihre Truppen nicht nur in Europa sondern weltweit zurückzuziehen.

    Yankees go home!
    Play Icon

    • glointhegreat 10.07.2018 17:46
      Highlight Highlight Von weltpolitik hast du aber auch keine ahnung. Ueli go home too.
    • Ueli der Knecht 10.07.2018 19:57
      Highlight Highlight Erklär doch dann mal die Weltpolitik, glointhegreat!?

      Welchen politischen Sinn macht es denn, dass die USA Rüstungsausgaben haben, die grösser sind als alle die Ausgaben der nächsten 25 grössten Armeen zusammen?

      Ich finde das eher unlogisch und auch gefährlich. Vorallem wenn dann so ein verantwortungsloser Trumpel den Verlockungen von zerstörerischer Machtpolitik nicht widerstehen kann.

      Erklär mir das mal, bitte, glointhegreat!

      ps: I am at home right now.
    • Ueli der Knecht 10.07.2018 20:06
      Highlight Highlight gas_wookie: Ich hätte mir eintlich gewünscht, dass die Amis abrüsten und weltweit ihre Truppen zurückziehen. Die Bundeswehr macht mir weniger Sorgen. Aber sie könnte auch alle ihre Truppen im Ausland nach Hause holen, und das eingesparte Geld in den Frieden investieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Watcher 10.07.2018 16:51
    Highlight Highlight 0,2% wären noch zu viel.
    Deutschland gibt etwa 4x so viel an die NATO wie sie für Bildung ausgibt. Bei den Gesundheitskosten siehts etwa gleich aus.
    Aber ich verstehe Trump, wer viel Geld in die Rüstungindustrie investiert ist unzufrieden wenn "das Geschäft" nicht läuft wie gewünscht. Da kann man nur noch hoffen, dass nicht noch ein zusätzlicher künstlicher Krieg kreiert wird. Am besten das Geld direkt an die Anleger zusenden ohne Panzer und Munition als Gegenleistung, dafür Frieden.
    • dan2016 10.07.2018 17:53
      Highlight Highlight Auch bei sympathischen und populären Beitägen wäre es sinnvoll, korrekte Zahlen zu bringen.
  • tagomago 10.07.2018 16:41
    Highlight Highlight USA soll doch einfach seine Ausgaben senken. Problem gelöst.
    • Oh Dae-su 10.07.2018 17:57
      Highlight Highlight Seh ich auch so. Die Nato hätte auch mit 1% noch die bei weitem grösste militärische Schlagkraft auf der Welt. Zur Abschreckung würde das längstens reichen.
      Aber klar, würde die USA ihr Armeebudget senken, könnten sie halt eventuell ein bisschen weniger Imperialist spielen.
    • _kokolorix 10.07.2018 20:49
      Highlight Highlight Um überall auf der Welt einen dicken Hals zu machen würde auch ein Zehntel des heutigen US Budgets locker reichen. Der grösste Teil des Geldes landet sowieso direkt in den Taschen der reichsten Amis, das macht nicht einmal den Umweg über das Pentagon. Der Hauptzweck des gigantischen Rüstungskomplexes ist die Bereicherung einiger weniger. Wenns dann mal zur Sache geht, funktioniert das Meiste sowieso nicht
    • Moudi 10.07.2018 21:48
      Highlight Highlight Dann hätte ja die Rüstungsindustrie massive Einbußen zu befürchten!!! Geht doch nicht!?

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