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epa04864234 An undated handout photo provided by the Zimbabwe Parks and Wildlife Management Authority on 28 July 2015 shows Cecil, one of Zimbabwe's most famous lions, who was reportedly shot dead by US hunter Walter Palmer, of Minneapolis, Minnesota, USA, according to reports in the UK media. Cecil was allegedly shot with a crossbow on 06 July.   HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Tot: Löwe Cecil, bekannt für seine schwarze Mähne. Nach 40-stündigem Todeskampf erschossen ihn seine Jäger, die über 50'000 Dollar für eine Jagd mit Pfeil und Bogen bezahlt haben sollen. Bild: EPA/ZIMPARKS

US-Zahnarzt erschiesst Promi-Löwen zum Spass mit Pfeil und Bogen – und hat jetzt die Mutter aller Shitstorms am Hals



Mit seiner schwarzen Mähne und seiner Erhabenheit ist der Löwe Cecil in Simbabwes Hwange-Nationalpark eine Berühmtheit. Oder besser: war. Denn das 13-jährige Alpha-Männchen ist tot.

Cecil wurde Anfang Juli auf einer Farm ausserhalb des Parks entdeckt, sein Fell war abgezogen, sein Kopf fehlte. Eindeutig identifiziert wurde Cecil durch sein GPS-Halsband, das seine Jäger vergeblich zu verstecken versuchten.

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Cecil the Lion, festgehalten auf einer Safari YouTube/Bryan Orford

Qualvoller Tod nach 40 Stunden

Eine Naturschutzorganisation in Simbabwe hat nun Details zum qualvollen Tod des berühmten Löwen veröffentlicht, die Menschen weltweit entsetzen. Laut der Zimbabwe Conservation Task Force (ZCTF) ist ein reicher US-Jäger für Cecils Tod verantwortlich. 

Der Mann, ein Zahnarzt aus dem Bundesstaat Minnesota, habe auf der Suche nach einer Trophäe mehr als 50'000 Dollar gezahlt, um Cecil mit Pfeil und Bogen töten zu können. Das Geld sei an einen Safari-Organisator geflossen, berichtete die Organisation am Dienstag.

Der Mann links soll der US-Zahnarzt sein, der in Simbabwe den Löwen Cecil tötete. Das Bild zeigt ihn mit einem anderen erlegten Löwen.

Gestorben ist der Löwe aber offenbar erst nach 40-stündigem qualvollem Todeskampf. Laut ZCTF hatten die Jäger den Löwen mit Hilfe eines an ihrem Wagen befestigten toten Tiers in der Nacht aus dem Nationalpark, wo er geschützt ist, gelockt und zunächst vergeblich versucht, ihn mit Pfeil und Bogen zu erlegen. Cecil konnte offenbar fliehen. Doch seine Verfolger spürten ihn auf - oder hetzte ihn durch die Steppe (die Versionen gehen hier auseinander) -, und erschossen ihn.

Shitstorm lässt nicht lange auf sich warten

Der Safari-Organisator und der Besitzer der Farm, auf der Cecils Kadaver entdeckt wurde, müssen sich ab Mittwoch vor einem Gericht der Grenzstadt Victoria Falls wegen Wilderei verantworten. In der Ankündigung des Gerichts bleibt der US-Tourist unerwähnt. Doch Simbabwes Polizei bestätigte auf einer Pressekonferenz, in dem Fall auch gegen ihn zu ermitteln. «Wir haben zwei Leute verhaftet, nun suchen wir auch nach ihm», sagte Polizeisprecherin Charity Charamba.

Auf Twitter & Co. sieht sich der Jäger derweil einem Sturm der Entrüstung ausgesetzt. Bis am späten Abend in den USA wurden laut Twitter über 200'000 Tweets mit dem Hashtag #CecilTheLion abgesetzt. Aktivisten veröffentlichten die Kontaktdaten des Zahnarztes, die Yelp- und Facebook-Seiten seiner Praxis werden von negativen Kommentaren überschwemmt.

In einer Stellungnahme, die mehrere Medien veröffentlichten, bestätigte der Mann, dass er im Juli auf einer Jagdreise in Simbabwe gewesen sei. Und er rechtfertigt sich: Die Löwenjagd sei seines Wissens «legal» gewesen, alle Bewilligungen habe er sich organisieren lassen. Er habe nicht gewusst, dass es sich bei dem erlegten Löwen um eine lokale Berühmtheit handelte. Es tue ihm zutiefst leid, diesen Löwen getötet zu haben.

Der zweifache Familienvater ist nach einem Bericht der Zeitung StarTribune aus Minnesota ein passionierter Jäger und Mitglied der Trophäen-Jagd-Organisation Safari Club International. Dort prahlt er mit 43 «kills», unter anderen soll er einen Büffel, Eisbären und Berglöwen erlegt haben. 

Die «New York Times» berichtete einst, wie der Mann einen rekordverdächtig grossen Elch in Kalifornien mit Pfeil und Bogen tötete. Diese Waffen haben es ihm offenbar besonders angetan. Er verabscheue es, eine Feuerwaffe auf seine Jagdtrips mitzunehmen, sagte er der Zeitung. Und er prahlte damit, eine Spielkarte aus 90 Metern Entfernung treffen zu können.

Schwarzbär illegal getötet

In Sachen Wilderei ist der Zahnarzt laut StarTribune indes kein unbeschriebenes Blatt: 2008 gestand er, mit anderen einen Schwarzbären in Wisconsin ausserhalb einer Jagdzone erlegt zu haben. Er erhielt eine einjährige Bewährungsstrafe und bezahlte eine Busse über 3000 Dollar. Auch wegen Fischens ohne Lizenz wurde er schon gebüsst.

Schliesslich berichtete die StarTribune auch, dass der Zahnarzt 2009 rund 128'000 Dollar bezahlte, um einen Fall von angeblicher sexueller Belästigung abzuwenden. Der Vergleich enthielt jedoch kein Schuldeingeständnis. Der Fall brachte ihm auf den Sozialen Medien keinen Sympathiegewinn.  

Erst im Juni hatte die Weltnaturschutzunion IUCN darauf hingewiesen, dass der Löwe zu den immer bedrohteren Arten zählt. Trotz einiger Schutz-Erfolge im südlichen Afrika gingen die Löwen-Bestände im Westen und Osten des Kontinents deutlich zurück.

Die Naturschützer von ZCTF fürchten nun, dass auch Cecils Junge getötet werden könnten, allerdings auf natürliche Weise: Cecils Nachfolger Jericho dürfte es nicht gelingen, sie vor anderen männlichen Löwen zu schützen.

Eine gute Übersicht zu allem, was über #CecilTheLion bekannt ist, findet sich bei vox.com. (trs)

Mit Material der Nachrichtenagentur sda und von Spiegel online

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • S.J.Wolf 29.07.2015 12:09
    Highlight Highlight Hmm er wohnt in den USA? Könnte man nicht Unterschriften sammeln damit dieses Arschloch erschossen wird??
  • 's all good, man! 29.07.2015 11:38
    Highlight Highlight Dass er nicht gewusst habe, um welches Tier (Cecil) es sich gehandelt habe und dass es ihm "unendlich" leid tue, glaube ich ihm natürlich sofort... ^^

    So ein armseliges Würstchen. Der Löwe hatte ja offenbar ein Senderhalsband um und dass man das nicht sieht, kann mir einfach keiner erzählen. Daran sollte ja eindeutig erkennbar sein, dass es sich um ein schon nur für die Forschung wichtiges Tier handelt und deshalb ganz sicher nicht geschossen werden darf. Gab kürzlich schon einen ähnlichen Fall in Namibia.

    Zum kotzen, diese kleine-Schnäbi-Kompensierer aka Trophäenjäger.
  • Baba 29.07.2015 10:53
    Highlight Highlight Was für ein Monster (der Zahnarzt)!

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