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Terror der Boko Haram

Selbstmordattentate, Überfälle, eine Entführung – heute war ein blutiger Tag in Nigeria

Zwei Selbstmordattentate, ein Überfall auf eine Schule, Tote und Verletzte, eine entführte US-Missionarin – und das an einem Tag. Einen Monat vor den Wahlen kämpft Nigeria mit dem Terror der Boko-Haram-Milizen – und gewöhnlichen Kidnappern. 

Ein Artikel von

Spiegel Online

Der Attentäter zündete einen Sprengsatz, als der Bus noch im Busbahnhof stand. Bei dem Bombenanschlag in der Stadt Potiskum im Nordosten Nigerias starben am Dienstag viele Menschen. Wie Augenzeugen berichten, ist das Fahrzeug dabei vollkommen zerstört worden; mehrere Autos gerieten in Brand.

Men inspect a bus  following an explosion  on the street in Potiskum, Nigeria. Tuesday, Feb. 24, 2015 .  A man forced his way onto a bus at a crowded bus station and detonated explosives that killed 12 people and injured 20 in northeast Nigeria, according to the bus driver and hospital records. The attack in Potiskum comes two days after a girl who looked about 10 years old detonated explosives that killed herself and four others at a market in the same town. (AP Photo/Adamu Adamu )

Der Tatort in Potiskum. Bild: Adamu Adamu/AP/KEYSTONE

Wie viele Opfer dieser erste Anschlag in Nigeria gefordert hat, ist noch unklar: Reuters zitiert Sicherheitskräfte, die von 16 Toten sprechen. Die Deutsche Presse-Agentur hingegen bezieht sich auf einen Augenzeugen vor Ort, der von mindestens 22 Toten ausgeht. Zudem gibt es nach Angaben eines weiteren Augenzeugen auch zahlreiche Schwerverletzte, weshalb die Zahl der Opfer weiter ansteigen könnte. Die örtliche Zeitung «Premium Times» berichtete von bis zu 30 Verletzten.

Ein zweiter Anschlag ereignete sich in der Stadt Kano im Norden des Landes: Eine Bombenexplosion riss hier mindestens zwölf Menschen in den Tod. Hinter beiden Anschlägen wurde die im Nordosten des ölreichen westafrikanischen Landes aktive islamistische Terrororganisation Boko Haram vermutet.

ATTENTION EDITORS - VISUAL COVERAGE OF SCENES OF INJURY OR DEATH 

Security and paramilitary personnel work at the scene of a suicide bombing at a bus station in Kano February 24, 2015.  A blast that struck a bus station in north Nigeria's main city of Kano on Tuesday was the work of two suicide bombers and it killed at least 10 people, police said. REUTERS/Stringer (NIGERIA) - Tags: DISASTER CIVIL UNREST TPX IMAGES OF THE DAY) TEMPLATE OUT

Ähnliche Bilder, anderer Tatort: Anschlag in Kano. Bild: STRINGER/REUTERS

Motiv der Entführung unklar

In Potiskum war es bereits der zweite Anschlag innerhalb von zwei Tagen: Am Wochenende hatte sich ein Mädchen, das laut Augenzeugen nicht älter als acht Jahre war, auf einem Markt in die Luft gesprengt und fünf weitere Menschen mit in den Tod gerissen. Dutzende weitere wurden verletzt. Auch hier deutete der Ablauf der Tat auf einen Terrorangriff von Boko Haram hin. Schon zuvor hatte Boko Haram mehrfach Mädchen als Selbstmordattentäterinnen missbraucht. Bei dem neuen Anschlag waren Beobachter ebenfalls zunächst von einer jugendlichen Attentäterin ausgegangen. 

Auch andere Landesteile von Nigeria kommen rund einen Monat vor den Parlaments- und Präsidenschaftswahlen nicht zur Ruhe: Weiter im Süden des Landes entführte eine Gruppe Bewaffneter eine amerikanische Missionarin. Die Angreifer feuerten zunächst Warnschüsse ab, um Angestellte und Schüler der Schule im Ort Ajaokuta, rund 200 Kilometer südlich der Hauptstadt Abuja, zu vertreiben und ergriffen dann gezielt die Amerikanerin, sagte ein Sprecher der Polizei des Bundesstaats Kogi. Das Motiv der Entführung war zunächst unklar. Die amerikanische Kirche der Freien Methodisten bestätigte die Entführung der Pastorin. Die US-Botschaft und das FBI seien eingeschaltet.

Die sunnitischen Fundamentalisten der Boko Haram führen seit 2009 im Nordosten des Landes einen blutigen Terrorfeldzug, um einen streng islamischen Staat nach den Grundsätzen der Scharia einzurichten. Der Gewalt sind in der Region seit 2009 mehr als 13'000 Menschen zum Opfer gefallen, rund 1,5 Millionen flohen vor der Gewalt aus ihrer Heimat.

Seit den vergangenen Wochen gehen Nigeria, Kamerun, Niger und der Tschad in einer abgestimmten Aktion gegen die Islamistengruppe vor. Die Terrorgruppe hat seither ihre Anschlägen auf Zivilisten noch einmal verstärkt.

eth/dpa/Reuters



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